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23./30 Element von Optimismus in meiner näheren Umgebung

23./30 Element von Optimismus in meiner näheren Umgebung

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23./30 Element von Optimismus in meiner näheren Umgebung

Dieser nun sanft im Fliederbusch schaukelnde letzte Hardrocker, er gehört zu dem, was bleibt. Er ist ein Symbol und noch etwas mehr. Er gibt diesem Ort eine Tür in die Vergangenheit.
Als ich mit meinen Schwestern, nachdem mein Vater einige Jahre nach meiner Mutter gestorben war, wochenlang den Hausrat und das Haus meiner Eltern sortierte und aussortierte und verschenkte und auch vieles in den Müll geben musste - da kamen wir zu keinem Ende - irgendwann aber war der Sperrmüll bestellt. Es kamen an einem heißen Sommertag gutgelaunte, optimistische und zupackende Müllwerker, die ganz schnell das, was in den 11 Räumen noch war, sortiert hatten, was in die Müllverbrennung nach Stapelfeld sollte und was man noch zu "Stilbruch" geben konnte, einer Einrichtung, die Teppiche, Möbel und Apparate wieder sauber und flott machte, um sie dann zu Flohmarktpreisen zu verkaufen (ein Gang durch die Hallen von "Stilbruch" lohnt immer). Ich hatte noch die alten drei Zinkwannen mit Wasser gefüllt, diese Wannen, in denen wir als Kinder immer in der Küche einmal die Woche gebadet wurden, dabei Butterbrote aßen, die aber regelmäßig unter das Seifenwasser kamen und dann so sonderbar vorverdaut schmeckten, und diese Wannen standen nun im Vordergarten und die Müllwerker tauchten bei 40 Grad Hitze im Schatten ihre Köpfe dort hin und wieder tief in das klare kühle Wasser hinein. Alles lief glatt. Auch unsere kühlen Tränen. Das Haus war bald bis auf ein paar vertreute Möbelstücke leer - das war der "Schnitt", emotional der "final cut", hier wirkte er erst - die Eltern waren nun nicht mehr hier in diesem Bild. Auch diese verstreuten Möbelstücke blieben nur vereinzelt bis heute, z.B. der Küchenschrank, der bleibt, z.B. die Zinkwannen, die bleiben ewig - was bleibt ist aber auch dieser Zwerg - er ist überhaupt nicht kitschig oder spießig, er ist nein Hardrocker. Er ist gut drauf.

Kommentare 6

  • Clara Hase 6. April 2012, 23:39

    tja, was sigrun schreibt, unterschreibe ich
    und doch - auch das muss irgenwann wech wenn man selbst in die jahre kommt und das missiegut immer mehr wird.
    es sei denn es gibt begehr zu lebzeiten - aber dann kann ich mich wieder nicht trennen von son zeugs
  • Antigone44 17. November 2010, 19:47

    Da sitze ich nun und in meinem Kopf läuft ein Film zusammengesetzt aus Erinnerungen und man sammelt,hortet und zäh kleben die Erinnerungen an dem was auf einem Trödlermarkt irgendwie entweiht wird.Da sind andere, die nach preiswerten Erinnerungen lechzen und die die Deinen nie haben können.Man sollte sich den Luxus, im Lauf des Abschied nehmens, gönen, die Zinkwannen,Küchenschrank und dem Zwerg den Platz einzuräumen,den sie verdienen.
    Lieben Gruß,Siegrun
  • Willi Thiel 17. April 2008, 21:52

    mein lieber mann
    der zwerg hat schon ein paar jahre outdoor hinter sich
    weglaufen kann die arme sau ja nicht
    so wie ihr den mit draht gefesselt habt !
    story lies sich richtig gut lesen.....zinkwanne kenn ich auch noch....
    vg willi
  • Gisela Aul 17. April 2008, 11:18

    Deine Geschichten zu lesen,ist für mich auch immer wieder eine Reise in meine eigene Vergangenheit,die ich nie so ausdrücken könnte,der Hardrocker muss auch einfach bleiben,er erzählt Geschichten,die nur Du hören kannst
    Lieben Gruss Gisela
  • Adrena Lin 17. April 2008, 7:49

    Hart im Nehmen.....immer mit einem Quentchen Fröhlichkeit und Optimismus....Ich finde Deinen Text sehr bewegend....
    Lieben Gruß
    Andrea
  • Bernd Osthoff 17. April 2008, 0:04

    Hardrocker sind immer gut drauf und denken positiv, ausserdem lassen sie sich nicht unterkriegen---daher "hardrocker"!
    *****
    LG Bernd