einen Grund zur Flucht gibt's immer

einen Grund zur Flucht gibt's immer

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einen Grund zur Flucht gibt's immer

auf meinen Weg sich mit der Streetfotografie zu versuchen fand ich die zerbrochen Scheibe und die Person von hinten als Motiv reizvoll. Aber genau in dem Moment steht sie auf um zu gehen. Der Grund ist mir nicht bekannt.... es könnte auch die Flucht vor der Fotomaschine gewesen sein. Sicher nicht der Schreck vor der gebrochenen Scheibe
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Kommentare 49

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 5. Dezember 2021, 9:25

    Die Diskussion hier ist nun beendet, Agora wird unter dem folgenden Bild fortgesetzt:
    In Gedanken
    In Gedanken
    Agora Bilddiskussion intensiv
  • Agora Bilddiskussion intensiv 5. Dezember 2021, 9:25

    fotosichtig schreibt: “Es hat mich begeistert… Es gab einen Kommentar der genau passte.. Was ich mir dachte als das Bild gemacht wurde… und es hat mich erfreut wie viel Interpretation von diesem Bild möglich ist. 
    Danke, den ich werde nun mehr über die Interpretation der Bilder nachdenken.”
  • HF25 4. Dezember 2021, 15:57

    @ matthias:
    stimmt; ich gehoere zu den fotografen und betrachtern, die keine erlaeuterungen zu fotos und bildern lesen. es ist m. e. im sinne der vielfalt doch auch nicht verwerflich, sondern gut, dass es auch in dieser hinsicht unterschiedliche vorgehensweisen gibt.
    * nach dem lesen deiner letzten anmerkung habe ich das aber mal getan und auch danach komme ich zu keiner anderen deutung, wenn ich sachlich auf der spur meiner deutung bleibe.
    ich denke, wir beziehen uns beide auf die beiden letzten saetze
    "Der Grund  ist mir nicht bekannt.... es könnte auch der Schreck vor der Fotomaschine gewesen sein. Sicher nicht der Schreck vor der gebrochenen Scheibe"  m. e. hat die frau den schlag gegen die scheibe auf dem menschenleeren platz ausgefuehrt, sich hingesetzt, um fuer evtl. hinzukommende unverdaechtig zu erscheinen und beim ausloesegeraeusch der kamera den tatort eilig verlassen, um die tatspuren an ihrer tasche zu verbergen.
    davon ab; matthias, deine deutung waere auch moeglich, nur liegt sie m. e. nicht so schluessig auf der linie, wie der fotograf das foto erstellt hat.     lg horst
  • HF25 3. Dezember 2021, 18:02

    @ gerhard:
    deine "engel-fluegel" fuer die frau haben mein gedankenkino angeworfen :-) 
    sachlich betrachtet kommt die frau als verursacherin des schadens ja durchaus in frage. es gibt ausreichend verstaerkte taschen, sogar solche mit metall-aussenkanten, mit denen das moeglich waere.
    dennoch konnte ich mich nur nach einiger ueberlegung und mit ueberwindung zu dieser einschaetzung entschliessen. mir scheint, hier wie bei allen deutungsoffenen fotos haben vorurteile und rollenzuschreibungen eine groessere wirkung auf unsere bewertung und deutung als wir uns bewusst eingestehen.
    waere z. b. hinter dieser gesprungenen glasscheibe ein junger mann in eng anliegender ledermontur und springerstiefeln mit derselben tragetasche zu sehen, fielen die deutungen sicherlich anders aus...       lg horst
    • Gardin 3. Dezember 2021, 19:00

      @ HF25  Das kann ich mir nicht vorstellen. Selbst ein junger Mann mit Springerstiefel bekommt mit der abgebildeten Tragetasche keine Scheibe kaputt. LG
    • Matthias von Schramm 4. Dezember 2021, 13:32

      Ich finde Deine Idee immer noch - sagen wir mal - bemerkenswert und schließe mich den Worten von Gardin an. Ich pflichte Dir bei, dass Zuschreibungen stattfinden, z.B. beim Begriff Vandalen fiel es mir auf, da war mir die Formulierung von @Gardin  "Glück und Glas, wie schnell bricht das" viel sympathischer und neutraler, weil eben Glas auf verschiedenste Weise ab von Randale kaputt gehen kann. Auch die Einschätzung hier auf Einsamkeiten zu schließen, war mir fremd. Den Eingangstext, den ich übrigens im Gegensatz zu manchen Usern immer lese, schließt Deine Annahme bereits komplett aus. Nur nebenbei ... @HF25
  • Gerhard Körsgen 2. Dezember 2021, 14:13

    So ein Scheibensprung ist fotografisch eine feine Sache, vor allem wenn man im Gegenlicht dann mit den Schärfeebenen spielen kann.
    Hier ist insbesondere gut dass die Ausläufer des Risses eine Art "Flügelpaar" bilden in den die vorbeieilende Frau gut eingefügt ist.
    "Engel-Assoziation" bei mir.
    Ob Zufall oder geplant ist dabei egal, es wirkt und macht die Bildwirkung etwas suggestiver.
    Für eine Übung in Sachen streetfotografie finde ich es gelungen.
    Angenehm "zeitlos".
    Meister des Genres hätten noch mehr Suggestivität herausgekitzelt, möglicherweise durch mehr Weitwinkel, mehr erkennbare Ortsspezifik, eine "verbindlichere Story".
    Aber als agorabild ist es genau richtig und gut dass eben NICHT alles "ausformuliert" ist.
    Sehenswerter Beitrag.
  • wittebuxe 1. Dezember 2021, 15:38

    Nur scheinbar "flieht" die Dame von ihrem Sitze, es geht ihr lediglich auf den Sack - und demonstriert es derart - dass der Fotograf sich von hinten an sie heranpirschte, um - scheinbar ungesehen - sie ihres Abbildes zu berauben, doch wurde er, vielleicht nicht völlig unerwartet, durch Reflektion und Schattenverteilung in den Rissen des anscheinend nicht besonders sicheren Sicherheitsglases und der Spiegelung in der Oberfläche ihres Handys hilfreich verraten; somit sie brüsk ihre anscheinend papierne Budikentasche und sich selbst in Sicherheit bringen musste - man weiß ja nie, wer sich so hinter einem herumtreibt!?

    Allerdings macht sie selbst beim Entfernen immer noch eine gute Figur, nur schlecht verhüllt ihr warmer Mantel ihre wohlgefällige, stolze Gestalt, und ihre wuschelige, prächtige Haarpracht macht dieses geklaute Sujet "Auf der Flucht" doch noch zu einer lohnenswerten Betrachtung.

    Äh - hatte sie nicht Erbsensuppe zu Mittag bei Erna am Markt?
    • Gerd Scheel 2. Dezember 2021, 13:06

      1899 und eins,
      das ich in mein Büchlein eintrage,
      denn das passt nicht nur zur Fotografie.
    • Clara Hase 2. Dezember 2021, 13:27

      die Werkzeuge mal spielen lassen ist der Schärfepunkt eindeutig auf dem Sprung der Scheibe - die Person hat bestenfalls als sie noch saß die Belichtung ins Gegenlicht verbessert. Die Person war aber eindeutig nicht das wichtige - auch wenn sie Format hätte dafür..
    • N. Nescio 2. Dezember 2021, 14:05

      Die „Person“ heißt bestimmt Sonja.
    • Matthias von Schramm 2. Dezember 2021, 16:59

      @N. Nescio  - die Annahme aus diesem kleinen Ausschnitt mit einer zufällig gebrochenen Scheibe: die Stadt sei trostlos, finde ich hat schon eine sehr deprimierende Tendenz, die man vielleicht dem Foto nicht zwingend entnehmen sollte. Es wirkt zwar etwas düster, aber die Person scheint sich flott zu bewegen und sehr lebendig zu sein. Könnte immerhin ein Hinweis darauf sein, dass wir es mit einem recht lebendigen Ort zutun haben. Die Phantasie aber, es könnte ein Kaurismäki artiges Flair auf diesem Ort liegen, spräche dann aus meiner Sicht sehr für das Foto. Ich glaube im übrigen, dass zwischen der kaputten Scheibe und der Frau gar kein Zusammenhang besteht und nur ein Inhalt zustande kommt, weil das Foto es einigermaßen gelungen suggeriert.
  • Matthias von Schramm 1. Dezember 2021, 10:07

    So muss man mittlerweile entnehmen, dass dieses Bild zu Erzählungen verleitet. In diesem Fall besser so gesagt, als behauptet, es sei wirklich erzählerisch, da bin ich etwas zwiegespalten. Hier auf Vandalen zu schließen (viele Jahrhunderte her ihre Existenz) wäre mir nicht eingefallen und Ungalantes über die weibliche Person ist nicht Teil meines Voyeurismus. Zudem frage ich mich, ob der eine oder andere vor der allgemeinen Nutzung von Farbfilmen dem Fotografenhobby gefrönt hätte!? Wohl kaum. Wohl in jedem SW den fehlenden Trost vergeblich gesucht. Insofern ein interessantes Experiment, dass Agora uns jetzt das vierte monochrome Bild nacheinander "zumutet":

    Denke ich hier aber an Flucht, dann an ein Foto für ein Taschenbuch mit Krimicover. Dort dann tatsächlich gequetschter und hochkant. So flüchtet die Person vor dem Täter, bzw. sie flüchtet als Täterin. Letzteres hätte als Krimi für mich Charme. In der scheinbaren Einkaufstasche für 50 Cent befinden sich wichtige Unterlagen einer chinesischen Delegation in der Pläne zur feindlich wirtschaftlichen Übernahme zur Weltregierung hin zu finden sind. Diese Detektivin auf dem Bild (gebürtige Griechin) Althea Papadopoulos-Meyer war bei dem ortsansässigen Chinesen nach dem Besuch in einer Filiale einer Supermarktkette essen, hat wie eine Touristin oder deutsche Kundin Huhn süß-sauer bestellt und beim scheinbaren Gang auf die Toilette in den Privaträumen des chinesischen Betreibers, diese Unterlagen entwendet. Das ganze geschah in einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Münster, Osnabrück, Bielefeld, Paderborn, oder noch besser Detmold, wahrscheinlich aber doch in Celle. Auf der Flucht gab es einen kurzen Schusswechsel, der ausser durch Luftdruck bedingt, nur eine geborstene Scheibe hinterließ.

    Da das aber auch unwahrscheinlich ist, denke ich bei diesem Bild an "Bird of Prey" von Uriah Heep:

    "Watches like an eagle from its eerie
    Then like a bird of prey she captures me
    But I am older and more wise than you
    Bird of prey straight into me you flew
    Fly away ..."
  • N. Nescio 1. Dezember 2021, 0:00

    sie hat hohlkreuz und keine freundin, die ihr die tasche trägt.
    moderne stadt, wo alles lieblos ist - kein auto fährt, der bus kommt nicht und die telefonzelle kaputt, so wie die scheibe. aber sie hat kein handy am ohr.  keine bar in der nähe und auch kein gastgarten. auch der fotograf ist von der frau durch eine scheibe getrennt. moderne zeiten. statt bäumen ist alles voller dunkler säulen. ein sprayer hat die scheibe beschriftet. netter text? bestimmt nicht - weil es keine videoüberwachung da gibt. offensichtlich für die stadtregierung uninteressante gegend. was symbolisieren die sprünge in der scheibe. durch die man das hinterteil sieht? alles lieblos kaputt. auch der titel spricht von flucht. ich wär auch geflüchtet. dass keiner der kommentierenden die trostlosigkeit der abgebildeten situation erwähnt, läßt mich annehmen, daß die im bild erzeugte stimmung wohl normalität des stadtlebens sei. stell dir vor, ein vögelchen setzte sich ins bild und zwitscherte - das würde alles ändern. da wär dann plötzlich ihr hintern fantasievoll - auch wenn die abgebildete bestimmt solche fantasien nimmer hat - kann man in so einer stadszene auch nicht haben, und dann stell dir vor, die säulen wären grün, die sprayerfarben blau-gelb, die damenjacke seriös-beige samt gebügelter schwarzer hose, die tasche hättt erkennbare farbige textilstruktur, die dächer rot und die häuser in angenehm-dezenter farbe. das ist der fluch von sw. ansonsten ist das bild ganz gut gestaltet.

    ha, wenn ich das quadratische vorschaubildcheb grob ansehe, dann sehe ich eine dynamische, vorwärtsstrebende frau, der ich ein fahrrad andichte. ein positiver schnitt also, das quadratische.
    • NikoVS 2. Dezember 2021, 20:46

      bei mir ist die Vorschau auch ein Rechteck und kein Quadrat
    • N. Nescio 3. Dezember 2021, 0:14

      es kann sein, daß das bei mir auch bei manchen vorschauen -es gibt verschiedene davon - dieses  bild nicht perfekt quadratisch ist.
  • tanu676 30. November 2021, 21:43

    ein Foto das viele Geschichten zulässt für mich ein  würdiges Agorafoto 
    hg Tanu
  • Hella v. Seydewitz 30. November 2021, 20:28

    Die Worte des Titels verbinden die Frau mit der zerstörten Scheibe. Eigentlich gibt es keine Verbindung. So denkt man sich in das Foto hinein: Scheibe zerstört, blöde Vandalen, sind das Einschüsse?, wohin geht sie, woher kommt sie? Wenn sie flieht, vor was? Vor dem Ehemann, vor dem Ladenbesitzer, der Polizei. Gut, man kommt zu dem Ergebnis, dass der Titel in die Irre leitet, aber ein weniger plakativer hätte die Aufmerksamkeit vielleicht nicht so geweckt. Ich finde eine Lehre aus dem Foto ist, dass man mit Worten viel bewirken kann.
    Die Darstellung an sich finde ich stark, weil schwarz-weiß einfach gut zum Motiv passt.
    VG Hella
  • Wolfgang Wilhelm Itter 30. November 2021, 18:03

    Hallo
    meine erste Wahrnehmung darf ich hier nicht öffentlich kundtun.
    Gut gesehen, im richtigen Augenblick fotografiert.
    Bis dann
    wo
    • Wolfgang Wilhelm Itter 30. November 2021, 19:48

      Entschuldigung, ich meinte die zertrümmerte Scheibe.
      Wenn ich den ...
      jetzt sag ich es doch: Es wären jetzt drei Löcher in der Scheibe.
      Die Dame ?  Bei meinem Jahrgang hat man vieles gesehen, was interessanter ist.
    • Gerd Scheel 30. November 2021, 20:11

      Ich hatte auch an den verdammten Vandalismus gedacht,
      bei deinem Kommentar.
    • wittebuxe 30. November 2021, 20:14

      Achso. Schade :-))
    • tanu676 30. November 2021, 21:53

      Den Satz gut gesehen und im richtigen Moment fotografiert kann ich nur unterstützen .Dazu kommt die sehr gute Einteilung des Bildes.  Schade das der oder die Fotograf/in so viel zu dem Bild geschrieben hat .
      Das sollte man nicht lesen ,dann wird das Foto noch viel spannender und lässt viel mehr Interpretierungsspielraum zu .
  • HF25 30. November 2021, 13:37

    @ gardin:
    die staerke des fotos liegt m. e. auch darin, unterschiedliche persoenliche geschichten zu ermoeglichen und so die betrachter einzubeziehen. die geschichte eines fotos endet ja nicht mit seiner veroeffentlichung.
    knitterfalten in einer papiertuete koennten es sein, richtig.
    die unschaerfe laesst aber auch andere deutungen zu. ich meine hier eine von den verstaerkten einkaufstueten zu erkennen, mit denen die frau nicht nur leichte dinge fortbewegen kann...  lg horst
  • lenmos 30. November 2021, 10:21

    Die Sprünge in der Scheibe, isoliert wie ein Wesen mit vielen suchenden Beinen, das in die weite Welt hinaus will, aber dort festgesetzt ist, während das Leben draußen vorbei zieht.

    Zwei unabhängige Dinge in Relation bringen zu wollen, ist eine gute Idee. Nur fehlt mir hier doch die Phantasie um das gebrochene Glas mit der Frau in Beziehung zu sehen. Aber diese gehört einfach zur Welt da draußen und macht diese etwas weniger leer und verringert die Unerreichbarkeit, die durch die geringe Schärfentiefe suggeriert wird.
  • Gerd Scheel 30. November 2021, 9:54

    Hier wieder rum ist die Geschichte zu dem Bild 
    hilfreich, weil das Glück, sich mit street zu beschäftigen,
    solches Foto hervorbrachte und trotzdem Raum für
    eigene Interpretationen lässt.
    .... und für mich s/w perfekt.
  • visual basics 29. November 2021, 20:04

    Es gibt vielleicht keine stringente Story, was eine Frau mit Plastiktüte zu tun haben könnte mit dieser kaputten Scheibe, aber rein visuell betrachtet mag ich das Bild. Starke dunkle vertikale Linien, dazu die ebenfalls fast senkrechten Risse in der Scheibe, das mag ich. Auch das Flüchtige, die Frau wirkt auf mich tatsächlich fast wie auf der Flucht, was vor allem durch die geradezu fliegende Tasche verursacht ist.