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Felix Berghoff galt als psychisch krank und labil.

Felix Berghoff galt als psychisch krank und labil.

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Felix Berghoff galt als psychisch krank und labil.

Felix Berghoff wurde am 10. Juni 1894 in Altona als Sohn
von Simon und Ruchel Berghoff geboren. Er hatte drei
Geschwister: Sophie, Pauline und David. Für die Tochter
seines Bruders David, Regina Karlsberg, geb. Berghoff,
wurde bereits im Mai 2010 ein Stolperstein gelegt. Im
Alter von vier Jahren zog Felix Berghoff mit seinen Eltern
und seinen Geschwistern von Altona nach Kiel in die
Flämische Straße 17. Dort traten sie in die Israelitische
Gemeinde ein.
Die Familie verdiente sich ihren Lebensunterhalt vermutlich
zunächst durch Hühnerhaltung, später betrieb sie ein
Geschäft für Schuhwaren im Königsweg 1, in dem Felix,
mittlerweile den Beruf des Kaufmanns ausübend, mitarbeitete.
1923 zog der ledige Felix Berghoff in die Flämische
Straße 22a. Laut Akte des Landesarchivs war dieses Haus
im Familienbesitz und gehörte zu je einem Viertel den
Kindern des Ehepaares Simon und Ruchel Berghoff.
Ebenso besaß die Familie Immobilien in ihrem früheren
Wohnort Altona. 1938 wurde die wohlhabende Familie
Berghoff allerdings gezwungen, ihre Besitztümer im Zuge
der „Arisierung“ weit unter Wert zu verkaufen.
Felix Berghoff war Mitglied der jüdischen Gemeinde Kiels,
dies war zunächst jedoch nicht der Hauptgrund seiner
Verfolgung durch die Nationalsozialisten, denn er wurde
als psychisch krank und labil eingestuft, weshalb er
vermutlich im Jahre 1933 in eine Nervenheilanstalt kam.
Nach der Rassenideologie der Nationalsozialisten galten
Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen
als „lebensunwert“ und wurden als eine Belastung für die
Volksgemeinschaft dargestellt. Grundlage für die ersten
Verfolgungen und Zwangssterilisierungen war das „Gesetz
zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli
1933. Anscheinend wurde Felix Berghoff jedoch zeitweise
aus der Nervenheilanstalt entlassen, da er zwischen 1935
und der ersten Hälfte des Jahres 1938 als Kaufmann im
Familiengeschäft tätig war. Am 1. Juli 1938 wurde Felix
Berghoff Patient der Landesheil- und Pflegeanstalt Neustadt/
Holstein.

Für Felix Berghoff recherchierten Schülerinnen des
des Regionalen Berufsbildungszentrums Wirtschaft
der Landeshauptstadt Kiel, Standort Der Ravensberg
(12e des Beruflichen Gymnasiums und HU6 der
Berufsfachschule Wirtschaft).

Quelle :http://www.kiel.de/stolpersteine/_biografien/berghoff_felix_stolpersteine.pdf

Kommentare 7

  • nitonga 7. Juli 2012, 10:35

    wieder einmal bestürzend. lgm
  • Heiko Petersen 6. Juli 2012, 21:39

    Ich finde es großartig, "Stolpersteine" zu fotografieren und ins Internet zu stellen - das verleiht ihnen Flügel!
    LG. Heiko
  • propolis 6. Juli 2012, 21:10

    man kann Demnig nicht oft genug für diese Stolperstein-Idee danken. Die Schicksale der Menschen, deren Leidensweg e darauf dargestellt werden erschüttern jedes Mal. und sind ein gutes Mittel gegen das Vergessen.
    die Erdung.
    die Erdung.
    propolis
    VLG Propolis
  • Mastkorb 6. Juli 2012, 20:55

    Eine Mahnung, zu was Menschen fähig waren, in hoffentlich ewiger Erinnerung !!
  • Elbfeuer 6. Juli 2012, 20:44

    es immer wieder klasse, wenn man ein Motive Fotografiert und dessen Hintergrund erzählen kann...

    Liebe Grüße
    Mouna

  • Wiechmann - ArtsOnDisk 6. Juli 2012, 19:31

    Ich finde die Idee hinter diesen Steinen sehr gut,
    kann das alles sehr gut verstehen,
    NUR: würde man für jeden ermordetet Bürger/Mensch
    dieser Erde einen Stein sätzen, dann hätten wir
    die Natur vernichtet, da diese keinen Platz mehr hätte.

    So schön das ganze auch ist, ich meine damit,
    das es Menschen gibt, die erinnerungen am leben halten und das Gedenken an die ermordeten erhalten,
    aber es bringt nicht viel. ........ Leider !

    Gr, Kai
  • Sanne - HH 6. Juli 2012, 18:37

    .....!!!
    interessant die Info...die du zu diesem Stein gefunden hast...Sanne

Informationen

Sektion
Ordner Stolpersteine
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Exif

Kamera NIKON D90
Objektiv Tamron AF 18-270mm f/3.5-6.3 Di II VC LD Aspherical (IF) Macro (B003)
Blende 6
Belichtungszeit 1/80
Brennweite 140.0 mm
ISO 200