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Eine Welt?

Der/Die FotografIn schreibt: "Ich denke das mit dem Titel genügend Möglichkeiten für eine Diskussion vorhanden sind."

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Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
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Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos - weniger in dessen Bewertung.

Daher folgender Tipp für Dich:
Die folgenden Fragen als Beispiel genommen, könnten Dir als Gedankenstütze dienen:
- Was sehe ich?
- Was löst das Bild in mir aus?
- Wie verstehe ich das Bild?
- Welche Aspekte im Bild sprechen mich besonders an?

Andere Betrachter des Fotos können Deine Gedanken zum Foto als Ausgangspunkt für eine Diskussion und weiteren Austausch sehen. Es profitieren also alle davon.
Wir freuen uns auf Deine ausführliche Anmerkung und Deine Gedanken zum Foto!

Wichtig:
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Kommentare 49

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 9. Januar 2022, 10:04

    Die Diskussion hier ist nun beendet, Agora wird unter dem folgenden Bild fortgesetzt:
    Taranto Sehnsucht
    Taranto Sehnsucht
    Agora Bilddiskussion intensiv
  • Agora Bilddiskussion intensiv 9. Januar 2022, 10:04

    thomas a. aus Ffm schreibt: ”Ein herzliches hallo und danke an alle, die an der Diskussion teilgenommen haben. Mein herzlicher Dank auch an das Team von Agora für die Einladung an mich, ein Foto zur Diskussion einzustellen. 
    Ein kleiner Fehler ist zwar bei der Einstellung passiert, das Ausrufezeichen nach dem Fragezeichen wurde entfernt. Die Diskussion hat aber auch so gut geklappt.

    Das Bild ist an unserem ersten Urlaubstag nach unserer Ankunft in Le Tréport in der Normandie entstanden. Wir gingen zum Strand und schon beim Abstieg des steinigen Hanges fiel mir die junge Frau im traditionellen Hijab auf. Die Farben ihrer Kleidung waren sehr geschmackvoll ausgewählt, alles passte gut zusammen und der Stoff wirkte sehr hochwertig. Als ich mich etwas später umdrehte, dachte ich, dass das ein interessantes Bild werden könnte. Die Frau im Hijab mit ihrer Armhaltung ähnlich eines Turms, die unendlichen vielen Steine und die Spitze des Kirchturms. Der Himmel ist übrigens original, nur der Kontrast wurde etwas angehoben.

    Warum habe ich gerade dieses doch recht nüchterne und nicht nach Loben schreiende Bild ausgewählt? Zu dem Zeitpunkt als die Redaktion von Agora mich anschrieb, hatte ich gerade mein Foto 'Der kleine Junge und das Kloster' eingestellt. Das ist ebenfalls ein Bild, dass sich mit dem Thema Kirche beschäftigt. 

    Meine Interpretation des Bildes ist, dass es noch ein steiniger und von dunklen Wolken umgebener Weg ist, bis die Menschheit es vielleicht in irgendeiner Zukunft endlich geschafft hat, tolerant und friedvoll zusammen zu leben. 

    Nochmal danke, ich fand es spannend, eure Meinungen und Interpretationen zu lesen. Das hat man ja sonst nicht so in anderen Bereichen.
    Thomas”
  • Wolf Schroedax 7. Januar 2022, 22:56

    Die Frau, ein Modell,  hält Ausschau nach Chirico, Dali oder/und  Dix.  Marie (Troyen) will auch kommen ....
  • HF25 7. Januar 2022, 20:57

    @ wolf schroedax:
    sicher; du hast recht. und es liessen sich sicher auch noch andere schoene fremdwoerter finden; -  trotzdem reicht mir aber hier schon das wort "sehen" in seiner mehrfachen bedeutung im zusammenhang mit "geschichte", um auf solche gedankengaenge zu kommen...; auch ohne das neuerdings wohl in diesem zusammenhang notwendige "pro-aktiv"  :-)     lg horst
  • Ecki E 7. Januar 2022, 14:35

    Ein Foto, bei dem man allein schon aufgrund des gewählten Bildtitels, unheimlich viel hineininterpretieren kann. Soviel wurde in den zuvor verfassten Kommentaren bereits im Bild „gesehen“. Nach dem Lesen einzelner Kommentare, geht es mir so, wie wenn ich die Beschreibung zu einer optischen Täuschung lese und die Erfahrung mache: „Jetzt sehe ich es auch!“ Keinesfalls möchte ich das Bild mit einer optischen Täuschung vergleichen.
    Kommunikation ist doch laut Schulweisheit nicht, was A sagt, sondern was B versteht. Ist es also nicht auch so bei der Bildsprache? Also alles was wir im Bild sehen ist…
    Bei diesem Foto habe ich für mich die Eingangsfrage, was ICH sehe, einfach übersprungen. Denn ich sehe nichts was Du nicht siehst. Da ich ja zuvor alle Kommentare gelesen habe und jetzt auch sehend bin!

    Betrachte ich allerdings zuerst das Bild in der Vorschau, dann fällt mir als erstes der leicht schräge Horizont, als störend auf. Zwei, auf dem Bild etwa gleich groß wirkende Motivelemente sind durch eine geschickte Platzierung gut in Beziehung zueinander gebracht. Es entsteht eine Linie für die Blickführung von rechts unten nach links oben. Meine Augen springen zwischen den beiden Bildpunkten (2 senkrechte Elemente) hin und her. Eine Kirchturmspitze ist deutlich zu erkennen, unten rechts meine ich eine Figur zu erkennen. Vielleicht eine Marienskulptur? Der Rest auf dem Bild ist für mich noch zweitrangig. Neugier weckt das Bild allemal, es anzuklicken und in Groß zu betrachten.
    Ein Klick! Doch leider ist das Bild noch immer sehr klein. Aber ich lasse nicht locker. Nach weiteren zwei Malen klicken erkenne ich die vermeintliche Marienskulptur als etwas ganz anderes. Und jetzt erschließt sich für mich auch der Bildtitel. Und die anderen Bildelemente gewinnen Bedeutung. Beinahe zu viel: Die untere 2/3- Fläche des Bildes durch eine Kiestextur. Das obere Drittel durch einen mir zu dominanten Wolkenhimmel. Sollte dieser, wie unten in der Diskussion angesprochen, eventuell eingesetzt bzw. ersetzt worden sein (?), empfiehlt sich eine ruhigere Auswahl. Schließlich lebt das Bild vom Wechselspiel der beiden Kontrahenten.
    Vorschläge zur Optimierung (Jetzt muss ich aber aufpassen, dass ich meinem Profiltext nicht widerspreche, dort schreibe ich nämlich: „….Genau wie technische Perfektion nicht der Schlüssel zu einem aussagekräftigen Bild sein muss!“ – doch ein Versuch es besser zu machen ist legitim):
    -Mit dem Transformieren Werkzeug den Horizont begradigen.
    -Die Blickführungsrichtung ist diagonal fallende, vielleicht wäre es ein Versuch Wert, das Bild horizontal zu spiegeln?
    -Textur beim Kies und Dominanz beim Himmel etwas herausnehmen.
    -Eine leichte Verlaufsabdunklung im Himmel, hält den Blick noch mehr im Bild.

    Fazit: Für mich ein interessantes, wohl komponiertes Bild mit bewussten Gegensätzen, das zum Nachdenken anregt. Auch aufgrund des gewählten Titels.
    • Matthias von Schramm 8. Januar 2022, 9:56

      Es ist lediglich so, dass die nicht gerade Linie zu einer optischen Täuschung verführen kann, was ja bei mir gelungen ist, wohl durchs flüchtige Schauen, wohl auch, weil das Bild für mich einweltlich sozusagen bleibt. Substanz im fotografischen Sinne hat ein begradigen nicht, es wäre für mich nur als formellen Betrachter einfacher und klarer gewesen, wenn sie gerade gewesen wäre. Aber man kann schließlich nicht alles haben.
    • Ecki E 8. Januar 2022, 13:42

      Zuerst @fotobücher: Vielen Dank, Dir auch ein schönes Restwochenende!
      Oh, oh die Horizontdiskussion hat jetzt aber eine gewisse Eigendynamik erhalten. War so gar nicht meine Absicht. Nicht dass der Eindruck entsteht, ich wäre ein Horizont-Begradigungs-Fetischist.
      Mir ging es nur um die technische Machbarkeit, also beides: Horizont und Kirchturm ins Lot zu bekommen. Denn beides zusammen geht wohl, entgegen obigem Kommentar.
      Natürlich stimme ich zu: Ein gerader Horizont bringt für dieses Foto keinen substanziellen Mehrwert bez. d. Bildaussage. Mich störte er halt - mehr nicht ;-)
    • N. Nescio 8. Januar 2022, 13:58

      der horizont mag in der nicht sichtbaren  unendlichen ferne gerade sein. das einzige indiz in diesem bild, ob gerade oder schief ist die frage, ob der kirchturm senkrecht steht.
      das schotterufer hier ist kein horizont und wahrscheinlch ist der uferhorizont :-) ziemlich gerade ... flüsse haben im flachland so 1-3% gefälle, jedoch nicht stetig ...
      eins ist der horizont, das andere sind bildlinien.
    • wittebuxe 8. Januar 2022, 16:07

      'Der Horizont ist eine Linie, die den Himmel von der Erde abgrenzt" steht bei wiki, da steht nicht "gerade Linie". Schiefe Linien gibts -  gibts auch krumme schiefe? 
      Hoffentlich.
  • fotobücher 5. Januar 2022, 20:42

    Was sehe ich?
    Himmel, Wolken, einen Kirchturm, eine "Düne" aus Steinen und eine Frau.

    - Was löst das Bild in mir aus?
    Überraschung. Ich verstehe das Bild nicht. Die Kontraste sind so scharf, der Schatten der Frau weit weg. Für mich sieht das Foto nicht "echt" aus, das LIcht so hart, die Ränder so scharf. Irgendwas stimmt hier nicht. Aber selbst wenn es authentisch ist: Ich lasse mich nicht verführen in das Bild etwas hineinzuinterpretieren, was ich dort nicht sehen kann.
    Vom Bildaufbau sind Frau und Turm "Gegenparts", die das Bild balancieren. Himmel und Steine bilden den Hintergrund.

    - Wie verstehe ich das Bild?
    Der Titel will mich vielleicht verführen, im Bild mehr zu sehen als da ist. Ich verstehe ihn aber anders: Das Bild zeigt mir nicht eine Welt, sondern 3 Welten, die irgendwie miteinander vermangelt wurden, mit Hilfsmitteln der digitalen Bildmanipulation.

    - Welche Aspekte sprechen mich besonders an?
    Ich spüre, wie leicht ich manipuliert werden könnte - das Bild strotzt vor Symbolen, die ich mit Werten belegt habe. Daher muss ich aufmerksam bleiben: Sehe ich das oder träume ich das?
    • tanu676 6. Januar 2022, 19:40

      genau hinsehen lohnt sich bestimmt besonders wenn es um Profit und Geld geht
    • Clara Hase 6. Januar 2022, 19:59

      fotobücher - ich gebe dir in vollem Umfang Recht. Der Titel ist wie ein Türdrücker, der meine Gedankenwelt in Bewegung setzte. Diese Gegensätze-dazu die Trostlosigkeit der Steinmauer.
      es ist eine Leerfläche - ziemlich gross. Jeder wird sie mit anderen Inhalten füllen um das Foto zu interpretieren. In der echten Welt könnte es sich lebendiger gestalten, wenn man aufeinanderträfe. Aber ich als Evangele spreche nie über meinen Glauben, da hakt es schon
    • tanu676 6. Januar 2022, 20:09

      und ich dachte es geht hier um das Foto nicht um den Titel
    • wittebuxe 6. Januar 2022, 20:25

      Stimmt, der Titel schubst schon in eine vorgegebene Denkrichtung, ein Sidekick sozusagen, dem man aber nicht zwangsläufig folgen muss.

      Ein Baggerführer würde sich vermutlich Gedanken um die Größe seines Baggers, dessen Schaufel und seinen Stundenzettel machen, während der Kieshändler darüber nachdenkt, wie er das ganze Zeug bloß auf seinen Hof kriegt ;-)
  • DüsseldorfWanderer 5. Januar 2022, 20:39

    Was sehe ich?

    Eine Dame, die für mich wie eine Figur wirkt, und nicht wie eine echte Person. Gerade das Kleid wirkt "unecht". Dadurch frage ich mich als Betrachter aktiv: Was soll mir hier gesagt werden?

    - Was löst das Bild in mir aus?
    Etwas Ratlosigkeit.  Extrem viel grau aufgrund der Steine .... alles sehr monotom. 

    - Wie verstehe ich das Bild?

    Aufgrund des Titels erwarte ich hier einen Gesensatz. Also warum ist "Eine Welt" hier in Frage gestellt? Das finde ich leider nicht wirklich wieder. 

    - Welche Aspekte im Bild sprechen mich besonders an?

    Die Frage ob es sich im Vordergrund um eine Person oder um eine drapierte Figur handelt treibt mich um .... das finde ich auch spannend, weil ich hier sehr genau hinschaue. Und abschliessend kann ich es nicht einmal beurteilen .... 

    Am Ende holt mich das Bild nicht ab .... zuviel freie Fläche zwischen den angesprochenen Gegensätzen. Und ohne Titel wäre ich noch verlorener .... das Bild als solches entlockt mir technisches Chapeau .... schöner Schärfeverlauf, die Steine steigen schön an .... davon abgesehen löst es leider nichts aus
  • HF25 5. Januar 2022, 20:04

    @bernadette:
    ... zu schoen, deine geschichte; ueberdies sehr wirklichkeitsfern.
    in meiner sicht musste die frau uebereilt aus ihrer heimat fliehen, um ihr leben zu retten. auf dem langen fluchtweg und auch noch am ziel in der unbekannten fremde angekommen wurden auf sie zeichenhaft ausgedrueckt viele steine geworfen; wegen ihrer fremdlaendigkeit, wegen ihres aussehens, wegen ihrer sprache. die frage des fotografen beantwortet die frau aufgrund dieser erfahrungen sehr deutlich mit nein.
    sie sieht an dieser stelle in den vielen steinen des huegels wehmuetig auch alle die, die auf sie selbst geworfen wurden. leider auch von vielen menschen, die einer der christlichen kirchen angehoeren.
    die frau wuenscht sich daher an dieser stelle mit der kirche, den steinen und ihren schlimmen erfahrungen im ruecken fuer die zukunft in dieser fremde, dass sie all das endlich hinter sich lassen und vergessen kann.
    sie lenkt ihre gedanken und ihren blick aber aufgrund ihrer erfahrungen auch schon wieder sehnsuchtsvoll in die heimat zurueck. vielleicht haben sich die lebensbedingungen dort fuer sie schon gebessert und sie kann dort inzwischen wieder gefahrlos leben?    lg horst
    • Bernadette O. 5. Januar 2022, 22:40

      Meine Geschichte ist einfach eine Geschichte, die zeigt, dass das Bild Assoziationen in mir zu wecken vermag. Sie kann ein Märchen sein, was bedeutet schon Wirklichkeit ...?
      Du schreibst eine ganz andere Geschichte zum Bild. Das finde ich gut. Auch in dir hat das Bild offenbar etwas ausgelöst. Also steckt doch ein gewisses Potential darin, zu erzählen. Möglicherweise spielen die vielen Steine darin eine wichtigere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint ...
    • Wolf Schroedax 7. Januar 2022, 9:49

      Die Dramatik, die Du (HF25) schilderst, ist im Bild nicht dargestellt. Vermute, dass hier die Schlüssel des Surrealismus passen könnten. Insofern liegt hier eine Art Ästhetizismus vor..    "Let it be ...."      lgw
  • Bernadette O. 4. Januar 2022, 19:00

    Mir fällt zu diesem Foto schon eine Geschichte ein, aber dann muss ich den Titel ganz weglassen. Für die ganz freie Assoziation ist mir sogar der Titel im Weg.

    Ich sehe da die Elemente Himmel, Kirchturm, Steine und Frau mit faltigem Kleid. In meiner Fantasie wird die Frau eine Statue, die irgendwo in der Kirche stand. Eine Heiligenfigur mit Bezug zum Himmel. Sie hat sich eines Tages aufgemacht, hat die steinerne Umgebung des Kirchenschiffs verlassen, um sich die Welt anzuschauen. Zu ihrem Erstaunen ist auch hier alles versteinert, nichts als Steine rundherum. Nun schaut sie in die Ferne, es ist ein Sehnsuchtsblick, eine Hoffnung darin, dass sie doch einmal noch etwas anderes als Stein sehen und erleben möchte. Vielleicht hat sie ja bereits das Meer im Blick, die helle Sonne blendet sie ...

    Nun, manchmal geht natürlich die Fantasie mit mir durch. Aber immerhin inspiriert mich das Bild, das ja auf den ersten Blick tatsächlich sehr nüchtern und spröde daherkommt.
    • tanu676 5. Januar 2022, 18:44

      Bernadette genau so kann es gewesen sein
      in etwa so habe ich mir das auch vorgestellt 
      natürlich kommen mir noch viele andere Versionen in den Sinn aber deine finde ich sehr schön
    • Clara Hase 7. Januar 2022, 10:25

      Braucht denn eine Heilige, eine verehrte Person Sehnsuchtsblicke? Und die steinige Umgebung - wäre es einer Heiligen nicht ein Leichtes diese aufzuweichen, zu wärmen?
      Nach unserem westlichen Wissen ist dieser Art Frau - nicht Heilige doch eher ein Verschlusssache der eigenen vier Wände. Etwas was niemand so genau zu sehen bekommen soll. Herrscherin im Innenbereich sehr wohl. damit bin ich weg vom Foto, aber alles wovon man so Kenntnis hat, was teils auf der Welt in Bewegung ist, aber noch keine Mauern einreisst, ist nur Kopfsache -nicht dargestellt im Foto
    • Bernadette O. 7. Januar 2022, 11:07

      Meine Geschichte lässt erahnen, dass ich Heilige eher als ganz gewöhnliche Menschen betrachte. Von andern Menschen erhöht ...
      Gerade darum habe ich einer Heiligen einen solchen Ausbruch angedichtet, und den Sehnsuchtsblick auch ...
    • Clara Hase 7. Januar 2022, 12:24

      Bernadette wir dichten hier alle dem Foto und seinem Inhalt etwas an. Die Art wie sie steht scheint mir mit dem vorgestellten Fuss sehr selbstbewusst.
  • tanu676 4. Januar 2022, 17:28

    ich finde es ein sehr gutes Foto kann man lange anschauen und kommt immer wieder auf neue Gedanken
  • framebyframe 4. Januar 2022, 11:10

    Welch ein Bilderrätsel ! Eine biblische Gestalt markiert als Statue die rechte untere Ecke eines Bildes, das viel mit runden Steinen den Betrachter sich schwer tun lässt. Eine steinerne Bühne an einem Flußufer ? Wo schaut sie hin? Bei so vielen Steinen möchte man sicher nach etwas anderem Ausschau halten. Dabei wäre es schon hilfreich gewesen, wenn sie sich einfach umgedreht hätte. Dort befindet sich vor drohender Wolkenkulisse ein spitzer Kirchturm. Links oben der Kirchturm und rechts unten die Statue, diese noch dazu mit der linken Hand als Schutz vor dem Sonnenlicht vor den Augen. Zwei Pole bilden also dieses Bild. Ist es montiert? Entweder beide Elemente, eins, oder so gestellt mit der Figur?
    Man kann sich gewiß einen Spaß daraus machen, ein wenig surreal am steinigen Ufer rumzustehen. Die Welt offeriert hier ein Weltbild, dass man entweder einen steinigen Weg gehen muss oder das Weite sucht. Oder man will garnicht mehr hingucken.
  • Gerhard Körsgen 3. Januar 2022, 3:31

    Also ich würde die "Figur" für eine lebendige Person halten. Sollte es anders sein fände ich sie sehr lebensecht gemacht. Das scheint mir richtiger Stoff zu sein...die sind doch sonst eher aus Voll-Plastik. Sollte ich mich irren ein Chapeau an den Konstrukteur/Designer.
    Dass sie die Hand vor Augen hält passt auch gut zum Sonnenstand...wobei das auch clever abgepasst sein könnte im Falle meines Irrtums ;-)
    Die Frage "Eine Welt ?" finde ich jetzt nicht so spannend.
    Ja klar, eine Welt, würde ich sagen.
    Wir kennen ja bisher nur diese eine.
    Dass sie so verschieden sein kann lässt uns glauben dass es verschiedene gäbe, es ist aber für alle die gleiche, auch wenn sie sich individuell ganz anders darstellt und anfühlt.
    Aus der im zu sehenden Foto dargestellten Gegensätzlichkeit lassen sich gleich mehrere Themen generieren, insbesondere aber Religion und Gesellschaft.
    Dabei wird es aber eher ein Zufall gewesen sein der zu der Aufnahme führte, nehme ich an. Also nicht ein Thema gesetzt und dazu dann fotografiert.
    Vom Schnitt her hätte ich für einen Ticken mehr Vordergrund gerne etwas Himmel geopfert, auch wenn die hübschen Wolken dann weniger Gewicht hätten.
    Color finde ich gut da das Gewand sich so besser vom steinigen, in sich grauen Hintergrund absetzt als es in sw gewesen wäre.
    Hochkant ist richtig weil darauf der Gegensatz-Bezug aufbaut.
    Mich persönlich überzeugt diese Gegensatz-Konstruktion allerdings nicht so recht. Wäre es mein Bild gewesen hätte ich mich vermutlich eher auf die völlige Einbettung der Person (oder Figur...) in die Steinlandschaft konzentriert und den Kirchturm nicht in die Komposition integriert. Es wäre dann aber natürlich ein ganz anderes Foto geworden.
    Ist aber auf jeden Fall interessant zu besprechen weil es darauf angelegt ist gleich mehrere mögliche Betrachtungsansätze zu liefern, ein gelungener Beitrag.
  • Matthias von Schramm 3. Januar 2022, 1:32

    Ich wäre beim ersten Betrachten nie auf die Idee gekommen, hier stünde eine Moslima und ein echter Mensch. Wenn doch, dann ergäbe politisch gesehen natürlich die Frage Eine Welt? einen Sinn. Das sehe ich ein. Dann spielt der Pfad nach der Frage ob man von einer Welt oder dritten Welt, Halb Unter und sonst welche Welt, natürlich keine Rolle mehr. Dennoch gibt und gab es nie eine dritte Welt, nur so nebenbei - es wurde ja auch bereits erläutert warum. Die wirkliche Problematik ist, dass sowohl die verschieden Gläubigen und die Ungläubigen sich mit allen anderen diesen Planeten teilen müssen. Der grundsätzliche Antrieb, dies möge irgendwie funktionieren, kann ja so verkehrt nicht sein. Hätten wir für jede Gruppe einen eigenen Planeten zur Verfügung, um den er sich zu kümmern habe, wäre es vermutlich einfacher. Wäre man jedoch der Ansicht, die Erde sei eine Scheibe, dann ist die Vorstellung vermutlich nach organischer Veränderung schwierig. Dann müsste man davon ausgehen, dass neben der dritten Welt auch noch vier Besatzungszonen und zwei Deutschland bestünden. Was vielleicht und nur ganz evtl. auch nicht unbedingt dem letzten Stand der Dinge entspräche.
  • HF25 2. Januar 2022, 22:16

    das foto lebt von vermeintlichen und tatsaechlichen gegensaetzen. von inhaltlichen und sichtbaren; weniger von farblichen. als fotografisch gelungen faellt die inhaltliche diagonale von gotischer kirchturmspitze und in tuechern eingehuellter frau auf.
    die frage des fotografen wird von den betrachtern unterschiedlich beantwortet werden. abhaengig davon, wie sie „welt“ verstehen und aus welcher sicht sie antworten. aus urspruenglich christlich-biblischer sicht, darueber hinaus auch aus mystischer sicht anderer kulturen ist sie zu bejahen. aus fundamentalistisch-religioeser bzw. -politischer sicht prallen hier welten aufeinander.
    zusammengefasst: ja, stimmt so, wie der fotograf es schreibt und zeigt. daher das beabsichtigte erreicht und ins bild gebracht; alles gut :-)     lg horst
  • Clara Hase 2. Januar 2022, 17:45

    kurz und knapp fällt mir dazu ein: eine Welt in Bewegung und zwei Welten - Christlich und Muslimisch. Zweite hält sich bedeckt, steht aber da wie in einer Performance.
    Der Hintergrund der Bewegungswellen ist fast mausgrau - wie auch die Bande zwischen den Glaubensrichtungen eher nicht vorhanden bzw. sichtbar sind.
    Wolken türmen sich über den christlichen Kirchturm - Teil eines Gotteshauses, welches auch um der Überleben bangt. Dabei haben die so feine Räumlichkeiten wie GEMEINDEhäuser in denen Menschen sich austauschen könnten - über weltliches.
    (Vorsicht: Meinung: Zudem sind die Kirchen von einer Architektur, die ihresgleichen sucht - voller Handwerk, Schmückendes und Erklärbildern. Da darf nicht einfach ein Anwalt einziehen oder ein Künstler, es sei denn er macht Musik

    Noch, die vordskutierer lesend:
    wir können noch nicht von der Erde verschwinden - insofern leben wir in einer Welt, auf einer einzigen Welt, Jeder für sich lebt wie es ihm behagt, so man ihn lässt oder es Gebot ist. Ja, diese Dehnbaren Begriffe - die Inhalte sind so unterschiedlich wie der Duft der Füsse.
    Wir tauschen aus und um - und nehmen oder geben- nicht für jeden zum Vorteil - und darum heisst es auch eine Welt - damit wir an den anderen denken in unserem Tun. Avodaco sind lecker, sind gesund. Was aber bedeutet es für das Land in dem sie wachsen? Ja auch gesund und lecker und weiter?