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Das Herz von Anna Charlier...

Das Herz von Anna Charlier...

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Manfred Bartels


World Mitglied, Dörverden

Das Herz von Anna Charlier...

20. Juli - 11:18 Uhr
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Wir ankern am Nordufer der Danskoya in Virgohamna. Der Eisbär ist am anderen Ende der Insel und deswegen können wir hier an Land gehen.
Normalerweise ist hier das Betreten der Insel strengstens verboten, wir haben eine schriftliche Erlaubnis des Gouverneurs. Es ist geschichtsträchtiger Boden, das Cap Canaveral der Nordpolarflüge, so hab ich es mal gelesen.
Von hier aus haben verschiedene Expeditionen versucht mit Ballonen und Luftschiffen den Nordpol zu erreichen. Aber sie sind alle gescheitert.
Es ging mehr um nationales Prestige als um Nutzen, die Männer waren keine Forscher und Entdecker. Der Schwede Salomon August Andrée sollte die norwegische Dominanz der Polarforschung brechen und startete 1897 von hier mit einem Ballon zum Pol. Einige Brieftauben die er in den ersten Tagen losschickte überbrachten Nachrichten das alles wohlauf sei.
Danach hat man 33 Jahre nichts mehr von ihnen gehört.
Erst 1930 wurden ihre Überreste auf Kvitoya im Osten des Archipels entdeckt.
In einem Grab fand man den Leichnam von Nils Strindberg, er war als erster gestorben, sie hatten ihn noch begraben können. Die wichtigsten Dinge in seinem Leben hatten sie ihm mitgegeben. Eine Locke von Anna Charlier, seiner jungen Verlobten, ein Medaillon mit ihrem Bild und zwei Eintrittskarten einer Ausstellung die sie gemeinsam vor der Abreise in die Arktis besucht hatten.
Die Nachricht vom Fund der Männer erreichte Anna in Göteborg, sie war gerade auf dem Rückweg zu ihrer Familie in England.
13 Jahre hatte sie auf ihren Verlobten gewartet, hatte nie die Hoffnung aufgegeben.

Sie starb 1947. Sie wollte in England begraben werden, so stand es in ihrem Testament. Aber ihr Herz sollte verbrannt werden und die Asche in einer silbernen Dose im Grab der drei Polarforscher Strindberg, Fraenkel und Andrée in Stockholm beigesetzt werden.

Ihr Mann, Gilbert Hawtery erfüllte ihr diesen letzten Wunsch.

Das ganze Drama: http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9es_Polarexpedition_von_1897

Eisbär auf nüchternen Magen..
Eisbär auf nüchternen Magen..
Manfred Bartels

Kommentare 10

  • Silvia Richters 17. August 2007, 16:12

    Ein sehr interessanter Bericht und sehr eindrucksvolle Bilder, die du uns hier zeigst.
    Liebe Grüße Silvia
  • Maria-L. Müller 17. August 2007, 13:01

    Wie klein euer Schiff doch vor dieser beeindruckenden Kulisse wirkt.
    LG Maria
  • Patrik Brunner 16. August 2007, 22:14

    Auch hier gefällt mir wieder die Kombination vom Vordergrund mit dem Ueberbleibseln.... und dem Wasser und den Bergen im HG.... nicht zu vergessen: das Schiff... ;-))
    Die Geschichte ist interessant und lehrreich..... das waren noch Pionierleistungen !
    Gefällt mir gut.
    Gruss Patrik
  • Marianne Schön 16. August 2007, 21:58

    Seltsam, düster und obwohl da viel herum liegt einfach zu einsam.
    Und eine traurige Geschichte dazu. Die Stimmung hast Du gut eingefangen.
    NG Marianne
  • dole 16. August 2007, 20:57

    Ich verfolge nun schon seit Tagen Deine Fotos und Geschichten und bin immer wieder fasziniert.
    LG Dieter
  • Hans Fröhler 16. August 2007, 18:19

    Eine herrliche Manschaftsmalerei Manfred.
    Gefällt mir richtig gut, und beim lesen Deines Textes habe ich wieder etwas dazugelernt.
    Grüße Hans
  • Cornelia Schorr 16. August 2007, 17:45

    Und wofür das alles? Für die Ehre.... *seufz*
    Das düstere Bild passt zum Bericht!

    LG conny
  • Conny Wermke 16. August 2007, 16:50

    Wofür menschen ihr Leben lassen..nun ja..
    Düster, das trifft es für die Aufnahme. Euer Schiffchen ist der Lichtblick..

    LG Conny
  • Rolf Kurtz 16. August 2007, 15:53

    Deine berichte und Fotos sind mal wieder super!
    lg Rolf
  • Joachim Kretschmer 16. August 2007, 14:29

    . . . ja, das sind die wahren Geschichten. Sie gingen nicht immer gut aus . . . schön, wie Euer Schiff gerade noch in dieser Weite auszumachen ist . . . VG, Joachim.