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Die Brooklyn Bridge bei Nacht

Die Brooklyn Bridge bei Nacht

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Peter Punzel


Basic Mitglied, Berlin

Die Brooklyn Bridge bei Nacht

Die Fundamente für die beiden Pfeiler der Brücke wurden im damals neuartigen Verfahren der Caissongründung hergestellt. (Ein Caisson ist ein unten offener Senkkasten, der für Unterwasserarbeiten eingesetzt wird.)
Dieser unten offene Caisson, der aus Holz bestand, wurde von oben beschwert und so im Wasser abgesenkt. Anschließend wurde durch einen Überdruck das Wasser aus diesem Hohlkasten verdrängt, damit er von den Arbeitern betreten werden konnte. Zentimeter für Zentimeter wurde dann ausgeschachtet, wodurch der Caisson ganz allmählich immer tiefer absank.
Die Arbeitsbedingungen in einem solchen Caisson waren unmenschlich und auch äußerst gefährlich, wie Wissenschaftler aber erst später erkannten. Viele Menschen, die dort unten arbeiten mussten, hatten Beschwerden wie Atemnot, Bewusstlosigkeit, Lähmungen, geplatzte Trommelfelle oder sogar Blutungen aus der Nase und aus dem Mund.

Als auch Washington Roebling in den Caisson stieg, um den Fortschritt der Bauarbeiten persönlich zu überwachen, erlitt er schwere gesundheitlichen Schäden. Den Rest seines Lebens musste er von diesem Tag an im Rollstuhl verbringen, da er teilweise gelähmt war. Auch seine Sehkraft verschlechterte sich immer mehr.
Erst viel später erkannten die Wissenschafter den Grund, der für diese Auswirkungen verantwortlich war: mangelnder Druckausgleich beim Verlassen des Überdruckbereichs im Caisson. Man nennt diese Erkrankung heute Caissonkrankheit oder auch Taucherkrankheit.


Weitere 20 Arbeiter ließen beim Bau der Brücke ihr Leben. Doch Washington Roebling gab nicht auf, er wollte den Traum seines Vaters unbedingt verwirklichen. Er nahm sich ein Hotelzimmer, von dem aus er mit einem Fernrohr die Bauarbeiten überwachen konnte, und ernannte seine Frau Emily zur stellvertretenden Ingenieurin. Und die nächsten elf Jahre bis zum Ende der Bauarbeiten an der Brooklyn Bridge hat sie die Anweisungen ihres Mannes zuverlässig an die Ingenieure überbracht.
Die Einweihung der Brooklyn Bridge fand am 24. Mai 1883 statt. Die Brücke wurde von dem amerikanischen Präsidenten Chester A. Arthur für den Verkehr freigegeben. Emily Roebling durfte mit einer Gruppe von Ehrengästen als erste die Brücke überqueren.

Das heißt, eigentlich war sie doch nicht die erste Passantin der Brücke. Denn da wohl niemand so richtig an die Belastbarkeit der neuen Brücke glaubte, wurde zuerst der Zirkus Barnum mit etlichen Elefanten über die Brücke geschickt. Nach diesem „Mammut-Test“ war die Brücke eine absolute Sensation und wurde teilweise sogar als das 8. Weltwunder bestaunt. Sowohl aus technischer Sicht als auch architektonisch gesehen setzte sie völlig neue Maßstäbe.

Kommentare 5

  • 73-Photography 21. November 2009, 23:41

    Ein Ort zum verweilen - und in tolles Photo, super Peter!
    lg Tobi
  • Maier Ute 19. November 2009, 18:51

    ufff......viel zu lesen, aber hoch interessant !
    Ich frage mich, wer DIE Stromrechnung zahlt !
    LG Ute
  • Jörg Klüber 18. November 2009, 22:42

    Der big apple hat sicher seinen Reiz, aber good old Europe hat Besseres zu bieten! :-)))

    Trotzdem ein starkes Bild und eine klasse Beschreibung!
    LG Jörg
  • Klaus Kieslich 18. November 2009, 22:02

    Eine super Nachtaufnahme mit sehr interessanter Hintergrundinfo
    Gruß Klaus
  • Kekstin 18. November 2009, 21:31

    Tolle Aufnahme. Ich war da und bin immer wieder fasziniert wenn ich Bilder von der Guten sehe. Daumen hoch.