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Wulf von Graefe


Premium (World), Ostfriesland

"Ganz nah dran"

Auf besonderen Wunsch einer einzelnen Dame "von unter dem Polarlicht" hier noch einmal etwas in Bleistift:

Es ist ein wenig schlampig abfotografiert, weil ich sie wohl aus den Rahmen genommen, aber nicht bedacht hatte, dass dicker Bleistift ziemlich spiegelt.
Auch habe ich sie hier unterschiedlich vergilbt belassen, um die kleine aufgeklebte Feder mit abzubilden.

Anders als bei dem Bild des Gerfalken, der nach Fernrohrbeobachtung in beliebiger Größe gezeichnet ist, sind dieser Eisvogel und Buntspecht beides Totfunde (Fensterscheibe und mir von den Anwohnern überlassen und eigener Straßenrandfund) und in natürlicher Größe nach dem Original abgezeichnet.

Da habe ich eine ganze Menge von, die alle nicht sosehr auf Genauigkeit einzelner Federn hin als vielmehr auf höchstmögliche Genauigkeit der anatomischen Maße angelegt sind.
Das ist alles nachgemessen und wohl auf etwa plusminus einen halben Millimeter zuverlässig. (Und dauert ganz schön viel länger als eine Fotonachbearbeitung).

Die außerdem gesammelten Fotos solcher, die es nicht mehr stört, wie nah man ihnen auf die Pelle rückt, kann zwar die Muster besser (und vor allem einfacher) aufbewahren, aber nicht die wirkliche Figur solch "luftiger" Wesen. Und auch noch so schöne Nahfotos von lebendigen Vögeln können die genaue Vergleichbarkeit mehrerer nicht leisten.
Im Museum hat man dazu noch die dreidimensionale Version der Echtteile, die das auch nur bedingt leistet, weil da zuviel beim Präparieren schiefgeht.

Und neben Foto gibt es noch Bleistift und Papier
Und neben Foto gibt es noch Bleistift und Papier
Wulf von Graefe

Kommentare 10

  • Jana Zilcher 6. Juni 2008, 14:55

    sehr schöne zeichnungen, ich glaube ich sollte auch mal probieren vögel zu zeichnen,

    lg jana
  • Aurora G. 23. Dezember 2006, 20:26

    Chapeau! lg., a.
  • Christiane v. D. 18. Dezember 2006, 0:16

    Wohl dem, der das Talent der Zeichung besitzt. Dazu noch eine gute Erklärung in Worte gefaßt.
    Dies sind Arbeiten, die nicht mal eben so aus dem "Ärmel geschüttelt" werden. Allein die Genauigkeit und die sehr gute Wiedergabe find ich bewundernswert.
    LG Christiane
  • Jo Kurz 17. Dezember 2006, 17:55

    schön!
    nicht nur die zeichnungen, auch das ein bisschen in alten sachen herumkramen....
    ich hab übrigens mit allem auf und um strassen zusammengesammelten das naturhist. museum in wien beliefert - leider ohne es vorerst wenigstens zu fotografieren....
    gruss jo
  • Susan Milau 17. Dezember 2006, 15:22

    Ich kann nur wieder staunen ob deiner großen Begabung!
    Klasse!!
    LG Susan
  • Wulf von Graefe 17. Dezember 2006, 11:32

    @Robert
    Dir erstmal ein Dankeschön für das angenehm unkomplizierte Kompliment!
    @Bernhard
    das ist ja ein niedlicher Ausdruck. Und obwohl es schon von allem so ein wenig hat, ist Anthropologie eigentlich nur eine Spezialrichtung innerhalb der Zoologie für den Menschen, wie es Ornithologie für Vögel, Odonatologie für Libellen u.s.w. ist.
    Da aber auf den Körperteilen schon die Mediziner "druffsitzen", wie man hier oben eher sagen würde, und da dieser Fachbereich auch noch unrühmliche Passagen über Menschenrassen in seiner Geschichte hat und von der Primatenforschung immer gleich ein bisschen dazu "gemenschelt" wird, müssen sie etwas mühsam sehen, wo denn nun noch was ganz eigentlich Menschliches für sie übrig ist.
    Meist hat die fachliche Seele dann wohl erst einigermaßen Ruh, wenn man bei den Körperteilen angekommen ist, die alle schon ein paar Tausend Jährchen abgelagert sind.
    (ich bin da allerdings nicht mehr so ganz auf dem letzten Stand der Dinge).
    lg Wulf
  • Bernhard M Müller 17. Dezember 2006, 10:16

    Du machst mich "wunderfitzig" wie wir Schweizer sagen
    und auch sind.
    Pathologie, Gerichtsmedizin, Archeologie oder
    Ethnologie fällt mir da spontan ein ???
    Gruss Bernhard
  • Wulf von Graefe 17. Dezember 2006, 8:32

    @Bernhard
    mit Schieblehre und Lineal ist schon ganz richtig.
    Im wissenschaftlichen Auftrag hätte ich vor vielen Jahren wohl so Ähnliches in der Anthropologie an menschlichen Gebein bekommen können (was auch sehr hübsche Teile sind, die man aber durchaus auch durchfotografieren kann).
    Ornithologen haben aber irgendwie andere Vorstellungen von Wissenschaft und ihre weiterhin oft gezeichneten Bestimmungsbücher kommen nicht wirklich aus "ihrem Betrieb".
    Es ist also eigener Auftrag mit eigener Auswertung und entsprechend auch nur unregelmäßig ausgeführt.
    Aber danke Dir für eine solche Nachfrage.
    lg Wulf
  • Bernhard M Müller 17. Dezember 2006, 8:13

    Es ist natürlich nicht unbedingt etwas für den
    Geniesser. Ich kann mir die Knochenarbeit
    gut vorstellen, wahrscheinlich mit Schieblehre und
    Lineal. Ich bin beeindruckt. Hast Du das für Dich
    gemacht oder war das ein wissenschaftlicher Auftrag?
    Herzliche Grüsse Bernhard
  • RL AUS OB 17. Dezember 2006, 7:49

    Super und eine prima Erklärung dazu
    RL AUS OB

    Maskenkiebitz
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