DORFSCHMIEDE

Der Schmied gehört zu den wichtigsten Handwerkern auf dem Land.Zu allererst mussten die Zugtiere mit Hufen beschlagen werden wenn sie nicht nur über den Acker sondern auch über gepflasterte Straßen laufen sollten. Besonders in Gebirgslandschaften mit steilen Straßen und Glatteis im Winter waren Hufeisen unverzichtbar. Daneben fertigte der Schmied aber auch viele Teile des Ackergerätes. Ohne diese Geräte wäre die Landwirtschaft kaum möglich gewesen und eine entsprechend hohe Bedeutung hatte der Schmied.
Mit der Industrialisierung steigerte sich seine Bedeutung sogar noch, weil nun an den industriell hergestellten Pflügen und Eggen viele Teile aus Stahl gefertigt waren, die bis dahin noch aus Holz bestanden hatten. Der Schmied aus dem Dorf musste jetzt diese Industrieprodukte reparieren.
Seine besondere Funktion brachte den Schmied auch mit vielen anderen Handwerkern zusammen. So war der Schmied unmittelbar daran beteligt wenn der Stellmacher ein Wagenrad aus Holz fertigstellte. Denn der Ring aus Holzstücken, die das Rad bilden, wird von einem Eisenreifen zusammengehalten. Dieser Ring muss heiß auf das Rad aufgesetzt werden und dann sofort abgekühlt werden. Dann zieht er sich zusammen und presst die Holzteile zusammen.
Zu den Aufgaben des Dorfschmiedes gehörte vor allem das Beschlagen der Zugtiere mit Hufeisen. Das waren keineswegs nur Pferde. Gerade in ärmeren Gegenden der Mittelgebirge überwogen Zugochsen, und sogar Milchkühe wurden vor den Pflug gespannt. Für Rinder gab es daher besondere Formen von Hufeisen. Um zumindest die Pferde beim Beschlagen zuverlässig ruhig halten zu können, wurden sie in einem Holzgestell festgebunden, dem Notstall.Die Bauern gingen mit ihren Tieren über Jahrhunderte recht emotionslos aber pfleglich um, denn die Tiere waren oft ihr größter Besitz. Ein Rind zog eben nicht allein den Wagen, sondern auh den Pflug, und sein Mist war kostbarer Dünger. Dass nun jedes zweite Kälbchen einer Kuh selber weiblich war und später Milch geben würde, war daher zu verschmerzen. Auch viele männliche Kälber fütterte man durch weil man ihre Zugkraft brauchte.
SCHMIEDE AUS BORNICH

( QUELLE : KOMMERN LVR-FREILICHTMUSEUM )

Kommentare 35

  • whl 13. August 2019, 13:57

    Schön dass man sowas der Nachwelt überliefert. Der Text belegt wie wichtig z.B. ein Dorfschmied war. LG Werner whl
  • Gerhard Matzke 12. August 2019, 11:50

    Sehr schön abgelichtet und gezeigt von Dir
    auch die Info da zu ist lesenswert 
    LG Gerhard
  • Jochen Ostrominski 12. August 2019, 6:35

    So ein Museumsbesuch ist immer spannend. Gerade hier im Freilichtmuseum. Die kleine Schmiede gehört für mich zu den interessantesten Bauten dort. Schön hast Du das Gebäude fotografiert und in der Info auführlich erklärt.
    LG Jochen
  • Nordeifeler 11. August 2019, 19:04

    Wir waren auch,hat uns gut gefallen,war schon etwas anstrengend für..
    Schön hast du die Dorfschmiede abgelichtet und dabei noch eine ausfürliche
    Beschreibung..Gut gemacht Franz..
    Schöne Woche Kai
  • Paulibär14 11. August 2019, 16:16

    Feines Fachwerk in einer schönen Umgebung und Einstellung.
    LG Georg
  • A. Lötscher -Bergjäger- 11. August 2019, 13:13

    Wunderschön idyllisch!
    LG Andy
  • UteB 10. August 2019, 22:13

    Schön, dass man sie erhalten hat. Eine tolle Doku in Wort und Bild, das mir durch die schöne Bildaufteilung besonders gut gefällt.
    Liebe Grüße Ute
  • Koelsche 10. August 2019, 15:10

    Die Schmiede besteht also aus mehrereni Teilen, neben der Schmiede gab es auch einen Notstall.Interessant, so ein Museumsbesuch! Du hast alles Wissenswerte im Text zusammengefaßt, so daß man sich das gut vorstellen kann.Dein Foto selbst ist damit sehr gut erläutert und gefällt mir im Schnitt und in der Bearbeitung sehr!
    LG und ein schönes WE!
    Irene
  • rehiba 10. August 2019, 12:00

    Eine wunderschöne Dokumentation über dieses, seit der Bronzezeit praktiziertes Handwerk. Ein tolles Zeitdokument mit einem schönen Foto und interessantem Text.
    Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende, Remo.
  • W.H. Baumann 9. August 2019, 18:21

    Viel Raum zum Arbeiten hatte der Schmied darin nicht, aber er wird wohl ausreichend für für ihn und seine Tätigkeit gewesen sein. Eine klasse Aufnahme aus dem Freilichtmuseum.
    VG Werner
  • DidiHo 9. August 2019, 18:03

    Sehr interessante Dokumentation mit dem passenden Foto, gut gemacht.
    Gruß Dieter
  • Hubert. B 9. August 2019, 9:14

    So hat man früher geschafft und heute schon sehr viel davon vergessen,sehr interessant.
    LG Hubert
  • nur Soh 9. August 2019, 7:59

    Super Aufnahme aus der guten alten Zeit Die man hier im FLM Kommern erleben kann 
    LG Helle
  • Küster Petra 9. August 2019, 7:04

    Wo findet man heute noch einen Schmied? Das war noch Handwerk. Danke fürs Zeigen. LG Petra
  • Torsten TBüttner 9. August 2019, 7:01

    eine interessante Doku über früheres Leben auf dem Land