#18/2025
Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.
Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -
Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie
~.~.~.~
Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen
1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)
~.~.~.~
Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.
*** Wichtig ***
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Creativ Work 21. Juli 2025, 1:43
Abflug.Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 19. Mai 2025, 8:29
Die Diskussion ist beendet.AGORA wird hier fortgesetzt:
#019/2025
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensivAgora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 17. Mai 2025, 9:23
Lütt Schick schrieb:Moin an das Team der Agora und ein herzliches Dankeschön für die Veröffentlichung meines Fotos und Moin an alle, die sich mit meinem Bild befasst, auseinandergesetzt und kommentiert haben. Dafür meinen ganz herzlichen Dank!
Kurz zur Geschichte des Bildes:
Das Bild entstand im vergangenen Jahr am Eidersperrwerk zwischen Dithmarschen und Nordfriesland. Am Eidersperrwerk kann man jedes Jahr zwischen Mai und Juli große Brutkolonien von verschiedenen Küstenvögeln beobachten. In dieser Zeit ist auch dieses Foto entstanden. Oberhalb der Kolonie kann man von einem erhöhten Tableau die Kolonien sehr gut beobachten, ohne den Tieren bzw. den Gelegen zu nahe zu kommen.
Die hier gezeigten Protagonisten saßen auf einem Metallgeländer und haben sich das aufgeregte wilde Treiben auf und oberhalb der Brutfläche angeschaut. Und schlussendlich wollte die vordere Möwe zurück zu ihrem Gelege.
Bei den hier zu sehenden Vögeln handelt es sich um Lachmöwen. Es wurde in den Diskussionsbeiträgen teilweise darüber gesprochen, ob es sich auf dem Bild um Lach- oder Schwarzkopfmöwen handelt. Der Unterschied zwischen beiden Möwenarten ist teilweise schwer zu erkennen, da sie sich im sog. „Prachtkleid“ (wie auf dem Bild zu sehen) sehr ähneln. Der wichtigste Unterschied ist daran zu erkennen, dass Schwarzkopfmöwen im Gegensatz zur Lachmöwe weiße Schwungfedern haben, sodass im Sitzen so wirkt, als ob die Schwarzkopfmöwe einen weißen Schwanz hätte. Dies kann man ganz klar auf dem Bild widerlegen, sodass es sich bei den gezeigten Möwen um Lachmöwen handelt.
Allzu nah sollte man den Vögeln nicht kommen, denn sie wissen sich auch deutlich zu wehren. Sie haben sich allerdings an die Touristen gewöhnt, die auf der Aussichtsplattform stehen und das wilde Treiben beobachten. Als Bewohner dieser Landschaft bin ich froh, solche Momente regelmäßig genießen zu dürfen.
Ich habe auf dieser Aussichtsplattform mit viel Geduld, ein paar Speicherkarten und vollen Akkus ein paar interessante Fotos aufgenommen. Wie bereits gesagt: Die hier gezeigten Protagonisten saßen auf einem Metallgeländer, sozusagen auf touristischer Höhe. Sie haben sich das Treiben auf und oberhalb der Brutfläche, aber auch die anwesenden Touristen in ihrer Augenhöhe beobachtet. Das Geländer schützt die Touristen davor, die Deichmauer abzustürzen und erinnert die Touristen daran, dass sie sich in einem Naturschutzgebiet befinden.
Das Bild wurde mit einer Nikon D700 zunächst in Farbe aufgenommen. Das Bild in schwarz-weiß umzuwandeln stand für mich von vornherein fest, da die blaue Farbe der Nordsee im Hintergrund, zu sehr vom eigentlichen Motiv abgelenkt hätte. Mir ging es bei diesem Foto nicht nur darum, die Tiere isoliert aufzunehmen, sondern auch deren Lebensraum, das Wattenmeer, im Hintergrund mit ins Bild einzubinden. Dazu habe ich u.a. die Dunen als wiederkehrendes Motiv im Hintergrund gewählt. Dies mag als Horizont missverständlich gewesen sein.
Das Wattenmeer scheint eine statische Umgebung zu sein und doch ist es ständig in Bewegung – ein Motiv, wie es sich auch bei den Möwen zeigt. Allerdings lässt der Bildausschnitt das Ziel des Abfluges der vorderen Möwe nicht erkennen. Hätte man den Ausschnitt aber anders gewählt, wäre die Nähe zu Objekt und damit die Detaildarstellung verloren gegangen.
Den Sonnenstand wollte ich so nutzen, dass bei sich öffnenden Flügeln die Sonne etwas durch das Flügelkleid „durchscheint“. Um die Struktur der Schwungfedern darzustellen, habe ich diesen Bereich aufgehellt. So entstand der „cleane“ Eindruck in diesem Bereich. Eine etwas längere Verschlusszeit hätte vermutlich mehr Dynamik in das Bild gebracht.
Ich danke allen für die Anregungen und die Diskussion. Ich konnte mehrere Gedanken für meine zukünftige Arbeit aufnehmen. So kann ich sicherlich noch an meinen Fähigkeiten mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeiten. Dieses Metier ist neu für mich.
Liebe Grüße
Nickie
GL photo 15. Mai 2025, 22:07
Ich sehe zwei Lachmöwen, von denen eine gerade gestartet ist, während die andere in deren Flugrichtung blickt. Diesen Moment in einer solchen Klarheit zu erwischen war sicher nicht einfach.Das Licht der tief stehenden Sonne kommt aus der Blickrichtung der sitzenden Möwe. Die unscharfen dunklen Linien im Hintergrund könnten Buhnen sein. Beginnend mit dem Tor bilden sie eine Zickzacklinie und erzeugen einen wie gemalt wirkenden Eindruck von Weite, während die perspektivisch bedingte Schräge zur Dynamik beiträgt.
Zusätzlich befreit die Ausarbeitung in kontrastreichem schwarzweiss das Foto davon, ein reines Abbild zu sein. Und das aus gutem Grund, denn zusammen mit dem knapp gesetzten Zuschnitt entsteht ein sehr plakatives Bild, welches auf künstlerische Weise eine beschauliche Abendstimmung am Meer transportiert.
Mir gefällt es.
Gerhard Körsgen 14. Mai 2025, 20:44
Es ist ja nicht so als ob man in der fc nicht mit Vögeln in Kontakt käme.Navigiert man sich unter "Mitmachen" in s Voting-Center gewinnt man eher den Eindruck dass es in der fc ganz vornehmlich darum geht: Vögel.
Egal wann, ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter, dieses Motivsegment dominiert einsam die Vorschlagsliste, insbesondere quantitativ mit großem Vorsprung vor allen anderen Motiven die es so gibt.
Nun auch in der agora vertreten ;-)
Aber es gibt gottlob graduelle Unterschiede.
Hier haben wir eine schwarzweisse Darstellung, im Voting vergleichsweise selten.
Zudem ein grafischer Aufbau und so etwas wie eine (optisch gefühlte) Interaktion zweier Möwen, eine statisch stehend, eine dynamisch abfliegend, aber darin eingefroren.
Es muss sich hier im eine sehr kurze Verschlusszeit gehandelt haben, alles ist knackescharf und dahingehend scheint mir auch zusätzlich etwas nachgeholfen worden zu sein wodurch das zu Sehende so "clean" gerät wie eine Architekturaufnahme auf Stativ bei optimaler Blende.
Der Moment des Auslösens ist sehr gut gewählt um die Diskrepanz zwischen Bleiben und Gehen (hier: wegfliegen) darzustellen.
Die Möwen selbst sind fotogene Geschöpfe mit ihren schwarzen Köpfen und dem hellgrau-weißlichen Gefieder, "wie gemacht" für Schwarzweissfotografie ist mein Eindruck.
Das wird nicht das sattsam bekannte "Gattungsbestimmungsbeweisbild" eines Vogel-Freaks aus dem Voting sein sondern eher eine Urláubs-Impression an der See von jemandem der Vögeln im Allgemeinen eher nicht so nahe kommt und daher noch genug Distanz hat um sie in einen grafischen Kontext zu integrieren (m.E. eine der Stärken dieser Aufnahme) wodurch abseits einer Allegorie dennoch eine gewisse Allgemeingültigkeit der Darstellung erreicht wird - das finde ich nicht unerheblich.
Das knackige und gleichwohl im Grunde tonwertarme sw nivelliert das zu Sehende griffig in eine minimalistische Form.
Es könnte ein "Urlaubsknips" gewesen sein, aber so wie es aussieht erhebt es sich über einen solchen, meiner Meinung nach.
Danke für s Zeigen.
Matthias von Schramm 14. Mai 2025, 12:04
Durch die kurze Verschlusszeit, welche die Bewegung der in Front stehenden Möwe einfriert, wirkt das Foto zunächst auf mich sehr clean. Die SW Wahl und die Einbindung von grafischen Elementen macht das Ganze dann zu einem interessanten Foto. Die aufgefalteten Flügel des startenden Vogels sind ein Symbol für Frieden und Offenheit. Sie nehmen die komplette rechte Hälfe des Bildes fast ganz ein. Der linke Vogel steht ruhig und grade. Er passt zu den Linien im Bild. Er passt zu den schwarzen Strichen im Hintergrund und im Unschärfebereich und nimmt die schwarz-weiß-grau Schattierungen im Federkleid auf. Trotz des startenden Vogels im Vordergrund wirkt die Aufnahme insgesamt statisch und wie ein Symbolbild so einer Szene. Letztlich, obwohl dieser Moment so klar und eindeutig gut getroffen ist, bleibt das Bild relativ still und ist deshalb letztlich für mich keine wirklich dynamische Fotografie. Vielleicht sogar wirkt es auf mich leicht überschärft und somit nicht so sanft wie die Linien und das Softe im Hintergrund.Beinahe habe ich den Eindruck auf ein monochromes Gemälde in einer touristisch frequentierten Lokalität an der See zu schauen.
framebyframe 13. Mai 2025, 10:46
Ein echter Hingucker! Und zwar schielt die linke Möwe scheinbar neidisch auf die sich entfaltenden Flugkünste des Nachbarn. Die Kollegin ist gerade, nicht abgehoben, sondern eher abgetaucht in einen Sinkflug. Die Flügel sind steil emporgerichtet, der Blick einem tiefer liegenden Ziel zugerichtet. Die Nachbarmöwe links davon wird ihr sicher gleich folgen. Die Beine sind schon akurat ausgerichtet und es sieht aus als würde der Abflug auch gleich stattfinden. Allein der Blick verrät eine gewiße Verdutztheit, vielleicht weil die andere eben schneller war. Die Hauptdarsteller befinden sich auf einem schrägen Geländer, das geschickt die Fallrichtung mit vorgibt. Die Möwen sind in schöner Schärfe abgebildet, zusätzlich unterstrichen durch die Hintergrundunschärfe. Es scheint damit etwas manipuliert worden zu sein. Einen gelungenen Moment gelungen festgehalten.mahu01 13. Mai 2025, 9:50
Eine Szene, wie man sie oft beobachtet: 2 Möwen sitzen irgendwo und eine davon fliegt plötzlich weg. Diesen Moment hat der / die FotografIn sehr gut erwischt: der Flügelschlag der wegfliegenden Möwe wurde im richtigen Moment aufgenommen. Zudem sind die Flügel sehr schön ausgeleuchtet. Man spürt formlich den nächsten Moment kommen: den kräftigen Flügelschlag nach unten. Viel mehr Emotionalität löst jedoch dieses Bild bei mir nicht aus.Das Bild ist stimmig in schwarz / weiss entwickelt. Allerdings scheint mir am Kontrastregler etwas gar stark gedreht worden zu sein – oder wurde das Bild mit einem Handy aufgenommen? Diese haben oft mit nicht ganz einfachen Lichtsituationen zu kämpfen. Allerdings spricht die hohe Qualität, mit der die wegfliegenden Möwe fotografiert werden konnte, eher gegen diese These zu sprechen.
Weshalb fliegt die eine Möwe davon? Daran dürfte wohl der Fotograf selber «schuld sein», der sich vermutlich zunehmend näher an die Möwen gewagt hat, um genau dieses Bild schiessen zu können. Bin gespannt zu hören/lesen, ob diese These stimmt.
N. Nescio 13. Mai 2025, 2:02
Ein weißes Eisentor glanzlackiert und schräg angeschitten im Bild. Türfüllung bilden weiße vertikale Eisenstäbe. Türspalt. Angeschnittener Türnummernhalter in Schwarz. Hintergrund und Boden versinken in weißer Unschärfe, ein paar dünne, dunkle, nahezu horizontale Linien - könnten von einer Einfriedungsmauer stammen. Die beiden Möwen haben eine Gefiederoberfläche wie von einem Holzschnitzer gemacht, also nur grobe Bildauflösung. Die grauen Federn heben sich gut von den weißen Federn ab, teilweise durch Gegenlicht durchleuchtet. Brust der linken Möwe und Hals der rechten weisen Stellen mit strukturlosem Weiß auf. Dies und die Schattenseite des Eisentores weit auf die Lichtrichtung hin. Eine Möwe scheint im Begriff zu sein wegzufliegen, die andere schaut ruhig zu. Inwieweit die beiden Vögel mit dem Eisentor interagierten, kann man nicht so genau sehen, aber ganz sauber scheint die Oberseite des Tore nicht zu sein. Obwohl es hell ist, fühle ich eher Kühle aus dem Bild, das Bild öffnet sich nach rechts/hinten zum Licht und die Möwenfüße sind unempfindlich gegen die EisenKälte. Mich wundert, wie der Fotograf so nah an die Vögel kam, ohne sie zu verscheuchen.Gerd Scheel 12. Mai 2025, 18:09
Perfekt für Einen, der mit Flora undFauna nichts am Hut hat, als Travemünder aber
mit Möwen konfrontiert wird und dann sich noch
die ganzen jokes über freche Möwen anhört.
Hier war es s/w und die Frage, die vielleicht
am WE beantwortet wird, Schwarzkopfmöwe
oder Lachmöwe, ich tippe auf Lachmöwe, weil
die alten Travemünder sagten
- de lach di ut - wenn sie mich mal wieder störten.
Ein Foto für einen Ostsee-Bewohner.