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#20/2025

Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.

Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -

Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie

~.~.~.~

Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen

1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)

~.~.~.~


Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.

*** Wichtig ***
Wir bitten Dich darum, die Anmerkungen auf das Foto zu fokussieren und um Beachtung unserer Gemeinschaftsstandards:
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*Kommentare, die nichts zur inhaltlichen Diskussion des Bildes beitragen, Fragen zum Prozess, destruktive, bewertende und/oder verletzende Anmerkungen, werden von den TeilnehmerInnen u. LeserInnen gemeldet und durch die fotocommunity Administration geprüft und ggf. geahndet *

Um Dein eigenes, bisher unveröffentlichtes Bild in Agora zu präsentieren, bitte nutze diesen Link:
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Kommentare 40

  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 2. Juni 2025, 6:46

    Die Diskussion hier ist beendet 
    Agora wird unter dem folgenden Foto fortgesetzt:
    #21/2025
    #21/2025
    Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv
  • Frank Gürtler 31. Mai 2025, 19:09

    Ich hätte da noch eine Frage ans Agora Team.
    Kann man den Kommentarfluss nicht feiner gestallten in dem man von oben nach unten lesen kann. Hier beginnt man von unten nach oben um bei Zwischenkommentaren wieder von oben nach unten zu lesen. Sind es dann mehrere müssen die extra aufgeklappt werden und der Bildschirm hupft und man muss sich dann wieder neu orientieren Ich empfinde das als nicht angenehm.
    Ich weiss nicht wie die Damen und Herren das empfinden, kann ja sein ich stell mich zu ... an.
  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 31. Mai 2025, 9:24

    Frank Gürtler schreibt:
    "Ich möchte mich bei allen bedanken, für die Gedanken zu diesem Foto. 
    Das Streetfoto ist völlig unspektakulär bei einem abendlichen Spaziergang entstanden.
    Ich habe mich eigentlich mehr für einen dicken Stamm, mit aussergewöhnlichen Maserung, eines Eukalyptusbaumes interessiert. Hinter mir wurde dann etwas laut quietschend ein Fensterladen geöffnet. Ich fand die Szenerie recht ansprechend, so um 20:45 Uhr, als alles in warmen Gelbtönen der untergehenden Sonne umhüllt war. Die Schatten auf dem Haus rühren von besagtem Baum auch die Stromleitung. Der Herr saß, wie das in den südlichen Landern oft üblich ist, vor seinem Küchenfenster und tat irgend etwas am Tisch. Der frische Wind vom Meer ist schon belebend nach 32°C Tagestemperatur und einer Hausseite die nach Westen zeigt.

    Soweit meine Ausführungen dazu. Also völlig unspektakulär, auch ist das Foto in monochrom gemacht und nur der Kontrast und die Helligkeit habe ich etwas angehoben.

    Herzlichen Dank nochmals und viele Grüsse in die Runde.

    Frank Gürtler"
    • Clara Hase 31. Mai 2025, 19:05

      wenn es schon der Baum war, und ich und andere über Ort schrieben könntest du uns gerne erzählen wo der Baum stand, oder steht.

      Heiko, täten wir Farbe sehen kämen wir nicht darauf dass es eine dokumentarische Baumaufnahme sein soll
    • Frank Gürtler 31. Mai 2025, 19:25

      ...erst die Dame:
       Clara, der Baum stand im Rücken meiner Fotorichtung. daher auch die dunklen Flächen auf der Hauswand. Das Sträßchen dazwischen war nicht sehr breit.
      Heiko, ich fotografiere zZ. fast ausschliesslich Schwarz-Weiss. Die warmen Gelbtöne habe ich deshalb beschrieben, weil es so war und die Farbe das Bild wie einen Schleier eingehüllt hat. Das Monochrome hatte dann doch etwas mehr Kontur.

      Danke für eure Nachfragen.
    • Clara Hase 31. Mai 2025, 19:50

      Frank, mit WO meinte ich den Landstrich, dass er in deinem Rücken stand sehenw ir am Foto
    • Frank Gürtler 31. Mai 2025, 20:18

      Kamena Vourla, Griechenland. Erster Tag unserer Rundreise.
  • Gerhard Körsgen 29. Mai 2025, 15:36

    Ein Lichtfleck durchbrochen von unregelmäßigen Schatten: Hier bahnt sich die Sonne einen Weg durch partielle Abdunklung erzeugende Bäume auf eine glatte Hauswand die im grafischen Gegensatz zum Treppengeländer, der Treppe selbst und den Fensterladen steht.
    Das an sich ist schon ein "fotografischer Hingucker", im offenen Fenster ist aber auch der Kopf eines Mannes zu sehen und der verändert die Wahrnehmung des Gesamten: Es ist klar dass es um ihn geht, obwohl er nur einen kleinen Anteil an der Bildfläche hat und auch nicht "prominent" als akzentuierte "Lichtgestalt" im wahrsten Sinne fungiert, mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen ist.
    Ich frage mich ob dieser "Automatismus" dass eine Person im Foto automatisch die Aufmerksamkeit auf sich zieht hier bewusst oder eher zufällig genutzt wurde um dem zu Sehenden "Spannung" zu geben.
    Ich stelle mir vor dass die eigentliche Intention für das Foto vielleicht rein die Licht -und -Grafikkonstellation war und der Kopf erst im letzten Moment in s Bild gekommen ist - was dann in der Tat alles verändert.
    Mir sind jedenfalls solche "Fehlerfotos aus Versehen" schon mehrfach "unterlaufen" und zwar sowohl minus als auch plus Mensch und oft habe ich das entstandene Foto dennoch behalten oder sogar besser gefunden als das angestrebte aber im Grunde von mir und den Umständen "vermasselte" Foto.
    Sowas könnte das hier auch sein.
    Ich kann natürlich auch komplett danebenliegen und dieses Foto war genau so geplant...da frage ich mich dann warum der Ausschnitt so weit gehalten wurde wenn es doch um den Mann ging.
    Hätte ich so wahrscheinlich nicht gemacht.
    Kann man aber natürlich so machen, keine Frage ;-)
    Hätte der Kopf "gefehlt" hätte mir in diesem Foto nichts gefehlt - jetzt ist er nun mal da und zieht die Aufmerksamkeit auf sich - irgendwie "ungerecht für das Ensemble", finde ich.
    Das lässt mich wiederum über meine eigene Erwartungshaltung reflektieren...mir gefällt dass das Foto mich irritiert und mehr Fragen aufwirft als diese zu beantworten.
    Das etwas grobe, in den Schatten zulaufende sw bestärkt mich in der Vermutung dass es eigentlich mehr um die Lichtgrafik an sich ging...ich kann es nicht ergründen.
    Für dieses eine Mal bin ich gar nicht so scharf auf die "Auflösung" weil das Rätsel mich so schon nervös und beschäftigt hält, das schaffen nicht viele Fotos.
    Insofern ein ausgezeichneter Beitrag weil er mich fordert.
    Daumen hoch.
  • Matthias von Schramm 29. Mai 2025, 9:58

    Bei der ersten Betrachtung des Fotos denke ich an das Fell eines Dalmatiner-Hundes. Eine schwarz-weiß gefleckte Oberfläche, hinter der sich dreidimensionales Leben befindet. Eine Aussenleiter in mehreren Richtungen, Sträucher, eine Häuserwand, geöffnete Fensterläden und dahinter ein offenes Fenster mit einem Ghandi-ähnlichen Kopf eines Mannes mit wahrscheinlich viel Erlebtem auf dem Buckel. Hinter ihm "Innereien" eines Zimmers (vielleicht eine Art Regal), ansonsten dort hinten alles ins Dunkel gehüllt. Ein wohl digitales SW Foto mit analogen Anmutungen, atmosphärisch so ins Dunkle getaucht, dass man den bildlich motivierten Versuch und die Intention nach Tiefgang vermutet. Ich höre dazu "The long and winding road" von den Beatles, weil ich von diesem Song neulich nachts aufwachte und im Traum dieses Lied hörte und darauf einen eigenen Text machen musste mit der Zeile: "Wenn ich alleine bin und in mich gekehrt und die Dinge mit mir selbst ausmache, dann störe Du mich bitte nicht. Aber sei trotzdem da, als Backup, als Mensch mit Haut und Haaren ..."

    Warum mich dieses Foto daran jetzt erinnert, kann ich nicht genau sagen. Aber es sagt so etwas für mich aus wie Einsamkeit und zugleich Bestimmung. Ein Gefühl welches ich selbst ganz gut kenne, welches aber keineswegs ins Traurige kippt, aber in jedem Fall ins Nachdenkliche.

    Dieses Geländermuster der Aussentreppe erzeugt geradezu Grenze und Abstand zum "Ghandi- Gesicht", wirkt aber eher modern als klassisch. Ansonsten widersprechen sich die Linien an der Wand ein wenig mit dem grafischen Selbstverständnis des Fotos. Dadurch wirkt es angoraartig sperrig und sogar ein wenig grob und roh. Dennoch regt es in vielfacher Hinsicht meine poetisches Seele an und wenn es das vermag, ist es ein gutes Foto für mich.

    Ich sehe mich hier übrigens ein wenig als Voyeur alter Schule, der gerne Distanz hält und sich in Dinge, die mich nichts angehen, nicht einmischt. Wenn der Drang zur Ausseneinmischung besteht und ich vollkommen unmotiviert und durchaus plump über Personen nachdenke, von denen ich nichts weiss, dann bleibt mir bei der Betrachtung nur die eigene Geschichte, der eigene Text und das eigene Bild. Und dieser ist nicht wahr und auch nicht gelogen, weil erfunden und erzeugt.
  • Sag mal Micha 28. Mai 2025, 17:19

    Der Fotograf befindet sich im öffentlichen Raum, die abgebildete Person wirkt auf mich im Privatbereich in unglücklicher Position und Zustand, möglicherweise im eigenen Schlafzimmer, unwissend und ungewollt auf dem Präsentierteller.
    Eine Geschichte zu erfinden, die das  Bild als Individuum hier selbst nicht erzählt und um diesem Zustand etwas Positives abzugewinnen, ist mir gerade zu anstrengend.
    Somit komme ich weder dazu, das Gesehene schön zu finden noch zu einer Faszination zu gelangen.
    Jetzt könnte man erwidern, Du hast doch selbst in fremde Fenster geblickt und warst begeistert...nein, war ich nicht.
    Schade, dass Gerd den ersten Kommentar gelöscht hat, der die Frage nach dem Nutzen stellte...
    • Frank Gürtler 31. Mai 2025, 18:29

      Micha, ich habe den Beitrag von Gerd gelesen und den Rüffel vom Mod.
      Habe ihn aber mit einem Schmunzeln dem Montagskater zugeschrieben.
      Recht hast du auch, es muss nicht alles einen Nutzen haben. Dafür lässt uns ja der Herrgott so lange leben, damit wir auch genug Zeit für nützliche Dinge haben, egal ob wir sie brauchen.
  • N. Nescio 28. Mai 2025, 14:06

    ein guter tag im leben des 90-jährigen mario s.
    die sonne scheint, er hat ein offenbar nciht baufälliges dach über dem kopf, kann offenbar sehen (Brille), wohnt in einem großen oder mehrparteienhaus, wo er ab und zu guten tag rufen kann, wäre er an einen rollstuhl gebunden, dann hätte der fotograf nicht nur die freitreppen ins bild gesetzt, sondern auch einen rollstuhlzugang. seine haare sind normallang geschnitten. kein auffälliger hörapparat sichtbar. ein schatten and der hauswand deutet an, daß es auch Stromversorgung in der gegend gibt. offenbar kann er aus seinem fenster auch grüne Pflanzen, bäume sehen und vielleicht vögel hören. die Freitreppe (mit betongußsgraten) schein keine notfalls-feuerleiter zu sein, sondern der hauptzugang --> es dürfte sich also um ein südliches land ohne Frost und Dauerrregen handeln. die fensterläden verstärken diesen eindruck. 
    ob die sonnenbeleuchtete struktur hinter mario ein hochbett oder ein Regal ist, kann ich nicht beurteilen, jedoch ist rechts unten hinter ihm - bei starkem reinzoomen - eine LattenRrostähnliche struktur zu sehen.

    der bildaufbau ist durch licht/schattenwirkungen bestimmt, horizontalen und diagonalen strukturen mit glatten kanten, gittern. grünzeugs ist links unten. der blick wird vom beleuchteten Kopf im Finsteren angezogen.

    insgesamt eine fein-lichtige milieustudie über den derzeitigen wohnzustand des mario s. kann sein normales zuhause, ein altersheim oder pflegeanstalt sein. jedenfalls ist offenbar für ihn gesorgt. btw.: er kann natürlich auch johann Jean  B. heißen.

    der fotograf hat offenbar kein einzigartiges grafik-kunstwerk schaffen wollen, sondern ein berührendes bild über eine situation einer Person in ihrer nahumgebung - das viel seiner Kraft aus den dargestellten Details bezieht.

    Erinnert mich von der Herangehensweise eher an b.Abbott denn an JL sieff oder a warhol.

    gefällt mir.
  • mahu01 28. Mai 2025, 12:40

    Ich finde dieses Bild sehr schön – aber gleichzeitig hat es für mich erhebliche Mängel, die mit anderem Zuschneiden behoben werden könnten:

    • Mit Geländer, Büschen, Schatten, Fenster und Person hat das Bild viele Gestaltungselemente, welche die m.E. die zentrale Aussage des Bildes überlagern.
    • Es dauerte einen Moment bis ich realisierte, dass da eine Person am Fenster sitzt – es gibt so viel zu sehen in diesem Bild – was eben ablenkend wirkt

    => weniger wäre mehr

    • Ich würde das Bild viel stärker zuschneiden und die ableckenden Elemente entfernen:
       o Rechts das schwarze «irgendwas»
       o Unten Gebüsch und Treppe
       o Der schwarze Fleck oben rechts (Vignettierung?)
    • Dadurch kommt die zentrale Aussage des Bildes (nachdenklicher, älterer Herr am Fenster) viel stärker zum Ausdruck

    Das Bild gewinnt so m.E,. an Ruhe und Kraft.
    S/W ist die perfekte Entwicklung.
    • Frank Gürtler 31. Mai 2025, 18:18

      ...danke für deine Gedanken. Vielleicht hätte ich das eine oder andere weg oder hervorheben können. Mir war aber der Moment, hier leider nur in monochrom, wie ihn der Mann jeden Tag um sich hat wichtiger, als daran zu schnippeln bis es passt. Vielleicht wird heute zu viel Zeitgeistbeeinflussung betrieben, in Schnitt und Tonung. Beim betrachten von einigen Portfolios wir mir nach der 10. Location im gleichen Stiel langweilig, aber so ist es nun einmal. Obwohl, Nudeln könnte ich schon jeden Tag, nur ebed anders ;o)
  • Clara Hase 27. Mai 2025, 10:33

    Licht und Schatten - Eine Treppe mit Wendung, Rauputz an den Wänden, und grosses Blattwerk zart und bewegt zeigen sich.
    Die Konstruktion erinnert mich an Obdachlosenasyle oder Unterbringung für Geflüchtete.
    Auch wegen der horizhontal verlaufenden Elemente wie bei Containerhäusern.
    Das offene Fenster mit Fensterläden - die gibt es bei uns nicht - Fensterläden. Uns ist Deutschland.
    Im Rahmen sitzt ein alternder Mann. Kopf und Hals nehme ich wahr. Ein Er, ob er liest?
    Haarkranz und Falten, sehr schlank. Die Sonne auf der Haut.
    Hinter  ihm - ein Holzrahmen. Sehr massiv. Erinnert mich an die Etagenbetten von Kindern.
    So dicht am Fenster? Ich weiss nicht. Wohl kein Bett.
    Das Gebäude ist nicht nur noch höher, sondern auch tiefer - eine Dritte Stiege führt nach unten. Ob er sie noch beschreiten kann? Wer weiss. Vielleicht hockt er auch am Fenster und arbeitet an irgendwas.

    Insgesamt strahlt die sw-Aufnahme Ruhe aus.
    • elstp 28. Mai 2025, 14:15

      Dein Kommentar geht auf die künstlerische Herangehensweise des Autors ein: Du fügst dem Dargestellten einen Beitrag hinzu, der empfindsam das Werk für Dich vollendet. So verstehe ich Kunst!
      Gruß LILO
  • framebyframe 27. Mai 2025, 10:09

    Der Blick des Betrachters wird von rechts unten schräg nach links zur Mitte geführt vermittels einer Treppe mit eisernem Geländer. Der Blick trifft sodann auf einen grauen Balken, der die Fortsetzung der Treppenkonstruktion darstellt, eine Etage höher. Da soll diese S/W Aufnahme vermutlich aber nicht die kompositorische Erfüllung finden, denn wenn man etwas herumirrt mit dem Blick trifft man auf ein überraschend anderes Element dieses Bildes. In einem Fenster sitzt in Gedanken vertieft eine männliche Person mit kahlgeschorenem Schädel. Der Kopf ist schräg nach links unten gerichtet, im übrigen parallel zur oben angemerkten Treppe, und es scheint er ist vertieft in ein Buch, das man allerdings nicht sieht, doch eine Brille könnnte auf diese Tätigkeit verweisen. Was aber soll diese Aufnahme? Ist der Mann eher eine nachträgliche Entdeckung und der Ausschnitt wurde zur Steigerung der Aussagekraft so gefertigt? Aber wirkt das Ganze überhaupt? Eine humane Erweiterung des ansonsten Licht und Schatteneinerleis ist es allemal. Ohne die vermutliche Zufallsentdeckung wäre das Bild langweilig.
    • N. Nescio 31. Mai 2025, 23:47

      Deine Frage, wie sich der Fotograf generell bei Personenstreets fühlt, hat mit dem Agora-Foto auch nicht direkt zu tun.
      Und Kunst sollte sich im legalen Rabmen bewegen, aber durch Moralvorstellungen diversester gruppen und Ansichten nicht eingeschränkt werden. Gesetze sind nicht spitzfindig, sondern regeln für Alle die Grenzen des Zusammenlebens.
      Und: Generell definiert der Künstler, dass sein Werk Kunst ist  ... nur im Streitfall definiert das das Gericht.
    • N. Nescio 1. Juni 2025, 0:48

      ich meinte das: "Wenn du das mit deinem Gewissen und den Grundsätzen, unter denen du knipst, so vereinbaren kannst, ..."
      Der moderne Kunstbegriff sagt; sobald nur ein einziger etwas als Kunstwerk  definiert, dann ist es Kunst. Muß einem ja nicht gefallen ... große Kunst, kleine Kunst, jedenfalls von einem Indiviuum künstlich mit Geist (kleinem oder großem)  geschaffen. :-)
      Knipser: wenn er nur dokumentiert, dann ist das keine Kunst. Wenn er aber fotografisch gestaltet, dann kann das wohl Kunst sein. "knipser" ... hast du Respekt?
    • N. Nescio 1. Juni 2025, 9:40

      Hoffe, du hast gut geschlafen. 

      „Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 18 ... / c) Fotograf

      Rn. 93

      Stand: EL 156 – ET: 02/2022

      Nach st BFH-Rspr ist Fotografie grundsätzlich keine künstlerische Tätigkeit; technische Brillanz, Beherrschung der Motivauswahl und Motivgestaltung genügen nicht. Nur wenn die Fotografie über die einfache Wiedergabe der Wirklichkeit hinausgeht, sei es aufgrund eigenschöpferischer Motivgestaltung, sei es aufgrund der Nutzbarmachung der fotografischen Technik zum Zwecke einer eigenschöpferischen Bildaussage, wird sie als Kunstwerk gewürdigt (BFH BStBl III 1963, 216; BStBl II 1972, 335; 1977, 470; hierzu, Maassen, Kunst oder Gewerbe?, Heidelberg 1991, Rz 389ff).“
    • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 1. Juni 2025, 9:45

      So, Freunde. Es reicht jetzt. Das hat gar nichts mit Agora zu tun.
  • Pik Sibbe 27. Mai 2025, 0:22

    Ich bin von dem aktuellen Wochenbild ziemlich fasziniert, ja, es gefällt mir ausgesprochen gut. So gut, finde ich, dass es aus der Agora-Collage besonders hevorsticht. Auch der digitale Umgang mit s/w-Tönen fällt bei diesem Bild sehr attraktiv und kontrastreich aus.

    Es ist irgendwo auch etwas komplexer gehalten, aber ohne den Betrachter zu stark zu fordern, da die Orientierung im Bildausschnitt schlussendlich leichter fällt als bei anderen, komplexen Kompositionen.

    Der Hauptdarsteller im Bild ist zwar sehr dezent und bescheiden gehalten, aber die Treppe führt sehr markant zu dem älteren Herrn hin, so dass er und seine Rolle bei dieser Story doch stärker betont wird. Ebenso durch die Tatsache, dass die Treppe auf ein Zielbild führt, sozusagen ein Bild im Bild, wo fast ausschließlich der Mann angeleuchtet wird, also offensichtlich Wert auf eine sehr selektive Sichtbarkeit gelegt wurde mit einer fast kompletten Freistellung seines Kopf und Hals.

    Irgendwie wirkt es, so wie es fotografisch arrangiert wurde, sehr geheimnisvoll auf mich und ich würde gerne mehr über die Geschichte und die Bedeutung dieses auf den ersten Blick zwar eher unscheinbaren Herrn in dieser Story erfahren. Auf den zweiten Blick macht er aber einen gebildeten und weisen Eindruck auf mich.

    Kompositorisch ist das Foto dreigeteilt und hält dabei einen weiteren, sehr ästhetischen Leckerbissen bereit, nämlich in dem Teil unten links: hier schaut man zunächst auf einen schön gewachsenen, kleinen Strauch mit einer hübschen Weichzeichnung des Hintergrunds durch die Art der Schatten, die er auf die Wand wirft.

    Dieser lieblich-weiche Bildteil unten links lässt die Treppe grafisch noch gradliniger und markanter wirken - und schon diese zwei Bildelemente allein gäben eine interessant anzuschauende Fotografie her, durch den Kontrast zueinander in ihrer jeweiligen Formensprache.

    Richtig spannend aber wird dieses Bild dann durch dieses spotmäßig angeleuchtete Zielbild mit dem etwas seltsam und geheimnisvoll anmutenden Herrn. Irgendwie hat er auf mich eine buddhistische Ausstrahlung und erinnert mich etwas an den Dalei Lama, zumal er durch diese sehr spezielle Bildkomposition etwas emporgehoben wird, jedoch ohne, dass seine Bescheidenheit verloren geht.