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Ruth Ine


Free Mitglied, Hecken

Gastfeindschaft

http://www.radioblogclub.com/open/105979/madness_house_of_fun/Madness%20-%20House%20Of%20Fun


„Briefe? Ich? Nie kriege ich Briefe, dachte der Maulwurf. Niemals.
Gekränkt grub er einen Gang durch die dunkle Erde.
Einfach mal ein paar Grüße oder so, dachte er. Oder eine Einladung für etwas unter der Wüste. Oder unter dem Eis. Niemals.
Wütend klopfte er auf die Erde.
Aber es kam keine Antwort.
Es gibt nur eine Person, die mir schreiben will, dachte er. Und das bin ich selbst.
Und so schrieb er sich in der Dunkelheit, tief unter der Erde, einen Brief nach dem andern.
Lieber Maulwurf,
herzliche Grüße.
Maulwurf

Oder:
Lieber Maulwurf,
du fehlst mir.
Maulwurf

Wenn er einen Brief geschrieben hatte, versteckte er ihn irgendwo unter dem Morast, fand ihn dann einige Zeit danach zufällig wieder und las ihn. Manchmal bekam er dabei Tränen in die Augen.
Danke, Maulwurf, dachte er dann. Oder: Du fehlst mir auch, Maulwurf. Oder: Du bist immer willkommen, Maulwurf, jederzeit.
Manchmal feierte er ein Fest mit den Absendern seiner Briefe. Dann rannte er in seinen dunkelsten Gängen und Sälen von einem Ende zum andern.
Dann tanzte er auch.
Aber ob ich wirklich glücklich bin…, dachte er, wenn er mit sich selbst tanzte.
Am Schluss eines dieser Feste setzte er sich in eine Ecke und schrieb einen Brief an sich selbst:
Maulwurf,
du musst eine Reise machen.
Er nickte und ging auf eine Reise. Nach oben. Zu diesem geheimnisvollen Himmel. Er hielt den Atem an, sah das Licht schon durch die Erde scheinen und stieg langsam weiter.
An diesem Abend stattete er Eichhorn einen unerwarteten Besuch ab. Sie tranken schwarzen Tee und der Maulwurf erzählte von seinen Festen tief unter der Erde. Große, dunkle Feste ohne ein Fünkchen Licht. Eichhorn schüttelte verwundert den Kopf. Der Maulwurf rührte in seiner Tasse und wünschte sich, die Zeit würde genau jetzt stehen bleiben.“
(aus: Toon Tellegen: „Briefe vom Eichhorn an die Ameise“)

Übrigens:
Me, myself and I wurden äußerst gastfreundlichst aufgenommen in der contrastwerkstatt:

Me: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/572199/display/9057390
Myself: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/572199/display/9057360
I: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/572199/display/9054786

Kommentare 18

  • derschneider 13. Juni 2007, 9:06

    In diesem Hotel muss man sicherlich schon -vor- der Ankunft die Zimmerpreise überweisen - so [gast]freundlich wie sich dieser Beherbergungsbetrieb gibt ;)
  • Gerd Kever-Bielke 7. Juni 2007, 15:47

    Dieses Schloßhotel ist nur für feine Pinkel die was zu verbergen haben. Steuerhinterzieher, Mafiosos oder Manager von bankrotten Firmen.
    VG
    Gerd
  • Kai Aust 3. Juni 2007, 17:50

    viel hilft viel :-))
  • Heiko to Breed 3. Juni 2007, 0:28

    Dieses Bild kommt mir ziemlich "sperrig" vor.

    Heiko
  • Bin Im Laden 30. Mai 2007, 1:36

    My home is my castle !!!!!!!!!!!!
    Surely es gibt auch ein minenfeld :-)))).

    LG, Bin

    @Christoph Rippler,
    ;-))).
  • Christoph Rippler 29. Mai 2007, 21:31

    Typisch deutsch :-)
  • 1 Uzzi 29. Mai 2007, 18:49

    Sehr einladend, wer da nicht neugierig wird! ;-)
    Besuch aus der Dunkelkammer
    Besuch aus der Dunkelkammer
    1 Uzzi

    lg Uwe


  • Tom Pan 29. Mai 2007, 8:51

    Als Handwerker ärgert mich am meisten, dass der schöne Zaun so verschandelt wurde.
    Denn: obwohl Zäune trennen sollen, können sie durch kunstvolles Handwerk beeindrucken.
    Schöne Anregung.


  • Rol Anz 28. Mai 2007, 12:48

    Na, du schottest dich aber ganz schön ab! Ein Glück können wir dich bei Ralf bewundern. Ein komplett weißer Rahmen hätte bestimmt auch ne gute Wirkung,... mit den Torspitzen.
    Rol

  • JuliaM. 28. Mai 2007, 11:08

    Wie Klint Istwud :-)

    Text und Bild zusammen geben einem ziemlich viel Stoff zum Nachdenken.. Das mag und bewundere ich an Dir, dass Du in Deine Bilder immer(!) wichtige Aussagen steckst und Bild, Text und Musik so passend zusammenfügst!

    Und immer auch mit dem richtigen Humor dazu :-)

    Liebe Grüße,
    Julia
  • Maren W. 28. Mai 2007, 9:48

    ob sich der eigentümer dieses grundstücks dachte, wie schreck ich alle leute ab, und doppelt gemoppelt hält besser? das ist ja wirklich ein aussergewöhnliches tor..... klasse eingefangen. gruss maren
  • Dekadenz in Tüten 28. Mai 2007, 9:41

    Der Maulwurf an sich, ist blind.
  • Günter Weigl 28. Mai 2007, 8:40

    ist hier leben erlaubt?
    die verordnete einsamkeit
    zum aussterben bereit
    lg günter
  • Werner M. 28. Mai 2007, 8:09

    Da fehlt nur noch das Schild: "Schilder ankleben verboten" :-)

    lg Werner
  • Freeze frame 28. Mai 2007, 8:00

    Fehlt doch bloß noch der Stacheldraht...;-(

    LG
    Heiner

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