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Friedhof der Namenlosen

Friedhof der Namenlosen

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Werner Braun


Premium (Pro), Wien

Friedhof der Namenlosen

Am östlichen Rand von Wien trieb früher ein Wasserwirbel in der Donau verschiedenes Treibgut an den Strand. Immer wieder gab es darunter auch Wasserleichen, die nicht indentifiziert werden konnten. Im Jahr 1854 wurde für diese Toten in der Au nahe dem Ufer ein Friedhof angelegt. Bis zum Jahr 1900 fanden dort 478 Beisetzungen statt. Da der Friedhof immer wieder bei Hochwasser überschwemmt wurde, hat man ihn schließlich aufgegeben und einen neuen "Friedhof der Namenlosen" jenseits des Hochwasserschutzdamms angelegt. Die letzten Beisetzungen fanden dort 1940 statt. Einige Zeit davor wurde in unmittelbarer Nähe des Friedhofs der Alberner Hafen gebaut. Das beeinflusste auch den Lauf des Stroms und der Wirbel verschwand. Heute werden keine Wasserleichen mehr angetrieben. Dennoch wird der Friedhof von der Hafengesellschaft und der Stadt Wien auch weiterhin erhalten. Die Gräber sind geschmückt mit eisernen Kreuzen, die weiße Christusfiguren tragen. Den Toten hat ein Graf Wickenburg folgendes Gedicht geschrieben, das auf einer Tafel an der Friedhofsmauer angebracht ist:

Tief im Schatten alter Rüstern,
Starren Kreuze hier am düstern
Uferrand.
Aber keine Epitaphe,
Sage uns wer unten schlafe.
Kühl im Sand.

Still ist's in den weiten Auen.
Selbst die Donau ihre blauen
Wogen hemmt.
Denn sie schlafen hier gemeinsam,
Die, die Fluten still und einsam,
Angeschwemmt.

Alle die sich hier gesellen,
Trieb Verzweiflung in der Wellen
Kalten Schoß.
Drum die Kreuze die da ragen,
Wie das Kreuz das sie getragen,
"Namenlos".

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Canon EOS 300D
Canon EF 24-85 mm USM
1/50, f 4.5, ISO 100

Kommentare 11

  • Günter North 3. September 2004, 18:17

    Tolle Aufnahme!
    Erinnert mich, dass ich auch vor einigen Jahren dort war.
    LG Günter
  • HeLu die Freizeitknipser 22. Juli 2004, 19:56

    Danke für die Info.
    Gruss Luzia
  • Günter Altenhof 21. Juli 2004, 13:01

    tolle Aufnahme - technisch gibt es nichts auszusetzen. Durch den traurigen Text wird der visuelle Eindruck den das Bild vermittelt noch verstärkt. ...gefällt mir gut.
    Gruss Günter
  • Wolfgang Weninger 20. Juli 2004, 19:19

    @Luzia: hier ist nirgendwo ein See. Der Friedhof liegt in einer Grube und wird von der Auferstehungskapelle überragt. Etwa 100 m weiter fließt ein Seitenarm der Donau, der Alberner Hafen
    lg Wolfgang
  • HeLu die Freizeitknipser 20. Juli 2004, 19:01

    Auf diesem Bild finde ich den Friedhof sogar schön, anscheinend ist vorne links sogar ein See. Das Bild von Wolfgang macht mir irgendwie Angst. Gruss Luzia
  • Wolfgang Weninger 20. Juli 2004, 17:46

    Hallo Werner,

    das war nun ganz bestimmt kein Zufall :-) ich hab das Foto bei dir gesehen und sofort gewußt, dass ich dieses Bild auch schon für die fc vorbereitet habe. Und deshalb kam mein Foto als Vergleich
    lg Wolfgang
  • Rudolf Kasper 20. Juli 2004, 14:20

    Eine traurig-schoene Geschichte mit einem passenden Foto, das mich irgendwie beruehrt.
    lg Rudi
  • Robery von Pongowe 20. Juli 2004, 14:00

    Interessante, wenn auch naturgemäß durch das Thema etwas bedrückende Wiener Facette, sehr stimmungsvoll fotografiert. Durch den Lichteinfall treten die Christus-Corpora besonders deutlich hervor und erinnern mich an Kulturpflanzen auf einem Feld (auch dort trägt der einzelne Fruchtstand keinen Namen), was hervorragend zur christlichen Heilskunde paßt: "..Ihr seid das Salz der Erde." Oder: " Was stirbt verweslich, wird auferstehen unverweslich."...Du hast also eine Art "Monokultur Gottes (Gottes-Acker!!)" - für die Ewigkeit angelegt- fotografiert.

    Gruß
    Robert
  • Edith E. 20. Juli 2004, 13:47

    eine traurige Geschichte, die Du uns da nahebringst....
    aber sind wir nicht alle irgendwo namenlos in diesem unendlichen Universum?
    ...und schön auch, daß Du das Gedicht dazu hochgeladen hast!
    @Philip: schöne Friedhöfe gibt es auf der ganzen Welt!

    Grüßle, Edith
  • Philip A. von Schimpff 20. Juli 2004, 13:26

    Da wurde ja einiges investiert in Gedenken an die Verstorbenen. Schöne Präsentation, der Rahmen paßt so richtig dazu. Solche Friedhöfe können nur Österreicher entwickeln!
    Grüße Philip
  • Thomas Schwarze 20. Juli 2004, 9:55

    Bin sprachlos - was für eine Aufnahme!
    Toll präsentiert mit dem Text und dem Gedicht...
    VG Thomas

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