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** barriere.frei [kraftlos im leben(?)] **

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Peter Purgar


Pro Mitglied, Graz

** barriere.frei [kraftlos im leben(?)] **

Und nach der Pflichtschule?
„Ganz normales Gymnasium in Graz und ich hatte keine wirklichen Probleme mit den Mitschülern oder Lehrern. Danach 7 Semester Pharmazie, das ich aber aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Die physischen Anforderungen waren einfach zu hoch und so beendete ich das Studium kurz vor Ende des ersten Abschnittes.“

Hast du dich aufgrund deiner Behinderung je als Außenseiter gefühlt?
„Eigentlich immer, aber meistens ohne dabei besonders zu leiden.“

Sind Frauen und die Liebe ein Thema in deinem Leben? Gibt oder gab es Beziehungen?
„Ich hatte einige Möglichkeiten Frauen kennen zu lernen und eventuell sogar längerfristige Beziehungen einzugehen, aber durch meine eigenen inneren Barrieren – ich stand mir eigentlich immer selbst im Weg – habe ich in diesen Belangen alles im Vorhinein schon abgeblockt. Außerdem wollte ich damals im Heim gar keine Beziehung, da es dort im Prinzip kaum Privatsphäre gab und somit auch keinen Raum für eine funktionierende Partnerschaft.“

Da du ganz normale Bedürfnisse wie jeder Mann hast könntest du dir somit auch eine Partnerschaft vorstellen bzw. wünschen?
„Ja, sicher. Meine Gefühle, und auch meine Körpergefühle, sind genauso da wie bei jedem anderen Mann auch. Es läuft einfach anders bei mir ab. Kreativität ist da gefragt…“

Hast du je Schuldige für deine Behinderung gesucht?
„Nein, ich hab es so hingenommen und akzeptiert wie es gekommen ist.“

Gott, Kirche, Glauben ... wie stehst du da dazu?
„Das war nie ein großes Thema, meine Eltern sind ganz normal damit umgegangen und ich bin eher ein Realist, ein Naturwissenschafter. Niemals hab ich Trost im Glauben gesucht. Dass mich dann und wann fremde Menschen auf der Straße ansprechen und mit mir gemeinsam beten wollen, belastet mich da eher. Diese übertriebene und für mich falsch motivierte Anteilnahme kann sehr belastend sein.“

Andere gründen eine Familie, bauen Häuser und du baust um dich herum ein funktionierendes Netzwerk auf, das dir ein erträgliches Leben mit deiner Behinderung ermöglicht. Wie viel öffentliche Hilfe gibt es und bist du zufrieden damit?
„Da ich nicht arbeiten kann, bin ich natürlich auf fremde Hilfe angewiesen, auch in finanzieller Hinsicht. Diese Unterstützung kommt aus der öffentlichen Hand in Form von Beihilfen oder ähnlichem. Mein Leben organisiere ich mir soweit es geht selbstständig. Ich suche mir meine Assistenten, die Menschen die mich durch meinen Alltag begleiten, aus und bin schlussendlich auch dafür selbst verantwortlich. Das ist schon so in Ordnung wie es ist.“

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