Abschied von einem Traumhund, Clint † 13.10.2011 (geb. 30.07.2008)

Abschied von einem Traumhund, Clint † 13.10.2011 (geb. 30.07.2008)

2.019 19

Sternenwanderin


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Abschied von einem Traumhund, Clint † 13.10.2011 (geb. 30.07.2008)

Dem Giftleger fielen noch 2 weitere Hunde aus dem Ort zum Opfer.

Er war ein Wassernarr
Er war ein Wassernarr
Sternenwanderin


Ein paar Worte zum Abschied, geschrieben von meiner Tochter Constanze (16), die viel mit ihm gearbeitet hat.

Abschied
Ein letzter Morgen.
Der Himmel ist klar. Erste Strahlen streckt die aufgehende Sonne über den Horizont. Hell ist das Licht. Golden legt es sich weich auf Blätter, Bäume und Dächer. Sanft kitzelt es meine Haut. Wie eine Hoffnung bringende Welle überflutet es die Erde. Treibt die letzte Dunkelheit aus den finstersten Winkeln – doch nicht aus meinem Herzen.
Ein letzter Morgen.
Ein letzter Blick.
Der Himmel ist klar. Ein roter Feuerball erscheint in der Ferne und löst sich langsam vom Horizont. Unaufhaltsam steigt die Sonne höher. Höher an einem Himmel, der sich in ein Meer aus Farben verwandelt hat – das jedoch meine Augen nicht fängt.
Ein letzter Morgen.
Ein letzter Blick.
Ein letzter Abschied.
Unter dem orangenen Dach, das von zartem Rosa und feurigem Rot durchzogen ist, und das sich schützend über die Erde wölbt, begrüßen die Vögel singend den neuen Tag – jedoch dringt ihr Gesang nicht an meine Ohren.
Ein letzter Morgen.
Ein letzter Blick.
Ein letzter Blick in diese tiefen, dunklen Augen. Jene unbeschreiblich sanften Augen, die stets so liebevoll blickten, so treu und hoffnungsfroh. So voller Lebensfreude. Die Augen, die mir so viel bedeuten. Augen, in die ich immer schaute. Tag für Tag. Augen, die in mein Leben gehörten.
Ein letzter Blick.
Ein letzter Blick in jene Augen, die nun nicht mehr sind, was sie einst waren. Trübe blicken sie mich an – wie aus weiter Ferne. Schwach und zerschlagen sind sie. Verwirrt schauen sie, verständnislos – verloren.
Ein letzter Morgen.
Es wird heller. Das rote Licht schwindet – wie das Leben in den geliebten Augen. Die Sonne steigt höher – wie die Seele des Verlorenen.
Ein letzter Blick.
In ihnen sehe ich jetzt alles, was ich so lange noch nicht sah. In ihnen sehe ich eine Zeit, die nun vorüber ist - unumkehrbar. In ihnen sehe ich, was ich verliere. Jetzt erst weiß ich, was ich an ihnen hatte. Aber jetzt ist es zu spät.
Ein letzter Abschied.
Ich blicke in diese Augen. Ich weiß, es ist das letzte Mal. Trauer überflutet mich, wie zuvor das Licht der Sonne die Erde. Aber ich kann den Blick nicht abwenden, will festhalten, was ich so sehr liebe. Aber ich weiß, ich habe keine Wahl.
Ein letzter Morgen.
Ein letzter Abschied.
Ich lasse los.
Ein allerletzter Blick in jene geliebten Augen, die dunkler werden. In diese Augen, die sich zu schließen beginnen. In Augen, deren Blick sich ins Leere kehrt. Augen, die mir noch sagen:
Ich hab‘ dich lieb.
© Constanze A.

Kommentare 19

  • bri-cecile 22. März 2013, 21:59

    Mir laufen gerade die Tränen herunter......es ist so unbegreiflich grausam!!!!!!
    Aber genau das hat eine Freundin von mir mit dem Bruder meiner Deerhündin erlebt, dass irgend so ein bösartiger Idiot in freier Wildbahn Schneckenkorn ausgelegt hatte, der Hund (60kg schwer) starb innerhalb von drei Stunden trotz aller Bemühungen des Tierarztes mit 2 1/2 Jahren!!!
    Der Giftleger kann froh sein, dass wir seinen Namen nicht wussten..........
    Traurige Grüße brigitte
  • Serafina Pekkala 23. Januar 2013, 8:48

    Der Gedanke, den geliebten Begleiter auf so furchtbare Weise zu verlieren, läßt mich erschauern. Wie kann ein Mensch so voller Hass sein, dass er zu solchen Tagen fähig ist... das werde ich nie verstehen können! Ein feines Portrait von dem bildschönen Burschen.
    LG Hex
  • Strandläuferin 23. Januar 2013, 7:51

    Mir kommen die Tränen - mir fehlen die Worte...

    Wendy
  • bgan 21. Januar 2013, 15:49

    Danke, danke für Deine lb. Anmerkung. Nur als Hundeliebhaber kann man diesen Schmerz verstehen, Beim Durchlesen dieser wunderbaren Abschiedsworte Deiner Tochter, krampfte mein Körper wieder zusammen. Sie scheint eine Poetin mit Gefühl!!! Viele lb. Grüße an euch Bernadette
  • Stefanie-KrauS 6. Mai 2012, 10:55

    Schade das er gehen musste!
    Aber was will man ändern?
    Er war ein schönes Tier...
    Alles gute ..
  • n i n a 7. Januar 2012, 12:45

    habe auch einen hund und eine 16-jährige tochter... ich fühle sooo mit dir!

    lg nina
  • bri-cecile 31. Dezember 2011, 20:01

    Mir laufen die Tränen herunter.....................
    bri-cecile
  • Sybille Bender 29. Dezember 2011, 18:09

    Es tut mir sehr leid,dass du auf diese tragische Weise deinen guten Freund gehen lassen mußtest! Er hatte das ganze Leben noch vor sich!! Es ist immer wieder unfassbar, dass so etwas passiert. Kann mich Le Viseur nur anschliessen, ich mag auch meine Hunde lieber, als viele Menschen!
    Deine Tochter hat wunderschöne Abschiedsworte für euren Clint gefunden, bei jeder Zeile spürt man ihren Schmerz :-((
    traurige Grüße
    Sybille
  • catweazle99-Tierfotografie 26. Dezember 2011, 7:08

    habe gerade erst vom Schicksal Deines Hundes gelesen, verstehe nicht wie Menschen zu so etwas fähig sind, hoffentlich ereilt sie das gleiche Schicksal - toll finde ich, dass Du Dir wieder einen neuen Hund geholt hast, wir müssen immer sehr gut aufpassen auf unsere Hunde, sie geben einem so viel
    LG K.-Heinz
  • Woelfin 16. Dezember 2011, 10:16

    es hat gefrohren der Winter
    es hat gefrohren der Winter
    Woelfin
    Mein Gott - ich mußte eben so
    weinen - habe schon einige Hunde gehabt, geliebt
    von ganzem Herzen - und bis zum Ende Ihrer Tage
    um mich haben können. Das Ende war jedes mal
    so sehr schlimm. Aber auf diese Weise so ein
    junges Hundeleben gehen zu sehen ist bestimmt
    unendlich schlimm für Euch gewesen und ich
    möchte nur sagen - ich verstehe Euch zu tiefst und
    schenke Euch meine Hochachtung zur Liebe für
    die Natur und Eures treuen Freundes. Ihr kennt
    ja auch meine Einstellung. Solche Leute müßten
    das Portionsweise eingetrichtert bekommen -
    schön langsam - mit viel Gefühl - des Schmerzes
    damit andere, welche das auch vorhaben -
    mehr abschrecken, solche Gemeinheiten zu
    machen. Unsere Gesetze in Deutschland sind
    erschreckend - egal bei was. Ein Leben ist nichts
    Es tut mir Leid für Euch - bin in Gedanken da.
    Eure Bärbel und Tiere
  • 100 Jahre GerhARTd 20. November 2011, 20:04

    was ein schöner kerl,der war auch bestimmt sehr lieb,derjenige der ihm das angetan hat müsste man auch grausamst vergiften!
  • A.W.Müller 6. November 2011, 10:45

    Wunderbare Worte hast du hier gewählt.
    Mein Herzliches Beileid
    LG
    Andreas
  • Regina Gnilli 6. November 2011, 9:47

    So ein wunderschöner Hund, ich fühle mit Dir ...
    LG Regina
  • Omar Wolocha 2. November 2011, 21:11

    ....


    lg Omar
  • Angelika Witt-Schomber 30. Oktober 2011, 20:15

    Mein Leroy war vier, als er vergiftet worden ist. Die Klinik konnte ihn retten, aber das Gift hat aus ihm einen dauerhaft kranken Hund gemacht. So Abschied nehmen zu müssen ist unendlich traurig, das Ganze erschreckend und sinnlos.

    GLG A

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Objektiv 55.0-200.0 mm f/4.0-5.6
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Belichtungszeit 1/1000
Brennweite 55.0 mm
ISO 400