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Legolas1709


Premium (Pro), Hardt

Aurora

...der große Abend der Nordlichtsafari...

Abfahrt am Radisson Blu und ich dachte noch "hoffentlich nicht in einen der großen Busse" als ich hoffnungsfroh ums Eck bog und einen sympathisch aussehenden, warm eingepackten Guide fragte wo ich denn hin müsse. Er erklärte mir sehr freundlich, dass ich leider einen der großen Busse nehmen müsse. Schade, ich hatte mir sehr gewünscht, dass es lediglich eine kleine Gruppe wäre mit der man unterwegs ist - aber egal, was mich erwartet wusste ich ja sowieso nicht :-)

Im Bus sitzend stellte sich Emilio vor, ein italienischer Student in Tromsö, der sich excellent mit Fotografie auskannte und nach einer kleinen Einweisung erst nochmal für alle erklärte wie man denn sein Knipsdingens einzustellen hätte. Ich habe noch nie so viele Leute auf einmal das Unendlichkeitszeichen am Objektiv suchen sehen wie an diesem Abend - ja, sagen wir mal ich hatte Spaß :-)

Eine knappe Stunde fuhren wir Richtung Inland und er merkte noch kurz an, dass es beim letzten Mal an dem anvisierten Ort -18 Grad gewesen waren - o.k. dachte ich, das ist frisch... Wir hatten allerdings nur -6 Grad, nach 4 Stunden draußen hat das meinen Füßen allerdings auch grade so gereicht, das nächste Mal nehm ich Styrodur mit und stell mich drauf - grins...

Ziel der Fahrt - ein Hochtal an dem es zwei sehr schöne große Hütten gab mit Wärmepilzen drin, einem offenen Feuer draußen mit Rentierfellen über Schneemauern, sehr idyllisch. Nachteil natürlich die Lichtquellen, aber man kann nicht alles haben und ich wusste ja sowieso nicht was mich erwartet...

Gut, nach einer halben Stunden wusste ich es - einfach warten... Das tat die Gruppe dann auch, geschlagene 2,5 Std. ohne das sich irgendwas tat. Ein paar Leute saßen sogar in der Hütte und schliefen. Aber dann - ja dann kam ein asiatischer Mitmensch in die Hütte gestürmt und rief was und alle ranten wie von der Tarantel gestochen nach draußen- was war ich so froh, dass ich meinen Krimskrams sicher an mir hatte, keiner achtete mehr auf irgendwas - wohl so ne Art Massenhysterie, Menschen sind schon komisch (ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich sowas dachte wie "die spinnen die Römer")...

Als so ziemlich letzter aus der Hütte gekommen stand ich draußen und dachte - o.k. - was ist jetzt anders als eben??? Ich sah nix - absolut nix... Doch, Emilio sah ich und der hatte ein Nordlicht auf der Kamera???!!!
Ich fragte ihn dann in welche Richtung ich denn schauen müsse und er zeigte einfach auf den großen Berg vor mir. O.k. - Kamera aufgebaut und gewartet, blöde in den Himmel geguckt - nix gesehen.

Und was machte meine Mitmeute? - ein Auslöser nach dem anderen klickte, ich war irritiert und dachte letztendlich machste halt mit... Gut, dass es dunkel war, denn ich hab bestimmt ziemlich blöde aus de Wäsche geguckt - auf der Kamera war was Grünes am Himmel!!! Ich schwöre, ich hab mit meinen eigenen Augen nicht ein Nordlicht gesehen, nix, gar nix, niente... So hatte ich mir das nicht vorgestellt... Später hab ich dann erfahren, dass die Polarlichter oft nicht vom bloßen Auge sichtbar sind, wohl aber von der Kamera. Für mich waren das alles nur Schleierwolken (so ist das wenn man keinen Plan hat - seufz...., bitte nicht lachen Annette).

Ich war gute 2 Stunden draußen, nach einer langen Zeit in der nichts passierte bildete sich einen kleine Eisschicht an der Kamera und ich beschloss, der guten für Heute Feierabend zu gewähren. Gegen 0:00 Uhr ging es dann wieder zurück nach Tromsö - und soll ich euch den Klopper erzählen??? Am Hafen entlangfahrend war das sicherlich mit Abstand größte und intensivste Polarlicht in dieser Nacht, konstant über dem Wasser und der Stadt - ich hätte mich in den Ar... beißen können....

Egal - aller Anfang ist schwer, aber es war ein Erlebnis über das ich sicherlich noch das ein oder andere Mal schmunzeln werde :-)

Die entstandenen Aufnahmen sind bei weitem nicht so gut und wunderschön wie von Annette oder Lichtlein, lasst Gnade vor Recht ergehen - first time is never as easy as it seems :-)

Kommentare 14

  • Anke Behrendt 25. August 2018, 19:28

    Hallo Legolas,
    ich muss sagen, das es ein wunderschönes Foto ist! Und deine Geschichte dazu - passt doch! LG Anke
  • Karlheinz Siegmund 24. Februar 2017, 19:13

    Sehr schön!
    LG Karlheinz
  • jumanji64 24. März 2016, 8:31

    Ein grandioses und tolles Bild. Das würde ich mir sofort ins Wohnzimmer hängen, einfach eine schöne Aufnahme.
  • Ralph.E 15. Januar 2016, 13:00

    Ganz starkes Komposition und Bildqualität.

    Gruß
  • Mike JB 10. Januar 2016, 14:46

    da brauchst du keine Gnade .... es ist GUT
    LG Mike
  • andreas brodbeck 9. Januar 2016, 19:33

    GEFÄHRLICH!
    da glaubt man Polarlichter seien so schreiend grün wie sie die meisten Fotografen veröffentlichen, doch in Wirklichkeit sind sie eher weiss/gelblich.......ausser natürlich bei einem grossen Ereignis.
    deine Beschreibung spricht mir aus der Seele und ich bearbeite meine neueren polarlichtfotos bis ich zufrieden bin und ich sagen kann: "ja , so war es in etwa!"
    übrigens stellte ich in meinen 25 Jahren polarlichtforschung fest, dass jede person eine andere polalichtempfindlichkeit der Augen hat......und natürlich mischt der kopf(Vorstellung wie es sein muss)kräftig mit.
    ich wünsche dir das nächste mal mehr Glück.
    lichtvoll andreas
  • Fran Scott 7. Januar 2016, 12:56

    Was für eine süße Geschichte! Das war bestimmt ein tolles Erlebnis! Ich bin ein wenig neidisch.
    Das Ergebnis kann sich doch schon super sehen lassen!!! Und es ist echt interessant, mit deinen tollen Infos über die Entstehungsgeschichte des Bildes :)
    VLG. Fran
  • Annette He 7. Januar 2016, 7:51

    Ganz zart und wunderschön.

    Gruß,
    Annette
  • Lichtlein 6. Januar 2016, 21:25

    Hallo Christine,
    eine interessante Geschichte mit deinen Nordlichten, ich musste sogar etwas schmunzeln dabei. Diese ersten Erfahrungen hat wohl schon jeder gemacht - Nur Übung macht den Meister. Euer Guide hat euch an eine gute Stelle geführt, die Nordlichter über dem schneebedeckten Berg im nachtschwarzen Himmel machen sich wunderbar, das Ganze, und da gehört auch der "Untergrund" dazu bilden ein klasse Ensemble, fein auch die verstreuten Sterne. Vielleicht war es ja nicht verkehrt die Himmelserscheinungen nicht so unmittelbar gesehen zu haben - Ich hatte für 10 min einmal das wahnsinnige Vergnügen solche "Powernordlichter" zu sehen - das dabei entstehende Suchtpotential ist überirdisch.
    Mit meinen gemachte Erfahrungen konnte ich jetzt auch zum ersten Mal auch die Lichter über Schottland fotografieren, allerdings nur sehr schwach und mein Standort war nicht gut - das meiste wurde durch hohe Berge versteckt, aber .... maybe :-)
    VG Lichtlein
  • Piet der Bär 6. Januar 2016, 20:05

    Stell deine Aufnahme nicht hinter den Scheffel, sie ist toll.
    Deine Geschichte dazu bringt Leben in die Aufnahme.
    Einfach toll.
    GLG Piet
  • Manuel Gloger 6. Januar 2016, 18:14

    Mit dieser Aufnahme kannst Du doch sehr zufrieden sein. Mir gefällt das Bild des Nordlichts jedenfalls sehr. Aber ich hätte auch gedacht, man könnte die Himmelserscheinung mit bloßem Auge erkennen. Hast Du dann am Hafen weitere Aufnahmen gemacht, oder war dort das Umgebungslicht zu hell?
    LG Manuel
  • ulla hOlbein 6. Januar 2016, 14:56

    Na bitte, dann hast du ja auch diese wunderbaren Polar-oder Nordlichter zu Gesicht bekommen, obwohl...du hättest nicht zwingend mitfahren müssen, wie ich deiner Info entnehme!...:)
    Also am Hafen bleiben hätte gereicht, deine Worte!...:)
    Aber trotzdem mag ich deine Aufnahme, life dabei zu sein ist schon was, da kann ich nicht mithalten!
    LG...sendet dir das Bolleteam
  • Rodolphe Tavernaro 6. Januar 2016, 4:54

    Absolut fantastisch, schön fotografiert! VG Rodolphe
  • subru 5. Januar 2016, 21:25

    Trotzdem Glückwunsch zum Erlebten!
    Ich kann es mir bildlich vorstellen.....
    Herzliche Grüße
    Susanne

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Exif

Kamera Canon EOS 500D
Objektiv Tamron AF 18-270mm f/3.5-6.3 Di II VC PZD
Blende 3.5
Belichtungszeit 8
Brennweite 18.0 mm
ISO 800

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