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Der Rausch des Blutes

Der Rausch des Blutes

401 13

Herbert Schueppel


Basic Mitglied, Wien

Der Rausch des Blutes

Versuch eines Bildes, das enigmatisch und ein wenig surrealistisch sein soll.

Ich habe durchaus Verständnis, wenn so etwas bei vielen (oder allen?) Betrachtern Ratlosigkeit oder totale Ablehnung erzeugt, bitte aber um Kommentare, warum dies so ist.

Schweigen wird nicht automatisch als Zustimmung gedeutet ;-)

Kommentare 13

  • Herbert Schueppel 3. September 2005, 9:36

    Auch ich bedaure die Zuspitzung, ich bin aber bereits dabei, die Sache hinter den Kulissen zu klären, da ich überzeugt bin, dass hier irgendetwas missverstanden wurde.
    Das letzte, was ich möchte, ist, dass keine Diskussion mehr unter meinen Bildern geführt wird, nur weil sie zum Streit führen könnte.
    lg Herbert
  • Werner Braun 2. September 2005, 22:40

    @Herbert: Dass der Begriff "Länge" auch eine qualitative Dimension hat, ist mir bisher entgangen. Nach meinem Bildungsstand kann "die möglicherweise längste Anmerkung" nicht auf einen Inhalt reflektieren, wie es etwa "die möglicherweise blödeste Anmerkung" könnte, sondern ausschließlich auf die Anzahl der Wörter oder Zeichen.
    Ich habe auch nicht behauptet, dass Du die Aussage des Feininger-Zitats für das Bild in Anspruch genommen hättest - sondern dass Du das Fürst-Zitat missbräuchlich auf Dein Bild anwendest - in ähnlicher Weise wie hierorts auch oft das Feininger-Zitat missbraucht wird. Was die Replik auf Thomas' Kommentar betrifft, so erlaube, dass ich ihm selbst antworte.
    @Thomas: Ich bedaure, dass Du es als Schärfe empfindest, wenn ich mir erlaube, Deine Aussagen, die mir wirklich rätselhaft vorgekommen sind, nicht einfach hinzunehmen, sondern zu hinterfragen.
    In Hinblick darauf verzichte ich gerne auf Dein Eingehen.
    Ich hätte gemeint, auch das Recht zu haben, meine Anmerkung in jener Bedeutung wieder herzustellen, die ich ihr zugedacht hatte. Aber auch darauf kann ich verzichten.

    lg Werner
  • Pelue 2. September 2005, 10:19

    Ich fasse für mich mal zusammen:
    1. Die Unschärfe ist überhaupt kein Problem, sie passt m.E. sogar zur Gestaltung der in jeder Beziehung außergewöhnlichen Aufnahme. Ich würde sie jedenfalls nicht überinterpretieren. Wenn ich mich in der Fotohistorie umschaue und sehe, wieviel auf welchen Fotos bei welchen Fotografen unscharf ist - die hätten hier in der fc keine Chance, sie würden gar nicht verstanden, fürchte ich!
    2. Du bist mit dem Foto nicht gescheitert - auch nicht auf hohem Niveau, das Gegenteil ist richtig. Worin sollte der Maßstab für's Scheitern liegen? Weil wir nicht alle den Titel kapieren bzw. kapiert haben? Ich hatte geschrieben, dass mich der Titel ratlos macht. Aber das bedeutet ja nun nicht, dass das Foto in irgendeiner Form missraten ist, sondern viel eher, dass ich über ein gelungenes Werk nachdenke. Gescheiterte Fotos machen mich niemals ratlos.
    3. Rausch des Blutes, Blutrausch (von mir oben bewusst so formuliert) ... wenn ich drüber nachdenke, passt für mich der Titel immer noch nicht so ganz, trotz deiner sehr schönen Erklärung. Einen surrealistischen Gehalt gibt das Foto trotzdem her. Es wäre spannend, über Alternativtitel nachzudenken, die das Foto in seiner Spannung belassen, die es zweifelsohne ausdrückt.
    4. Um es klar zum Ausdruck zu bringen: Foto und Diskussion sind so gut wie außergewöhnlich. Beides lässt mich hier verweilen ...

    Herzliche Grüße von Martin
  • Herbert Schueppel 2. September 2005, 1:53

    @Werner: Hätte ich die Länge Deiner Anmerkung nur quantitativ gesehen, wäre ich wohl nicht darauf eingegangen. Je mehr sich jemand mit einem Bild auseinandersetzt und dies auch darlegt, desto genauer kann man auch darauf antworten.
    Ich habe auch nicht vor, hier, oder bei irgendeinem anderen Bild den Feininger-Sager zu strapazieren, da ich genau weiß, wie Feininger im Grab rotieren würde. Bei diesem Bild meine ich, dass die Unschärfe jedoch gerade an der Grenze liegt (was offenbar auch die meisten anderen so sehen, da sich sonst niemand daran stößt). Wenn sich aber jemand daran stößt, kann ich das auch verstehen.
    Der Bildungsvorsprung ist keine Behauptung, sondern Tatsache, die durch viele Deiner Kommentare leicht zu beweisen ist.
    Die Replik auf den Kommentar von Thomas B. verstehe ich nicht ganz. Ich bin durchaus überzeugt, dass ein langer Kommentar zu einem Bild dem Bild eine gewisse Bedeutung gibt, da es zeigt, dass der Betrachter sich ernsthaft damit auseinandergesetzt hat. Und das selbst dann, wenn dieser zum Schluss kommt, dass das Bild im Endeffekt nicht gut ist - was ich als "auf einigermaßen hohem Niveau gescheitert" gedeutet habe, denn ohne Kommentare oder nur mit kurzen Missfallensäußerungen versehen wäre das Scheitern auf wesentlich niedrigerem Niveau erfolgt.
    Dass T.B. meine diesbezügliche Aussage als Abgehen von dieser Art von Fotografie deutet, liegt wohl daran, dass er ja nicht wissen kann, wie ich tatsächlich innerlich auf die Kritik an diesem Bild reagiere. Jedenfalls habe ich mich über seine Äußerung sehr gefreut, ebenso, wie ich mich über beide Deiner Stellungnahmen gefreut habe.Obwohl ich es nicht nachvollziehen kann, vermeine ich zwischen den Zeilen zu lesen, dass Du Dich hier angegriffen gefühlt hast. Irre ich mich da?
    lg Herbert
  • Werner Braun 2. September 2005, 1:14

    @Herbert: Wenn Du die Wirkung und den Erfolg Deiner Bilder an der Länge der Anmerkungen misst, die sie bekommen, dann bist Du jetzt vielleicht tatsächlich ein schönes Stück weitergekommen. Ich habe die Situation insofern falsch eingeschätzt, als ich eher den Inhalt der Anmerkungen als Maßstab genommen habe, nicht deren Länge ... Aber wenn Dich das weiterbringt, kann ich Dir gerne nächstens Goethes Wahlverwandtschaften als Anmerkung anhängen. Damit schlägst Du bestimmt jede Anmerkung in der fc (in der Länge). Außerdem ließe sich noch damit trumpfen, dass wohl nicht jedem ein deutscher Klassiker die Anmerkung schreibt. Naja, jedem das Seine ;-)
    Ich will hier Christian Fürst nicht interpretieren (Das kann er sicher selbst am besten.), aber eine Aufnahme, bei welcher der AF "abgerutscht" ist, mit einer überzogenen Forderung nach Schamhaarschärfe zu rechtfertigen, scheint mir in die falsche Richtung zu gehen. Das ist vom Geist her ähnlich wie alle technisch misslungenen Aufnahmen mit dem berühmten Feininger-Sager zu entschuldigen. Du kannst soviel über- oder unterbelichten wie Du willst, Du kannst scharfstellen, worauf Du willst oder auch auf gar nichts - aber Du musst wissen, was Du tust und warum Du es tust. Nur dann wirst Du Dein Bild gestalten. Und ein gestaltetes Bild überzeugt auch meist. Einem Bild, das bloß durch einen Ausrutscher "wird", wie es letztlich ist, wird man eben dieses ansehen. Da nützt auch der schönste Surrealismus nichts.
    Ich habe insgeheim bei dem Titel auch an Magritte gedacht, schon deshalb, weil ich mich dunkel erinnere, Dich irgendwann in der letzten Zeit anlässlich eines anderen Deiner Bildtitel, der mir unpassend erschien, an Magrittes Praxis der Titelgebung erinnert zu haben - der oft ein monatelanger Prozess war, mit nächtelangen Diskussionen im Freundeskreis, mit Verwerfungen und Modifikationen über und über. Was aber dabei herausgekommen ist, war - für Magritte - ein schlüssiger und passender Titel. Alle anderen dürften keine Ahnung gehabt haben, wie sich jetzt der Titel auf das Bild bezieht. Meinen Glückwunsch, wenn Du diesen Prozess mit ähnlicher Akribie nachvollzogen hast. Totales Verstehen des Zusammenhangs zwischen Bild und Titel wird wohl auch nur Dir vorbehalten bleiben ;-)
    Die bloße Behauptung eines Bildungsvorsprungs wird durch Wiederholung nicht wahrer. Ich bin überzeugt, dass Deine Bildung für die Verfassung des Bildtitels und des Begleittextes in hohem Maße überqualifiziert ist.
    @Thomas: Das Enigmatische des Bildes überträgt sich offenbar auch auf manche Anmerkungen ;-) Was sagt es wirklich über das Niveau eines Bildes oder eines Fotografen, wenn es oder er eine Anmerkung wie meine provoziert, welche zwar ein klares und gutes Konzept erkennen - und darin Punkt für Punkt Deinen Ausführungen folgen kann, die aber letztlich die Umsetzung dieses Konzepts an einer kleinen technischen Panne als gescheitert feststellen muss? Reicht ein gutes Konzept tatsächlich für ein hohes Niveau, ungeachtet einer Ausführung mit Mängeln? Oder ist die Unschärfe des Schraubenkopfs tatsächlich plausibel - und ich habe es bloß nicht bemerkt? In diesem Fall bitte ich um Hilfestellung.
    Eine ebensolche hätte ich auch nötig in der Frage, was denn Herbert erreicht hätte, hätte ich die Anmerkung nicht geschrieben - und auf welchem Niveau er sich dann befände. Diese bildniveauhebende Funktion der Anmerkung ist mir wahrhaft enigmatisch.
    Darüber hinaus glaube ich zuversichtlich, dass Herbert in seinem Wollen und Streben als Fotograf so gefestigt ist, dass er sich von dem Weg, den er selbst vor sich sieht, durch keine wie immer geartete Anmerkung wird abbringen lassen. Nach meiner Einschätzung lässt er dabei charakteristischerweise ein sehr ausgeprägtes Beharrungsverhalten an bestimmten Motivgruppen erkennen, so dass die Gefahr, dass er vorschnell irgendeinen Pfad verlassen könnte, eher gering einzuschätzen ist. Die Chancen Deiner wie meiner Einflussnahme darauf würde ich nicht allzu hoch einschätzen ;-)

    lg Werner
  • Ulli Pohl 2. September 2005, 0:06

    nach diesen endlos langen kommentaren fasse ich mich kurz und sage:
    ich finde, die aussage, die du mit dem bild bezwecken wolltest, kommt durch, es wirkt auf mich surreal.
    der rote klecks ist der i-punkt;-)

    lg uli
  • KaPri 1. September 2005, 21:31

    nach einem tag wie diesem noch Werners kommentar durchzuackern, allein darauf bin ich fast stolz! das, was mir an dem bild so gefällt, hat er im letzten absatz angesprochen: die waagrecht verlaufenden farbigen streifen(mit struktur!), die sich nach oben hin zu spritzern und klecksen verlieren, mit einer (wenn auch nicht ganz scharfen) schraube als halt fürs auge bzw. als auflockerung.
    für mich einfaches gemüt ist das genug - das unterscheidet wohl dann den gourmand vom gourmet, um noch auf Werners vergleich mit der würze anzuspielen.
    der titel befremdete mich auch erst - aber deine erkärung dazu, Herbert, ist akzeptabel
  • Anke Hartmann 1. September 2005, 20:18

    ich findes es einfach gut so wie es ist!
    eine einsame schraube ...
    feine komposition und der schärfeverlauf gefällt mir auch ..
    rot, weiß und schwarz erinnert mich irgendwie an schneewittchen ...
    LG Anke
  • Herbert Schueppel 1. September 2005, 19:24

    @Thomas: Nach Lektüre der Gesamtheit der Kommentare scheint meine Unsicherheit doch gerechtfertigt, oder? ;-)
    Immerhin: Ein Bild, das den möglicherweise längsten Einzelkommentar unter einem Bild in der Geschichte der fc provoziert, kann nicht ganz schlecht sein ;-)
    Darüber, was hier gezeigt wird, möchte ich keine langen Worte verlieren. Im Grunde ist es die von Jürgen erwähnte "Schraube irgendwo"; eine genaue Definition des Standortes oder des Gebäudes erscheint mir nicht notwendig.
    Was den Titel betrifft, bekenne ich mich zu der Vermessenheit, Anleihen beim Maler René Magritte genommen zu haben. Ich denke dabei an Titel wie "Das Reich der Lichter", Die schöne Gefangene" oder "Der Geschmack der Tränen", die mit dem Inhalt des Bildes, das sie schmücken, entweder in gar keinem oder nur in einem vagen Zusammenhang stehen. Insofern ist es wohl müßig, das Bild aufgrund des Titels zu deuten, obwohl die Assoziation Farbklecks/Blut wohl ursprünglich zum vorliegenden Titel geführt hat. Ich hätte das Bild auch "Die Hochzeit zu Kanaan" oder, um einen echten Magritte-Titel zu verwenden, "Der Monat der Weinlese" nennen können, aber nachdem ich nicht Magritte bin, hätten mich wohl alle für übergeschnappt gehalten.
    Der Pleonasmus bei "enigmatisch" und surrealistisch" ist wohl tatsächlich gegeben. Man sollte sich hüten, als Halbgebildeter Fremdwörter zu verwenden, vor allem, wenn man sich bewusst ist, dass man hier auf gebildete Leute wie Werner trifft, die die Bedeutung dieser Wörter bis zur kleinsten Nuance kennen.
    Die Unschärfe der Schraube war mir bewusst und vorerst unangenehm. Andererseits habe ich mich an eine Aussage von Christian Fürst erinnert, dass die fc alles "schamhaarscharf" haben will, und dass dies nicht notwendig wäre - und in Zusammenhang mit der "Rätselhaftigkeit habe ich es dabei belassen, obwohl es sich zugegebenerweise tatsächlich um eine misslungene Scharfstellung handelt.
    Ich betrachte mich also auf einigermaßen hohem Niveau gescheitert, freue mich aber darüber, dass es doch einige Betrachter zu ausführlicheren Kommentaren - positiv wie negativ - bewogen hat und bedanke mich ausdrücklich dafür.
    lg Herbert
  • Werner Braun 1. September 2005, 16:05

    Du hättest eher scheiben sollen: "Schweigen wird automatisch als Zustimmung gedeutet." Damit zwängest Du die Kritiker geradezu zur Äußerung.

    Ich weiß jetzt nicht, soll ich Titel und Bildbeschreibung ignorieren und das Bild als solches betrachten - oder soll ich den Titel in die Überlegung mit einbeziehen?

    Ich versuchs einmal ohne Beachtung der Texte:
    Da kann ich mich in vielen Punkten Thomas Ausführungen anschließen: Auch ich halte die Aufteilung und die Verteilung der Farbe im Bild für sehr harmonisch und durchwegs gelungen. Und auch ich erkenne den Schraubenkopf. Allerdings entzieht sich meinem banalen Geist das Wunderbare daran. Egal, jedenfalls bildet dieses Wunder des Alltags zusammen mit der stark horizontal orientierten Anlage des Hintergrundes eine wirklich ausgewogen und ansprechende Komposition. Auch da stimme ich Thomas zu. Und aufgeräumt erscheint mir das Bild auch - trotz der Farbsprenkel.
    Was dem visuellen Begreifen aber fehlt, ist der berühmte Halt im Bild. Dem Schraubenkopf, der mir dafür prädestiniert erschiene, mangelt es sowohl an Schärfe wie auch an Kontrast, um in dieser Funktion bestehen zu können. Für einen Betrachter (wie mich) lässt sich dadurch ein Gefühl der Unsicherheit nicht abwehren - das allerdings gar nichts mit der Verunsicherung durch eine enigmatische Aura zu tun hat. Es ist viel mehr wie ein an sich schmackhaft und hervorragend zubereitetes Gericht, dem das entscheidende Bisschen an Würze fehlt, um einen kulinarischen Genuss daraus zu machen. Auf ebensolche Weise fehlt diesem Bild das bisschen Würze, um zum visuellen Genuss zu werden. Es bleibt ein fader Nachgeschmack ... und der verdirbt leider den ganzen Genuss.

    Sehe ich das ganze Bild in Beziehung zum Titel und zur Bildbeschreibung, dann könnte ich Unschärfe als Phänomen schon als Gestaltungsmittel zur Kenntnis nehmen, aber es wäre nicht egal, um welche Art es sich dabei handelt. Leider vermittelt die Unschärfe auf der Schraube nicht den Eindruck, als wäre sie beabsichtigt und aus dem Bild selbst kann ich auch keine Plausibilität dafür schöpfen. Ob es nun tatsächlich stimmt oder nicht - der Eindruck einer misslungenen Scharfstellung bleibt.
    "Surrealistisch" ist doch das Attribut einer Erfahrungsebene, die tiefer liegt als die übliche Sinneserfahrung, die von den Sinnesorganen über Nervenbahnen zum Gehirn reicht und gemeinhin als realistische Erfahrung bezeichnet werden könnte. Surrealistische Erfahrung würde demnach wohl auf dieser "realistischen" Erfahrung beruhen, diese aber noch filtern durch Elemente aus dem Unterbewussten: Ängste, Hoffnungen, Träume und derlei. Wenn nun dieses Darstellung "ein wenig surrealistisch" sein soll, dann dürfte sich dieses Wahrnehmungsfilter des Unterbewusstseins nur schwach bemerkbar machen. Außerdem soll die Art der Darstellung auch noch enigmatisch, also rätselhaft sein. Für mich lasse ich dieses Attribut weg, weil es mir pleonastisch vorkommt. Möglich, dass eine surrealistische Erfahrung individuell als so stimmig empfunden wird, dass ihr nichts Rätselhaftes mehr anhaftet, aber dass sie auch vermittelbar wäre, ohne dem Gegenüber enigmatisch vorzukommen, halte ich für unwahrscheinlich.
    Der Titel "Der Rausch des Blutes" wirkt beim ersten Mal Lesens so, als wollte er das rauschhafte Gefühl beim Töten oder Verletzen ausdrücken - aber dann müsste es wohl "Blutrausch" heißen. "Rausch des Blutes" meint etwas anderes - auch wenn man das Blut metaphorisch versteht - als Temperament (etwa in dem Sinn, wie es in dem Satz "Es liegt ihm im Blut." gemeint ist). Der Genetiv lässt eigentlich keinen Zweifel daran, dass das Blut Ursprung des Rausches sein soll und nicht seine Ursache, dass der Rausch also jemand im Blut liegt und nicht, dass wirkliches Blut den Rausch auslöst. Dem Titel zufolge müsste das Bild zumindest hinweisen auf einen genetisch oder charakterlich bedingten Rausch. Aber schließlich bleibt ja auch noch die Möglichkeit, den Titel wörtlich zu nehmen: Wenn etwa der Anteil an Äthylalkohol im Blut höher wird, löst er dann nicht auch einen Rausch aus beim Inhaber des Blutes? Ich hab versucht, den Titel unter beiden Aspekten zu interpretieren und gleichzeitig, das Bild als Realbild mit "ein wenig Surrealismus" zu betrachten.
    Da merke ich schon, wie die untere Hälfte des Bildes gleichsam statisch und festgefügt wirkt, wie aber in der oberen Hälfte die festen Formen in Auflösung begriffen sind und zu spritzerartigen, sich zerstreuenden Pünktchen mutieren. Gleichzeitig scheint sich ihr Aggregatzustand zu ändern - sie verdampfen und steigen auf. Ist das der Rausch? Knapp über der Bildhälfte scheint es ja noch weißlich zu wallen ... Die Beteiligung des Blutes an der surrealistischen Änderung des Aggregatzustandes signalisiert der einzelne Blutstropfen mitten in der oberen Hälfte. Obwohl er selbst statisch wirkt, steht er felsenfest mitten im verdampfenden Element. Diese statische Anmutung lässt ihn wie die letzte Bastion des "ruhigen" Blutes (wie im untersten Streifen) wirken. Doch dem Geschehen kann auch er nicht Einhalt gebieten. Der Rausch des Blutes nimmt seinen Lauf ...

    Vielleicht sollte ich noch dazuschreiben, dass es auch ein wenig Surrealismus braucht, um diese Zeilen zu verstehen;-)

    lg Werner
  • Pelue 1. September 2005, 15:13

    Offenbar ein Foto, das polarisiert. Ich beurteile die Aufnahme zunächst einmal formal - und zwar so wie Thomas, der das so ausgedrückt hat, wie ich es nicht besser könnte. Insofern: Ein Foto, das mir sehr gut gefällt.
    Der Titel sagt mir aber - gar nix; Blutrausch ist was anderes. Insofern geht's mir wie Jürgen: Ich bin ratlos ...
    LG Martin
  • JDR aus W. an der D. 1. September 2005, 7:45


    interessante, plakative wirkung ... gute farbkomposition!

    eigentlich (spreche da natürlich nur für mich) zu wenig abstrakt, um nicht hinterfragen zu wollen, was es ist ...
    ... und zu abstrakt um zu erkennen, was es ist ?!?!
    so läßt du den betrachter (mich) ein wenig ratlos zurück ... und *ggg (ich nehme an, voll beabsichtigt) läßt du mich dauernd auf diesen roten punkt starren, der oben in der mitte ist .... trägt aber auch zu keiner wohlwollenden erkenntnis bei :)))
    naja ... du wolltest es wissen !!! .... bloß ich hab immer noch keine ahnung, was das ist .... über "schraube irgendwo" bin ich nicht hinausgekommen.
    liegrü
    jdr

  • Christian Fürst 1. September 2005, 7:37

    auch im Makrokosmos gibt es Farbe