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2019 – Gras und Schweiß

2019 – Gras und Schweiß

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Claudia Sölter


Premium (Basic), Frankfurt am Main

2019 – Gras und Schweiß

Oh, ich beneide diejenigen wirklich, die aus dem Auto oder aus dem Camper steigen können, um nachts im Nichts (oder sonst wo) zu fotografieren. Und die ganze Sache macht bestimmt auch unheimlich Spaß, wenn man frei ist in der Wahl der Örtlichkeit und/oder wenn man spontan sein kann – denn das Wetter ist ja immerhin kein Roboter. Das meine ich ernst!
Wie oft habe ich das letzte Jahr geflucht ob der Anstrengungen, die ich zu stemmen habe, wenn ich irgendwo fotografieren will. Das geht mit der Deutschen Bahn ja schon los. Mit dem Fahrrad und Geraffel mit der Deutschen Bahn zu reisen, ist schon eine Härte an sich. Wir schreiben das Jahr 2019 und es gibt erschreckend viele Bahnstationen ohne jegliche Rampe oder einen Fahrstuhl – nur Treppen! Hallelulja!
;-o
Den Sommer 2019 habe ich vorwiegend im Fahrradsattel, im Gras oder im Zelt verbracht.
Und obwohl ich tatsächlich auch davon träume, mit einem Camper (ein Auto würde mir ja schon reichen) meine Ziele anzufahren, muss doch eines erwähnt werden:
Wenn man so unterwegs ist wie ich, dürfte man alles sehr viel intensiver erleben.
Ich meine wirklich alles: Die Nacht, die Sterne, die Geräusche, die Gerüche, das Licht, die Toilette, den Kaffee ... ja, sogar die Fluppen kommen doller (bei mir sind’s Zigarillos). Vor diesem Hintergrund formiert sich sogar so etwas wie eine Philosophie in meiner Sicht auf die Dinge. Im Grunde hoffte ich immer, ich möge nichts und niemanden mit einer Philosophie verkleben (weil zu nah an Ismen und Religion!). Es reicht Gott sei Dank nicht für eine Verklärung, aber „that has what!“ (würde der Engländer sagen). Und zumindest ist es so stark, dass ich es so lange, wie es eben geht, machen möchte.

Und nach all‘ den Touren liebe ich mein Fahrrad noch mehr („Fredda“ heißt es) ... was für eine Qualität! Das Zelt (es heißt „Kiwi“) war mir auch bei Sturm und Regen immer eine sichere Burg.
Ja, ich habe sogar eine Beziehung zu meinem Campingkocher aufgebaut, zur Thermoskanne und natürlich zur Kamera (sie heißt „Jidda“ – mit nem halben Ü, Doppel-D und nem Kloß im Hals! – es gibt eine Namensgeberin!).
:-)

Kommentare 11

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  • _Morgenstern_ 6. Dezember 2019, 19:45

    So hatte ich mir das vorgestellt. Da hast du ganz schön was zu bewegen. Und ich denke an Schilderungen über Anstiege in der Rhön (glaube ich). Aber du eroberst dir eine Erfahrung, an die sich die meisten von uns nicht rantrauen würden. Ich hoffe noch auf viele Bilder und vor allem auch die Geschichten dazu.
    LG Berit
    • Claudia Sölter 6. Dezember 2019, 23:10

      Liebe Berit,
      ich danke Dir herzlich!
      Es ist tatsächlich so, dass ich mir über Mut nie Gedanken gemacht habe. Wenn ich das getan hätte, wäre es nie zu meinen Touren gekommen, glaube ich.
      ;-)
  • Horst Seibel 27. November 2019, 18:15

    Bewunderns - und beneidenswert - und ein bisschen Mitleid, im Sinne vom Mitleiden ist auch dabei.
    HG
    Horst
    • Claudia Sölter 28. November 2019, 4:29

      Och, danke!
      :-)
      Gott sei Dank bin ich echt nicht zimperlich. doch manchmal wäre es schon schön, aufrecht gehend wieder daheim anzukommen.
      *lol*
      Montag habe ich erfahren, dass ich ein verknöchertes Hämatom am Schienbein habe, weil ich mich im August ganz episch mit dem Fahrrad auf die Fresse gelegt hatte. Da gewann für mich das Wort "Spektrum" eine ganz neue Bedeutung!
      :-)
  • Werner Meier 14. November 2019, 10:04

    Respekt . . . Respekt . . .  !
    lg.
    Werner
  • boloking 14. November 2019, 8:40

    Bild gut, Text ein Fest!
    Musste bei "Im Grunde hoffte ich immer, ich möge nichts und niemanden mit einer Philosophie verkleben (weil zu nah an Ismen und Religion!). Es reicht Gott sei Dank.." schmunzeln. Bewusst oder unbewusst? Religionsskepsis mit einem "Gott sei Dank" zu kommentieren, hat was Amüsantes: That has what!
    • Claudia Sölter 15. November 2019, 15:11

      Ha-ha ... wenn Dir die Worte einfach so in die Finger klötern, kann man das dann als bewussten Vorgang bezeichnen?
      ;-)
      Wahrgenommen habe ich den Satz ... selbst geschmunzelt ... und ihn wohlwollend stehen lassen!
      ;-)
  • Neydhart von Gmunden 14. November 2019, 8:19

    Liebe Claudia,
    ich (manchmal mit dem Auto fahrend) bezeuge Respekt vor Deinen Anstrengungen
    und Deinem Mut und Deinem Können. Ich glaube, die meisten von uns sind recht
    neidisch über Dein Tun und würden auch so arbeiten.
    Aber wir sind halt etwas verbequemisiert worden und dieses schleichende Gift macht
    uns müde und träge und fauler. 
    Daher danke ich Dir für Deinen veröffentlichten Tagebucheintrag und hoffe, Du bist
    auch in den nächsten 20 Jahren derart mutig unterwegs und bleibst unser Vorbild.

    Viele liebe Mutmachergrüße aus Hamburg,.
    Neydhart
  • Andreas Beier 14. November 2019, 4:00

    Klasse in Bild und Text