....  Gegenzug ....

.... Gegenzug ....

7.514 42

.... Gegenzug ....

Der/Die FotografIn schreibt:
"Kaum angekommen - rollt der Wagen weiter - konnte mich nicht entschließen, in den Gegenzug umzusteigen - mir bleibt eine harmonische Abstraktion - eine bespielbare Kulisse ...."

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Kommentare 42

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 17. Januar 2021, 9:43

    Die Diskussion ist hier nun beendet.
    Agora geht hier weiter:
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  • Agora Bilddiskussion intensiv 17. Januar 2021, 9:43

    Wolf Schroedax schreibt:
    “Moin zusammen und auf ein gutes 2021 !

    - Alle möglichen ,„harten“ und „weichen“ Aspekte habt ihr behandelt. Dafür ein großes Dankeschön ! Aber ob das Mißtrauen in den Autor, er habe sich beim Auslösen womöglich zu sehr dem Zufall überlassen, ausgeräumt worden ist, kann ich nicht so recht feststellen. - Muscha nich …

    --So etwa spricht das Bild für sich :
    „ Ich zeige einen Zug mit offener Tür. Er steht also, sagt ihr. Der Gegenzug , in dem Wolf die Kamera an die Scheibe presst , hat sich gerade in Bewegung gesetzt. Mit ihm bewegen sich die Spiegelbilder, welche er in den Fenstern des stehenden Zuges erzeugt. Diese Spiegelbilder und alle horizontalen Konturen sind ausreichend scharf , während alles andere notwendigerweise im ´Wusch´ steht. So sind auch zwei Personen, die den Bahnsteig entlang laufen, in Unkenntlichkeit gehüllt. 
    Die Spiegelbilder entstehen nicht nur an den Scheiben, welche dem Bahnsteig zugewandt sind, sondern auch an der Innenseite derer, die ihm abgewandt sind. In dem Durchblick rechts neben der offenen Tür ist so das Profil eines Kopfes eingefangen worden, der sich im fahrenden Zug befand. - Also: Ich finde mich gelungen ! Nicht auszudenken, wenn Belichtung, Blende oder Fokus anders gewählt worden wären !? Ich wäre dann nicht so.... - Zur Erläuterung von Titel und Untertietel übergebe ich zurück an Wolf. „

    --Erst war das Bild da. Um den Einstieg in die Betrachtung zu erleichtern und ggf. Impulse der/es Autor/s/rin mitzuteilen, gibt man Titel und Untertitel, welche sich am Bild messen, nicht umgekehrt ! Hier sind diese die Projektion eines Gedankens der Unentschlossenheit in das Bild. So kann dies zu einer Chiffre werden, mittels welcher der Gedanke (bildlich)im Gedächtnis abgelegt wird. 
    lgw ”

    Die EXIF Daten:
    Image Size: 1440 x 1080
    Date Time Original: 2009:06:30 13:07:44
    Exposure Time: 1/40
    F Number: f / 3.20
    Metering Mode: Pattern
    Flash: Flash did not fire, compulsory flash mode
    Focal Length: 12.73mm
    White Balance: Manual white balance
    Make: Canon
    Model: Canon PowerShot G7
  • Jürgen W2 17. Januar 2021, 1:41

    Saul Leiter und Ernst Haas (und in meinen Augen auch Gueorgui Pinkhassov) ... das sind Fotografen, die uns zeigen, wie man auch "ganz andere Bilder" machen kann. Daido Moriyama auch, in s/w.

    Von der Qualität deren Bilder ist dieses ein Stück entfernt, aber man kann ja mal darüber reflektieren:

    Ich bin nicht sicher, ob das nur "eine Fingerübung" ist, oder ob ich da eine "kleine Story" erkennen kann ... immerhin erkenne ich sofort, dass wir uns an einem Bahnhof befinden, ich erkenne eine leere Sitzbank, sich bewegende Menschen ... da ist also eine gewisse Aussage von Bewegung und Geschwindigkeit und Vorläufigkeit, alles, wirklich alles ist in der Schwebe und in Bewegung ... also irgendwie kommt es bei mir an.
  • elstp 15. Januar 2021, 14:23

    Zitat: „…konnte mich nicht entschließen, in den Gegenzug umzusteigen…“
    Das bedeutet im übertragenen Sinne, dass der Bildautor im Begriff war, in irgendeiner Beziehung umzudenken, ein anderes Ziel anzustreben als das, welches sein abfahrender Zug symbolisiert. Zu spät dafür? Oder war das Ziel des Gegenzugs auch nicht erstrebenswert? Nicht weiter so wie bisher? Ein Zug ist ein Transportmittel, das eine Menge Mitreisender zulässt; war der Autor damit nicht glücklich, dass viele das gleiche Ziel anstrebten?

    Die Möglichkeiten, die der Autor sieht, beziehen sich zwar auf den Zug in Gegenrichtung, die Passanten aber befinden sich auf dem Bahnsteig, wollen womöglich andere Ziele als dieser Zug erreichen.  
    Das Bild ist hell, fast transparent, eine Kulisse, in der der Autor seine Möglichkeiten vielleicht hätte nutzen können, wenn er Hinweise aus der Szene aufgegriffen hätte. Das hat er aber nicht getan, offenbar hat er seine Erwägungen nicht rechtzeitig abgeschlossen. 

    Die Folge: Er ist in dem abfahrenden Zug auf dem Weg zu einem Ziel, das er nicht mehr für so erstrebenswert hält. Er bezeichnet es als harmonische Abstraktion, als eine reduzierte Schilderung dessen, was er als ursprüngliches Ziel nun nicht mehr anstrebt. Da er aber in diesem Zug nun einmal weiter fährt, handelt es sich um eine bespielbare Kulisse, um Möglichkeiten, aus denen er Passendes aufgreifen wird, obwohl er eigentlich nicht mehr da hin wollte. Er hat Abstand genommen von einem realistischen Ziel, welches er mit dem Gegenzug hätte erreichen können.

    Gruß LILO
  • milchschäfer2 14. Januar 2021, 14:53

    Vielleicht eine Bildlichmachung des `Zögerns` , einer Unklarheit ...
    Was anderes : was ich mich immer wieder bei der Betrachtung des Fotos frage  , ist ,wieso sich das rote Dach der SBahn an dem Stützpfeiler aus beiden Richtungen her sich hochschält ?
    • Gerhard Körsgen 15. Januar 2021, 22:17

      Ich nehme an es wird mit der generellen Überstrahlung des Bildes zusammenhängen, möglicherweise in Tateinheit mit weniger hochwertiger Optik die hier verwendet wurde. Aber das ist nur eine Spekulation meinerseits. Vielleicht wird es im Abschlusskommentar aufgelöst.
    • HF25 15. Januar 2021, 22:37

      m. e.am ehesten ein verarbeitungsfehler. ich tippe bei der fehlerquelle entweder auf den (kleinen) kamerasensor, den kamerainternen algorithmus in der digitalen umsetzung der farbimpulse oder aber einen bewusst hingenommenen fehler bei einer evtl. nachbearbeitung.  lg horst
    • Gerhard Körsgen 16. Januar 2021, 10:59

      @HF25  : Das was Du sagst ergibt ebenfalls Sinn. Bin schon gespannt auf die Auflösung.
    • HF25 16. Januar 2021, 12:34

      bei der ueberstrahlung sind wir beieinander :-) die spielt sicher bei dem fehler auch eine rolle.
      mein erstgedanke war auch noch in deine richtung gedacht eine an dieser stelle verschmierte linse in verbindung mit dem anderen geschriebenen, die man aber in diesem forum wohl ausschliessen kann :-)    lg horst
  • MBodo 14. Januar 2021, 0:58

    Ich sehe in dem Bild eine ....verpasste Chance.... Gerne hätte ich die Mimik der Menschen gesehen, die dort mit den gleichen Zielen, Von A nach B fahren, bzw. den richtigen Anschluß zu erreichen, unterwegs sind. Besonders interessant finde ich den Menschen auf der Bank, der womöglich als Einziger in Richtung der Kamera geschaut hat und die Betriebsamkeit im Bild unterbricht. Abstraktion ist meiner Meinung auch viel mehr, als Langzeitbelichtung mit Kameraschwenk/Bewegung. Die bewusste Auseinandersetzung mit einem für die Abstraktion geeigneten Motiv, verbunden mit der Frage wie das Bild auf das noch notwendige reduziert werden kann ist für mich der gordische Knoten. Zusätzlich noch die Blickführung durch ein Bild, für den späteren Betrachter spannend zu komponieren. Ich kann das leider auch nicht. Zu der Schlussfolgerung "bespielbare Kulisse" noch ein abschließendes, wie bitte ist das denn gemeint?
  • lenmos 13. Januar 2021, 21:42

    Bis auf die Spiegelungen des fahrenden Zuges in der Scheibe des stehenden ist alles unscharf und verwischt. Also umgekehrt als das, was wir gewohnt sind. Was langsam ist, ist verwischt, was schneller ist, erscheint klar. Verwischte Personen am Bahnsteig und im Gegenzug wechseln sich mit halbwegs deutlich erkennbaren Personen in der Spiegelung ab, ohne sich zu überlagern. Unterschiedliche Geschwindigkeiten in einer Ebene.

    Daraus kann man irgendetwas ableiten oder hinein interpretieren wollen, oder auch nicht.
    Eigentlich ist alles im Foto identifizierbar und trotzdem irgendwie abstrakt. Was mit etwas Abstand betrachtet übrig bleibt, sind geometrische Formen, Flächen und Linien. Mehr oder weniger als Umrisse zu erkennen. Durch die Überbelichtung sind auch weitere Details ausgeblendet und so kommen diese Grundstrukturen stärker zur Geltung. Da ist da auch noch die reduzierte Farbpalette. Außer Rot ist kaum etwas an Farbe vorhanden.

    So, das ist einmal das, was ich aus dem Foto lesen kann. Ich finde es im Grunde nicht schlecht. Wirklich Gefallen würde ich vielleicht daran finden, wenn es nicht so ausgewaschen wäre. Sprich dunkler und mit mehr Kontrast.
  • elstp 13. Januar 2021, 21:31

    Es ist eine ‚harmonische Abstraktion‘, also eine Reduktion der konkret vorhandenen Situation, in der sich der Betrachter in dem Zug befindet, der gerade den Bahnhof verlässt, und der auf das gegenüber liegende Gleis schaut, wo ein wartender Gegenzug gerade Fahrgäste aufnimmt. Nicht die Realität ist dem Autor wichtig, sondern der Vorgang der Abfahrt - und die ist dargestellt, indem die Kamera des Autors die Szene verwischt.

    Wer schon mal auf einem Bahnsteig gewesen ist, erkennt die Elemente: S-Bahn-Waggon mit zum Einsteigen geöffneter Tür - Stützpfeiler - Sitzbank - Passanten in Bewegung - für die Augen des Betrachters kein Problem, für das Auge der Kamera bei sich in Bewegung setzendem Zug schon - - -

    Gruß LILO
    • HF25 13. Januar 2021, 21:48

      ... genau, aber warum schreibst du nicht weiter? jetzt wirds ja erst spannend...
        lg horst
  • Birgit Schlager 13. Januar 2021, 15:12

    Da ich dieses Bild aus persönlicher Überzeugung favorisiert habe, wollte ich meine tiefere Sichtweise und Begründung eigentlich auch hier darlegen.
    Inzwischen habe ich meine Meinung geändert und bitte den/die FotografIn, sich bei Interesse mit mir direkt in Verbindung zu setzen.
    Aus meiner Sicht ist der/die FotografIn nicht aus seinem/ihrem Zug ausgestiegen. Noch ehe in einem statischen Moment eine Entscheidung hätte getroffen werden können, war dieser bereits vorbei.
    Wenn ich den Begriff 'Symbolische Fotografie' hier mit ins Spiel bringe, trifft das Bild m.E. genau die Gedanken des/der BildautorIn: 'harmonische Abstraktion' und 'bespielbare Kulisse'.
    • Birgit Schlager 13. Januar 2021, 16:38

      Nein, Horst, ich erlebe das Abgebildete beim Anschauen wie einen verpassten Moment / eine verpasste Gelegenheit und sehe mich durch die Erläuterungszeilen darin bestätigt.
      Ja, Horst, in so einem Fall befasse ich mich selten und nur dann mit handwerklichen Hintergründen, wenn mir dazu Informationen zur Verfügung gestellt werden. 
      N lieben Gruß, Birgit
    • HF25 13. Januar 2021, 19:08

      danke, birgit, fuer deine antwort. - hm, das muss ich mit abstand zu meiner schon getroffen einschaetzung dieser aufnahme mal sacken lassen -> es wird dann um die frage gehen, ob die sofortige emotionale vereinnahmung beim anschauen einer aufnahme auch zu den guetekriterien gehoert, die darin sichtbare handwerkliche fehler  rechtfertigen?     lieben gruss zurueck; gesund und heiter bleiben :-)     horst
    • Gerhard Körsgen 13. Januar 2021, 20:07

      @HF25  : Ich denke Birgit hat es dir - mit einer leicht von mir abweichenden, dem Tenor nach aber ähnlichen Sicht - besser erklärt als ich.
    • HF25 13. Januar 2021, 21:41

      na ja, ich habs auch schon in deinen saetzen verstanden, was du meinst... augenblicklich versperrt mir mein gefasstes urteil zum bild aber moeglicherweise den zugang zu eurer sicht. koennte aber auch sein, dass es daran liegt, dass ich es grundsaetzlich eher mit dem verstand als mit den gefuehlen habe  :-) ob ich von dieser "macke" absehen kann; und ob es besser oder sinnvoller waere, dem gefuehl einen so grossen raum zu geben, keine ahnung. schaun mer mal. lg horst
  • Schneepet 13. Januar 2021, 12:47

    Kein gelungenes Bild, wirkt zerissen und strengt beim Ansehen an. Man kann aus einem mißlungenem Bild kein aussagefähiges Bild machen, in dem man einen nebulösen Text dazu aschreibt.
  • Bernadette O. 12. Januar 2021, 18:08

    "Kaum angekonnen - rolt der Wagen weiter - konnte mich nicht enschließen, in den Gegenzug umzusteigen - mir bleibt eine harmonische Abstraktion - eine bespielbare Kulisse ...." - das der Beschrieb zu diesem Bild.
    Das Bild zeigt einen Bahnsteig - alles unscharf, auch der Zug. Aber dennoch in meinen Augen nicht ohne Gestaltung, es ist gerade ausgerichtet, die Säulen sind gut platziert, die Verteilung der Farbflächen ist harmonisch. Damit wäre das mit der harmonischen Abstraktion für mein Empfinden erfüllt.
    Hingegen finde ich den Anfang des Beschriebs im Bild nicht wirklich umgesetzt: Da rollt der Wagen weiter, der Fotograf/ die Fotografin aber bleibt zurück. Diese Beschreibung würde danach rufen, den weiterfahrenden Zug mit Bewegungs-Unschärfe abzubilden, den Bahnsteig hingegen scharf als Zeichen des Bleibens und Verweilens. Ich frage mich aber, ob der im Foto abgebildete Zug überhaupt (schon) in Bewegung ist ...
    So wie ich das Bild sehe, macht es mir den Eindruck, der Fotograf/die Fotografin sei selber ziemlich im Ungewissen, könne sich wie beschrieben nicht entschliessen - nicht nur was das Umsteigen, Bleiben oder Weiterfahren betrifft. Und wenn man es so sieht, dann stimmt die Umsetzung wieder ...
  • HF25 11. Januar 2021, 23:12

    *zur aufnahme:
    eine bahnsteigaufnahme, am ehesten eine mit einer verschlusszeit, die im verhaeltnis zur zugbewegung zu lang war, um eine ueberall scharfe aufnahme zu machen.
    das abgebildete erscheint groesstenteils unscharf; rechtsrandig gibt es aber einen kleinen etwas schaerferen bildteil, der den gegenzug als spiegelung in der scheibe des wagens vor der kamera zeigt.
    angenommen der brennpunkt war auf die gegenzugspiegelung eingestellt und der wagen setzte sich kurz vor oder bei der aufnahme in bewegung, oder die aufnahme wurde mit entsprechenden voreinstellungen bei der durchfahrt des zuges gemacht, so dass alles sichtbare bis auf die spiegelung in unschaerfe getaucht sein sollte... ist diese annahme richtig, handelt es sich wegen des geringen schaerfegrades im spiegelungsbereich des gegenzuges um eine nur eingeschraenkt gelungene aufnahme.
    moeglich waere aber auch, dass die aufnahme mit dem ziel gemacht wurde, alles abgebildete unscharf erscheinen zu lassen. das ist bei den hochgezuechteten autofokuseinstellungen der gebraeuchlichen digitalen kameras ohne eingehende geraetekenntnisse nicht mehr so ohne weiteres moeglich. ergebnis ist dann oft ein foto, bei dem der autofokus verhindert, dass wirklich alles sichtbare in unschaerfe versinkt und gegen den willen des fotografen ein bildteil halbscharf erscheint. auch das koennte bei dieser aufnahme so sein.
    welche der beiden moeglichkeiten hier zutrifft, kann letztlich nur der fotograf wissen.
    *zur erlaeuterung:
    grundsaetzlich sollte eine aufnahme dem betrachter selbst erzaehlen, was sie zu erzaehlen hat; erlaeuterungen also ueberfluessig machen. die beigegebene geschichte ist dem bild selbst aber nicht zu entnehmen.
    der fotograf bewertet darin im uebrigen seine aufnahme als "harmonische abstraktion". auf mich wirkt sie nicht so. mir erscheint sie mit der als wusch dargestellten bewegung und wegen der nur eingeschraenkten schaerfe in der spiegelung unruhig und gleichzeitig auch verunsichernd, so dass ich die augen zusammenkneifen moechte, um danach wieder klar und deutlich zu sehen :-)   lg horst
  • Clara Hase 11. Januar 2021, 22:21

    alles in Bewegung - ich, der Zug, der Gegenzug. Bilder verwischen doch im Gegenzug steht jemand - ich kenne ihn nicht - auch die Passenten die mir der Kamera herumrennen sehen nur wie zerwehte Schneebällle aus - Nichts besonderes, aber auch nichts ist normal.
    Dem Leben fehlt chili - damits wieder scharf wird ;-)

    PS- das Foto immer wieder betrachtend, und die Kenntnis der Belichtungsparameter, fällt mir auf das vorrübergehende Personen ein zweites Oberteil haben - insofern denke ich das Verwischen war absolut gewollt vom Auslöser.
  • Rogam 11. Januar 2021, 17:22

    Ohne den Text des Fotografen bleibt bei mir nur ein Schulterzucken und weiter.
    Mit dem Text eröffnet sich ein Zeitgeist. Sehr flüchtig, sehr schnell. Keine Gelegenheit, die Umwelt wahrzunehmen. Nur auf das Weiterkommen fixiert
    Kann sich nicht entscheiden mitzugehen mit diesem Zeitgeist, stehen bleiben und die Hetze im Bild festhalten. Alles verwischt, kein verweilen, keine Details.
  • Gerhard Körsgen 11. Januar 2021, 13:29

    Ja, es kann sein dass hier jemand versehentlich auf den Auslöser gedrückt hat.
    Für wahrscheinlicher halte ich aber dass es sich um eine willentlich gemachte, gestaltete Aufnahme handelt.
    Dafür spricht dass  sich alle Bildelemente in einer Art Harmonie zueinander befinden. Dass die Ausrichtung gerade ist. Dass die Farbpalette sehr reduziert ist. 
    Da hat jemand eine "bespielbare Kulisse" vorgefunden und eine "harmonische Abstraktion" geschaffen. Dafür galt es den Moment kreativ zu nutzen und im Sinne einer gelungenen Aufnahme einiges "falsch" zu machen: Die Belichtung zu hell und die Verschlusszeit zu lang einzustellen zum Beispiel. 
    Es könnte sich wieder um eine experimentelle Aufnahme handeln wie die zuvor besprochene agora-Aufnahme.
    Natürlich ist auch meine Sicht nur eine Vermutung.
    Genaueres werden wir erst wissen wenn der/die Fotograf/in sein/ihr Werk schlussendlich erläutert.
    • Gerhard Körsgen 12. Januar 2021, 21:53

      @HF25  : Och, deinen Brückenschlag finde ich gar nicht so verkehrt. Wir sind doch beide sicherlich EINER Meinung dass eine solide technische Fundierung allgemein nützt, in jeder Art der Fotografie. 
      Worum es hier aber geht ist dass man/frau eine kreative Sicht nur bedingt und ganz sicher nicht rein auf technischem Knowhow basierend lernen kann. 
      Die entwickelt man/frau anhand eben der "weichen" Parameter. 
      Intuition, Empathie, Impression, Infragestellen der eigenen Sehgewohnheiten; Reflektion über das alles.
      Das kann man dann je nach persönlichem Ansatz ja dennoch technisch für sich umsetzen wenn das einem näher liegt. Es geht halt nur nicht in erster Linie darum. Ok ? Jetzt dürfte es doch klar sein.
      Die agora-Regeln habe im übrigen nicht ich gemacht. Ich habe hier nichts zu sagen und bin nur ganz "normaler" user wie alle anderen.
    • HF25 13. Januar 2021, 15:04

      nein, die kamera (das werkzeug)  handwerklich zu beherrschen ist die grundlage alles weiteren, fotografie zuallererst mal nichts als ein handwerk. wer hier fehler macht, muss die in seinem versuch durch die sichtbare und ueberzeugende aufnahmeguete rechtfertigen. in der einschaetzung, ob hier eine dafuer ausreichende aufnahmeguete erreicht ist, sind wir schon unterschiedlicher meinung.    lg horst
    • Gerhard Körsgen 13. Januar 2021, 20:09

      @HF25  : es ist schon klar dass dein Ansatz eher technischer Natur ist. Ich denke aber dass eine rein darauf basierende Sicht dem zu Sehenden weniger gerecht wird als diejenige mit den "soft skills" die ich ansprach.
    • HF25 13. Januar 2021, 21:54

      das sehe ich wie schon begruendet anders. mehr dazu siehe oben bei birgit. - bin mal gespannt, was sonst noch zum bild von anderen geschrieben wird...   lg horst