#23/2025
Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.
Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -
Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie
~.~.~.~
Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen
1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)
~.~.~.~
Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.
*** Wichtig ***
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Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 23. Juni 2025, 6:28
Die Diskussion hier ist jetzt beendet.Agora wird unter dem folgenden Foto fortgesetzt:
#24/2025
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensivAgora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 21. Juni 2025, 6:08
MANFRED JUENGLING schreibt:"Erstmal vielen Dank an alle für Eure Kommentare.
Vorab es ist kein Composite oder andere Manipulation, es ist so fotografiert, Original.
Damit ich das so fotografieren konnte, ging ich wie folgt vor:
In Flightradar24 gibt es Flugverbindungen die weltweit in Echtzeit gezeigt werden. Also kann man planen, wann die Flieger hier in Barcelona ( BCN oder LEBL IATA Code ) am Himmel vorbei rauschen
Daher habe ich nicht einfach einen spontanen Moment eingefangen, sondern die Ausrichtung des Flugzeugs auf Kolumbus' Finger mithilfe eines Radials geplant. Es war ein bewusster geometrischer Ansatz, die Berechnungen von einem festen Bodenpunkt aus beinhalten etwas mehr rechts oder links um sicherzustellen, dass das Flugzeug genau dort erscheint, wo man es sich im Verhältnis zur Statue vorgestellt hat.
Meine Inspiration war sowohl technisch als auch künstlerisch – sie vereint Navigation, räumliches Bewusstsein und Symbolik. Kolumbus, der bekanntlich zum Horizont zeigt, wird oft als Figur der Erforschung, Führung und historischen Expansion interpretiert. Indem Sie das Flugzeug an seiner Fingerspitze positionieren und nach Westen zeigen, könnten Sie Themen wie Entdeckung und Bewegung verstärken. Es ist fast so, als würde die Statue die moderne Reise des Fliegens signalisieren und Geschichte mit zeitgenössischer Bewegung verbinden
Das Flugzeug steht im Zusammenhang mit meiner 40-jährigen Tätigkeit in der Luftfahrt - (Licensed Aircraft Engineer Worldwide Line Station)
in diesem Ordner sind weitere Bilder von der gleichen Stelle
Ordner #23-2025
(3)Grüße!
Manfred Juengling -Santiago de Chile 2025 "
TLK 20. Juni 2025, 14:49
1. Perspektive und Bildschnitt sind so gewählt, daß die Statue in ihrer Wirkung - Fingerzeig in Zukunft, neue Welten, ... - einerseits voll zur Geltung kommen kann, dies andererseits geau dadurch aber auch noch verstärkt wird.Das Flugzeug wiederum ist mitsamt Kondensstreifen erfasst, womit einerseits Bewegung und Dynamik ins Bild kommt, andererseits jedoch auch vermieden wird, daß es durch die optische Schrumpfung auf Ameisengröße in der Gesamtwirkung untergeht.
2. Die Interaktion der Elemente erscheint mir persönlich recht simpel: der Arm bzw. die Hand bzw. der Zeigefinder weist direkt auf das Flugzeug - genauer gesagt erscheint dies durch die Perspektivwirkung natürlich so.
Die Wirkung des Fingerzeigs selbst ist offenbar - vgl. Punkt 1 - und steht zudem in Verbindung mit dem sich bewegenden Flugzeug.
3. Die Idee ist nicht neu, aber der Moment für die Aufnahme muß passen, und die Aufnahme ihrerseits muß im Moment passen. Und das ist hier wohl gegeben, wiewohl man da immer auch tricksen kann - zumal heutzutage im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung -, doch möchte ich im konkreten Fall niemandem irgendetwas unterstellen.
4. Die Aussage lautet mE "Mut zum Aufbruch" - wobei historisch der Bogen von Columbus und der Entdeckung Amerikas zur modernen Luftfahrt geschlagen und dies illustrativ wie symbolisch verwoben wird.
Aus Sicht des Hobbyhistorikers entbehrt dies nun gerade aber nicht einer gewissen Ironie oder sogar - sofern nicht als solche beabsichtigt - Realsatire.
Ich bin normalerweise nicht bei denjenigen, welche historischen Personen bestimmte Etiketten verpassen möchten, doch bei Columbus drängt sich nun "größter Glückspilz der Geschichte" ebenso auf wie der Hinweis, daß er als Entdecker Amerikas zudem überbewertet ist: genaugenommen hat er nämlich lediglich gezeigt, daß man mit dem Schiff den Atlantik überqueren kann - was durchaus eine stolze Leistung ist, damit wir uns nicht falsch verstehen -, denn daß es sich um einen bis dahin unbekannten Kontinent handelt, entdeckte einige Jahre später bekanntlich Amerigo Vespucci - dem, wenngleich durch ein Mißverständnis, zu Recht die Ehre erwiesen wurde, den neuen Kontinent dann nach ihm zu benennen. Außerdem - und deswegen war er ein außerordentlicher Glückspliz - ist Columbus davon ausgegangen, daß der Seeweg von der Iberischen Halbinsel nach Ostasien nur einige tausend Kilometer sei, und wäre samt Schiffen und Mannschaften elend zu Grunde gegangen, hätte nicht unerwartet der bis dahin unbekannte Kontinent dazwischen gelegen. Seine Kritiker hatten somit genaugenommen recht gehabt: der Weg von Spanien westwärts nach Asien war um ein Vielfaches weiter als von Columbus angenommen, und er würde mit hoher Wahrscheinlichkeit umkommen anstatt Asien zu erreichen.
Und vor diesem Hintergrund ist die Verbindung zur modernen Luftfahrt umso bemerkenswerter, gibt es doch da wiederum zwar einen offiziell allseits anerkannten Beginn des gesteuerten Motorflugs (Brüder Wright am 17.12.1903), aber keine endgültige Gewißheit, ob dies tatsächlich der erste gesteuerte Motorflug war - ohne daß ich mich jetzt über diese meiner Ansicht nach fruchtlose Diskussion darüber (Weißkopf vs. Pearse vs. Jatho vs. Wright & Wright etc.) einlassen möchte.
PS: Ich habe mich bislang nicht an Agora beteiligt - weswegen ich auch um Nachsicht bitte, falls ich hier in etwas hineingetreten bin - und habe dies auch in Zukunft nicht vor. Ich wurde lediglich auf dieses Bild aufmerksam und wollte mich kurz dazu äußern.
wdick 19. Juni 2025, 19:21
vieles wurde bereits gesagt. Der Interpretation ist hier viel Raum gelassen. Das finde ich toll. Alles in Allem kann ich mich den Vorrednern und deren Gedanken nur anschließen. Schöner Schuß der sich in einem minimalistischen Bild mit viel Interpretationsspielraum findet. Gut gemacht.Die zwei "schwwarzen Punkte" sind zwei Vögel die ich, um nicht vom Spiel der Gedanken abzulenken, einfach wegstempeln würde.
Der linke Schuh am unteren Rand finde ich äußerst passend. Dies haucht der Statue hier "Leben" ein.
Gerhard Körsgen 18. Juni 2025, 18:43
Eine Art "Schelmenfoto" in dem durch geschickte Platzierung der Bildelemente bewusst und gewollt ein optischer Zusammenhang hergestellt wird der real SO nicht existiert, hier aber für einen Sekundenbruchteil dennoch faktisch bestand.Ob das nur mehr oder weniger zufällig entstand weil der Bildautor gerade dort stand und eine Kamera auslösebereit zur Hand hatte oder das Potential dafür erkannt und gesucht der Standpunkt der ideal dafür ist aufgesucht wurde spielt für das Ergebnis keine Rolle: Es ist in jedem Falle geglückt und gerade die Einfachheit der "Komposition" macht viele Deutungen möglich, meine Assoziationen waren
-"klassisch Didi Hallervorden" (und jetzt ein gespielter Witz - hier als Foto, nicht als Sketch),
- ein älteres Foto von Mike Mandel, welches ich leider nicht im Internet fand, auf dem es so aussieht als würde ein Passagierflugzeug gegen einen Laternenmast fliegen, in seiner Entstehungszeit wohl witzig gemeint,
- 9/11 wo ja jeder noch die Bilder der in die Twin Towers fliegenden Flugzeuge vor Augen hat.
Im Prinzip also vielleicht doch gar nicht so "wenig" drin, was einem gut vor Augen führt was man nicht alles in einer Abbildung sehen kann je nach persönlichem Hintergrund und Stimmung, also durchaus auch schon mal wechselnd.
Ein kurzweiliger Spaß für mich diesmal.
Daumen hoch.
Matthias von Schramm 17. Juni 2025, 17:43
In Anbetracht der Evolution der menschlichen Fortbewegung seit Columbus im 15. Jahrhundert ein Sinnbild der menschlichen Fortbewegung. Sein Arm zeigt auf diesem Monument (er steht auf einer sehr hohen komplexen Säule am Hafen in Barcelona) in Richtung Mallorca, von dort kommend landete er in Spanien einst an. Hier sieht man den Denkmalarm auf einen Himmelsflieger mit Kondensstreifen und auf die gängigste Fortbewegungsmethode der Neuzeit gerichtet, wenn es um Langstrecken-Reisen geht. Das Denkmal, was vielen aus der Ansicht vor Ort, oder aus Dokumentationen bekannt sein dürfte, ist wie geschrieben die obere Figur einer komplex verarbeiteten Säule eingangs des Hafens, was ja auch Sinn macht.Davon zeigt das Bild nichts. "Columbus" steigt hier wie aus dem unteren Rand eines Puppentheaters auf die "Bühne" des Geschehens. Zu seiner Zeit reiste man quasi beinahe ausschließlich um bei der Entdeckung fremder Welten, diese auch unfriedlich zu erobern und fremde Völker zu unterwerfen. In gewisser Hinsicht macht man das heute leider auch noch. Dieses Foto allerdings zeigt eine Figur der Vergangenheit mit Seekarte in der Hand, die forschende Neugier haben soll. Die fotografische simple Einhergang mit dem modernen Flieger und seinem Zeigefinger ist eine symbolische Fortführung dessen, wie Menschen viele tausend Kilometer heute überwinden und dies privat und ohne Mühe machen können, mit dem bloßen Erwerb eines Flugtickets.
Der private Mensch also erobert die Welt quasi mühelos ohne Aufwand und vielfach zu seinem durchaus sehr fragwürdigen persönlichen Vergnügen. Die bildliche Darstellung in ihrer Einfachheit, hat also durchaus eine ambivalente Wirkung. Entdecker, Krieger, Urlauber in einem Foto. Mit dieser einfachen Bildsprache gelingt es durchaus diese Aspekte zu transportieren. Ob das Bild diesen Aspekten dann allerdings wirklich gerecht wird, wäre eine andere weitreichendere, vielleicht philosophische, fast schon politische Frage. Letztlich gibt es simpel gesprochen nur ein Bild, welches auf die technische Entwicklung von "Santa Maria" bis "Dream Liner" hinweist.
Ist das Bild für meine Überlegungen also komplex genug? Es muss es nicht sein. Es erfüllt aber schon etwas. Zwei schwarze kleine Punkte im Bild stören ein wenig den "Bildwitz" und der Kondensstreifen des Fliegers scheint beinahe wie ein Faden am Finger der Statue zu hängen, wobei die Idee einer Figur in einem Puppentheater für mich als Assoziation weiter Nahrung erhält.
Ich würde sagen, dass Bild regt an für andere Bilder der menschlichen Geschichte und besticht trotzdem nicht zwingend durch seine Einfachheit. Spekulationen über die Machart (live oder im Nachhinein) lasse ich mal weg. Technisch wirft die Sonne harte Schatten, der Himmel ist makellos blau, dass Licht hat eine Urlaubsästhetik, was übrigens vollkommen okay ist, aber dadurch seine Wirkung im Bezug auf eine mögliche inhaltliche Wirkung (von mir hier genannt) nicht verstärkt. Will sagen, über das gelungen Plakative geht es letztlich für mich nicht hinaus.
elstp 17. Juni 2025, 13:23
Ganz schön frech gedacht: Columbus setzt seinen Fuß auf den Rand des Bildes, als ob er den entscheidenden Schritt zu unternehmen gedenkt, den aus dem Bild heraus in den Raum des Betrachters.Man kann für sich selbst wählen, ob er meint, aus der Richtung, in die er weist, kommt die erwartete Caravelle, oder ob er andeutet, dass er, wenn er an Bord seines Schiffes ist, in diese Richtung segeln will. Auf jeden Fall ist der Fingerzeig das eigentliche Thema - aber auch eine Anspielung auf das Fresko Michelangelos in der Sixtinische Kapelle, das die Erschaffung Adams darstellt.
In dem Fresko fließt durch die Berührung der Finger des Schöpfers und des ersten Menschen das Menschsein hinüber, so meine Interpretation. In unserer Zeit könnte man meinen, aus dem Unternehmungsgeist der Renaissance sind unsere heutigen Lebensmöglichkeiten geworden, die all die technischen Entwicklungen, die ins Unendliche zu führen scheinen, anbieten.
Da kann man schon den Gedanken nachhängen, wohin das alles führen soll…..
Gruß LILO
N. Nescio 17. Juni 2025, 11:59
Kondensstreifen und Mannesarmschulterlinie samt Blickwinkel bilden das dominante Dreieck, auf dessen schwerlinie 2 schwarzvögel fliegen.Die statuenschatten samt ärmelenden und mantelknopfleiste samt Beinen und Seekarte bilden vertikale Linien. Das linke mannesbein, das aus einem schwarzen Kittelschatten ragt, ist amputiert und unser Held fällt trotzdem nicht um.
Das Bild ist bunt im queren rechteckformat und der Berühmtheit Kopf wurde mehrmals von Vögeln beschwatzt. Ich hoffe, er ruht gut und die amerikanischen indivölker danken es ihm. Tiefblauer Himmel, vom jet durchfurcht. Ein Bild mit klarer Struktur. Deutungen von columbus und Fortbewegung und Himmelsrichtungen und stufensteigen gibts mannigfaltig. Aber wesentlich ist, wie es dargestellt ist.
felixfoto01 16. Juni 2025, 11:40
Ich sehe eine Statue, die ihren rechten Arm zeigend darstellt, ein Flugzeug mit Trails und viel blauen Himmel.Das Flugzeug ist auf Höhe es Zeigefingers abgebildet, was den Eindruck vermittelt als würde der Finger auf das Flugzeug zeigen.
Diese Kombination öffnet den Raum für viele Interpretationen über "Wegweisen" zu "Reisen" und so weiter.
Recht einfach und schnell kommentiert.
framebyframe 16. Juni 2025, 10:23
Columbus weist den Weg über den Ozean und was kommt zurück geflogen, ein Passagierflugzeug. Es treffen Geschichte und Moderne am Himmel sinnbildlich zusammen. Es ist aber kein Schöpfungsakt wie in der sixtinischen Kapelle, sondern geschickt aufgenommener Zufall, der gewiß zum schmunzeln und nachdenken anregt.Da war jemand im richtigen Augenblick zur Stelle. Die beiden dunklen Flecken, Vögel oder Sensorstaub, rufen nach wegstempeln.
Detlef Neumann 16. Juni 2025, 7:24
Echt cool, genau den richtigen Moment für die Perspektive erwischt.Die Interpretation liegt beim Betrachter - was eben über das Flugzeug und den Luftverkehr gedacht wird. Das ist ein breites Spektrum. Ich würde es nennen: So hoch kommt man heute hinaus - seht nur her. Ein klasse Foto.
Viele Grüße
Detlef