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#24/2025

Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.

Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -

Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie

~.~.~.~

Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen

1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)

~.~.~.~


Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.

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Kommentare 21

  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 30. Juni 2025, 7:15

    Die Diskussion hier ist nun beendet.
    Agora wird unter dem folgenden Bild fortgesetzt:
    #25/2025
    #25/2025
    Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv
  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 28. Juni 2025, 6:35

    mahu01 schreibt:
    «Liebe Community

    Vielen Dank für die zahlreichen spannenden Kommentare, Gedanken und Anregungen.

    Dieses Foto ist aus einem Kleinflugzeug entstanden – durch die Scheiben des Flugzeuges (ich könnte nie durch offene Scheiben fotografieren!).

    Wie hoch wir zu diesem Zeitpunkt geflogen sind, kann ich leider nicht sagen.

    Wir waren in Sambia auf dem Flug in Richtung Shoebill Island Camp unterwegs (Der Shoebill oder Schuhschnabel ist ein mächtiger Vogel mit einem ungewöhnlichen Schnabel).

    Die Gegend ist grundsätzlich ein Wetland – wir waren aber zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht ganz am Ziel. Zudem entstand die Aufnahme im Oktober – am Ende der Trockenzeit.

    Dieses Bild verkörpert für mich persönlich Afrika, so wie ich es kenne und liebe:

        Unendliche Weiten, die flach sind und einen grossen Ausblick ermöglichen
        Leute, die von irgendwoher kommen und irgendwohin gehen
        Frauen (vermutlich), die Lasten auf dem Kopf tragen
        Nicht weit entfernt eine Herde von Antilopen
        Zahlreiche von Tieren geformte Wege 

    Immer wenn ich dieses Bild anschaue, rieche ich auch schon den charakteristischen Duft des südlichen Afrika (das wir regelmässig besuchen).

    Deshalb liebe ich dieses Bild so sehr – auch wenn es technisch diverse Mängel aufweist, wie von einigen Kommentatoren erkannt. In diesem Falle überwiegt für mich persönlich aber

    die mit dem Bild verbundene Emotionalität gegenüber der technischen Qualität. Noch ein paar technische Informationen:

    Aufgenommen habe ich das Bild mit 1/3000 (wackliger Flug…) und dadurch war trotz gleissender Sonne eine ISO von 800 nötig, bei Blende 4.5.

    Herzlichen Dank an alle Kommentatoren, die sich die Zeit genommen haben, ihre Gedanken und Eindrücke zu diesem Bild niederzuschreiben.»
  • Lars Ihring 27. Juni 2025, 17:34

    Ich schau mir das Foto nun schon eine Weile an, aber meine erste Assoziation ist geblieben: gewaltige Stille. Eine riesige Ebene, erdig, unwirklich, strukturiert. Farben zwischen Braun, Grün und Grau, als hätte der Kurze mit zu trockenen Pinseln gemalt. Und dann: drei Frauen, kleine markante Figuren, die nebeneinander gehen – jede trägt eine Last auf dem Kopf. Der Blick aus der Vogelperspektive macht sie fast zu Punkten. Und doch ziehen sie sofort meine Aufmerksamkeit auf sich.

    Sie gehen querfeldein, nicht entlang der grünen Linie, die sich markant durch das Bild zieht – sondern daneben. Der grüne Streifen sieht auf den ersten Blick aus wie ein Pfad, aber man erkennt: Er ist dicht bewachsen, ein Streifen Leben mitten in dieser trockenen, offenen Landschaft. Die drei Frauen gehen abseits, wo es möglich ist – auf festem, offenem Boden, weit davon entfernt, bequem zu wirken.

    Rechts im Bild, eine große Herde. Antilopen, Gazellen, vielleicht auch Springböcke. Sie stehen verteilt, aber ruhig, alle mit dem Kopf zum Boden – sie fressen. Kein Fluchtverhalten, keine Anspannung, sondern völlige Gelassenheit. Es ist Alltag, für sie genauso wie für die Frauen. Und gerade das finde ich toll: menschliche Bewegung versus tierische Ruhe. Lasten tragen – und einfach fressen. Zwei Welten, die sich nicht berühren, aber nebeneinander und völlig gleichberechtigt existieren.

    Was mich beeindruckt, ist diese Mischung aus Selbstverständlichkeit und Größe. Die Szene wirkt unaufgeregt, aber irgendwie dennoch bedeutungsvoll. Die Weite der Landschaft, die fast abstrakten Texturen, das Nebeneinander von Mensch und Tier – alles ist in Balance, aber nichts ist harmlos. Die Frauen gehen zielgerichtet, aber die Richtung bleibt offen. Wohin sie gehen? Warum gerade dort entlang? Lauern Gefahren auf dem Weg? All das bleibt ungesagt – und genau das macht es in meinen Augen spannend.

    Für mich ist das Bild kein Spektakel. Es ist ruhig, leise und es beschäftigt mich. Es zeigt einen Ausschnitt aus einer Welt, die nicht inszeniert ist. Eine Landschaft, die ihre Regeln hat und Menschen, die darin ihren Weg finden – nicht, weil er bequem ist, sondern weil er der einzige gangbare ist.

    Grüße!
    Lars
  • Gerhard Körsgen 26. Juni 2025, 11:53

    Für diesmal fällt mir jetzt nicht so sehr viel ein was ich noch an neuem, ungesagtem zu den bisherigen Kommentaren hinzufügen könnte..
    Vielleicht noch am ehesten: Auf mich wirkt es weniger fotografisch denn malerisch, was ich hier zu sehen bekomme.
    Das liegt bestimmt an den gedeckten, matten Farben in Graubraun und Grün sowie den sanften Kontrasten.
    Wie eine Art Tuschezeichnung in Aquarellfarben, wenn es so was gäbe.
    Mir gefällt es weil es ab vom Gewöhnlichen ist, sieht man so nicht oft.
  • Matthias von Schramm 24. Juni 2025, 14:00

    Luftbilder üben auf mich seit jeher eine gewisse Faszination aus. Dieser Ausspruch "die Welt mit anderen Augen zu sehen" wird hier besonders deutlich. Es verdichten sich Landschaften zu einer Formensprache, die in bestimmter Weise einer Macroansicht ähnelt. Man sieht sehr viel, auch Einzelheiten, kann einiges identifizieren und wird doch vor Rätsel gestellt. Denn dieser Blick von oben (vielleicht aus einem Flugzeug) zeigt Teile einer Landschaft, die man am Boden selbst nicht sehen kann. Es ergeben sich Striche, Kreise und Bögen. Und das erinnert mich daran, wie ich als Kind sehr gerne Feld- und Feuersteine genau betrachtet habe. Wie sich in einem Stein eine ganze Berglandschaft wiederfand. Und so wird der philosophische Ansatz, dass auch im Kleinen das große Ganze ist, sozusagen zum Bild.

    Eine Savannenlandschaft überzieht die Erde mit dünnem grünen durchbrochenen "Filz". Der Boden wirkt karg und unterbrochen mit etwas grün. Dazwischen Erde die in Musterungen zwischen Regen und Sonnenbefall bricht. Rechts von unten nach oben (so lese ich das Bild und den Strich) ein schmaler grüner Strang, der wir der San Andreas Fault bei San Francisco das Bild teilt. Diese Teilung, die wie ein Irokesen-Haarschnitt anmutet, macht das Bild zum "Entrecote" - auf Deutsch zur "Zwischenrippe". In der Steaksprache wäre der linke größere Teil das "Rump" und der kleinere recht das "Filet".

    Rechts oben auf dem "Filet" ist eine Herde von vermutlich Wildtieren zu beobachten. Genau zu mutmaßen, um welche Tiere es sich hier handelt, vermag ich nicht. Dass man hier über einer afrikanische Landschaft unterwegs ist, könnte vermutet werden. Denn im großen Teil des Bildes sind drei Menschen zu sehen. Wie in den besagten Breiten üblich, scheinen sie Lasten auf dem Kopf zu tragen, oder sich ggf. gegen die Sonne schützen. Man erkennt viele Details und man erkennt sie dann doch nicht so genau, dass ich mir zumindest nicht sicher sein kann. Und dieses vage nicht genaue, macht das Bild für mich interessant.

    Ortskundige werden Verbindungen und Inhalte besser erkennen. Denn die Menschen hier laufen vermutlich eine Art Weg, auch wenn ich den gerade nicht ausmachen kann. Vermutlich ist wohl auch eine Art Siedlung in der Nähe. Hütten, Häuser, vielleicht sogar eine Stadt.

    Ich vermute übrigens, dass man ähnlich anmutende Bilder auch in unseren nördlicheren Breiten machen kann. Mit Spaziergängern durch die Heide z.B. und Heidschnucken -Herden. Für eine Aufnahme aus einer relativ weiten Entfernung ist das Bild recht klar und gibt einen recht detailliert strukturierten Draufblick. Gerade an der Buschlinie in der Mitte werden ziemlich satte Grüntöne deutlich. Insgesamt hat das Ganze für mich auch etwas Malerisches, zugleich ist es ein recht profaner Draufblick. Ganz spannende Herausforderung für die Augen.
  • N. Nescio 23. Juni 2025, 22:08

    die  drei personen, sobald man sie wahrnimmt, füllen die riesige linke bildseite genauso mit interesse, wie die kleinere rechte mit ihren tieren und der saftiggrünen buschlinie. m.e. ist die bildkomposition ausgewogen, trotz dieser ungleichheit. Hie Mensch, dort Tier. Könnte Symbolik sein. Und Gott sah, dass es gut war - der sechste Tag.
    rätselhafte, in den boden eingetretene spuren fesseln auch mein auge. die weiße kopfbedeckung der linken person bildet das spitzlicht in dem foto. die schatten sind mild und es gibt nichts tiefschwarzes im bild, genaus wenig sattgrünes. bei genauerem hinsehen ist des bild erstaunlich detailreich. der eher geringe bildkontrast könnte von hoher luftfeuchtigkeit herrühren, oder einer fensterscheibe eines fluggerätes. es scheint eine unendlich weite ebene zu sein, möglicherweise ausgetrockneter seeboden ... ob sich die drei personen verloren vorkommen? ihr rettender zielort ist nicht zu sehen.
    kameraposition dürfte ca. 500m oder 1000m über Boden sein, also nicht aus großem Verkehrsflugzeug.
    • The Great Potoo 24. Juni 2025, 10:14

      "kameraposition dürfte ca. 500m oder 1000m über Boden sein, also nicht aus großem Verkehrsflugzeug."
      Ich bin mir nicht sicher, aber es schaut für mich aus, als sei die Flughöhe noch deutlich niedriger - vielleicht max 200 Meter? Daher dachte ich auch an einen Heißluftballon, der aber keine Fenster hat. Bin gespannt auf die Auflösung.
    • N. Nescio 24. Juni 2025, 11:14

      Kann auch sein … aber auch mit Heißluftballon war ich auch bereits auf 2500m Höhe über Boden.

      Nachtrag: nach einigen geometrischen Überlegungen stimme ich Dir zu. Je nach Bildwinkel (Brennweite) des Equipments sind m.E: die 2% der Bildhöhe ausmachenden Personen bei einem Normalobjektiv nicht weiter als 150m, bei einem mittleren Tele nicht weiter als 500m entfernt sind. Deine max. 200m treffen es also sehr gut!
  • felixfoto01 23. Juni 2025, 19:59

    Ich sehe eine Steppenlandschaft, die riesig erscheint. Auf der linken Seite in der Mitte, sind drei Menschen zu sehen und in der linken oberen Ecke sehe ich Tiere. Das könnten Springböcke sein oder ähnliches Wild. Diese Menschen und Tiere helfen mir, die Dimensionalität dieser Landschaft zu erfassen. Aus großer Höhe und mit weiter Tiefe fotografiert. Über die gesamte Fläche scharf - die feinen Strukturen dieser Steppe und das Luftflimmern können glauben machen, es sei unscharf, das ist es aber nicht. (Außerdem ist mir die Schärfe egal)
    Mich fasziniert die Weite dieser Landschaft. Sie öffnet meinen Blick.
  • elstp 23. Juni 2025, 17:27

    Auf der Welt leben ca. 8 Milliarden Menschen, drei davon sind auf diesem ausgedehnten Teil der Erdkugel zu erkennen. So gesehen, hat doch jeder Platz auf Gottes schönem Erdboden. 
    Wenn ich jemanden wüßte, der das offenbar verfügbare Land in Bauland umwidmete, wieviel Geld ließe sich da machen ….
    Gruß LILO
  • The Great Potoo 23. Juni 2025, 11:33

    Ich schaue, aus erhöhter Position auf eine Art Steppenlandschaft, mit zwar grüner, aber nicht all zu üppiger Vegetation.
    Ob es sich um eine Drohnenaufnahme handelt?
    Ein Band grüner Büsche teilt das Bild  in zwei Hälften, deren linke etwa ? des Bildes ausmacht. Dabei schauen die Büsche aus, als seien sie von einem, stets aus einer Richtung wehenden Wind, alle nach rechts gebeugt worden.
    In der linken Hälfte tauchen 3 Personen auf, die rechte ist im oberen Bereich von einer Tierherde bevölkert.
    Im ersten Moment landete ich gefühlt irgendwo in einer nordischen Tundra mit einer Rentierherde, denke aber mittlerweile, dass ich damit falsch liege.
    Wenn man heranzoomt, ist zu sehen, dass die drei Personen Dinge auf ihrem Kopf balancierend transportieren. Das ist eigentlich typisch für Afrika. 
    Vielleicht ist es eine afrikanische Steppe, die hier zur Regenzeit etwas Farbe angenommen hat. Viel kann da in kurzer Zeit nicht wachsen, an einigen Stellen schimmert auch noch der nackte Boden durch das karge Grün, und erzeugt unregelmäßige Muster.
    Trampelpfade der dort ansässigen Herden?
    Wenn wir in Afrika sind, werden das auch eher Antilopen, als Rentiere sein. 
    Und statt mit einer Drohne, wurde das Bild wohl eher aus einem Heißluftballon aus aufgenommen. Ich glaube solche Fahrten sind dort recht populär, gerade zu Zeiten des Wildwechsels.
    Viele Geschichten lese ich gerade nicht aus dem Bild, die Menschen, und die Herde interagieren auch nicht miteinander, und gehen offenbar ihren eigenen Tätigkeiten nach.
    • _anders_varnaemen_ 23. Juni 2025, 11:57

      Mir ging es genauso, darum schreibe ich hier unter diesem Kommentar. Meine ersten Assoziationen waren "Russlands Ferner Osten", "China Innere Mongolei" etc., aber bei genauerem Hinsehen kamen mir die Staaten des eher sumpfigen südlichen Afrika in den Sinn, vielleicht Sambia oder Simbabwe.

      Fotografisch finde ich das Bild recht flau in den Kontrasten. Mit etwas mehr Punch könnte es ein Foto aus Ernst Haas' Buch "The Creation" (1971) sein.
    • Clara Hase 23. Juni 2025, 13:18

      ich bin auc ganz fasziniert, was das foto wohl zeigt. Die drei Figuren - ich weiss nicht so recht, ob es nicht vielleicht Steine sein könnten.
      die vielen Kuppen - angeordnet wie ein archologisch versunkenes Wohngebiet? Mir fliegt alles durcheinander. Sehr scharf ist es leider auch nicht.
      Dank des Textes vor mir kann ich statt vögel nun auch äasendes getier erkennen.
      Und - die Windflüchter über die gesamte Höhe des Bildes.
      Tatsächlich gibt es wohl in der Tiefe neben dem Grünen, auch straßen - evtl sogar Dörfer oder Stadt.
    • The Great Potoo 24. Juni 2025, 10:17

      Simbabwe oder Sambia kommen in Frage, halte es aber für durchaus möglich, dass es noch nördlicher liegt, vielleicht Kenia / Maasai Mara oder so, wo die jährliche Migration durchzieht.