Delfin in der Eckernförder Bucht / 2021

Delfin in der Eckernförder Bucht / 2021

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Relativ Work


Premium (Pro), Eckernförde

Delfin in der Eckernförder Bucht / 2021

Knapp ein Jahr hatten wir in unserer Eckernförder Bucht Besuch von einem weiblichen Delfin. Seit Frühjahr 2020 schwamm sie stets im selben Gebiet nahe einem Marinestützpunkt bzw. Campingplatz. Die dort verankerte Sperrgebietstonne schien ihr neues Zuhause zu sein. Schnell wurde sie eine Attraktion für Einheimische und Touristen, ließ sie doch schnell Nähe zu. Das führte dazu, dass natürlich gefühlt viel zu viele Menschen zu ihr schwammen, tauchten, paddelten oder mit Segelbooten vorbei kamen. Nicht zuletzt aufgrund einer Pilzerkrankung ebbte die Kritik an soviel Delfintourismus vieler Naturschützer nicht ab. Obwohl sie als freilebendes Wildtier und extrem gewandte Schwimmerin stets in der Lage war, sich dem Andrang zu entziehen, war es offensichtlich, dass sie die Nähe der Menschen eher suchte. Dennoch entschied ich mich ganz persönlich dazu, nicht dort zu tauchen, um nicht auch noch dazu beizutragen. Am 24. Januar 2021 und bei 3°C Wassertemperatur (natürlich waren jetzt nur noch sehr wenige Taucher unterwegs) ging es doch mal los, dem Delfin einen Besuch abzustatten. Wir waren keine Minute im Wasser, da stupste sie mich bereits am Rücken an und umkreiste mich und meine Tauchpartnerin. Sie sprang aus dem Wasser, flitzte gekonnt hin und her. Offensichtlich wohl genährt und agil, war es eine Freude dies erleben zu dürfen. Immer wieder tauchte sie unter und direkt zwischen unseren Beinen hindurch und genoss die Abwechslung. Zu keiner Zeit haben wir sie aktiv angefasst oder sind ihr hinterhergeschwommen. Alle Aktionen beruhten auf ihrem Verhalten bzw, ihrer Aktion. Ich habe meine Kamera immer hingehalten und fotografiert. Dieses Bild ist kein super Delfinbild, ist für mich aber eines der Schönsten, darum möchte ich es hier zeigen. Trotz der kühlen Wassertemperatur hatten wir für 45min. ein unvergessliches Erlebnis mit dem Eckernförder Delfin.
Leider sollten es die letzten Aufnahmen sein, denn nur drei Tage später wurde ihr toter Körper am Meeresgrund, direkt unter der Sperrgebietstonne gefunden. Wie üblich wurde der Kadaver von Fachleuten obduziert und wissenschaftlich aufgenommen. Die Todesursache war eine schwere Lungenentzündung . . .

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Exif

Kamera Canon EOS 7D Mark II
Objektiv EF-S10-22mm f/3.5-4.5 USM
Blende 3.5
Belichtungszeit 1/250
Brennweite 12.0 mm
ISO 500