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Autun - Kathedrale Saint-Lazare

Autun - Kathedrale Saint-Lazare

3.200 20

Horst Schulmayer


Premium (Pro), Region Stuttgart

Autun - Kathedrale Saint-Lazare

Die Kathedrale Saint-Lazare von Autun ist die Bischofskirche des Bistums Autun im Stil der Romanik und in der Bourgogne-Franche-Comté.

Es handelt sich dabei um eine dem heiligen Lazarus geweihte, dreischiffige Basilika mit reichem Fassadenschmuck, die den höchsten Platz der Oberstadt von Autun beansprucht. Seit 1949 trägt sie den Titel einer päpstlichen Basilica minor. Das Kulturdenkmal wurde im Jahr 1840 als Monument historique klassifiziert.

Das Tympanon, also der ausgestaltete Giebel des Westportals der Kathedrale, zeigt ein in Stein gefasstes Jüngstes Gericht, das Meister Gislebertus, der wohl begabteste burgundische Steinmetz seiner Epoche, geschaffen hat und der durch eine Inschrift über dem Hauptportal namentlich bekannt ist. Das aus 29 Einzelplatten bestehende Bogenfeld zeigt eine Darstellung des Weltgerichts. Christus wird flankiert von Maria und dem Erzengel Michael, der die Seelen wiegt.

Gislebertus hat sein Werk zu Füßen des Christus mit seinem Namen gezeichnet, ein zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlicher Vorgang. Sein Bildhauerstil lässt sich dadurch kennzeichnen, dass er weniger das Körpervolumen betont, sondern eher die graphische Seite. In der Kunstgeschichte wird dies als „Entmaterialisierung des Körpers durch die Linie“ bezeichnet (Beine rechts). Die einzelnen Körper sind nicht voluminös, sondern eher durch ihre lineare Kontur bestimmt – dieses Stilprinzip durchzieht die gesamte Kirche. Außerdem ist sein Werk gekennzeichnet durch sehr intensive atmosphärische Darstellungen sowohl der teuflisch-dämonischen Seite als auch der himmlischen.

Portalanlagen hatten anfangs grundsätzlich einen halbrunden oberen Abschluss nach dem Vorbild des römischen Triumphbogens. Das Halbrund galt als Abbild des Himmels (zum figürlichen Schmuck des Bogens über dem Tympanon siehe Monatsbilder), dies drückten auch die romanischen Rundbögen im Innern der Kirche aus. Die (von Christus aus gesehen) linke Seite ist häufig dem Negativen, dem Teufel, der Versuchung, den Verdammten vorbehalten, weshalb bei Portalen oft nur die rechte Seite geöffnet ist.
Tympanon der Kathedrale Saint-Lazare

Das Thema des Tympanons, Christus in der Mandorla, ist das klassische Thema bei großen Portalanlagen – und auch bei den Fresken in der zentralen Apsis taucht es häufig auf. Die Mandorla, das Zeichen der Würde, wird von vier Engeln getragen: Zwei von ihnen stehen, die beiden anderen fliegen, mit dem Kopf nach unten.

Man kann das Tympanon in vier Zonen teilen. Das obere Feld ist dem Paradies gewidmet, denn zur Rechten Christi sehen wir Maria auf einem Thron sitzen (oben links mit Engel). Zu seiner Linken befinden sich zwei sitzende Gestalten, in denen man gewöhnlich zwei Apostel erkennen will, da sie die Reihe der zehn Apostel weiter unten vervollständigen würden. Die Identifikation als Petrus und Paulus ist ausgeschlossen, da Petrus – eindeutig identifizierbar an seinem großen Schlüssel – bereits zur Rechten Christi (hohe Gestalt links in der Mitte) abgebildet ist.

Ganz links in der unteren Ecke befinden sich die Seelen, die ins Paradies eingehen. Rechts von Christus ist die sog. Psychostase, die Seelenwägung dargestellt, aufgeteilt zwischen dem Erzengel Michael und einem Teufel. Das Bild der Seelenwaage in der Hand des Erzengels Michael stammt aus dem ägyptischen Raum. Hier wurde der Glaube des uralten Kulturlandes, dass Osiris im Schattenreich die Seelen der Toten wägt, ohne weiteres ins Christliche übertragen. Ganz rechts unten sind folglich die Pforten der Hölle zu erkennen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Autun

Kommentare 20

  • enner aus de palz 2. Juli 2019, 9:03

    Tolles Portal, wenn ich lese, wie du die Aufnahme gemacht hast, dann kann man die stürzenden Linien als Stilmittel hier einsetzen, gefällt mir richtig gut die Aufnahme.
    LG Rainer
  • emen49 30. Juni 2019, 17:14

    Ein prunkvolles Eingangsportal... Wunderbar aufgenommen - ein klasse Foto!
    Einen lieben Gruß und komm gut durch diesen heißen Tag
    Marianne
  • Monika Arnold 29. Juni 2019, 17:32

    Ein sehr schönes Motiv lieber Horst.
    Ganz liebe Grüße Monika
  • Georges Vermeulen 28. Juni 2019, 17:50

    Sieht sehr schön aus...

    Gr Georges
  • Hans-Peter Hein 27. Juni 2019, 23:46

    eine Aufnahme mit großem Detailreichtum und einer guten Erklärung; sehr gut fotografiert!
    LG Hans-Peter
  • Misme 27. Juni 2019, 16:12

    Die Engel, die das Mandorla halten, weisen symbolisch meist auf die Himmelfahrt Christi hin! Es ist schon ein herausragendes Werk der Romanik und stark durch die Buchmalerei und Goldschmiedekunst geprägt. Die Vergrößerung bringt die Details gut zum Vorschein!
    LG Misme
  • Maud Morell 27. Juni 2019, 0:41

    Ein Kunstwerk dieses Portal und von dir super fotografiert.
    LG von Maud
  • Erhard Nielk 19. Juni 2019, 20:59

    information im detail  hin oder her,
    das motiv muss mich ansprechen,
    und das ist der fall.  gruss erhard

    ein kleiner hinweis genügt, für die,
    die mehr wissen möchten, meine
    meinung.
  • troedeljahn 15. Juni 2019, 17:42

    Eine klasse Aufnahme. Dazu mit einem schönen Licht. Bestens von dir gestaltet.
    Viele Grüße
    Wolfgang
  • Norbert REN 11. Juni 2019, 14:39

    Von der Belichtung her, ganz mein Ding, eher hell gehalten und nicht wie heute in auf dunkel getrimmt.
    Das Motiv beweist, dass auch die Romanik sehr leicht und verspielt daher kommen kann.
    Ich hadere ein bisschen mit den stürzenden Linien, und auch mit der fehlenden Symmetrie, kenne aber die örtlichen Gegebenheiten nicht.
    Der Text ist interessant, informativ, zum Bild passend, aber für die fc zu lang.
    Da er aus Wikipedia stammt, solltest Du das auch kenntlich machen.
    LG. Norbert
    • Horst Schulmayer 11. Juni 2019, 18:56

      Hallo Norbert,
      das mit dem Link aus Wikipedia habe ich soeben nochmals korrigiert, irgendwie hatte es den beim Einstellen nicht mit rüber kopiert. Die Länge eines Textes kann ja jeder selbst entscheiden, was er einstellen mag, bzw. umgekehrt wie viel jemand lesen mag.
      Zu den örtlichen Gegebenheiten, mehr Abstand ging nicht, ich stand mit dem Rücken buchstäblich zur Wand :) Und es ging steil bergab, Kirchen standen im Mittelalter immer am höchsten Punkt, um Gott nahe zu sein und meistens hatten sie auch eine weltliche Bedeutung innerhalb der befestigten Stadtmauern. Ich selbst akzeptiere gerne stürzende Linien, so lange sie Ausdruck der Perspektive sind.
      Gruß Horst
    • Norbert REN 11. Juni 2019, 22:34

      Das Technische hatte ich mir schon gedacht, und die Sache mit dem Text ist eine Empfehlung aus meiner Erfahrung heraus.
      Am besten kommen bei mir kurze prägnante Infos, die ich selbst verfasse Zahlen und Fakten kontrolliere ich noch mal im Netz..
      Wikipedia kann man dann ja einfach verlinken.
      Eigentlich machst Du das bei Deinen Reisebildern ja sonst genau so.
  • Bernhard Kuhlmann 11. Juni 2019, 13:48

    Ich bin immer wieder überwältigt davon, was die früher alles geleistet haben !
    Gruß Bernd
  • Adele Oliver 11. Juni 2019, 2:39

    splendid architectural details, beautiful your
    capture in fine light and great sharpness !!!
    warm regards, 
    Adele
  • heide09 10. Juni 2019, 21:18

    Bewundernswerte Arbeiten sind das.
    Beste Grüße Ania
  • Benita Sittner 10. Juni 2019, 19:54

    ...tolles Eingangsportal und super Bildquali...VLG Benita
  • Claudia Paetz 10. Juni 2019, 19:37

    Eine klasse Aufnahme ... tolle Details, die in der Vergrößerung super wirken ...
    LG Dir von claudia