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Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

1.684 11

Matthias Zimmermann


Free Mitglied, Oberursel

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Hier noch einige Infos zum Blaupfeil
(Danke Berno !)
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Der Blaupfeil ist eine der häufigsten und auffälligsten Libellen bei uns in Deutschland. Er fliegt zwischen Anfang Juni und September. Man findet ihn an stehenden Gewässern, die kleine freie, oft steinige Uferzonen oder Strände aufweisen. Besonders häufig findet man ihn an kleinen Baggerseen oder Fischteichen. Er besitzt eine Flügelspannweite von bis zu 10 cm und eine Körperlänge von 5 cm. Das Männchen hat einen blau bereiften Abdomen (Hinterleib), welcher im Bereich der letzten 3 Segmenten schwarz gefärbt ist. Die Flügel tragen keine Einfärbung. Das Pterostigma ist bei beiden Geschlechtern schwarz gefärbt. Das Weibchen hat einen dunkelgelben Hinterleib mit 2 Längsbinden. Allerdings kann sich dieser bei älteren Weibchen auch mit einer blauen Wachsschicht überziehen. Bei beiden Geschlechtern ist der Thorax (Brustkörper) braun gefärbt. Ganz typisch für den großen Blaupfeil ist das Anheben des ersten Beinpaares beim Sitzen, soweit die Gegebenheiten dies zulassen.

Wie alle Segellibellen jagt der Blaupfeil von einer festen Ansitzwarte. Diese wählt er zumeist in Bodennähe direkt am Gewässer aus, den dort ist er zum Insektenfang gut getarnt. Alle anderen Großlibellen werden konsequent vertrieben, dies gilt auch für die z.T. viel größeren Edellibellen (z.B. große Königslibelle). Zu diesem Zweck fliegt er auch häufig kleine Patrouillenflüge an seinem Revier. Der Blaupfeil ist recht scheu und hat eine große Fluchtdistanz. Die anderen Segellibellen sitzen eine Ebene höher auf Pflanzenstengeln oder anderen hohen Ansitzen. Auch während des Fluges befindet sich der Blaupfeil direkt über der Wasseroberfläche, während andere Libellen meist 1/2 Meter höher fliegen. Sichtbar ist fast ausschließlich das Männchen. Die Weibchen sind nur bei der Paarung und kurz danach zu sehen. Die Weibchen jagen später am Abend. Ein Auftauchen des Weibchens am Tage führt i.d.R. sofort zu einer Paarung mit dem jeweiligen Männchen des Reviers.

Die Paarung wird zunächst im Flug vollzogen und findet dann später ihr Ende am Boden oder an einem festen Halt. Die Paarung selber dauert ca. 5 bis 10 min. Sofort nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage, bewacht durch das Männchen. Die Eiablage erfolgt exophytisch; mit wippenden Bewegungen werden die Eier auf die Wasseroberfläche an Ufernähe abgeworfen. Nach der Eiablage wird das Weibchen vom Männchen in nahe Büsche oder Bäume geleitet. Kurze Zeit später findet schon die nächste Paarung statt. Das Weibchen scheint dabei auf das Männchen zu warten. Bei der Paarung klammert sich das Weibchen sehr fest an den Hinterleib des Männchens, so dass dort die Wachsschicht sich zunehmend abreibt und nur noch kleine Bereiche blau gefärbt sind.

Innerhalb weniger Wochen schlüpfen die Larven, die uneingegraben auf dem Gewässergrund leben und denen der Plattbäuche ähneln. Nach 2 bis 3 Jahren, nach der Metamorphose, schlüpft dann die nächste Generation der Blaupfeile.
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Aufgenommen mit Canon 90IS + 500D

Kommentare 11

  • Matthias Zimmermann 25. August 2002, 14:04

    @Stephan,
    genau dahin kommt der Text auch morgen:-)

    @Hawi,
    in bezug auf die Wissenvermittlung stehe ich weit hinter dir !!

    @Alle,
    nomal danke für eure Anmerkungen !

    Matthias
  • Hans-Wilhelm Grömping 25. August 2002, 13:20

    Nicht nur tolles Foto, sondern auch ein sehr informativer Text- dasWissen des durchschnittlichen FC-lers in Bezug auf Libellen ist dank deiner eifrigen Aufklärungsarbeit sicher überdurchschnittlich! Gruß und schönen Sonntag! Hawi
  • Stephan Roscher 25. August 2002, 11:30

    Zunächst bin ich begeistert, hier endlich einmal eine Libelle aus "meinem" Revier, dem Schwelteich bei Echzell in der Wetterau, vorzufinden, wo z.B. auch jenes Makro des Blaupfeils entstand:



    Darauf verweise ich hier nicht, um für meine Fotos zu werben, sondern weil es eben so gut passt und an exakt dem gleichen Ort gemacht wurde.
    Im übrigen finde ich die Bildbeschreibung zu Deinem Blaupfeil so vorbildlich und informativ, daß man den Beitrag direkt wie er ist in das Naturlexikon hineinkopieren könnte.
    Gruß Stephan
  • Steffen S. 25. August 2002, 9:55

    Hier muss ich sagen, finde ich besonders die fast komplette Schärfentiefe beeindruckend, Matthias, erstklassig !

    Es grüsst Steffen
  • Matthias Zimmermann 25. August 2002, 8:26

    @Olaf,
    evtl. muss du nur die richtigen Seen finden. ich glaube bei euch ist alles etwas sauer...oder? da finden sich dann andere Arten.

    @Peter,
    herzlichen Glückwunsch zu so viel Fleiß !

    @Alle,
    danke für die lieben Anmerkungen.

    Gruß
    Matthias
  • Olaf Wolfram 25. August 2002, 0:44

    Wieder ein suuuuuper Bild in jeglicher Hinsicht.
    Na vielleicht erwisch ich ja auch mal einen bei uns sind die nämlich nicht so häufig!

    LG
    Olaf
  • Peter Emmert 24. August 2002, 23:09

    Erstmal muss ich sagen das die Info erstklassig ist.
    Jetzt weiss ich auch mehr über die Blaupfeile.
    Ein superscharfes Makro mit toller Farbe und Schärfe.
    Einfach Spitze.

    PS. Du warst meine 3000ste Anmerkung :-)

    Gruß Peter
  • Hans - Jörg Blackstein 24. August 2002, 23:04

    Das Foto ist perfekt, kann bei Dir ja nicht anders sein.
    Da es noch kein Buch von Dir gibt, muß es erst mal zu meinen Favoriten auch, um die Infos nicht zu verlieren.
    Gruß Hans
  • Uwe R. 24. August 2002, 22:13

    Tja, ein grandioser Bildaufbau, vorbildliche Zusatzinformation, das sind Spitzenkandidaten für den "Favorit"-Button!!

    Viele Grüße,
    Uwe
  • Marianne Wiora 24. August 2002, 22:10

    Ein sehr gelungener Bildaufbau mit sehr schönen Blautönen. Gruß marianne
  • Thomas Kirchen 24. August 2002, 21:39

    Jetzt knipst der schon Gallionsfiguren und schreibt sich dafür noch die Finger wund. :-)))
    Text und Bild werde ich wohl in ein paar tagen nochmal im Lexikon bestaunen können.
    Sehr schöne Aufnahme!!

    Gruss Thomas