#27/2024
ohne Beschreibung
- hier handelt es sich um ein Foto -
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Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.
Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -
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Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen
1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)
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Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.
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Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 5. August 2024, 8:39
Die Diskussion hier ist nun beendet.Agora wird unter dem folgenden Foto fortgesetzt:
#28/2024
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensivAgora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 3. August 2024, 10:37
Heiko Hennings schreibt:"Das Foto stammt aus einer Serie, einem meiner ersten zaghaften Versuche zur Straßenfotografie, wo ich irgendwann in der Bahnhofshalle Darmstadt Hbf landete.
Das Foto ist wahllos, unauffällig aus der Hüfte geschossen, die Ausrichtung der Kamera auf Personen nach Gefühl. Ich gab mir keine Mühe, die Kamera beim Gehen still zu halten, kalkulierte also Bewegungsunschärfe mit ein.
Mein Anspruch lag in erster Linie auf dem Bildinhalt, nicht auf Qualität.
Unscharfe Bereiche ergeben sich aus den oben beschriebenen Umständen. Meiner Ansicht nach wird Schärfe überbewertet.
Auf der Glasfläche sind keine Spinnweben, sondern Folie an der Außenseite, die verwittert und abgeblättert ist..
Bei der Bearbeitung des Fotos kam ich zu der Vorstellung von einem jungen, nachdenklichen Mann und fragte mich, was geht in ihm vor? Was bewegt ihn? Denkt er vielleicht an ein freudiges oder sorgenvolles Erlebnis? Auch die Frage, wie die Biografie des jungen Mannes aussieht, tauchte in mir auf.
Momentaufnahmen von Menschen, Gesichter bringen mich immer zu der Frage: wie sieht es hinter der Fassade aus.
Danke an alle, die sich mit meinem Foto auseinandergesetzt haben.
LG Heiko"
Engel 3. August 2024, 10:19
Mir gefällt das Bild. Es spricht mich an. Etwas verträumt. Der Blick in die Ferne. Was passiert da drüben? Nachdenklich. Was schaut der Mann an? Über was denkt er nach.Gerhard Körsgen 2. August 2024, 0:41
Ich noch mal.Irgendwie kommt dieses Mal keiner so richtig hinter das Mysterium weil alles so unspezifisch ist.
Mir schwirrt die ganze Zeit einer der Leitsätze für gelungene Fotografie von Wolfgang Zurborn im Kopf herum: "Sehen statt Bedeuten wollen", eher ein Statement gegenüber metaphernbeladenen "Fotohülsen", was dieses Foto hier ziemlich sicher nicht ist.
Ich bin mir hier bisher aber am unsichersten ob das nun besonders tiefsinnig oder besonders "platt" aufzufassen ist.
N. Nescio 1. August 2024, 23:46
1) Was ist da links draußen vor der Scheibe so dunkel-vertikal? Eine Säule? Darunter ein helles, weißliches Geländer? Ist da eine Terrasse zwischen Geländer und Fenster? Oder sind die horizontalen Streifen, die man auch als Geländer interpretieren könnte, einfach die Überlappngsstellen von geschlossenen Fensterkippelementen, gleich, wie sie rechts aufgeklappt sind, nur geschlossen?2) Warum ist neben dem massiven vertikalen I-Träger nahe der Schulter noch links davon ein schmächtigerer Vertikalträger, der offenbar die Fensterfassade hält?
3) Das Ziegeldach des Hauses gegenüber hat eine moderne Deckung samt Blitzshutz.Warum sieht man im linke Bildteil durch die Schieben so gar nichts von diesem Haus?
4) Nähe der Dachrinne des Gegenüberhauses scheint ein dünnes Seil in Richtung unterhalb des rechten Bildteiles gespannt sein - zwecks Aufhängung für eine nicht sichtbare Straßenlampe?
5) Was ist da rechts im ganz untersten Segment außerhalb der untersten aufgeklappten Scheibe? Eine Reflexion des Ziegeldaches gegenüber? Warum dann diese Form? Was spiegelt sich auf den Unterseiten der aufgeklappten Schieben?
Das ist es, was mich an dem Bild interessiert, wenn ich es mir anschaue. Man sieht nicht, was man da wirklich sieht.
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Warum das Bild aufgenpmmen wurde? Ich weiß es nicht. Junger Mann, leicht bewegungsunscharf von hinten mit modernem Stahl-Glas-Folienstrukturen und Fensterklappmechanismus mit weißem Motorantrieb und Zuleitungskabel. Der Mann wurde möglicherweise als Größenmaßstab ins Bildgesetzt, damit man ein Gefühl für Größen- und Raumwirkung der Architekturelemente bekommt. Werbefoto eines Architekten oder Fassadenkonstrukteurs ist es bestimmt nicht, denn der Gleichlauf der gekippten Fensterelemente ist nicht perfekt und die Folie nicht besonders edel.und die unidentifizierbare Struktur rechts unten außerhalb und der dicke Vertikalbalken links außerhalb lenken von der Fassadenstruktur ab und die Kabelschutzhülle des Motoranspeisekabels schlampiig montiert.
Auch ein Bildtitel "Franz schaut aus dem Fenster" gibt für mich keinen Sinn.
Komposition hin oder her - solange ich den Zweck des Bildes nicht erkenne, kann ich auch die Komposition nicht beurteilen.
Für mich ein unmotiviertes Bild - es gibt nicht preis, warum es gemacht wurde.
Matthias von Schramm 1. August 2024, 14:37
Auf den ersten Blick fragt man sich, ob das Bild nicht ob einer Formatveränderung (man druckt z.B. ein Foto per APS-C Sensor in den alten gängigen Papierformaten aus) aus dem Schnitt geraten ist. Beim zweiten Blick sieht man aber, dass hier sehr viel stimmt und zueinander wirkt. Die horizontalen Linien einer schmutzigen und wohl auch leicht beschädigten Fassade von innen, die kippen nach Links, während die Haltung einer von hinten aufgenommenen männlichen Figur nach rechts kippt. Das gibt dem Bild einen Flow und eine sehr schöne Dynamik. Dazu die geöffneten Fensterklappen rechts, die die Anmutung von Spoilern (Stör- und Bremsklappen) von Flugzeugen z.B. an den Tragflächen haben.Im Hintergrund ein grafisches durchbrechendes Element durch ein Häuserdach unter blauem Himmel. In der Mitte ein fast senkrechter ein wenig nach links kippender Stahlträger im Innenraum, an dem der Mann lehnt.
Wir haben hauptsächlich blaue und graue Farbflächen und trotz der hellgelben Fassade des Gebäudes draußen, entspricht die Farbgebung die kühl bleibt der sachlichen Grafik dieses Bildes. Somit suggeriert Blick und Haltung des Mannes auch etwas sachliches, denn man kann ja nur annehmen, dass er nach draußen schaut, man sieht seinen Blick ja nicht. Ein wichtiges Element "zu viel" stellt das empor ragende quasi senkrechte Element hinter der Scheibe links dar. Er erhöht die Unruhe der Komposition.
Die Brüche im Fenster, vielleicht durch eine beschädigte Folie erzeugen unscharfe und unklare Muster. Muster die gradlinig durch eine Art Balustrade am linken Bildrand weiter geführt werden. Gelungen ist hier für mich die Positionierung des Mannes, sein statisches leicht Gekipptes, wie eine Wachsfigur von hinten oder wie ein Mensch, der in gewisser Anspannung dort steht.
felixfoto01 31. Juli 2024, 0:35
ich sehe ein großes Fenster, das auf einer Seite mit einer Art blauen Folie beklebt zu sein scheint und auf der anderen (rechten) Seite Lamellenfenster hat, die geöffnet sind. In der Mitte des Bildes befindet sich ein Stützpfeiler. links vom Stützpfeiler steht ein Mann, der nach draußen schaut. Draußen befindet sich ein weiteres Gebäude, dem man auf das Dach schauen kann. Dort ist auf der linken Seite ausserdem ein weiterer Pfeiler, dessen Ende ich nicht sehen kann. Ich schliesse von der vermuteten Höhe des anderen Gebäudes und des Blickwinkels, dass der Raum oder Flur, in dem der Mann steht in einem oberen Geschoß sein könnte.Solche Fenster habe ich in Osteuropa gesehen. Tschechien, Slovakei, Ungarn. manchmal sogar in Athen. Länder, in denen es heiß ist. Ob die blaue Folie zur Kühlung sein soll oder einfach nie abgezogen wurde, kann ich nicht beurteilen.
Für mich ist dies ein ruhiges Foto, das einige Lichtakzente besitzt. Der Mann mit dem Rücken zu mir wartet vielleicht auf etwas und schaut solange aus dem Fenster oder wartet sogar auf jemanden, den er dort draußen vermutet. Mir erzählt das Bild eine oder mehrere Geschichten, ich könnte es mir sogar als Cover für ein Buch, eine Erzählung oder einen Roman vorstellen.
Das Bild wird durch die horizontalen und vertikalen Linien bestimmt. Die Lamellen lockern das Bild einerseits auf, der Mann durchbricht das Liniengewerk andererseits. Sein Kopf könnte in der Nähe des goldenen Schnitts liegen, es - aus meiner Sicht - in der Schnittkannte zwischen den ersten und zweiten dritteln vertikal unf horizontal.
Harmonisch, ruhig. Ein wenig strahlt es die Langeweile aus, die so ein Ort haben kann. Wer weiß, vielleicht tobt hinter ihm und hinter dem/der Fotografen/in das hektische Leben dieses Orts.
Danke für's zeigen.
Gerhard Körsgen 30. Juli 2024, 13:39
Erinnerte mich auf den ersten Blick in der Art der Komposition(Bildzweiteilung durch mittig gesetzten "Trennstrich") sowohl an
eigene Fotos als auch an welche von REN SEN, aber am nächsten
käme doch --M. J.-- , der allerdings meist Bäume in die Mitte setzt.
Nicht falsch verstehen, das soll jetzt kein Mutmaßungswettbewerb werden
von wem das Foto sein könnte, nur der erste ungefilterte Gedanke der mir
bei der Betrachtung durch den Kopf schoss.
...
Wenn man bei der optischen Einteilung in zwei Hälften bleibt ist die rechte
grafisch dominiert während in der dahingehend diffuseren linken Hälfte ein
Mensch steht, der dort die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
In Bildnissen mit Menschen neigt man dazu die Gesamtkomposition darauf zu
beziehen, so geht es mir auch hier, wobei ich die rechte, grafischere
Hälfte aber visuell interessanter finde weil ich zu dem Menschen keine
mentale Bindung aufbauen kann.
Er schaut aus dem Fenster und leicht hinunter, aber auf was genau kann man
selbst nicht sehen.
Es ist auch relativ müßig darüber zu spekulieren weil das Foto dahingehend
keine Ansatzpunkte liefert.
Es ist sonnig, hell und vermutlich warm denn die Person trägt T-Shirt.
...
Insgesamt trägt das Foto nicht zur längeren Betrachtung für mich weil die
einzelnen Komponenten sowohl für sich als auch in Bezug zueinander wenig
Interesse bei mir wecken. Wäre der Blick der Kamera ähnlich dem der Person,
also leicht nach unten gewinkelt, könnte es potentiell anders sein, aber das
bleibt weil unauflösbar reine Vermutung.
"Kann ich nicht viel mit anfangen", wohl weil mir die "Gegensatzhälften"
nicht ausgeprägt genug sind und es sowieso unklar ist ob das überhaupt
welche sein sollen. Wenn nicht dann komme ich nicht darauf was sonst, ich finde keinen Ansatz es mir herzuleiten.
Entweder ich bin zu doof oder das Foto zu gut, oder beides, oder genau
andersrum ;-)
Zu viele Möglichkeiten, für diesmal kapituliere ich.
Aber gut mal an die Grenzen gebracht worden zu sein.
framebyframe 30. Juli 2024, 9:13
Eine metallene Doppel-T-Säule steht statisch in der Mitte des Bildes, etwas brutal. Ein junger Mann lehnt links an der Seite in dunklem T-shirt und schaut, den Rücken zum Betrachter gewendet, durch eine Verglasung, die rechts waagrecht gefächert ist zum hereinlassen frischer Luft. Es scheint sommerlich zu sein und der junge Mann sucht womöglich etwas Raum zu erspähen, draussen. Diese Erwartung muss hingegen enttäuscht werden. Da gibts nichts, was da den Blick schweifen lassen kann. Der Himmel ist zwar wolkenlos blau, jedoch versperrt ein genau im Blick liegendes Ziegeldach jegliche Lust die Augen nach draussen zu richten. Das Bild wirkt daher beklemmend. Die kräftige Auslegung der zentralen Säule nährt die Vermutung, dass es sich um ein größeres Gebäude handelt, Museum oder Behörde? Um hier mehr Raum für den Betrachter oder schon gleich für den jungen Mann zu erlangen, wäre vorzuschlagen, mal ein oder zwei Stockwerke nach oben zu gehen. Da gibts bestimmt den unverstellten Blick. Das Foto ist leicht verschwommen bzw. verwackelt. Musste vermutlich rasch geschossen werden. Es stellt den Gegensatz der Architektur und einem menschlichen Wesen dar, das sich nicht recht wohl fühlt in dieser Umgebung.Clara Hase 29. Juli 2024, 17:46
Luftkurort vom Gebäude. Offene Fensterklappen und milchige geschlossene Scheiben. In denen spiegeln sich Pflanzen die nicht ganz gesund aussehen. Eher vertrocknet.Die offenen Fensterklappen zeigen Dachziegel eines niedrigeren Gebäudes und einen klaren blauen Himmel.
Ich sehe kein rechts-links scharf unscharf
Lediglich einen jungen Mann mit noch sehr blasser Haut im schwarzen T-shirt. Er steht da, dezent am Metallträger gelehnt und nimmt wohl ein gedämpftes Sonnenbad oder auch Frischluftbedarf einatmend. Kleine Flucht vom Arbeitsplatz.
Grau, bleu und schwarz sind die Farben- nicht gerade sommerlich frisch, aber auch nicht düster.
_anders_varnaemen_ 29. Juli 2024, 12:13
Das ist ein Bild von der Sorte, wenn es hier ein Galerievorschlag wäre, bekäme es 70 zu 330 oder so, mit Kommentaren wie "Der Mann schaut nicht in die Kamera", "Du hast ihm den Arm abgeschnitten" etc.Einige würden das Bild sicher lieben und eine Story vermuten (der Mann schaut vielleicht traurig-deprimiert-verzweifelt oder nachdenklich-tiefsinnig aus dem Fenster), und formal kann man den klugen Einsatz von "Negative Space" loben.
Ich mag an dem Bild die Textur im Hellblau oben und links sehr, und weniger gefällt mir, dass dabei rechts oben im Bild alles scharf ist, aber links ist diese Textur ziemlich verschwommen. Der Mann und der Balken in der Mitte scharf, die Textur und der Balken links unscharf, das weit weit entfernte Ziegeldach aber wieder scharf - das empfinde ich als unstimmig, fast wie ein AI Fake. Da wäre eine offenere Blende und stärkere Fokussierung auf den Vordergrund vielleicht die bessere Wahl gewesen.
Auch mag ich die harmonische Farbgebung.
Die Gestik des jungen Mannes ist mir ein bisschen zu beliebig, zu belanglos. Die rechte Hälfte des Bildes finde ich tatsächlich viel stärker: ein schönes semiabstraktes Bild ohne Story, aber fotogener als die linke Hälfte.