Das musste einfach mal gesagt werden.....

Das musste einfach mal gesagt werden.....

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A. Luther


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Das musste einfach mal gesagt werden.....

...... bin inzwischen TOTAL genervt, wie die Kirche Leute behandelt, die einfach nur schöne Bilder in Kirchen machen wollen (gleich vorab – nicht während den Gottesdiensten, sondern dann, wenn diese Häuser unbenutzt und für alle offen sind). Bin innerhalb von einer Woche zwei mal mehr oder weniger aus einer Kirche geschmissen worden, weil ich Bilder mit dem Stativ machen wollte (zuerst aus dem Kölner Dom und gestern aus dem Mainzer Dom). In Köln hatte der „Wärter“ so einen beeindruckenden roten Talar an und eine große Kiste umgehängt, in der man Geld reinschmeißen konnte. Ich habe ihn so lange gefragt, warum ein Stativ (welches weiche Gummifüße hat und sicher nicht den Boden ruinierte, über den tagein tagaus tausende mit ihren Straßenschuhen laufen) verboten sei – am Ende kam dann die erwartete Aussage „Wir wollen nicht, dass sie sich auf Kosten der Kirche bereichern.....“
Darum geht es also – man könnte in einem Fotoportal ein paar Euro fünzig verdienen und das darf natürlich nicht sein (zumindest nicht, wenn die Kirche daran nicht mitverdienen würde) – ob ich nun tatsächlich je ein Bild aus einer Kirche verkaufen würde und der Kirche keine Tantiemen abtrete, oder ob ich nie ein Foto machen darf und dementsprechend nicht verkaufen kann – die Kirche verdient in beiden Fällen kein Geld –also hat sie etwas dagegen, dass es anderen ein kleines bischen besser geht, ohne dass sie daran mitverdienen (oder wie würdet ihr hier den Schluß ziehen).
Da steht so ein gigantisches Haus der Nächstenliebe, der offenen Tür, betrieben von einer Institution, die vor hunderten Jahren unendlichen Reichtum dadurch angehäuft hat, dass sie sich auf zum Teil höchst dubiose Methoden beim Volk bereichert hat und die heute noch vom Staat Steuern eintreiben läßt (soweit ich weiß, ist die deutsche Kirchensteuer weltweit einzigartig) und dann darf man nicht mal ein gutes Foto machen.....
Ich finde das beschämend und bezeichnend (wer so aggiert, muss sich nicht wundern, wenn ihm haufenweise die Mitglieder weglaufen)

In Mainz meinte die „Dame“, die erst mal drei mal betonte, dass sie Weisungsbefugt“ ist (auch so ein Wort, was meinen Adrenalinspiegel steigen läßt), dass ich ja ne gute Kamera hätte und sicher auch ohne Stativ gute Fotos machen kann. Zu diesem fotografischen Tiefflug sage ich jetzt mal nichts – das Bild hier wurde ohne Stativ aufgenommen – war aber nur möglich, weil da eine große Treppe war und man die Kamera auf eine Stufe legen und mit Fernauslöser auslösen konnte (jetzt weiß ich allerdings nicht, ob „Kamera-auf-Boden-legen“ auch verboten ist – der Deputy war schon weitergezogen).

Sollte ich jetzt den ein oder anderen Gläubigen mit meinem Kommentar genervt haben, dann tut mir das ehrlich leid – mich faszinieren einfach die Anssichten, die man in Kirchen haben kann, die architektonischen Besonderheiten, die Stimmung, die handwerklichen Meisterwerke – und da mich Fotografie auch fasziniert, bringe ich diese beiden Dinge gerne zusammen – was ist daran schlimm.....

Ach und noch was – sollte ich je durch ein Bild einer Kirche ein paar Euro fünfzig verdienen, verspreche ich hiermit, dass die Hälfte an eine gemeinnützige Institution geht

Kommentare 19

  • Suicidal Survivalist 5. Juli 2014, 14:23

    Boar, da geht mir beim Lesen ja richtig das Herz auf!

    (Beim Bild auch!)
  • Monika Kiefer 25. November 2012, 11:40

    Faszinierendes Licht und sehr schöner Bildaufbau
  • Micha ohne el 27. Februar 2011, 10:31

    Ich habe deinen Text mit Interesse gelesen, und sehe vieles gleich. Schon seltsam, dass das was von der Allgemeinheit bezahlt wurde nicht der Allgemeinheit gehört...

    Ganz ernst gemeint: Falls du einer Kirche angehörst.. du scheinst nicht gerade begeistert davon zu sein. Mal über einen Austritt nachgedacht? Ich tue es oft.


  • Frau Luna. 25. Januar 2011, 21:54

    Dein Bild ist wunderbar - perfekte Symmetrie und herrliches Licht!
    Zu deinem Kommentar muss ich sagen: Ich kann verstehen, dass du dich geärgert hast und teile deine Meinung über diese unbegreifliche Vorgehensweise.
    Ich habe ähnliches in Nürnberg noch nicht erlebt, weder in evangelischen, noch in katholischen Kirchen, sogar als ich mit einer ganzen Gruppe - und ihren Stativen - dort war...und auch die Nürnbeger Kirchen sind ja Touristenattraktionen, die ihre Souvenierpostkarten und -bücher verkaufen wollen.
    Gruß
    Martina
  • ulizeidler 25. Januar 2011, 21:36

    aber so bekloppt sind die nich nur in Deutschland... hatte Probleme in der Schweiz und in Griechenland... auf Malta wiederum fanden die es gut, wenn man mit Fotos zu Hause Werbung macht für ihren Gold-Barock ;o)
  • Geordi 25. Januar 2011, 9:43

    Hallo !
    Ich kann deinen Ärger verstehen. Ich habe mir einfach vom Kölner Dom eine Fotoerlaubnis geholt. Kostet nichts. Geht per eMail und kommt dann schriftlich per Post. Das hat auch prima funktioniert. Leider ist dies auf einen Tag beschränkt. Aber das ist dann Organisationssache. Die Bilder dürfen selbstverständlich nicht veröffentlicht werden. Auch ärgerlich und irgendwie sinnentleert. Eine bessere "Werbung" kann die Kirche doch gar nicht bekommen. Zu kommerziellen Zwecken könnte ich das ja noch verstehen.
    Viele Grüße
    Andrea
  • Martin 08-1971 25. Januar 2011, 0:17

    Mir ist grad die Kinnlade runtergefallen ich glaube da wäre ich unhöflich geworden.
    Das sind öffentliche Gebäude die zu keiner staatlichen Organisation gehören denn in Deutschland gilt per Grundgesetz Trennung von Kirche und Staat.
    Es gibt keine Weisungsbefugnis die mir das aufstellen eines Stativs verbieten kann. Den Gottesdienst können sie als Veranstaltung deklarieren aber mehr ist nicht drin während der "Öffnungszeiten"
    Hausfriedensbruch oder Ähnliches was das Hausrecht der Kirche verletzen würde müsste schon durch mehr als dem stillen fotografieren begründet werden zu mal wenn Freihandaufnahmen gestattet sind.
    Ich denke da wäre ich zur Hochform aufgelaufen, gerne mit Polizei und viel Tamm Tamm damit es möglichst viele mitbekommen.

    Aber nun wollen wir uns wieder in Ruhe und Besinnlichkeit üben. Dein Bild das unter so ungastlichen Bedingungen entstanden ist, ist jedenfalls ein Meisterwerk für sich.

    Solltest du tatsächlich einen Käufer finden und dein Gelöbnis einlösen wollen, nimm ne freie Kirche die haben´s nötig denn die sehen nichts von der Kirchensteuer.

    Gruß
    Martin
  • A. Luther 24. Januar 2011, 18:18

    hallo Ernst, denkst du allen Ernstest, es geht hier um die Wahrung eines Sakralraums!! Wenn dem so waere, dann duerfte eigentlich keiner in die Kirche, der dies nicht aus spirituellen Gruenden tut, dann duerfte auch keine Familie mit einem Baby rein, den der Platz, den ein Kinderwagen in Anspruch nimmt, ist mindestens so gross, wie der, den ich fuer mein Stativ brauche. Dann duerfte auch nicht mitten in einer Kirche ein Stand sein, an dem ich Souveniers kaufen kann und dann duerfte es auch keine Bereiche geben, in denen die Spots erst angehen, wenn ich einen Euro in einen Schlitz geworfen habe. Vor allem aber, muesste dann das Fotografieren generell verboten sein, und nicht nur mit dem Stativ - ironischerweise haette ich sogar Blitzen duerfen, was in meinen Augen viel mehr stoert. Ich halte dein Argument fuer den typischen Versuch von Kirchenanhaengern, einen Missstand mit einer spirituellen Begruendung zu decken. Vor allem aber war es in Koeln der Kirchenangestellte selbst, der nach dreifacher Nachfrage, wortwoertlich sagte: "wir" wollen nicht, dass sie sich bereichern!!,
    Ich habe Respekt vor dem was in einer Kirche passiert, in Momenten der Andacht wuerde ich solche Bilder nie machen. Sieh dir mein Bild an - ausser mir waren sage und schreibe zwei Menschen in der Kirche und sie hatten nur kurz auf den Baenken Platz genommen, denn es waren wie ich, "nur" Besucher. Das der Ort der Andacht so menschenleer ist, spricht doch Baende!!

    Und ja - dies ist eine FOTOcommunity - wir sind hier, weil wir Bilder machen und wie du es nennst, sammeln.  Wenn das fuer dich ein Problem ist, wieso bist du dann hier?

    bw
    axel
  • Ernst P. 24. Januar 2011, 17:53

    Kommentare sprechen für sich. Wer wie ich als Stadt-und Kirchenführer erlebt habe, wie sich "Fotografen" in Kirchen aufführen, ohne jedes Gespür für den Sakralraum und den entsprechenden Charakter dieses Raumes, der hat Verständnis für restriktive Handhabungen. Es soll nämlch auch noch Menschen geben, die die Kirche des Gebets wegen betreten. Wenn der wehrte Herr (überzeugte) Protestant Pilgenröder meint, er würde sich beim Ratsvorsitzenden beschweren, so braucht er das gar nicht. Es gibt nämlich einen großen Unterschied im Kirchenraumverständnis. Der evangeliche Kirche ist ein Versammlungsraum, die katholische ein Sakralraum. Dass sich daraus unterschiedliche Versuche einer Besucherordnung ergeben, dürfte auch dem klar sein, der dieses Gebäude lediglich als Knipsobjekt für seine fc-Sammlung betrachtet. Schwierig ist allein, je nach Größe der Kirche einen adäquaten Kompromiss zu finden.
    Gruß Ernst
  • A. Luther 24. Januar 2011, 17:36

    scheint immer mehr um sich zu greifen - ich kannte das bisher nur aus Städten wie Rom (und da war es eigentlich egal, ob man im Pantheon war, oder im Petersdom) - dass das jetzt hier auch Schule macht, ist wirklich traurig. Statt sich darüber zu freuen, dass über ein Bauwerk der Allgemeinheit schönere Bilder gemacht werden, scheinen sich die Verantworlichen nur darüber zu ärgen, dass der ein oder andere solche Bilder eventuell vermarktet (und sie am Gewinn nicht beteiöigt sind).
    Ih sehe das ja voll ein, wenn eine gewisse Art zu fotografieren, für ein Objekt schädlich ist (mag ja sein, dass tägliches Blitzlichtgewitter einem alten Ölbild oder Fresko schadet) - aber eine Stativaufnahme schadet nicht - wie gesagt - ich hatte keine Spikes am Stativ, sondern weiche Gummifüße - weicher als meine eigenen Schuhe.

    Ob das hierzulande konfessionell unterscheidlich gehandhabt wird, weiß ich nicht (aber es würde mich nicht wundern, wenn auf dem Gebiet Ökumene mal funktioniert :-))
    Vielleicht sollte man einfach mal solche Misstände in Foren wie diesem, offener anprangern - die "Macht" des Volkes hat ja schon so manchen Verantwortlichen umdenken lassen. Wenn das so weiter geht, dann ist vielleicht auch irgendwann der Elbsandstein nicht mehr mit dem Stativ zu fotografieren - oder eine schöne alte Allee. Und es mal auf Stunk ankommen zu lassen, werde ich mir ernsthaft überlegen :-)
  • Werner Sperl 24. Januar 2011, 16:38

    Das habe ich ja noch nicht erlebt. "DIE" haben doch ein Rad ab... Gut, dass ich schon seit Jahren keine Kirchensteuer mehr zahle. Noch ein guter Grund.

    Klasse Foto!
  • flutsche00 24. Januar 2011, 12:09

    Auf jeden Fall weiter so...., einfach mal das Stativ stehen lassen und sich auf einen handfesten Disput einlassen oder auch mal die Polente kommen lassen...,
    in den Kölner Dom wollte ich auch schon lange......
  • Gutemine 24. Januar 2011, 11:40

    tja...mit Stativ ist man gleich ein Profi...das kriegt man aus den Leuten nicht raus. Ich hoffe, daß Du mal in eine Situation gerätst in der Du diese Vorstellung zu Deinen Gunsten ausnutzen kannst.
    Grüße Gutemine
  • Lothar Pilgenröder 24. Januar 2011, 11:02

    Dein Foto ist so gut wie Dein Begleittext.
    Ich bin (überzeugter) Protestant und halte mich deshalb in Katholischen Kirchen sehr zurück. Wenn mir so etwas in einer evangelischen Kirche passieren würde, bekäme der Ratsvorsitzende Post von mir!
    LG von Lothar
  • anna.s. 24. Januar 2011, 10:31

    klasse-bild!!!!
    lg, anna

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Kamera PENTAX K20D
Objektiv ---
Blende 3.5
Belichtungszeit 1.5
Brennweite 18.0 mm
ISO 200