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Eckhard Meineke


Premium (Pro), Münster

Alternativ

Jena, Goethegalerie, 26. November 2009. Nikon Coolpix L19. JPEG. ISO 191. Brennweite 6,7 mm. 1/60 sec f/3,1. Belichtungsautomatik mit Korrektur -0,3 LW. Bearbeitung: Ulead PhotoImpact X3. Nachschärfen des auflösungsreduzierten Bildes 20/100.

Für die Sinne
Für die Sinne
Eckhard Meineke

Ohne Kontext
Ohne Kontext
Eckhard Meineke

Blue Notes
Blue Notes
Eckhard Meineke

Carfreitag
Carfreitag
Eckhard Meineke


http://www.youtube.com/watch?v=iNGfD6i7ckQ

Joe Bonamassa

Sloe Gin

Songwriters: Kamen, Michael; Ezrin, Bob

Sloe Gin, sloe Gin
Tryin' to wash away the pain inside
Well I'm sick and I'm all done in
And I'm standing in the rain
And I feel like I'm gonna cry

I'm so damn lonely
And I ain't even high
I'm so damn lonely
And I feel like I'm gonna die

Mayday, mayday I've been shot down
Over the stormy sea
Well I feel that I'm drifting away
Can not seem to get a grip on me
Well. I can't even try

I'm so damn lonely
Ain't even high
I hate to go home alone,
But what else is new?
I'm so damn lonely

I hate to go home alone,
But what else is new?
I'm so damn lonely

You stand and bleeding people pass me by
No matter if you live
No matter if you die

Sloe Gin, sloe Gin
Tryin' to wash away the pain inside
Well I'm sick and I'm all done in
I'm standing in the rain
And I feel like I'm gonna cry

I'm so damn lonely
Ain't even high
I'm so damn lonely

Kommentare 65

  • Inge S. K. 14. Dezember 2017, 12:42

    Dein Sexy-Foto hat schon Jahre überdauert.
  • Eckhard Meineke 22. August 2012, 19:45

    Lieber Werner, zuweilen gibt es Alternativen, die beide nicht so funktionieren, wie man das gerne hätte. Eckhard
  • werner weis 21. August 2012, 13:40



    Ironie und Karneval snd echte Alternativen
    hier aber sehe ich keine Chance der Wahl,

    da die Wahl zwischen einem gefälschtem
    Hundert-Euroschein und zwei gefälschten

    50-Euro-Scheinen das Risiko nur marginal
    mindert - heutzutage sind sie alle auf der

    Hut

    - - - - - - -

    insofern sehe ich hier auch sofort, dass ich
    weder die zwei Puppen noch das eine Foto

    wirklich will
  • Eckhard Meineke 16. April 2011, 9:41

    Liebe Ilse, die L 19 ist ein sehr wertvolles Gerät, vor allem, da sie immer dabei sein kann. Eckhard

    Vergessene Welt
    Vergessene Welt
    Eckhard Meineke

  • Ilse Jentzsch 15. April 2011, 19:57

    Welch eine Überraschung, auch Du hast die kleine Coolpix L 19, zumal wir ja auch mit dem gleichen Bildbearbeitungsprogramm unsere Fotos hinbiegen :-)
    Danke für die Verlinkung, die mich das hat entdecken lassen....
    Es grüßt Ilse
  • Eckhard Meineke 13. Dezember 2010, 20:15

    Na ja, er kann ja Weihnachten mit seiner neuen Band feiern ;-). Eckhard
  • Ulrich Ruess 12. Dezember 2010, 20:53

    Eine echte Alternative, aber ob es dem armen Joe Bonamassa helfen würde, bin ich mir nicht so sicher ;-),
    lG Ulrich
  • Eckhard Meineke 25. Februar 2010, 17:00

    Think you meant "like", didn't you? ;-) But mostly, scenes like this are lies ;-)). Eckhard
  • Eckhard Meineke 17. Februar 2010, 21:23

    Lieber Werner, der Karneval ist ja von Hause aus eine Parodie, und jeder weiß es. Hier ist nicht klar, was es sein soll, und es fragt sich auch, ob die Macher einer solchen Reklame das wirklich wissen. Eckhard
  • werner weis 17. Februar 2010, 16:42


    echt und unecht verfließt ineinander

    in der fc finde ich viele Bilder, die eher das Unechte des Karnevals dokumentieren - auch ohne über die Dokumentation hinauszukommen - Deine Fotografie zeigt hier die Gratwanderung zwischen scheinbar-Echtem und deutlich Unechtem, dies ist weit mehr als Dokumentation - ich lobe also erneut diese Fotografie, sie hat es verdient - - und hier

    bei Paul - - fand ich ein Karnevals-Foto, das mehr ist als Dokumentation:

  • Eckhard Meineke 19. Dezember 2009, 13:23

    Lieber KD, unter dem Bild "Erwarten" habe ich einen Text verlinkt, in dem sich ein bedeutender zeitgenössischer Theologe zum Problem des Wunders äußert und damit auch zu Jesus Christus. Die beiden Bilder "Alternativ" und "Erwarten" befassen sich beide mit dem Thema der Adventszeit, speziell damit, was die Menschen heutzutage von ihr erwarten und was sie erwartet. Gleichgültig, ob man Jesus nun als Gottes Sohn annimmt oder nicht - die Adventszeit muss nicht explizit mit Dessous als Alternative Sinnlichkeit zur gewohnten "Besinnlichkeit" verknüpft werden; das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Sinnlichkeit und Besinnlichkeit gehören in verschiedene Sphären des Seins, und es ist das Elend aller Zeiten, dass stets Dinge miteinander vermanscht werden, die nicht in eine Soße gehören. Eckhard
  • Eckhard Meineke 17. Dezember 2009, 16:19

    Lieber KD, danke! Ich antworte etwas später. Eckhard
  • Karl-Dieter Frost 16. Dezember 2009, 20:22

    Lieber Eckhard, das, was das Weihnachtsfest wirklich ausmacht ist doch kaum noch in einer "reinen" Form irgendwo zu finden. Nicht mal mehr in den z.B. mit Weihnachtsbäumen geschmückten Kirchen. Über die Jahrhunderte hat sich ein Zerrbild entwickelt, das aber einfach der gesellschaftlichen Entwicklung einhergeht. Man kann es beklagen, man kann sich das Beste heraussuchen, man kann mitfeiern oder ignorieren, aber egal, ob man gläubiger Christ oder nur gläubiger Mensch oder sogar antireligiös eingestellt ist - Jahrestage sind gute Anlässe für manche besinnlichen Gedanken, Reflexionen und Verhaltensweisen.
    Die interessanten Anmerkungen meiner Vorschreiber (einschließlich der Deinen) - soweit sie für mich an einem Abend erfassbar sind :-) - legen mir viele zustimmungsfähige Spuren aber auch das Gegenteil.
    Wenn man aber Jesus Christus als Gottes Sohn in Frage stellt (die Diskussionsstellen kann ich nicht so schnell verlinken), gibt es doch auch nicht wirklich eine Frage der Alternative - es sei denn man sagt wozu, oder? ;-)
    Gruß KD
  • Eckhard Meineke 11. Dezember 2009, 10:25

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/1082784/



    LÄNDERREPORT
    10.12.2009 • 13:07 Uhr

    Wert(e)lose Gegend?
    Die Rolle der christlichen Minderheiten in Thüringen und Brandenburg
    Von Ulrike Greim und Axel Flemming
    Ob Weihnachten etwas mit Jesus zu tun hat? Keine Ahnung, werden viele Kinder sagen, auch in Thüringen. Ostern hat vermutlich etwas mit Frühling zu tun und Pfingsten? Nie gehört. Christliche Feste, Traditionen, Bekenntnisse sind schon lange kein Allgemeingut mehr, aber nicht erst seit DDR-Zeiten.
    Die jetzt junge Generation der Thüringer zum Beispiel wächst in der vierten bzw. fünften Generation entkirchlicht auf. Bei ihr hat nicht einmal mehr die Großmutter eine Bibel im Schrank. Und selbst das Drittel, das noch Kirchensteuern zahlt, stellt eine abnehmende Größe dar. Allerdings eine interessante.

    Die wenigen Christen sind vielerorts feste Größen im kulturellen und sozialen, im gesellschaftlichen und politischen Leben - von der Klassikstiftung bis zur Landesregierung.
    Und wie sieht es in Brandenburg aus? Gibt es hier die zunehmende "Entkirchlichung", von der der frühere CDU-Innenminister Jörg Schönbohm spricht? Sind christlicher Glaube und christliche Werte verloren gegangen?

    Im säkularisierten Brandenburg verlassen sich nur wenige Minister auf eine höhere Instanz, wenn sie ihr Amt übernehmen. In Thüringen ist das anders, auch wenn hier - im Stammland der Reformation - trotzdem nur jeder Dritte einer christlichen Konfession angehört. Eine ähnliche Debatte, wie in Brandenburg gab es deswegen allerdings nicht. Und es spielt auch keine nennenswerte Rolle, dass die erste Reihe der Politik ganz unrepräsentativ christlich geprägt ist. Ulrike Greim ist diesem Phänomen nachgegangen.

    "So wahr mir Gott helfe, so wahr mir Gott helfe, so wahr mir Gott helfe …"

    Die Vereidigung der Ministerinnen und Minister im Kabinett Lieberknecht am 4. November dieses Jahres in Thüringer Landtag. Ganze Sieben Minister nehmen in der Eidesformel die Hilfe des Allmächtigen in Anspruch. Nur einer nicht, Matthais Machnig, den manche einen westdeutschen Altlinken nennen.

    "Ich schwöre."

    Die Ministerpräsidentin, Christine Lieberknecht, hatte schon wenige Tage vorher deutlich gemacht, dass auch sie nicht ohne höheren Beistand regieren möchte.

    "So wahr mir Gott helfe."

    "Thüringen ist mit Bernhard Vogel, ist mit Dieter Althaus christdemokratisch regiert worden. Es wird auch mit mir christdemokratisch regiert werden in der Koalition mit der SPD."

    Die evangelische Pastorin Lieberknecht setzt die Tradition fort. Das Vorgänger-Kabinett war inklusive der Staatssekretäre vollständig konfessionell gebunden. Pi mal Daumen halb evangelisch, halb katholisch. Das ist erstaunlich. Denn im Schnitt der Bevölkerung ist ein Drittel der Thüringer konfessions- bzw. religionslos. Gerade einmal acht Prozent gehören zur katholischen Kirche, 26 zur evangelischen.

    Andere Religionen spielen in Thüringen keine nennenswerte Rolle. Die atheistische Mehrheit hat nun also diese christliche Minderheit gewählt, auch wenn sie deren Bekenntnis nicht teilt, in vielen Fällen sogar nicht einmal kennt. Religiöse Traditionen hat diese Mehrheit nicht geerbt, biblische Geschichten gehören nicht zum Allgemeingut. Die Szenerie im Stall von Bethlehem mit dem Kind in der Krippe ist im besten Fall noch in rudimentären Ansätzen vorhanden, wenn überhaupt.


    Auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt steht die große Holzschnittskrippe einigermaßen zentral.

    Kind: "Oh, hier sind auch Schafe."

    Der Gott, der Mensch wird - nein, zu dem haben diese Passanten keinen Draht.

    "Ich habe da gar keinen richtigen Bezug."
    "Ich glaube an etwas Gutes in der Welt, ich würde aber nicht Gott dazu sagen"
    "Ist mir im Grunde ziemlich egal"
    "Ich denke, dass es einen Gott nicht gibt."

    Und die Tradition? Die Geschichten, werden die zuhause noch erzählt?

    "Früher noch, wo die Oma noch gelebt hat, da kam das noch. Aber die ist ja schon 20 Jahre tot. Die älteren Leutchen waren ja irgendwie noch an die Kirche gebunden oder hatten diesen Glauben noch. Aber dann ist das an und für sich mehr oder weniger verflossen."

    Was diese Passantin beschreibt, ist die Konsequenz der Geschichte. Bereits unter den Nationalsozialisten verloren die Kirchen deutlich an Mitgliedern, 1952/53 hat die aggressive kirchenfeindliche Politik viele bekennende, gerade junge Christen aus dem Land gejagt. Die dezidiert atheistische Haltung der DDR-Regierung hat diese Linie fortgesetzt - bis in die Kindergärten, bis auf die Weihnachtsmärkte.

    Plachta: "Die Tradition, die wie hier im Osten auf dem Weihnachtsmarkt hatten, die waren ja so, dass die Märchenfiguren im Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes bilden. Und alles, was christlich war, das ist aus unserer Kultur verschwunden. Selbst aus dem Liedgut. Engel hießen 'Jahresendfiguren mit Flügeln'. Und wenn es dann so ist, dass dieser Märchenwald, der jetzt ein wenig an den Rand gedrängt wurde, der Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes bildete, dann ist es natürlich nahe liegend, dass, wenn eine Krippenfigur bildlich dargestellt ist, das leicht mit solchen Märchenfiguren verwechselt wird."

    Die Diplom-Theologin Ayline Plachta organisiert ein Projekt, in dem den Weihnachtsmarktgästen der Ursprung wieder zugänglich gemacht werden soll. "Folge dem Stern" heißt es. Mit vielen Ehrenamtlichen soll unter anderem das Geschehen in Bethlehem wieder erzählt werden. Wer vor der Krippe steht, soll nicht mehr rätseln müssen, um was es da geht. Das Projekt stammt aus ihrer Studentenzeit. Denn da wurde es einem ihrer Kommilitonen besonders augenfällig, wie dramatisch der Traditionsabbruch ist.

    "Einer der Studierenden hat innerhalb der Recherchen für die Diplomarbeit gehört, wie ein Kind seinen Vater an der Krippe fragte: 'was sehen wir hier?' und der Vater sagte: 'Die Frau und das Stroh - das muss Rumpelstilzchen sein'."

    Ayline Plachta spricht nun von der Aufgabe, für die da zu sein, die gar kein Bild vom Christentum haben, nicht einmal ein schlechtes. Hier wird erzählt, was es auf sich hat mit Baby, Hirten und Stern.

    Die Passantin, die eben sagte, sie glaube nicht an Gott, findet diese Krippe auch ohne inhaltlichen Hintergrund einfach schön.

    "Man schaut's mal an. Es strahlt doch 'ne gewisse Ruhe und Besinnlichkeit aus, und man schaut."

    Das Kind in der Krippe - hier ist es eine nette Weihnachtsdekoration. Heimelig, romantisch. Die heilige Familie steht für diese Passantin für das, was Weihnachten ausmacht - den familiären Zusammenhalt, so sagt sie. Dass Maria mit diesem Josef nicht verheiratet war, ist nicht präsent.

    Auch nicht, dass die Hirten nicht die netten anteilnehmenden Nachbarn waren, sondern damals eher den nicht gut angesehenen Teil der Gesellschaft markierten, und übrigens eher nach Schafsmist rochen, als nach Räucherkerzen. Und dass - ganz unerhört - ihr Schicksal gedreht werden könnte nicht durch einen mächtigen König, sondern dieses schutzlose Baby. Die politische Sprengkraft der Weihnachtsgeschichte - sie kann sich nur entfalten, wo sie auch erzählt wird.

    In den Familien der Regierenden in Thüringen wurde sie erzählt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht stammt aus einem Pfarrhaus, ebenfalls ihr Stellvertreter, der Thüringer Kultusminister Christoph Matschie. Beide haben Theologie studiert. Lieberknecht wurde sogar Pastorin im Weimarer Land.

    "Für mich ist ganz wichtig ein inneres Koordinatensystem, was ansetzt bei der 'Freiheit eines Christenmenschen'. Eine innere Unabhängigkeit zu haben, die ich mir doch in all den Jahren haben bewahren können, halte ich für ganz, ganz wichtig. Und zum anderen aber auch - Luther sagt es: 'ein dienstbarer Knecht zu sein'."

    So antwortet die Ministerpräsidentin einem Fragenden mit christlichem Hintergrund. Doch sie weiß, vor welcher Öffentlichkeit sie steht. Und so formuliert sie ihre frommen Worte auch gerne um, geprägt durch die jahrzehntelange Minderheitenerfahrung.

    "Ich will's aber mal, weil wir ja in einer mehrheitlich säkularen Öffentlichkeit sind, sagen: also für mich ist unumstößlich und prägt mich zutiefst Grundgesetz Artikel eins 'die Würde des Menschen'."

    Gottvertrauen und Weltverantwortung gehören für Christen zusammen, so sagt es
    Kirchenrat Thomas Seidel, er ist der Beauftragte der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands bei Landtag und Landesregierung. Seit Jahren begleitet er Regierende und Parlament und betreibt, ebenso wie sein katholisches Pendant vom Bistum Erfurt, Lobbyarbeit für seine Kirche.

    Er ist auch erstaunt, dass so viele Christen in Regierungsverantwortung sind. Aber er erklärt es sich so: Christen sind es gewohnt, beide Seiten zusammen zu denken: die eigene Frömmigkeit und das Allgemeinwohl.

    "Von daher ist es, dass man 'der Stadt Bestes sucht', wie es beim Propheten Jeremia heißt, durchaus gewissermaßen zum Erziehungsprogramm und zur ethisch-moralischen Ausstattung gehört. Insofern ist das nicht so verwunderlich."

    Wobei, merkt Seidel an: dies sind die Reste einer bürgerlichen Kultur, die mit und parallel zu den Christen während der DDR-Zeit ja ebenfalls aus dem Land gejagt wurde, Großbürgerliche, Intellektuelle. Eine Kultur, die sich dann nur noch in Nischen halten konnte. In einigen wenigen Vereinen, in kleinen Kulturinstitutionen, und eben unter dem Dach der Kirche.

    "Zu dieser bürgerlichen Kultur gehört das, was zum Christentum auch gehört: dass man liest, dass man Musik hört und Musik macht, dass man sich überhaupt sozusagen mit dem, was in der Welt geschieht, mit Politik und allen öffentlichen Fragen intensiv auseinander setzt."

    Für Christine Lieberknecht und Christoph Matschie, um bei diesen beiden Beispielen zu bleiben, gehört ihre christliche Prägung nicht zu einem politischen Programm. Sie machen zwar keinen Hehl aus ihrer Haltung, exponieren sich an einigen Stellen auch - Christine Lieberknecht zum Beispiel in der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands - aber sie wissen, dass sie sich in einem säkularen Umfeld bewegen. Sie missionieren nicht, sie tun ihre Arbeit. Dies zumindest ist ihr Selbstverständnis. Christine Lieberknecht zum Beispiel sagt, sie habe bei der Berufung ihres Kabinetts nicht nach konfessionellen Gesichtspunkten geschaut.

    "Und ich muss ehrlich sagen: das spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Eigentlich keine Rolle. Sondern entscheidend ist: Die Minister müssen es können."

    Sie müssen zum Beispiel kommunizieren können, Demokratie können und ertragen - Tugenden, die aber in der DDR eben vor allem in Kirchenräumen geübt wurden. Von Christen, wie von Nichtchristen. Dabei wurde natürlich auch religiöses Wissen weitergegeben, mal direkt, mal nebenbei.

    Auf diese Grundausstattung beruft sich auch Christoph Matschie, der SPD-Landeschef und Kultusminister. Die Erfahrung aus der kirchlichen Umwelt- und Friedensarbeit seien sein Pfund. Einschließlich des Wissens, dass Politik Mut braucht, erst recht, wenn sie aus der Minderheitenposition kommt.

    "Und das ist vielleicht schon ein Unterschied zum Weg in die Politik, wie er in den alten Bundesländern üblich war. Wenn man sich dort für die SPD entschieden hat, oder für die CDU, dann war man nicht eine kleine Minderheitsgruppe in der Gesellschaft, sondern hat sich einer breiten gesellschaftlichen Bewegung angeschlossen."

    Politik braucht also eine Grundhaltung, die trägt. Es ist auch für die Thüringer Regierenden nicht ausgeschlossen, dass die auf anderen kulturellen Traditionen und Werten, fußt. Nur sind es hier halt die christlichen.

    "Und eins, was man heute noch beobachten kann, ist, dass diejenigen, die den Weg gehen mussten, wenige zu sein, in der Minderheit zu sein, dass die heute auch immer noch vielleicht eher bereit sind, unkonventionelle Wege zu gehen, die noch nicht Mainstream sind."

    Brandenburgs Ex-Innenminister Jörg Schönbohm ist um starke Worte selten verlegen. Seine Äußerungen über Stillosigkeit der Ostdeutschen im Umgang und bei der Kleidung relativierte er jetzt aber doch. Bei seinen Bemerkungen sei es ihm um politische Vertreter und Amtsträger in Brandenburg gegangen - vor allem von SPD und Linkspartei -, sagte der CDU-Politiker. Er bleibt aber dabei: Aufgrund der "Entchristlichung" in der DDR fehle vielen Menschen "ein geistiger Halt". Schönbohm plädiert für die Wiederbelebung des Christentums im "entkirchlichten" Osten. Damit stößt der auf massiven Widerstand, nicht nur beim politischen Gegner, sondern auch in den eigenen Reihen. Axel Flemming:

    "Viel Feind, viel Ehr!" mit dieser Devise hält und hielt es der 72-jährige Ex-General als Politiker gerne: Nach 40 Jahren Indoktrination in der DDR müsse mal intensiv darüber gesprochen werden, wie Verwahrlosung und Entbürgerlichung verhindert werden könnten.

    "Mir geht es darum: im Westen haben wir zum Teil eine wachsende Gleichgültigkeit, aber keine grundsätzliche Infragestellung des Christentums. Im Osten hatten wir 1953 noch 85 Prozent der Bevölkerung waren getaufte Christen. Jetzt haben wir noch 20 bis 22 Prozent. Wir haben dreimal mehr Jugendweihe als Konfirmation. Das heißt: wir haben hier einen kämpferischen Atheismus, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen."

    Soweit Schönbohms Problemumschreibung. Widerstand gegen die Äußerungen kam schnell.
    Und zwar aus den Reihen der Kirche, zum Beispiel vom evangelischen Bischof Gerhard Ulrich, nach dessen Ansicht Schönbohm übers Ziel hinausschießt.

    Und auch der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer widersprach Schönbohm: man könne nicht alles, was heute schiefgeht, der DDR aufladen. Er halte es nicht für ein Allheilmittel, den Osten jetzt wieder zu christianisieren.
    Schönbohm geht zum Angriff über:

    "Herr Schorlemmer ist für mich immer gut für alle möglichen Äußerungen, dass er mal wieder in der Öffentlichkeit vorkommt. Und wenn Herr Schorlemmer gesagt hat, ich fordere Zwangschristianisierung und Zwangstaufe, dann kann ich nur sagen, der weiß gar nicht, der hat gar nicht gelesen, was ich gesagt habe. Die letzte Zwangschristianisierung fand statt als dort die Märtyrer hingerichtet wurden, im 9. Jahrhundert, im 10. Jahrhundert. Also: Das ist doch alles Quark. Sie können doch Menschen nicht Zwangschristianisieren. Sie können ein Angebot machen und dafür werben."

    Allerdings waren gerade die Politiker der Anfangszeit in Brandenburg nicht nur der Sozialdemokratie, sondern auch der evangelischen Kirche verbunden.
    Das Land wurde beim Wiederaufbau nach dem Fall der Mauer geprägt durch die Christen Manfred Stolpe, Regine Hildebrandt und Steffen Reiche.

    "Ich glaube, die waren nicht gewillt, sich damit auseinanderzusetzen. Es gab auch andere Probleme. Aber ich will mal ein Beispiel nennen: Steffen Reiche als ehemaliger ordinierter Pfarrer, Manfred Stolpe als ehemaliger Konsistorialpräsident waren nicht dafür, Religionsunterricht an die Schule zu nehmen. Das waren sie erst über Verhandlungen. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Und das mache ich ihnen auch zum Vorwurf. Wenn junge Menschen in der Kirche sind, wie mir Pastoren erzählen, die Fragen 'Mutter, was macht denn der Mann da am Kreuz', die gar keine Vorstellung haben, wo wir herkommen und wie unsere Kultur sich entwickelt hat, also das ist mit Sicherheit falsch gemacht worden ..."

    … also Jesus ein Unbekannter in Brandenburg?

    Zur Chronologie der Ereignisse gehört aber auch: Während der letzten zehn Jahre war die CDU in Brandenburg an der Regierung beteiligt. Nach erheblichen Diskussionen entschloss sich die Koalition, den Religionsunterricht wieder im Kernbereich des Unterrichts stattfindet zu lassen, mit der Vorgabe, dass er nicht benotet wird.

    Die Kinder, die sich dafür entscheiden, können LER abwählen, das staatlich erteilte Fach "Lebenskunde, Ethik, Religion". Die mangelnde christliche Milieubindung hat aber nicht nur mit Kulturferne oder mangelnder Religionsausübung zu tun.
    Auch andere Massenorganisationen, Gewerkschaften, Parteien, selbst Vereine leiden an Mitgliederschwund.

    Der Osten könnte somit Vorreiter für die deutsche Gesamtgesellschaft sein: "Für mich ist der entscheidende Unterschied: beim andern ist das eine Entwicklung, die sich mit einer Art Entkirchlichung ergibt. Hier war die Entkirchlichung ein Programm und das sind die Nachwirkungen der DDR-Indoktrination."

    "Wir dürfen der DDR nicht im Nachhinein eine identitätsstiftende Kraft geben, die sie nie hatte", wird Schönbohm nicht müde zu predigen.

    Wenigstens bei der CDU in Brandenburg hat das C noch eine gewisse Bedeutung.
    Beim jüngsten Parteitag gab es zum Auftakt geistliche Worte und es wurde gesungen.

    Mit "Lobet den Herrn" ist ausdrücklich nicht Schönbohm gemeint.
    Nach der Kritik des brandenburgischen CDU- Ehrenvorsitzenden an angeblich mangelnden Umgangsformen Ostdeutscher ist seine Partei auf deutliche Distanz zu ihm gegangen.
    Bei seinen Äußerungen handele es sich um eine Einzelmeinung "zu den gesellschaftlichen Unterschieden zwischen Ost und West", die nicht der Auffassung der Landespartei entspreche, beschloss der Parteitag in Potsdam mehrheitlich. Der Parteivorstand wurde darin aufgefordert, noch einmal mit Schönbohm über das Thema zu reden.

    In der Folge milderte Schönbohm seine Worte, blieb aber dabei: durch manche Behörde wehe noch "der Geist der DDR". Als Geisterjäger gegen die Unsitten des verblichenen Staates hatte er sich schon einmal betätigt und polarisiert. Nach einer Reihe von Kindstötungen im Sommer 2005 löste er eine Debatte um 'Zwangsproletarisierung in der DDR' aus.

    "Das Thema Zwangsproletarisierung ist für mich durch. Ich habe da Fehler gemacht, aber aus diesen Fehlern gelernt. Heute ist eine andere Sache. Mir geht es darum, dass ich sage zu einer Entwicklung in einer Gesellschaft, die werteorientiert ist, und das wird immer wieder betont, wir haben keine Werte: wo kommen denn die Werte her? Es wird ja gesagt, die Gesellschaft kann nicht die Voraussetzungen schaffen, auf denen sie beruht. Aber ich denke einen Teil dieser Voraussetzungen hängt zusammen auch mit dem Christentum, dem christlichen Glauben."

    Die Linke lehnt Schönbohms Gedanken grundsätzlich ab, wie auch die SPD.
    Und wie schon damals sind auch in der CDU die meisten mit der Wortwahl nicht zufrieden.
    Auch die, die sich selbst explizit als Christen bezeichnen.

    Zum Beispiel Hans-Georg von der Marwitz, der sagt: "Ohne die Christen in meinem Dorf wäre das Finden einer neuen Heimat sehr viel schwerer geworden.'
    Als er 1990 nach Friedersdorf im Oderbruch ging, gab es dort 46 Gemeindeglieder.

    Heute sind es 100: "Also von einer Entkirchlichung zu reden, halte ich für ausgesprochen gewagt. Selbstverständlich sind nicht die volkskirchlichen Strukturen hier existent wie im süddeutschen Raum. Die Brüche haben hier zu Veränderungen und auch zu Nischenbildung geführt - keine Frage."

    Marwitz sitzt jetzt für die CDU im Deutschen Bundestag. Er weiß: Brandenburg ist nicht Diaspora, aber Christ zu sein ist hier längst nicht mehr selbstverständlich.
    Da ist auch immer wieder der Politiker gefragt, der erklärt und erklären muss, was er will und was ihm wichtig ist:

    Marwitz: "Aber es wächst sehr vieles mit der Zeit und ich sehe auch meine Aufgaben in den verschiedenen christlichen Werken, in denen ich tätig bin, ein christliches Bewusstsein zu diskutieren - erst mal zu leben, aber natürlich auch zu diskutieren - Vorurteile, zumindest in den Kreisen, in denen christliches Leben keine Rolle spielt, abzubauen."

    Schönbohm: "Sie können Vorbild sein. Und ich hab in meiner evangelischen Kirche auch Ärger gehabt wegen Ausländerpolitik, Rüstungskontrolle Nuklearwaffen vor 40 Jahren schon - Aber ich habe immer gesagt ich bleibe ein kämpferisches Mitglied dieser Kirche und dabei bleibe ich auch. Wenn sie mich angreifen, das zeigt: die evangelische Kirche lebt."

    Marwitz: "Es braucht auch in christlichen Gemeinschaften ein Vertrauen. Und die Erfahrung, dass christliches Leben für die Menschen Stütze und Halt und Perspektive gibt. Und da sind wir Christen auch in besonderem Maße mit gefordert, das mit Leben zu erfüllen. Und da ist es nicht hilfreich, von entchristlichten Räumen zu reden."

    Die aktiven Politiker der CDU in Brandenburg haben nun genügend Zeit Strategien zu entwickeln, wie ihre Partei christliche Werte in Zukunft unters Volk bringen will.
    Sie müssen sich erst einmal in ihre Oppositionsrolle fügen. Nach zehn Jahren rot-schwarzer Regierung wechselte Ministerpräsident Matthias Platzeck nach der Wahl Ende September zu rot-rot.

    Seitdem macht das Land immer wieder mit der Stasi-Belastung von Abgeordneten negative Schlagzeilen. Da ist die Entkirchlichung momentan nur ein Nebenkriegsschauplatz.
    Immerhin: Platzeck leistete die Eidesformel mit dem Wunsch nach Beistand von oben:

    "Ich schwöre, dass ich meine ganze Kraft dem Wohle der Menschen des Landes Brandenburg widmen ihren Nutzen mehren, Schaden von ihnen wenden, das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können unparteiisch verwalten, Verfassung und Gesetz wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen Jedermann üben werde, so wahr mir Gott helfe."

    Außer Platzeck baten nur Innenminister Rainer Speer und Wissenschaftsministerin Martina Münch um Gottes Hilfe.

    Beide gehören der SPD an, Münch kommt aus dem Westen.

    © 2009 Deutschlandradio


  • Eckhard Meineke 11. Dezember 2009, 8:24

    Lieber Flighty Furrow, solange bei den Leitungsinstitutionen von Europa der Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass sie ein Altersheim für unfähige Politiker sind, die man zuhause nicht mehr brauchen kann, wird von Europa als solchem auch nichts zu erwarten sein. Wer nun gegenüber anderen, religiös geprägten Kulturen bestehen will, muss ja zumindest eine konkrete eigene Weltanschauung haben, auf deren Grundlage er argumentiert. Dafür wird dabei wohl am ehesten an Elemente wie die Aufklärung, die Menschenrechte und das christliche Menschenbild (aber ohne die historisch bedingten Putzigkeiten der real existierenden christlichen Kirchen) denken. Natürlich müssen diese Dinge im Ethikunterricht auch vermittelt werden, bevor sich die Zöglinge am Nachmittag wieder vor ihre Computerballerspiele setzen. Man ist ja schon froh, wenn der Sinn der christlichen Feste so im Ungefähren bekannt ist. Auf jeden Fall muss eines klar sein: Religionen sind, wie positiv oder negativ immer, nichts als Versuche unseres beschränkten Geistes, unserer Welt einen Sinn zu geben, weil wir ohne einen Sinn nicht leben können. Wie die Dinge wirklich beschaffen sind, wissen wir nicht. Unsere Neocortex ist dafür vermutlich viel zu klein.

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    Eckhard Meineke


    Auf jeden Fall ist jede Religion oder Ideologie, die auf Menschenleben keine Rücksicht nimmt, Irrsinn. Eckhard

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