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Diagnose

http://www.fotocommunity.de/blog/agora-bilddiskussion-intensiv

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Hier werden destruktive und/oder verletzende Anmerkungen gelöscht. Wir bitten darum, die Diskussion aufs Bild zu fokussieren und persönliche Streitigkeiten genauso wie irgendwelche Vermutungen über den Bildautor, aus der Diskussion herauszulassen.

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Kommentare 21

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 10. Mai 2019, 15:06

    Der Fotograf Gerhard Körsgen schreibt:"Liebe fc-user die ihr euch aktiv an der Diskussion dieses meines agora-Fotos beteiligt habt, ich danke euch. Mir war klar dass dieses Foto ambivalent rezipiert werden würde, allein wegen der Grundthematik die emotional beladen ist. Insofern war mein Eingangs-Statement mit angehängter Frage rein rhetorisch zu verstehen. Anhand der Reaktionen die gezeigt wurden bin ich zufrieden ein Foto eingestellt zu haben welches berührt, sowohl negativ wie positiv, je nach persönlichem Standpunkt. Bei meinem Besuch dieses Krankenhauses ging es nicht um mich sondern um eine Person die ich dorthin begleitete zu einem Untersuchungstermin. Da man bei solchen Angelegenheiten mitunter sehr viel "Freizeit" mit Warten verbringen kann entschloss ich mich eine Kamera mitzunehmen um - sofern möglich - ein paar Aufnahmen zu machen. Vor Ort machte ich offen ersichtlich für jedermann ein paar Detailaufnahmen, was niemanden störte, war aber mit dem Ergebnis unzufrieden. Mir begegnete aber ein Arzt der angab auch gerne zu fotografieren und der interessiert an dem war was ich da geknipst hatte. Bereitwillig zeigte ich ihm meine Bilder (es waren nicht viele). Er fand sie nicht schlecht, meinte aber auch "viel Klischée, nicht wahr ?". Er hatte vollkommen Recht. Die hier zu sehende Aufnahme zeigt u.a. diesen Arzt. Die Aufnahme ist ungestellt. Es ergab sich die Möglichkeit auch diese Aufnahme dem Herrn zu zeigen. DIE fand er gut.  Ich auch. Dies nur erläuternd für einige user deren Sorge es ist ob hier Persönlichkeitsrechte verletzt wurden. Hier kommentiere ich jetzt die Kommentare... 
    @Ries van Olderen: Auch mein Empfinden. 

    @Sag mal Micha: Dein empathischer Kommentar gibt mir gefühlsmäßig Recht. 

    @kmh: Auch dein Kommentar gefällt mir, insbesondere in Bezug zu Lucius'
    Kommentar darüber. Ein schönes Beispiel wie unterschiedlich man visuelles auffassen kann. 

    @Lucius Sombre: Ein Sonderdank und Extralob gebührt "wie immer" deinem Kommentar. Besser hätte man Intention und Aussage des Fotos nicht in Worte fassen können.  

    @FrauKeZwo: Ging mir genauso.  

    @mia taugts: Ich hoffe meine Erklärung konnte deine Zweifel ausräumen. Schade dass Du dich nicht eingehender mit dem Foto befasst hast. 

    @Maringe: Viele hochspannende Gedanken und Assoziationen in deinem Kommentar, dadurch bekam ich eine "Zusatzsicht" auf mein eigenes Foto, großer Dank ! 

    @Ester Greiner: Grundsätzlich ähnlich wie bei Sag mal Micha. Nur in einem irrst Du: es ist keine sw-Aufnahme sondern eine in color. Ich bilde mir ein dass dieses subtile Détail zur Stimmung beiträgt da es eher unterschwellig wirkt wegen der natürlichen Farbarmut vor Ort. Wenn Du dir das Foto in sw konvertierst und vergleichst wirst Du feststellen dass insbesondere der Boden im Zimmer einen minimalen Gelb/Grün-Stich hat und bei genauerem Hinsehen entdeckst Du einen gelben Zipfel einer Mülltüte im Papierkorb beim Arzt. Und die Haut des Arztes ist nicht grau sondern natürlich hautfarben. Sozusagen "natural color key" ;-) Und die kleinen roten Flächen der Lichtschalter...das alles ist durchaus sichtbar. 

    @HF 25: Im ersten Absatz gehst Du auf das generelle "Problem" der Neutralität von Fotos ein, diese Gedanken gehe ich mit. Im zweiten Absatz ziehst Du aber eine schlichtweg falsche Schlussfolgerung. Der Arzt schreibt gerade seine Diagnose. Das macht er ablaufgemäß natürlich NACH der Diagnosearbeit und NACH dem Patientengespräch. Der Bildtitel ist daher sachlich zutreffend. Weil: In diesem Moment = Diagnose (aufschreibend). Dritter Absatz: Intention gut erkannt und deine Ausführungen zeigen mir dass "es wirkt", meine eigentliche Hauptfrage. Ansonsten wie bei mia taugts (Bedenken nun hoffentlich ausgeräumt) nur dass Du dich trotz evtl. vorhandener Zweifel dennoch und fein ausführlich mit dem Foto befasst hast was ich lobe und danke. 

    @elstp: "Ähnlich wie Mariange" möchte ich schreiben, aber dabei die individuelle Andersartigkeit deines Kommentars erwähnen und loben, v.a. "das mit dem Maler und der weissen Leinwand" hat mir gefallen. Hab' Dank für die bereichenden Worte. @wittebuxe: Auch deinen Kommentar fand ich interessant und lesenswert. Lediglich gegen Ende dessen überkommen mich aber Zweifel ob nicht auch Du das Foto als schwarzweisses wahrgenommen hast (wie Ester).  "(Mag sein, dass der Boden grün ist und die Wände pink - dann nehme ich das zurück. Aber: Ich weiß es nunmal nicht besser)" - auf solche Gedanke kann man doch nur kommen wenn man das Foto als sw ansieht, oder..? Wenn ja dann lies dir vielleicht zusätzlich noch durch was ich Ester schrieb. Beste Grüße. 

    @Wolf Schroedax: So wie Du es beschreibst war es zwar nicht ganz, hätte aber so sein können ;-) Da bin ich auch erfreut dass mein Foto DAS in dir ausgelöst hat. 

    @twelve_pictures: Ich muss zugeben, dieses Foto war auch ein wenig ein "Falle stellen" für genau die Leute die "handwerkliche Kompetenz" lediglich an Makellosigkeit, Verzeichnungsfreiheit und Rauscharmut festmachen. Die Aufnahme wurde BEWUSST mit ISO 3200 gemacht eben WEIL sie dann rauscht UND die Farbsättigung geringer ist (was angestrebt war und Du ja auch gelobt hast). Alles im Sinne der Neutralität (möglichst wenig nachträglich bearbeiten, out of the box). Die zu sehende tonnenförmige Verzeichnung hätte ich in der Nachbearbeitung leicht herausrechnen können - dafür habe ich längst einige Presets für die unterschiedlich starken Verzeichnungen der EX1 entwickelt, je nach Brennweite des Zooms - habe ich aber auch BEWUSST nicht um eben etwas fein "unperfektes" anzubieten. Speziell für die agora. Wenn Du dir die anderen Fotos meines Portfolios anschaust wirst Du feststellen das ich ansonsten "korrekt" arbeite. Ich bitte vielmals um Entschuldigung für das Strapazieren deines Harmonieempfindens. Bitte nicht böse sein. Desweiteren gefiel mir einfach die "krumme Tür" als eine Art "human factor" im Bild - da hatte ich nämlich schon bei der Aufnahme das gleiche Gefühl welches Matthias von Schramm später beim Betrachten derer hatte. Beste Grüße. @Anders Varnaemen: Das bildsprachliche finde ich von dir gelungen interpretiert. Den Kommentar von mia taugts werte ich persönlich eher als Ausdruck des Zeitgeistes in einer momentan bei uns relativ friedlichen Welt. "Wir leben eben in hysterischen Zeiten in denen eine Kultur des "sich Empörens" gepflegt wird. Vorgestern noch die Flüchtlinge war es gestern der Brexit, sind es heute die Mieten und könnte es morgen der nächste terroristische Anschlag sein der die Leute ängstigt sich vor die Tür zu trauen. Im Prinzip ist es da noch vergleichsweise "kuschelig" sich über das vermeintliche Ignorieren des Persönlichkeitsrechts anderer durch Fotografie zu echauffieren. Wenn es sonst keine "echten" Probleme gibt ist das doch schön . Nur: Irgend etwas muss es halt immer geben worüber man sich aufregen kann, ansonsten wäre das Leben doch fade". Sorry, das war jetzt etwas sarkastisch und polemisch, aber mitunter kommt es einem so vor als wäre es so wie ich es jetzt etwas überzeichnet habe. @Matthias von Schramm: Mir hat sehr gefallen dass Du die -extra - "unperfekt krumm" gezeigte Tür eben nicht verdammt sondern als Glücksfall (der sie ist, der die ansonstige grafische Strenge aufhebt und konterkariert) auffasst. Hier hat es so einige tolle Kommentare gegeben die mich alle glücklich machen, neben denen von Lucius Sombre, Maringe und elstp zähle ich deinen dazu. Hab' Dank und herzliche Grüße. 

    @barbara klein: Dir gefällt mein Foto - mir gefällt dein Kommentar ;-) @felixfoto01: Wie stets bei deinen Bildkommentaren besticht deine analytische Präzision die dennoch deine Gefühle und das "was das Foto mit dir macht" mit einschließt. Das Bild selbst ist ungestellt und wurde im Sitzen mit einer Kamera mit Display "geradeaus" gemacht, ähnlich der Haltung der Leute die mit Handy fotografieren. Die Tür war auf weil der Arzt wohl ursprünglich vor hatte nur kurz eine Notiz zu machen, auf seinem Monitor aber dann doch schon Daten waren die eine etwas längere Verweildauer am Platz herbeiführten. So bekam ich Gelegenheit zum Foto. Er stand halt nicht auf um die Tür zwischendurch zu schließen. Ich hatte schon da gesessen bevor er kam.  

    @see ...saw ...seen: Ja, ich habe auch Freude an felix' Anmerkung. Die Bildgestaltung ergab sich intuitiv vor Ort, für mich ist es quasi ein "indoor street" bei dem ich ausnahmsweise mal ein paar Sekunden Zeit hatte für die Bildkomposition, normalerweise muss das schneller gehen ;-) Mir gefällt dahingehend auch der Begriff des "Trichters" den elstp wiederum formuliert hat, so empfinde ich das auch. Mein Bestreben war allen halbwegs gerecht zu werden mit meinen Antworten und Erklärungen. Mir hat das Ganze Spaß gemacht. Ich hoffe euch auch ! Beste Grüße."
  • see ...saw... seen 9. Mai 2019, 10:13

    Ich empfinde die Gestaltung des Bildes als sehr geschickt überlegt. Dem Betrachter werden auf einem deutlich überwiegenden Teil des Bildes fahlgraue Flächen in sehr nüchternen Formen präsentiert und zudem stößt er quasi mit der Stirn gegen den Türrahmen. Meiner Ansicht nach ist es der nüchternen und präzisen Gestaltung des Bildes, so wie  felixfoto01  sie beschrieben hat, zu verdanken, dass es dennoch oder gerade deshalb so hervorragend gelingt, das Interesse auf den kleinsten Teil des Bildes zu lenken, nämlich was hinter der halb geöffneten Tür zu sehen ist. Und wie an den vorigen Kommentaren zu erkennen ist, vermag das Bild offenbar unwillkürlich eine Vielzahl von Phantasien und Emotionen auszulösen.
    Auch die schimmernden Nuancen der verschiedenen Grautöne empfinde ich als spannend und bildunterstützend.
    Das Bild gefällt mir sehr gut.
  • felixfoto01 8. Mai 2019, 23:16

    Unbunt. Das war mein erster Gedanke, als ich das Bild sah. Die Nüchternheit der Linien, die klinische Neutralität, die wie in einem Bild von Lewis Baltz die Eingriffe in die Natur durch den Menschen anprangert, hier die Un-Emotionalität in einem Krankenhaus zum Thema macht. Dabei ist das Bild streng komponiert. Die Trennlinie der Wand setzt sich in der Tischplatte fort. Der Winkel der geöffneten Tür im Verhältnis zum TürRahmen und zur Wand und seine Position im Bild an sich. Die Frisur des Arztes sieht, für mich, aufgesetzt aus. Die Position plausibel und auf Dauer unbequem und ich frage mich, was da schriftlich notiert wird, sind denn in diesem Krankenhaus nicht bereits alle Akten digitalisiert? Gibt es hier noch einen Medienbruch zwischen der digitalen Röntenaufnahme und der analogen, gewohnt unlesbaren Handschrift eines Arztes, oder Krankenpflegers, der Daten oder Anweisungen überträgt?
    Warum steht diese Tür offen, warum konnte dieses Bild so scheinbar perfekt komponiert werden? Hier wurde nicht mit einem Sucher gearbeitet, sondern mit Bildschirm und ausgestreckten Armen, oder verschmitzt aus der Hüfte mit schrägem Blick auf das Display. - Und hier kommen meine Fragen an die Glaubwürdigkeit dieses Bilds. Ja, es illustriert etwas. Ist es authentisch? Arbeitet der/die FotografIn an diesem Ort, dass so ein Bild gemacht werden kann? Wo ist die Befürchtung der Entdeckung und Konsequenz? Ist die Person am Tisch möglicherweise eingeweiht und alles stellt lediglich eine Situation dar?
    Dieses Bild macht etwas mit mir, es versetzt mich in eine Stimmung und ist von daher erfolgreich. Ich fühle mich an diesen Ort versetzt. Sonst, wenn ich selbst dort saß, war die Tür allerdings geschlossen, und wenn ich eintreten durfte, hatte ich ein Stück des Wegs zu gehen. Manchmal konnte ich ähnliche Situationen sehen, wenn die letzten Notizen zum vorherigen Patienten noch abgeschlossen wurden, die Akte geschlossen und auf einen hohen Stapel gelegt wurden. Samstag nachmittag.Irgendwo hört man eine Uhr ticken. Es riecht nach Desinfektionsmittel und im Hintergrund hört man Fernsehprogramm. Lange, zähe Zeit. Und jetzt kann man sich vorstellen.
    Dieses Bild hilft mir, eine Geschichte im Kopf zu entwickeln, eine Geschichte, die ich nicht mögen muss - und nicht nur bei mir, was manche anderen Reaktionen hier zeigen - in der Kompensation durch den Ruf nach Recht und Ordnung, oder durch Emotionsbekundungen.
    Ein nutzbares Foto.
  • barbara klein 8. Mai 2019, 9:00

    Meine "Diagnose" lautet: Distanz, Respekt und Transparenz prima getroffen. Beinahe wäre das Bild zu steril geworden, wäre da nicht die lockere Haltung des Arztes. Aber Krankenhäuser sind nun mal beinahe steril. Mir gefällt's.
    Viele Grüße, Barbara

    Säße auf dem Behandlungsstuhl ein Patient, dann wäre die Türe sicher geschlossen. So gehe ich davon aus, dass diese Szene eine gestellte ist.
  • Matthias von Schramm 7. Mai 2019, 11:30

    Ich mag das Foto auf eine bestimmte Art und Weise. Es wirkt zunächst nahezu perfekt aufgebaut. Die Verzeichnung zwischen Tür und Bildrand links hebt es ein wenig auf. Diese findet sich oben im Innenraum über der geöffneten Tür wieder, der genutzten Technik geschuldet, aber ich sage hier - zum Glück ist das so. So wird der triste grafisch ummantelte Moment doch noch zu einer menschlichen Szene - live. Toll, die Vierecke rechts im Bild. Die erfreulichen kleinen Farbtupfer in den Lichtschaltern, der kleine runde Abschwung an der Bodenkante in der Mitte des Bildes. Raffiniert hingegen der Anschnitt wohl einer Raumtafel oben in der Mitte. Ein fast perfektes Porträt eines Angestellten einer Klinik (vermutlich ein Arzt) - der halb dem Bildschirm und halb der Tür auf einem Drehstuhl zugeneigt ist. Eine Körperhaltung eines Arztes die jeder von uns kennt, weil er in Eile ist. Einerseits die Daten auf dem Rechner erfassen, anderseits wieder auf dem Weg zum nächsten vermutlich innenhäusigen Termin. Ansonsten sieht man vom Innenraum sehr wenig, ausser Schreibtisch und das notwendige Gerümpel dazu, ein Papierkorb, zugezogene Gardinen und scheinbar das Fußteil einer Behandlungsliege.

    Es ist ein grafisch gut gemachter Einblick mit respektablen Abstand. In einer eher kargen, grauen und nicht unverhofften Umgebung, die an die Gestaltung von Plattenbauten erinnert und an sterile Wohnghettos, versucht sich im alltäglichen Wahnsinn eines schweren Jobs die Menschlichkeit. Sehr gutes Bild!
  • Anders Varnaemen 6. Mai 2019, 22:29

    Hier läuft man als Betrachter zunächst gegen eine Wand, das gefällt mir als Ausdruck für eine mächtige Maschinerie, der man als Patient ausgeliefert ist.

    Mit dem Begriff "neutral" assoziiert man oft Wissenschaft oder eben auch "evidenzbasierte Medizin", aber neutral sind Wissenschaftler und Mediziner ja keineswegs, wie jeder weiß, der da mal hinter die Kulissen geschaut hat.

    Zum Kommentar von "mia taugts": hier zeigt sich mal wieder, dass der größte Feind des Fotografen nicht die Person ist, die man ohne Model Release fotografiert, und auch nicht der Abmahnanwalt, sondern "der freundliche Kollege".
  • twelve_pictures 6. Mai 2019, 18:14

    Grafisch gefällt mir dieses Bild recht gut. Bildaufteilung, Elementeanordnung und Lichtführung gehen in Ordnung. Besonders gefällt mir der beinahe strukturlose Bereich hinter dem Kopf des Arztes. Auch die Farbzurückhaltung findet meine Zustimmung.
    Für emotionale Bewertungen bin ich 100 %ig bei Lilo und möchte das hier nicht wiederholen.
    Einige Hinweise noch zum Handwerklichen. Das Bild rauscht ziemlich und m. E. hätte hier 1/250 und ISO 1600 oder 1/125 und ISO 800 völlig ausgereicht.
    Die Objektivverzerrung - besonders deutlich links unten - stört bei diesem streng geometrischen Motiv doch erheblich mein Harmonieempfinden.
  • Wolf Schroedax 5. Mai 2019, 23:00

    Die Schwester  schickt mich mit meiner noch fast leeren Akte drei Stock tiefer zum Utraschall. Am Eingang zu dieser Abteilung steht "Diagnostik" an der Kathedralglas-scheibe. Die breiteTür ist nur über einen Druckschalter an der Wand zu öffnen: "Klack-rmömrmörmrmörmrmörmörmrö".  Während sie offen steht brummt sie weiter ....Ich befinde mich in einem Korridor mit vielen beiten Türen und Leuchtkästen an der Decke:.. EKG, EEG, Rötgen, Endoskopie, .... Einer ist unbeleuchtet. Birne kaputt. Die Tür darunter steht offen, weil durch sie gerade ein Bett herausgeschoben wurde.  Ein Arzt sitzt am Schreibtisch, schräg mit verschlungenen Beinen, und notiert, was er vom Monitor abliest. Kein Mensch sonst zu sehen. Ich klopfe an die Tür::::  "Verszeihn  Sie bitte, ich soll zum Ultraschall ? "  -   "Ja hier sind sie schon richtig... Nehmen´s halt noch ´n bissel Platz . Wir rufen sie gleich rein." -  Und er schließt die Tür ..... 
    Es ist doch alles in Ordnung.  Was wollt Ihr mehr als diesen simplen Sachverhalt ?
  • wittebuxe 5. Mai 2019, 22:08

    Für mich in erster Linie ein grafisches, geometrisches Sujet. Warum? Ziemlich genau die rechte Hälfte (ohne nachgemessen zu haben) des Fotos nimmt die Wand mit dem Schalter und seinen Knöpfen ein. Der dunkelgraue Sch(m)utzanstrich verläuft in der Waagerechten und setzt sich links in gleicher Höhe fort, Es ist offensichtlich: Sorgfalt bei der Aufnahme fand statt. Und sie vermittelt: Distanz.

    Nur ein schmaler Korridor durchbricht diese nüchterne Geometrie  mit  Blick auf den (temporären) Arbeitsplatz eines hier Angestellten. Die Szene: Ein Erhaschen beim Durcheilen der grauen, uninteressanten Flure, das die Phantasie anregen könnte; ein Aufblitzen von Erkennen und Erinnerung dessen, was hier vorgeht - dies ist schnell wieder vorbei.

    Es gibt Krankenhäuser, die Wert legen auf die Farbgestaltung ihres Innenlebens, sie soll positiv auf ihre Patienten wirken.

    In diesem hier ist aber Hopfen und Malz verloren, scheint's.

    (Mag sein, dass der Boden grün ist und die Wände pink - dann nehme ich das zurück. Aber: Ich weiß es nunmal nicht besser).

    ;-))
  • elstp 5. Mai 2019, 19:53

    Der Autor hat das Ausdrucksmittel 'Distanz' gewählt, um das Thema in seiner Komplexität, mit seinen wissenschaftlichen Grundlagen und seiner Dramatik zu verdeutlichen.

    Mir bedeutet eine medizinische Diagnose in etwa, das jemand Kompetentes mir vermittelt, was ich als Laie verstehen muss, um damit angemessen umgehen zu können. "Was soll ich jetzt tun?" frage ich mich in vielen Lebenslagen, bei einer gesundheitlichen Beeinträchtigung um so dringender. 

    Der Autor hat seinen Standort ein Stück weit entfernt von der Tür zu einem Arztzimmer gewählt. Die angeschnittene Türlaibung links, die weit geöffnete Tür und die Flurwand rechts bilden eine Art Trichter, in den der Blick des Betrachters geführt wird. Dort hin will ein Betroffener, vielleicht mit Furcht, vielleicht mit Hoffnung, aber immer auf der Suche nach einer kompetenten Antwort auf seine Frage "Was soll ich tun?"
    Die räumliche Tiefe lässt den dort sitzenden Arzt und seinen Arbeitsplatz zwar klein erscheinen, aber als Zentrum des Bildes wirkt er trotzdem dominant.

    Die vom Autor angestrebte emotionale Neutralität des Bildes ergibt sich durch die Individualität des Betrachters, der seine persönliche Erfahrung auf den nur wenig sichtbaren Arzt und sein Umfeld projiziert;  und zwar so, als blicke ein Maler auf eine weiße Leinwand.

    Gruß LILO
  • HF25 5. Mai 2019, 15:37

    „auf neutrale Art und Weise etwas von der Stimmung die dort herrschte einzufangen“ bedeutet den Beginn von Schwierigkeiten, weil das nicht möglich ist. Schon durch den Bildausschnitt nimmt der/die Fotograf*in zum Fotografierten Stellung; wählt aus, hebt etwas hervor, vernachlässigt anderes, indem er/sie es nicht zeigt. Mit jeder der vielen anderen Einzelentscheidungen (Blendenwahl, Perspektive, Verschlusszeit usw.) vor dem Auslösen legt er/sie sich immer mehr fest und entfernt sich immer weiter vom sicheren Hafen der Neutralität… Soweit zum Fotografieren selbst.

    Das Foto zeigt den Arzt bei geöffneter Tür zum öffentlichen Publikumsverkehr. Er könnte z. B. einen kurzen Blick auf seinen Tagesplan werfen oder eine kurze Dokumentationsnotiz in die Tastatur tippen. Mit Sicherheit erledigt er aber keine Diagnosearbeiten, führt mit Sicherheit auch kein Patientengespräch. Dann wäre die Tür aus Diskretionsgründen geschlossen. Die Bildüberschrift ist daher sachlich unzutreffend.

    Die beachtliche Leistung des Fotos liegt darin, durch die Beschränkung auf die leeren Flächen des Krankenhausinneren, einige wenige Einzelheiten der ärztlichen Umgebung und durch das Setzen eines Reizwortes in der Bildüberschrift das Kopfkino der Betrachter*nnen in Gang zu setzen, wie in den schon vorhandenen Kommentaren nachzulesen. Die abgebildete offene Krankenhausszenerie macht den Betrachter*innen das Angebot, sie mit ihren eigenen Vorerfahrungen, Einstellungen und psychischen Erlebnissen zu füllen. Dafür meine Anerkennung.

    LG Horst

    P.S.: Da der Arzt hier für dich vorher/nachher ansprechbar gewesen sein dürfte, gehe ich von seinem Einverständnis zu der Veröffentlichung aus.
  • Ester Greiner 5. Mai 2019, 11:23

    *Mir ging es darum auf neutrale Art und Weise etwas von der Stimmung die dort herrschte einzufangen. Kommt das 'so 'rüber ?" * 


    Wenn man den Begriff *neutral* so definiert :  so, dass keine Emotionen aufkommen können...  


    Ist für mich persönlich nicht gelungen!  Alleine schon ein Krankenhaus lässt in mir Emotionen und Erfahrungen aufsteigen.  Viele Diagnosen und Krankenhausaufenthalte und Operationen habe ich schon hinter mich gebracht und gerade dieses Bild erinnert mich an das UG diverser Krankenhäuser wo ich ins MRT  oder zum Röntgen o.a. musste...  Den Blickwinkel-Perspektive empfinde ich durchaus bedrohlich. Von Neutraler Darstellung kann ich hier nicht sprechen. Es ist ein sehr emotionales Bild, da ein emotionales Thema.  Dass es in SW gehalten ist, empfinde ich persönlich noch verstärkend.  Ob das Bild gut oder schlecht ist, kann ich als Betroffene nicht beurteilen... Es sind meine ureigenste Erfahrungen, die die Versachlichung des Themas für mich schlicht und ergreifend unmöglich macht!  Liebe Grüße Ester
  • Maringe 5. Mai 2019, 8:58

    Mir gefällt das Bild auch sehr gut und ich möchte mich der Interpretation von Lucius Sombre anschließen.
    Die Ungewissheit einer Diagnose, die über das weitere eigene Leben und das seiner Vertrauten entscheidet... obgleich es nicht die Diagnose tut, sondern weiterhin der Menschen selbst.... wird durch das Bild getragen:
    - der weite helle Raum, durch graue Flächen in ein Kreuz unterteilt. 
    - dem Boden wird mehr Raum geben als der Decke, er ist der "Boden der Tatsachen".... das Licht ist noch von der Elektrik abhängig, wie die medizinische Entwicklung. 
    - ein Himmel ist nicht zu erkennen, auch nicht durch das Fenster. Der Patient fühlt das Wort Himmel als zweideutig. Er möchte noch nicht sterben und in den Himmel kommen.... aber glücklich sein unter freiem Himmel. 
    - der Arzt als Mensch, fern und klein im Bild zeigt die Spannung auf zwischen der Abhängigkeit seiner Hilfe, seines Wissens und dem Wunsch ihn nicht zu brauchen.... ihn nur von weitem zu sehen, ihm fern bleiben zu dürfen. 
    - die Tür steht offen.... es ist alles anscheinend offen. 
    - die Details wie Lichtschalter und medizinische Geräte weisen reduziert darauf hin : ein oder aus? Dadurch wird die Einfachheit und Konsequenz einer Diagnose verstärkt klar. Auch wenn sie es im Leben nicht ist..... aber ein Leben ist auch kein einziges Bild.
  • mia taugts 5. Mai 2019, 8:17

    Auf die fotografische Dimension das Bildes gahe ich überhaupt nicht ein.
    Wenn das Bild nicht gestellt ist, ist es für mich voyeuristisch und hat die Anmutung einer Smartphone-Schlüsselloch-Fotografie.
    Wäre ich der Arzt und würde meine Zustimmung nicht vorliegen, wäre die sofortige Klage die Folge

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Kamera EX1
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Brennweite 5.2 mm
ISO 3200

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