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Eckhard Meineke


Premium (Pro), Münster

Der Tisch Gottes

Münster-Nienberge, Kirche St. Sebastian, 19. März 2009. Nikon D 100 mit Sigma f//1,4 30 mm. RAW (12 Bit). ISO 200. 1/125 sec f/5,6 bei Programmautomatik, mittenbetonter Messung und Belichtungskorrektur -2,7 LW. Bearbeitung: Corel PhotoImpact X3. Linsenverzerrung: Drehung -1,2 Grad. Verzerrung trapezförmig oben einwärts 5 Grad. Tonwertkorrektur: Gamma 1,4. Kontrast +12. Nachschärfen des auflösungsreduzierten Bildes 20/100.

http://www.youtube.com/watch?v=98XqT4kBWT4

Steve Winwood, Presence of the Lord
I have finally found a way to live just like I never could before
I know that I don't have much to give, but I can open any door
Everybody knows the secret, everybody knows the score, yeah
I have finally found a way to live in the colour of the Lord

I have finally found a place to live just like I never could before
And I know I don't have much to give, but soon I'll open any door
Everybody knows the secret, everybody knows the score
I have finally found a place to live, oh, in the presence of the Lord
In the presence of the Lord

I have finally found a way to live, just like I never could before
And I know I don't have much to give, but I can open any door
Everybody knows the secret, I said everybody knows the score
I have finally found a way to live in the colour of the Lord
In the colour of the Lord

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Eckhard Meineke

Frosch-Perspektive
Frosch-Perspektive
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Aufgeschlagen
Aufgeschlagen
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Beauty Farm (Spring campaign check-in and checkout)
Beauty Farm (Spring campaign check-in and checkout)
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Kommentare 28

  • Eckhard Meineke 27. August 2009, 18:05

    Lieber Adrian, ich habe im neuesten IKEA-Katalog kein vergleichbares Möbel gefunden. Eckhard
  • Adrian K 27. August 2009, 11:33

    Lieber Eckhard, ich glaube, dass die Symbolik bei so einem Steinklotz leichter nachvollziehbar ist als eventuell bei einem billigen IKEA Tisch.
    Gruß, Adrian
  • Eckhard Meineke 4. August 2009, 18:57

    Lieber Werner, auf die anderen neuen Anmerkungen von Dir gehe ich in den nächsten Tagen ein. Die Fokussierung gilt primär dem Licht auf dem Altar; das übrige wurde aufgehellt, wie Du den technischen Daten entnehmen kannst. Es ist aber noch als menschgemachtes Substrat für das Licht Gottes erkennbar. Eckhard
  • werner weis 4. August 2009, 11:18

    der song ist gut
    - - - - - - - - - - - -
    im Bild ist es zunächst "zu" dunkel
    doch das Licht kommt senkrecht von oben
    dies passt
    es sollte hier genau so sein
    - - - - - - - - - - - - -
    Du hast einen geweihten Ort eigentlich einfach aber dadurch um so würdigender fotografiert
    dieses Bild spricht von selbst,
    man muss es groß sehen
    man wird sich dann auf es einlassen
  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 17:11

    @ Carmen: Liebe Carmen, Du hast ganz recht, wenn Du sagst, dass es Dinge gibt, die wir Menschen nicht bemerken, sei es, dass sie zu klein sind, als dass wir sie bemerken könnten, sei es, dass sie immateriell sind. Wir haben nur eine Froschperspektive. Von da aus ist es aber nur ein kleiner Schritt zum Glauben. Eckhard
  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 17:10

    @ Trude: Liebe Trude, nachdem über das Bügeln des Tischtuchs soviel diskutiert wurde, müsste ich doch einmal nachfragen, wie es sich damit verhält. Gemäß den hier angesprochenen Küsterordnungen müsste ein ungebügeltes Tischtuch ausgeschlossen sein. Könnte es über ein Kreuz gebügelt worden sein? Eckhard
  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 17:09

    @ Doris: Liebe Doris, den kleinen Hinweis, dass das Ganze in der Jetzt-Zeit spielt, wollte ich nicht vorenthalten; insofern ist auch dieses Bild kein „perfektes“ Bild, wie es der Maler entwerfen könnte. Aber das soll es ja auch nicht sein. Nun, wir wollen annehmen, dass Pfarrer und andere Mitarbeiter der Kirche kräftige, ausgebildete Stimmen haben. Aber wie steht es mit den Gemeindemitgliedern bei der Lesung? Insofern auch ein Hinweis auf das tatsächliche Gemeinde-Leben. Eckhard
  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 17:09

    @ Vera: Liebe Vera, danke! Inzwischen hat die Technik es so weit gebracht oder haben wir die Technik so weit gebracht, dass man diesen extremen Kontrast von Licht und Nicht-Licht überhaupt fotografieren und darstellen kann. Eckhard

  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 16:59

    @ Kerstin: Liebe Kerstin, so schnell dieses Bild für die Präsentation vorbereitet wurde, nachdem eigentlich ein anderes für den darauffolgenden Tag geplant war, so schnell stellt sich auch die zahlensymbolische Aussage der Einstellzeit ein, die Du kongenial geschildert hast. Was die verlinkten Bilder betrifft, so ist auch in der Zahl 4 das Kreuz enthalten, was ich jetzt aber nicht glyphengeschichtlich zu verstehen bitte. Das Altartuch ist ganz ersichtlich in Kreuzform gebügelt; man könnte fast meinen, ein Kreuz liege darunter.

    Danke für den historischen Exkurs über die Begründung der Vierzahl. Objektiv sind die Überlegungen von Leuten wie Irenäus natürlich ein wertvoller Hinweis darauf, warum gerade vier Evangelien ausgewählt wurden. Aber die kirchengeschichtlich brisante Frage ist ja, wie es mit dem Inhalt der Evangelien bestellt ist und was diejenigen Überlegungen schildern, die unterdrückt und vernichtet wurden.

    Da ich mich im Vorfeld mit dem Konzil von Nicäa befasst hatte, war das Einstelldatum als Verweis auf dessen letzten Tag natürlich ein schöner Zufall.

    Nun, auch für den Einzelnen und für den Laien wäre die kritische Befassung mit der Geschichte der katholischen Kirche unmittelbar wichtig. Denn alle innerkirchlichen Strukturen, die später als Problem erkannt wurden und zur Kirchenspaltung führten, sind in dieser Geschichte beschlossen, nicht zuletzt der Zölibat und die prekäre Rolle der Frau in der katholischen Kirche.

    Demgegenüber haben gewiss die mit Recht Zuspruch, die von allen Dingen, mit denen die Kirchen den Glauben verschüttet haben könnten, abstrahieren und den Blick auf das lenken, was in bestimmten Religionen „Gott“ genannt wird. Ihn mit der Liebe zu identifizieren, wie es die von Dir zitierte Stimme tut, halte ich zwar nicht für angebracht, würde für mich aber formulieren können, dass die Liebe die zentrale positive Kraft ist, die aus göttlichem Ursprung stammen könnte. Und wenn die Liebe durch Licht symbolisiert wird, dann ist natürlich der Tisch Gottes mit Liebe gedeckt, die sich im Licht zeigt. Die kleinen Dorfkirchen zeigen das mitunter unverstellter als die großen Dome. Eckhard
  • Eckhard Meineke 3. August 2009, 16:14

    @ Carsten: Lieber Carsten, „im christlichen Bereich wird der Altar in Anlehnung an den Tisch des letzten Abendmahles, das Jesus Christus am Abend seiner Gefangennahme, gleichzeitig dem Tag vor seinem Leiden und Sterben, einnahm, auch als mensa domini (Tisch des Herrn) bezeichnet“, wie der Beauftragte von Frau W. I. Kipedia mit Recht bemerkt.

    Dabei brachte, wie er weiter ausführt, „die Errichtung feststehender Altäre im 4 und 5. Jahrhundert [...] deren Fertigung aus Stein mit sich. Zunächst blieb die Form eines Tisches erhalten, im 7. und 8. Jahrhundert glich der Altar hingegen immer mehr einem Kubus oder Block, in Anlehnung an den Felsen, auf den Christus seine Kirche erbaut hat (1 Kor 10 4) bzw. den Eckstein, zu dem Christus selbst geworden ist (1 Petr 2,6-8 EU).“

    Interessanterweise nahm „die im 2. bis 3. Jahrhundert einsetzende Verehrung der Märtyrer [...] ebenfalls Einfluss auf die Altargestaltung. Zunächst wurde es üblich, über dem Grab eines Märtyrers oder einer Märtyrin bzw. in dessen unmittelbarer Nähe die Eucharistie zu feiern. Später begann man damit, über diesen Gräbern Gedächtniskirchen – sogenannte Martyrien – und Altäre zu errichten. Da es nicht überall solche Märtyrergräber gab, ging man dazu über, Reliquien unter der Sockel des Altares bzw. der Altarplatte beizusetzen. Dieser Brauch führte schließlich zu der Vorschrift, in die Altarplatte (Mensa) jedes Altares eine eigene (Teil-)Reliquie einzumauern. In der Renaissance hatten daher Altäre die Form eines Sarkophages.“

    „Um den Altar versammeln sich die Glieder des Leibes Christi und ihre Vorsteher als Abbild Christi, dem Haupt der Kirche. Zugleich ist der Altar ein Symbol Christi selbst. Er wird daher beim Einzug und vor dem Auszug jeder Heiligen Messe von den Zelebranten mit dem Altarkuss geehrt. Gleichfalls Ausdruck der Verehrung ist die Inzens des Altares mit Weihrauch.
    Nach den Bestimmungen der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil soll der Altar einer Kirche feststehend sein und „überall, wo es möglich ist“ [1] wieder freistehend errichtet werden, so dass er leicht umschritten werden und die Feier an ihm dem Volk zugewandt erfolgen kann. Seine Grundgestalt ist der Tisch, die mensa Domini, zugleich soll der Altar der Ort sein, „der Jesus Christus, den lebendigen Stein (1 Petr 2,4 EU) vgl. (Eph 2,20 EU), deutlicher und dauerhaft bezeichnet“.“
    Schließlich zu dem, was auf den Altar gestellt werden darf: „Die Grundordnung des römischen Messbuches legt darüber hinaus fest, was alles auf den Altar gestellt bzw. gelegt werden darf - nämlich das Evangeliar, den Kelch mit der Patene oder Hostienschale, das Ziborium, das Korporale, das Kelchtuch, die Palla und das Messbuch – und in welcher Weise der Blumenschmuck des Altares in den geprägten Zeiten des Kirchenjahres ausgeführt werden soll. So darf in der Fastenzeit der Altar außer an Hochfesten und dem Sonntag Laetare nicht mit Blumen geschmückt werden.“
    Natürlich ist auch in der evangelischen Kirche der Altar der Mittelpunkt der gottesdienstlichen Handlungen, auf den dementsprechend bei den Anweisungen für den Küsterdienst besonders eingegangen wird:
    „"Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott" Ps.43
    Der Mittelpunkt der Gottesdienststätte ist der Altar.
    Dem Altar sollte die besondere Sorgfalt des Küsters dienen.
    Mit dem Altar verbindet sich die Feier des heiligen Abendmahles und damit das Gedächtnis der erfahrbaren Gegenwart Gottes; der Altar ist die Stätte unseres Betens und Lobpreises, der Ort der Segnung.
    Auf dem Altar befinden sich im Regelfall folgende Gegenstände:
    • Altartuch
    • Kreuz
    • Leuchter (können aber als Standleuchter neben dem Altar stehen)
    • Gottesdienstbuch bzw. Agende
    • Abendmahlsgeräte
    • Blumenschmuck (kann auch neben dem Altar angeordnet sein)
    In der Mitte des Altars steht in der Regel das Kreuz, meist in der Form eines Kruzifixes. Auch eine andere Stellung des Kreuzes auf, neben oder hinter dem Altar ist häufig anzutreffen, vor allem dort, wo der Liturg hinter dem Altar steht, der Gemeinde zugewandt. Die Stellung des Kreuzes auf dem Altar bestimmt dann auch die Anordnung der Leuchter. Es ist hilfreich, wenn mit verantwortlichen Gemeindegliedern die äußere Zuordnung von Kreuz und Leuchtern festgelegt wird.“

    http://www.kirchspiel-sollstedt.de/html/body_kusterdienst.html#4

    Die Leuchter sind demgemäß also auf das Kreuz auf dem Altar bezogen.

    Über die Funktion der Kerzen heißt es in der gerade erwähnten Anleitung:

    „Die Kerzen in unseren Gottesdiensten dienen nicht nur der Beleuchtung. Mit ihrem Licht sind sie Hinweis auf den Schöpfer (1.Mose 1,3), auf Christus, den Erlöser (Joh.1,5;8,12) und den Heiligen Geist (Apg. 2,3). Geräuschlos verzehren sie sich, um zu leuchten und zu erwärmen. Ohne Worte bringen sie uns damit Jesus Christus nahe, der sein Leben hingegeben hat für diese Welt. Er ist das Licht, das die Finsternis erhellt und uns Wärme und Orientierung gibt.“

    Soweit die „offiziellen“ Stimmen, lieber Carsten. Ich hatte auch an die vier Evangelien gedacht, die uns das Bild von Jesus Christus vermitteln, das die Kirche offiziell, ob katholisch oder evangelisch, hat. Denn die evangelische Kirche hat ja nicht die Validität der von der katholischen Kirche vorgenommenen Auswahl der Evangelienüberlieferung bestritten, sondern diese mehr oder weniger unbefragt übernommen. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn die Reformation erst in der Phase der modernen Wissenschaft eingesetzt hätte.

    Immerhin hat die evangelische Kirche, wie Du ja weist, aber die Urkunde des Glaubens immerhin auf die Bibel begrenzt; „sola scriptura“, wie Luther sagte, während in der katholischen Kirche der über Jahrhunderte hin aufgehäufte „Kram“, die Beschlüsse der Synoden und Konzilien, auch Glaubensinhalt sind. Die Tragik dabei ist nur, dass die Bibel kein unverfälschtes Zeugnis des christlichen Glaubens darstellt.

    Den Ausdruck „Tisch“ habe ich wegen der Bezugnahme des Altars auf den Tisch des Abendmahls verwendet, auf die mensa domini. Du hattest ja auf die Ablehnung der Bezeichnung „Altar“ durch die reformierte Kirche und andere Freikirchen hingewiesen. Da diese Bezugnahme auf das Abendmahl in der christlichen Kirche erfolgt, ist die Ausdeutung gewisser baulicher Eigenheiten des hier gezeigten Altars als Reste früherer Funktionen des Altars wohl nicht angezeigt.
    Die Opferung von Tieren im AT ist gewiss Rest des Kultus anderer, nicht- und vorchristlicher Religionen, mit denen die christliche bekanntermaßen in Kontinuität steht, bis hin zur Figur des Jesus Christus. Warum Gott ausgerechnet seinen eigenen Sohn für die Menschheit hingibt, ist bereits im Altertum und im frühen Mittelalter nicht so ganz verstanden worden. Aber Gottes Sohn wurde Jesus Christus, wie ich bereits an anderer Stelle ausführte, erst durch Beschluss des Konzils von Nicäa, a. 325. Die vielfachen Widersprüchlichkeiten, die man sich damit einhandelte, sind bekannt.
    Dass nach katholischem Glauben während des Abendmahls die Transsubstantiation von Brot und Wein stattfindet, hat die evangelische Kirche aus ihrer Sicht als magischen Zug des katholischen Glaubens abgelehnt, mit dem er auch in viel ältere Schichten des religiösen Empfindens hineinreicht.
    Nun, lieber Carsten, alles das, was hier nur angerissen werden konnte, hat die Theologie als Wissenschaft festgestellt. Um so eigenartiger, dass auf der Welt nach Formen des Glaubens gelebt wird, die mit dem Christentum, das sie zu sein vorgeben, vielleicht gar nicht so viel zu tun haben. Und wenn eine gewisse Form des Glaubens an den einen Gott, die eine grundlegend andere Stellung von Jesus annimmt, nicht wiederum andere Probleme zuhauf aufwerfen würde, könnte man sich vielleicht mit ihr befreunden. Aber da es alles nur Formen des Glaubens sind, wird man gut daran tun, in friedlicher Nachbarschaft mit allen Formen des Glaubens zu leben, wenn sie denn selbst tolerant sind und ohne die kriegerische Missachtung Andersdenkender oder bestimmter Gruppen auskommen. Mit den aggressiven, nicht-egalitären und undemokratischen allerdings nicht. Eckhard
  • Trude S. 2. August 2009, 14:16

    welch schöner und schlichter Altartisch.
    Das Licht fällt wunderbar, das symbolhafte Kreuz auf der gottlob ungebügelten Decke ist erkennbar.
    Licht auch von Kerzen dazu. Ein Anblick, der Ruhe vermittelt, Harmonie , Glauben und Hoffnung .
    Mehr braucht es nicht .....
  • Vera Laake 1. August 2009, 16:28

    Ja, lieber Eckhard,
    weniger ist manchmal mehr.
    Eine feine Aufnahme im zarten Licht
    gut in Szene gesetzt bekommt er seine
    volle Wirkung.
    Lieben Gruß
    VERA
  • Eckhard Meineke 30. Juli 2009, 8:05

    Liebe Kerstin, danke für die Besprechung! Ich antworte darauf in den nächsten Tagen. Es kann aber nächste Woche werden. Eckhard
  • Kerstin Stolzenburg 29. Juli 2009, 20:27

    Lieber Eckhard, gleich zu Beginn meiner Besprechung möchte ich noch etwas zur Zahl „Vier“ ergänzen, zu der sich Carsten bereits geäußert hatte, da es mir im vorliegenden Kontext nicht unwesentlich erscheint. Neben dem bereits Angesprochenen könnte sie mit einer zusätzlichen Symbolik sowohl in diesem Bild als auch in den verlinkten Aufnahmen und sogar in der Einstellzeit (als 16 = 4 x 4 bzw. als einzelne 4) verknüpft werden, denn in der Zahlensymbolik steht sie unter anderem bekanntlich auch für das Kreuz. So wie sich die Linien der Vier in ihrer Darstellung kreuzen, so zeigt auch das Kreuz selbst vier Ecken. Bis auf das Bild „4“ weisen übrigens alle in der Beschreibung verlinkten Bilder ein mehr oder weniger deutliches Kreuz auf. Und so findet man auch am bzw. auf dem „Tisch Gottes“ im zu besprechenden Bild das Kreuz, auch wenn es sich vielleicht nicht - im positiven Sinn - sofort aufdrängt, wie es der Fall wäre, wenn es beispielsweise als Kreuzfigur auf dem Altar stünde. Wir finden es dort einerseits seitlich eingelassen in das Steingefüge des Altars und wenn man diese Steine wiederum näher betrachtet, so erscheint wieder die Symbolik, die wir im Bild „4“ erkennen, nämlich die „eingelassene“ Vier in der Drei, dort in das Dreieck, hier in je 3 Steine (horizontal und vertikal gesehen). (Dass die Anordnung der Steine noch eine weitere Besonderheit aufweist, nämlich, dass der „Schlussstein“ im Zentrum, in dem das Kreuz eingelassen wurde, von genau acht Steinen umgeben ist, die in dieser Konstellation natürlich auch wieder sinnbildlich betrachtet werden könnten, ist eine sehr schöne Überlegung. Man hat in diesem schlicht gehaltenen Altar doch möglicherweise mehr Gedankengut untergebracht, als auf den ersten Blick zu vermuten ist.). Und wahrscheinlich wurde auch das Altartuch nicht zufällig mit solch auffälligen Bügelfalten versehen, denn auch hier ist ein perfektes Kreuz erkennbar.

    Auf die vier Säulen, die vier Evangelien, die in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, ging Carsten ebenfalls bereits ein, auch sinngemäß darauf, dass nach anfänglichen mündlichen Überlieferungen, Sammlungen und Briefen später eine Fokussierung auf bestimmte autoritative Schriften folgte. Warum es ausgerechnet vier Evangelien sein müssen, nicht mehr und nicht weniger, auch darüber hat man sich natürlich bereits Gedanken gemacht, selbst wenn das verschiedentlich kontrovers diskutiert wird. Aber auch das ist scheinbar nicht so ganz zufällig erfolgt. Als Beispiel sei Irenäus von Lyon genannt, der die Frage, warum diese Vielzahl der Evangelien für die Kirche nötig sei, im dritten Buch seines Werkes ‚Gegen alle Häresien‘ gegen Ende des 2. Jahrhunderts wie folgt begründet: „Und außerdem kann es weder eine größere noch eine geringere Zahl von Evangelien geben. Da es nämlich vier Regionen der Welt gibt, in denen wir leben, und vier Hauptwinde und da die Kirche über den ganzen Erdkreis verstreut ist, die Säule aber und das Fundament der Kirche das Evangelium und der Geist des Lebens ist, so ist es folgerichtig, daß die Kirche vier Säulen hat, die von allen Richtungen Unvergänglichkeit hauchen und den Menschen das Leben gewähren." Irenäus versucht hier die Bedeutung der Zahl vier für Natur und Erlösung zu beweisen. http://fruehe-kirchengeschichte.suite101.de/article.cfm/matthaeus_markus_lukas_und_johannes_wozu_gibt oder unter:
    http://books.google.de/books?id=mhzwVhUZnBAC&pg=PA70&lpg=PA70&dq=vier+s%C3%A4ulen+bibel&source=bl&ots=THuJXE8u4_&sig=nSib8E45SWgXkukTdiTgY1nGBkY&hl=de&ei=k2RsSv7cG4qRsAbiv_T-Bg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=6
    Lieber Eckhard, da Du unter dem Bild „Sommerbarock im Pfarrgarten“ von Trude das erste Konzil von Nicäa unter Konstantin erwähnst, lohnt natürlich auch ein Blick in diesen Teil der Geschichte. Das Einstelldatum deines Bildes, der 25. Juli, ist in diesem Zusammenhang vermutlich auch nicht ohne Bedeutung. An diesem Tag im Jahre 325 endete das erste Konzil, das vom römischen Kaiser Konstantin I. einberufen wurde „mit dem (vorläufigen) Sieg der Gegner des Arianismus, der im Gegensatz zur Trinitätslehre steht , und der Formulierung des nicänischen Glaubensbekenntnisses“. Mit dem Bekenntnis zur Wesenseinheit von Christus und dem Vater bezog das erste nicht-lokale Konzil der Kirchengeschichte Stellung gegen den Arianismus, dessen Lehre auf dem Konzil von Nicäa abgelehnt wurde.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Erstes_Konzil_von_Nic%C3%A4a
    Nun ist der gesamte Bereich der Christologie natürlich überaus interessant und die Beschäftigung mit der Geschichte, der Entwicklung in einem historischen Kontext, den damit einhergehenden veränderten Auffassungen und nicht zuletzt deren Bedeutung überaus reizvoll, weil hier doch auch offene Fragen zu finden sind, Widersprüche, die diskutiert werden könnten ... in ihrer Tragweite für den Laien gar nicht so ohne weiteres zu ergründen und nachzuvollziehen.

    Aber letztlich ist für den Einzelnen und die Gemeinschaft vor allem der positive Kern des christlichen Glaubens wichtig, das, was die Menschen trägt, ihnen Halt und Zuversicht gibt, das, was sie dann auch selbst befähigt, zu geben, zu schenken, Nächstenliebe zu zeigen.
    „Über Gott können wir vieles sagen. Die Theologen schreiben dicke Bücher über ihn. Aber das Wichtigste und Schönste, was wir von ihm sagen können, ist ganz einfach: „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8); einfacher geht es nicht.
    Diesen Glauben drücken wir heute aus mit den lebendigen Lichtern der brennenden Kerzen. Das lebendige Licht macht hell und warm und ist so ein Symbol für die Liebe. Denn die Liebe bringt Licht in unser Leben und gibt uns jene Wärme, die wir zum Leben brauchen.

    Gott ist Liebe, Gott ist Licht. Davon leben wir. Die Liebe Gottes steht schon am Beginn unseres Daseins. Denn aus Liebe hat Gott uns geschaffen. Er hat uns für die Liebe geschaffen, und schließlich sollen wir einmal in seiner göttlichen Liebe unsere ewige Vollendung und Seligkeit finden.“ http://www.erzbistum-muenchen.de/archiv/iMA028/iMA02820120.PDF

    Und in diesem Sinne könnte auch „Der Tisch Gottes“ betrachtet werden. Scheinbar ist er leer; es steht nichts darauf ... scheinbar. Aber er ist reich gedeckt; er ist voller Licht. Wir können dieses Licht sehen und aufnehmen und weitergeben. Und die verlinkten Bilder könnten in dem Zusammenhang auch ein Hinweis darauf sein, dass wir uns dessen immer wieder neu bewusst sein müssen und können, es auffrischen, indem wir uns damit auseinandersetzen. Kein noch so prunkvoller Schmuck könnte das bewirken.
    Der Besuch kleiner Dorfkirchen, wie dieser in Gelmeroda , aber vor allem der auf Rügen, die auf mich seit vielen Jahren eine ganz besondere Wirkung haben und die ich in ihrer Schlichtheit sogar trotz der mit ihnen einhergehenden Faszination großen Kathedralen und Domen vorziehen würde, verdeutlichen mir das immer wieder.

    Nicht zuletzt - und das als Randbetrachtung - befasst sich ja auch die Literatur mit dem Tisch Gottes und der Kraft seiner Symbolik. Als Beispiel soll hier nur der Autor Gottfried Keller erwähnt werden.
    http://www.zeno.org/Literatur/M/Keller,+Gottfried/Romane/Der+gr%C3%BCne+Heinrich+%5BZweite+Fassung%5D/Vierter+Band/Sechzehntes+Kapitel
    Kerstin
  • Eckhard Meineke 29. Juli 2009, 10:52

    Lieber Manfred, ich habe natürlich auf die Lichter belichtet, sonst wäre ja das Altartuch ohne jegliche Zeichnung gewesen, und dieses sollte ja gerade hervorgehoben werden. Der Rest konnte so weit aufgehellt werden, dass er genügend sichtbar wurde. Oft ist aber der Kontrast dafür zu hoch. Oder man will auch nichts anderes zeigen. Eckhard

    October Road (7)
    October Road (7)
    Eckhard Meineke