#6/2025
Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.
Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -
Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie
~.~.~.~
Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen
1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)
~.~.~.~
Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.
*** Wichtig ***
Wir bitten Dich darum, die Anmerkungen auf das Foto zu fokussieren und um Beachtung unserer Gemeinschaftsstandards:
https://www.fotocommunity.de/standards#miteinander
*Kommentare, die nichts zur inhaltlichen Diskussion des Bildes beitragen, Fragen zum Prozess, destruktive, bewertende und/oder verletzende Anmerkungen, werden von den TeilnehmerInnen u. LeserInnen gemeldet und durch die fotocommunity Administration geprüft und ggf. geahndet *
Um Dein eigenes, bisher unveröffentlichtes Bild in Agora zu präsentieren, bitte nutze diesen Link:
https://fotoschule.fotocommunity.de/agora/


Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 24. Februar 2025, 6:30
Die Diskussion hier ist jetzt zuende.Agora wird unter dem folgenden Foto fortgesetzt:
#7/2025
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensivAgora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 22. Februar 2025, 8:30
benedikt.tarolli schreibt:“Das Foto ist entstanden anlässlich eines Besuches in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Es entstammt einer kleinen Serie von Aufnahmen, in denen es mir vornehmlich darum ging, Raumabfolgen zu erfassen und zu verstehen, wie welche Raumwirkungen erreicht werden.
Mies van der Rohe ist ein Meister des Raumes und für mich eine wichtige Leitfigur in meiner eigenen Arbeit.
Beim Sichten der Bilder ist mir dann erst die besondere Konstellation der abgebildeten Figuren aufgefallen und hat mich dazu bewegt, mich tiefer mit dem Bild zu beschäftigen.
Ich habe das Format geändert, das Bild beschnitten, die Sättigung zurückgenommen und den Kontrast erhöht. Das Ergebnis beschreibt ihr alle wunderbar. Bemerkenswert ist für mich jetzt in der Nachschau, angeregt durch eure Beschreibungen, dass der eingefangene Dreiklang eine schöne Analogie zu einem weiteren Werk von Francis Bacon zeigt. Darin zeigt der Künstler drei Studien der Isabel Rawsthorne gleichzeitig in einer Szene. Isabel Rawsthorne war für Francis Bacon und für Alberto Giacometti eine wichtige Person. Giacometti kannte ich schon vorher, Bacon habe ich jetzt erst durch euch entdeckt. Vielen Dank für diese Bereicherung.“
wittebuxe 20. Februar 2025, 12:49
Formen und Figuren und Schattenspiel ziehen uns in ihren Bann. Am interessantesten finde ich das einzig Lebende hier: sie studiert Kunst, und ihre Körperform und -darbietung signalisiert die Nähe und Liebe zum Abstrakten: sie ist selbst schon Kunst. Mit ihren außergewöhnlich auffälligen Schuhen ist sie nicht platziert gegenüber der Schmalmageren, sondern findet sich bewusst abseits, schaut zwischendurch, bietet ihr Profil dar: kindhaft zart, ohne jegliche Ausprägung von Weiblichkeit. Es scheint ein Arrangement zu sein für das Foto, den Fotografen, für SIE.Die Schatten um das Abgebildete herum sind weich und flau, der Licht- und Beleuchtungsingenieur schafft es, das große Gemälde völlig schattenfrei anzubieten, die Figurinen (jaja) werden grau umflossen und sind nicht konturiert: das lässt länger hinschauen und grübeln.
Das Gesamtwerk ist interessant, in der Tiefe magisch gestaffelt, perfekt.
Ich find's zauberhaft und geheimnisvoll.
Gutes Teil!
Gerhard Körsgen 19. Februar 2025, 17:32
Innenaufnahme eines Museums oder einer Galerie mit zwei Ausstellungsobjekten, einer Skulptur und einem Gemälde, dazwischen steht eine Person, wie die Skulptur als Schattenriss wahrnehmbar.Durch die Perspektive entsteht eine Staffelung bei der insbesondere der Größenvergleich der drei Elemente in s Auge fällt.
Zwar zerteilt die Skulptur optisch das dahinterliegende Bild, aber da sie derart schmal ist und keine bildwichtigen Partien verdeckt wird das von mir nicht als störend sondern vielmehr als strukturgebend für das Foto wahrgenommen.
Es ist offensichtlich dass hier ein temporärer Augenblick, bei der die Person "mal eben" genau dort stand genutzt wurde um die Aufnahme zu machen und so der statischen, durch die Platzierung in der Ausstellung bestimmten Konstellation eine weitere Komponente hinzuzufügen, die eigene Sicht welche einem "decisive moment" entstammt.
Ein glücklicher Zufall, gewiss, aber kreativ gesehen und die Gelegenheit gut genutzt, wobei es mir anhand der akribischen Ausrichtung so erscheint als sei das nur bedingt ein "Zufall" gewesen, vielmehr hatte da jemand einen Blick und die Vorstellungskraft für die Möglichkeit einer solchen Konstellation und ist das erst mal da kommt es öfter vor einen Augenblick wie diesen zu erhaschen.
Das sw ist gut gewählt um die Elemente zueinander in Bezug zu setzen und das grafische Setting zu betonen.
In gewisser Weise eine Art "Indoor-street" welches sowohl den Ausstellungsobjekten huldigt als auch dem vergänglichen Moment der hier als Reverenz dazu auch statisch ist.
Gefällt mir ausgezeichnet, ein Foto welches ich selbst gerne gemacht hätte, chapeau !
felixfoto01 18. Februar 2025, 14:31
Ich sehe ein Bild eines Raums, in dem 3 "Elemente" zu sehen sind:- Ein Bild im Hintergrund, das ein abstraktes Gemälde zeigt
- Eine Statue im Vordergrund, nach links "schauend"
- Eine Person im Mittelgrund, nach rechts schauend.
Im Foto erscheinen mir diese Elemente sehr formal positioniert zu sein - wobei der linke Rahmen des Bildes die Mitte des Fotos markiert, ohne es zu teilen.
Die Haltung der Person und der Statue spiegeln sich gegenseitig.
Die Konturen der Rückseite der Statue "schmiegen sich an" das Bild einer möglicherweise weiblichen Person im Gemälde, ohne die Person zu überdecken.
Innerlich erzeugt mir das ein frohlocken, wenn ich erkenne, dass ein Fotograf, eine Fotografin ein Bild bewusst gestaltet und auf die Kleinigkeiten achtet. Wie die scherenschnitt-artigen Abbildungen der Person und der Statue zustandegemommen sind, gibt mir ein Rätsel auf, denn ich sehe nicht genug Beleuchtung, Reflexion die das erzeugt.
Insgesamt wurden hier die Farben reduziert, bzw durch die sw-Umwandlung Störungen durch etwaigige Farbaspekte weggenommen, was die Konzentration auf die 3-er Konstellation erlaubt/möglich macht.
Für mich ein tolles Foto, gut gestaltet und ich schaue es sehr gerne an.
lenmos 18. Februar 2025, 12:52
Es handelt sich um ein Foto im Format 3:4, das in einem Museum aufgenommen wurde, wahrscheinlich in der Nationalgalerie in Berlin. Auf dem Foto sind ein Gemälde (Francis Bacon), eine Statue (Alberto Giacometti) und eine Person (vermutlich eine junge Frau) zu sehen. Die Statue und die Person sind fast nur als Schattenrisse zu sehen.Rechtecke im Bild, um das Bild herum, die Wand, ein Sockel am Boden spielen im Hintergrund zusammen. Die Statue teilt das Bild in zwei Teile. Die Frau steht neben der Statue und blickt an ihr vorbei in die entgegengesetzte Richtung. Auch die Frau im Bild blickt ungefähr in diese Richtung.
Die junge Frau scheint auf etwas oder jemanden zu warten, oder sie schaut auf etwas, das sich rechts außerhalb des Bildes befindet. Ich habe den Eindruck, dass sie sich jeden Moment aus ihrer starren Haltung lösen wird, und das erzeugt eine gewisse Spannung, zumindest für mich keine Ruhe.
Matthias von Schramm 18. Februar 2025, 11:21
Wir sind in einer Kunstausstellung in einer Stadt, in der der die Wanderausstellung "Unsichtbare Räume" stattfand, wohl in den Jahren 2016 / 17 ca. An der Wand hängt ein Bild des emotional gegenständlich darstellenden Malers Francis Bacon. Es ist eines der Portraits, welches er von seiner Kollegin Isabel Rawsthorne anfertigte. Ein Gemälde welches übrigens nach einer Fotografie gemalt wurde. Die Frau steht in einem schwarzen Kleid in der bunten Welt von Soho, datiert auf das Jahr 1967. Das verformte Gesicht der Frau ist hier nur Nebensache, fällt mir aber sofort ins Auge, da dieses Werk zu den Bekannteren des irischen Künstlers gehört.Die Ausstellung versuchte wohl eine Symbiose mit den Skulpturen von Bacons Zeitgenossen und Freund Alberto Giacometti. Und dies, obwohl zum Zeitpunkt des entstandenen Werkes des Malers der Bildhauer nicht mehr lebte. Für die Darstellung und die Ideen tat das keinen Abbruch. Im Zentrum des Bildes steht eine überschlanke grade Skulptur aufgesockelt als Schattenriss sichtbar. Die Figur steht im Profil zur Kamera. Dahinter eine kleinere Figur, jugendlich wirkend, menschlich echt, gegensätzlich das Profil zeigend - auch schlank, aber realistisch schlank.
In der monochromen Aufnahme sieht man einen dunklen Boden, der warme Schattierungen zeigt. Im Hintergrund durchbricht das Bild horizontal eine Fußleiste an der das Bild beinahe ausgerichtet wirkt und die einen schwarzen Strich durch das Bild zieht. Dieser Bruch macht aus Fußleiste und Figuren zwei Kreuze. Im Hintergrund an der Wand präsent eingerahmt hängt das Gemälde. Durch die Anordnung der Elemente wird nichts hervor gehoben, auch wenn ich selbst sofort die Lust verspüre mir das Gemälde genauer anzuschauen und mich tiefer mit dem Werk Bacons zu beschäftigen.
Wenn man vor den Werken Bacons steht, erlebt eine nicht zurück gehaltene Farbenfreude. Diese monochrome Aufnahme macht das Ganze vor allem grafisch, vor allem gleichmäßig und weniger aufregend. Fotografisch mindestens gefällig, zumindest aber grafisch verstanden. Die Zusammenstellung dieser Kunst besonderer Bildersteller des 20. Jahrhunderts fördert in meinem inneren "Picasso-Vibes" hervor und ich hätte Lust an diesem Ort sehr viel Zeit zu verbringen. Diese Vibes entstehen wegen der Skulptur und dem "Guernica grau" durch das SW Foto.
Wie beim letzten Agora Bild verspüre ich den Wunsch nach einer geringen Korrektur, nämlich der nach Verengung der Szenerie. Dadurch das die Skulptur das Gemälde vertikal durchschneidet und ihr Kopf sogar über den oberen und unteren Rahmen rausragt, könnte man das Gefühl haben, die Figuren ausserhalb des Bildes stünden mit Isabel Rawsthorne im Londoner Soho. Insofern eine hoch interessante Erfassung einer Museumsszenerie.
framebyframe 18. Februar 2025, 11:14
Eine Gegenüberstellung der besonderen Art. Giacometti meets admirer, oder so. Der Clou wäre hier noch gewesen die natürliche Figur zu stretchen und in gleicher Länge einzubauen. Ein schön inszeniertes Bild, gewiß. Ob das von langer Hand so vorbereitet war, werden wir bald erfahren. Noch dazu sauber aufgebaut, das Gemälde im Hintergrund gibt noch einen extra surrealen Touch. Lebendiges Museum, doch!N. Nescio 17. Februar 2025, 22:31
Rechteckiger Boden, rechteckige Wand, rechteckiges Gemäld, rechteckiges Drahtgerüst (unsichtbare Räume, Bacon) im Gemälde. Rechteckige Steinbasis der Giacometti-Skulptur, diese auf keilförmigen Boden-Fußstück, dessen Pendents die dicksohligen Schuhe der jungen Silhouettenfrau sind. Giacometti-Skulptur hoch, aufrecht, schlank, askethisch ausgedürrt. Die Silhouettenfrau ist zwar kurzärmelig bekleidet und hat die Hände in die Hosensäckel gesteckt, aber ihre Haltung vermittelt schlichte, aufrechte Strenge, ähnlich der Skulptur. Die Woman im Gemälde hingegen scheint gemütlich zu schlendern, in überhaupt nicht strenger Haltung, mit viel eleganteren Schuhen als diejenigen der Silhouettendame. Während im Gemälde Leben ist, ist im Museumssaal streng ordentliche Fast-Leere. Die Silhouettendame hat nicht nur die Hände im Säckel, sie trägt auch ihre Oberarme nackt, ihr locker fallendes Oberkörperkleid samt locker-weiter Hose verdeckt ihre Körperrundungen. Frau im Gemälde hat locker schwingendes, schwarzes Kleid.Ja, die drei schauen alle in unterschiedliche Richtungen. Aber vielleicht schielen sie schräg. Der Schatten/Farbverlauf auf dem Boden verleiht diesem eine eher leicht gewölbte Illusion - im Gegensatz zu all dem viereckigen im Foto, genauso die geschwungenen Formen im Gemälde.. Dem Giacometti hätts gefallen, das Foto. Die Tonung des Bildes ist ein bisserl an die originale Farbe im Gemälde angelehnt.
Danke fürs Zeigen.
Clara Hase 17. Februar 2025, 17:35
Ich sehe im Foto drei Körper die nicht unterschiedlicher sein können.Eine lebendige Person als Schattenriss, mit dicken Sohlen unter den Schuhen.
Sie ist knapp halb so groß wie eine spindeldürre Statue - vermutlich eine Bronze. Das mache ich an der Lichtbrechung aus, welches ihr auf den Leib scheint. Magermodell.
Im Hintergrund an der Wand in einem Bilderrahmen, eine ältere Personen abgebildet, die eher etwas mollig aussehen, Mutti Typ. In dem Bild selbst scheint ein Spiegel gemalt worden zu sein. Im Kopf sehe ich das irgendwie bunt, weil es mich an einen Maler erinnert.
Keine der weiblichen Figuren interagiert mit der anderen. Auf den ersten Blick könnte der Scherenschnitt die Bronze ansehen, aber sie steht nebenbei.
Ich amüsiere mich schon wieder. Vergleicht man sich selbst doch auch gerne - meist im Spiegel- aber kaum in einer Ausstellung. Wir hier können das tun.
Die Botschaft ist: jeder Jeck ist anders gebaut. Zeitzonen auch irgendwie. So mager waren eine zeitlang Modell für Bekleidung. Wobei die Bronze unbeklelidet ist, das junge Scherenschnittmädel in lässiger Freizeitbekleidung -Sweatshirst, weite Hose, Sportschuhe. Die Mutti ist leger gekleidet, aber mir scheint fast, dass sie aus einem Stall kommt - wo ich den spiegel sah erkenne ich nach mehrfachen gucken Kühe.Scherenschnitt guckt, Bronze wird angeguckt, Mutti arbeitet. Der Maler sah ihr zu.Am Boden ist wie im Bild Licht auszumachen - Im Bild besonders hell, am Boden ein dunklter runder Schatten.
Insgesamt gibt es aber keinerlei Schatten von den Figuren - das ist eigenartig.
Nach erneuter Begutachtung sind im Wandbild die Schatten der Figuren davor- jedenfalls im unteren Bereich. Vom Fotografen und der Bronze - die setzt sich auch oben fort wie ein Kniff im Papier.
18-02-25
Das gerahmte Gemälde hat einen Schatten - der untere Rand des Rahmens hat Reflexionen.
Bei dem Schattenbild und der Bronze bin ich unsicher was wie daher kommt
GL photo 17. Februar 2025, 15:54
Vermutlich sind wir hier in einer Kunstausstellung, die vor einigen Jahren in Basel stattfand.Dabei wurde von den Kuratoren versucht, die Berührungspunkte in den Kunstwerken von Francis Bacon und Alberto Giacometti offenzulegen.
Das Gemälde von Francis Bacon ist im Original farbig, die Skulptur von Alberto Giacometti dürfte aus Bronze oder einem anderen formbaren Metall sein.
Der Schattenriss der jungen Frau korrespondiert mit der Skulptur. Beide schauen in entgegengesetzte Richtungen, die Besucherin schaut sich vielleicht gerade ein anderes Kunstwerk an der nicht sichtbaren Stirnwand an. Dorthin schaut auch die Frau aus dem Gemälde. Eine Dreiecksbeziehung des Momentes, vermutlich nicht gestellt, sondern gut beobachtet.
Ich mag solche Szenen in Kunsthäusern oder Museen, da die vorhandene Kunst zusammen mit ihren Betrachten eine neue fotografische Bildgebung ermöglicht.
In diesem Foto ist das sehr gut gelungen, der Bildaufbau ist perfekt.