#14/2025
Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.
Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -
Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie
~.~.~.~
Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen
1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)
~.~.~.~
Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.
*** Wichtig ***
Wir bitten Dich darum, die Anmerkungen auf das Foto zu fokussieren und um Beachtung unserer Gemeinschaftsstandards:
https://www.fotocommunity.de/standards#miteinander
*Kommentare, die nichts zur inhaltlichen Diskussion des Bildes beitragen, Fragen zum Prozess, destruktive, bewertende und/oder verletzende Anmerkungen, werden von den TeilnehmerInnen u. LeserInnen gemeldet und durch die fotocommunity Administration geprüft und ggf. geahndet *
Um Dein eigenes, bisher unveröffentlichtes Bild in Agora zu präsentieren, bitte nutze diesen Link:
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Fotorauschen65 11. Mai 2025, 8:34
Ich wollte gerade das Bild wegdrücken / ignorieren, weil es "experimentell" auf mich wirkte. Beim Lesen des Textes...oh ja, durchaus passend. Lustige Geschichte, welche im Bild schaderweise nicht sichtbar wird...nur die verdrehte Perspektive lässt ahnen.(Genial wäre gewesen, wenn jemand anders aus seiner Sicht den "beinahe Sturz" und das Auslösen aufgenommen hätte. Im Sinne: erschrockener Fotograf mit den Händen fuchtelnd an seinem so geliebten Kamer klammernd).
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 21. April 2025, 8:54
Dis Diskussion ist hier beendet.Agora wird unter dem folgenden Foto fortgesetzt:
#15/2025
Agora 3.0 - Bildbesprechung intensivAgora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 19. April 2025, 6:19
schreibt:"1. Die Vorlage ist ein Zu-Fall(s)-Bild in einer besonderen Lebenslage und Umgebung. Die Kamera fiel mir aus der Hand, weil sich Gehäuseschrauben unbemerkt gelockert hatten und herausgefallen waren. Unmittelbar vor dem Fall muß ich zu-fällig noch den Auslöser durchgedrückt haben.
2. Ich war damals nach einem Unfall operiert im Krankenzimmer und konnte mich ohne Hilfe kaum bewegen, geschweige denn das Bett verlassen, um z B. ins Bad oder zum WC zu kommen. Laut ärztlicher Anweisung sollte ich mich andererseits möglichst viel bewegen, was die Stationsschwestern und Physiotherapiekräfte aber wegen des Personalmangels nur eher schlecht als recht umsetzen konnten.
3. In den Tagen vor diesem Foto waren sowohl mein Zimmerkamerad als auch ich im Zimmer / Bad unabhängig voneinander gestürzt. Nachdem die Schwestern lange nach dem Betätigen der Notruftaste nicht erschienen waren, um uns zur Toilette zu begleiten, hatten wir versucht, das ohne sie zu erledigen, lagen auf dem Krankenzimmerboden und konnten ohne Hilfe nicht selbst wieder auf die Beine / Stützen kommen.
4. Danach überlegte ich mir, wie ich diese ungewollten, aber wegen des Personalmangels wohl häufig vorkommenden, systembedingten Patienten-Stürze fotografisch einfangen könnte, ohne die Szenerie zu stellen. Mir fiel aber außer dem vorsorglich-dauerhaften Einsatz einer kleinen Körperkamera nach der OP keine andere umsetzbare Lösung ein.
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https://www.bibliomed-pflege.de/sp/artikel/31095-wie-viele-patienten-stuerzen-in-deutschen-kliniken
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https://www.researchgate.net/publication/225794181_Sturzereignisse_im_Akutkrankenhaus
* https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/3567/0_Heinze.pdf;jsessionid=954308B4587F13FA9994A1343D3C7616?sequence=1
5. Ich sehe in diesem Foto ein Geschenk des Lebens; eine Foto–Grafie, die das Leben selbst schrieb. Schon beim ersten Anblick war ich von dem Bild eingenommen und wußte, daß dieses Foto die Antwort auf meine o. g. Frage war, und daß ich niemals selbst auf solch einen Foto-Entwurf gekommen wäre.
6. Als ich Freunden und Bekannten die Aufnahme zeigte, äußerten die sich überwiegend enttäuscht und ablehnend dazu. Vermutlich, weil sie sich sehr von den vorherigen Fotos unterscheidet und weil es sie an Alter und Krankheit erinnerte und ihnen das unangenehm war.
7. Deshalb war ich gespannt, ob das Foto seine Geschichte als anonyme Vorlage hier in der Agora den Betrachtern vermitteln könnte.
Für alle Rückmeldungen hier in der Agora daher mein herzliches Dankeschön und Lob an alle Anmerker; besonders auch für die Bereitschaft, sich mit dem unangenehmen Inhalt auseinanderzusetzen und für die unvoreingenommenen, einfühlsamen Betrachtungen; und auch vielen Dank an das Team von Agora, das dieses ungewöhnliche Foto zur Bildbetrachtung annahm.
8. Ich habe durch das Foto hinzugelernt. Vor allem, daß für das Gelingen eines Fotos vor allem auch die innere Beteiligung des Fotografen wichtig ist; die eigene Betroffenheit in der Sache, die abgebildet werden soll.
Außerdem erkannte ich die Bedeutsamkeit der eigenen Offenheit dafür, sich in Augenblicken, die das erfordern, von allem Vorwissen, von klassischen Regeln usw. freizumachen und offen zu werden für das Gespür, im richtigen Augenblick ohne viel Überlegung zur Kamera zu greifen und gefühlsgesteuert zu knipsen.
9. Nach diesem zur Passions- / Leidenszeit passenden Foto wünsche ich allen hier Beteiligten ein fröhliches und gesundes Oster- und bewußtes Auf(er)stehensfest und weiterhin Immer Gut Licht."
Gerhard Körsgen 17. April 2025, 16:08
So, nochmal zurück.Bei mir war es damals so dass ich mit Verdacht auf Herzinfarkt in s Krankenhaus kam, was es aber gar nicht war, stattdessen verlor ich jegliche Kontrolle über meine Arme und Hände. Ich konnte noch nicht mal nach "der Schwester" klingeln, sondern musste rufen.
Einiges später dann bekam ich eine meiner Kameras gebracht und die ersten Versuche damit sahen ungefähr so aus wie dieses agora-Foto hier weil ich die Kamera nicht halten konnte obwohl es eine kleine und leichte war.
Es kann hier natürlich ganz anders sein, also die Geschichte dahinter, aber die optische Ähnlichkeit der "Bildgestaltung" ist verblüffend ähnlich.
Eine Aufnahme die mich wieder an diese mental und körperlich schwierige Zeit erinnert und mich dankbar zurücklässt im Glück viele meiner Fähigkeiten wiedererlangt zu haben.
Liest sich jetzt wie ein Kalenderspruch, aber ich sage ihn aus der Erfahrung des Erlebten heraus: Man sollte jeden Tag für alles was man selbstständig kann dankbar sein. Nichts ist selbstverständlich.
Danke für s Zeigen.
N. Nescio 16. April 2025, 17:05
Das von üblicher Technik und üblicher Komposition Abweichende samt erkennbaren Bilddetails gibt eine intensive Wirkung auf Basis Eigen-/Umwelterfahrungen des Betrachters.Gut ausgewähltes Bild.
Matthias von Schramm 16. April 2025, 8:12
Ein gekipptes Bild, irgendwie aus der Fassung geraten. Man sieht zwei säuberlich platzierte Gehhilfen in schwarz und gelb. Farblich passend zu diesem mit viel gelb gefärbten Raum, warmes Innentageslicht. Zerwühlte Bettwäsche an und auf einem Pflegebett, von dem man Teile des Rahmens erkennen kann. Rechts oben ein geteiltes Fenster durch das Licht auf einen gelben von mir nicht genau identifizierbaren Streifen trifft. Draußen kann man eine Mauer ausmachen in schlichtem weiß, sauber verziegelt sozusagen, dahinter Teile von kahlen Bäumen, die auf eine nicht sommerliche Jahreszeit hinweisen könnten.In der Pflegearbeit gibt es ein Motto als geflügeltes Wort, was besagt, dass es dem Menschen vor dem Bett immer besser gehen soll, als dem im Bett. Eine Aussage, der sich gerne Gewerkschaften, Betriebsräte und in Firmen SBV´s bedienen. Zurecht, obwohl jeder aus der Praxis weiss, dass diese "Formel" nicht absolut und in jeder Konsequenz zutrifft. Beziehe ich mich aber auf diese Formel, so unterscheide ich zwischen Bildern aus Sicht einer pflegenden Person und einer PatientIn, AssistenznehmerIn, KlientIn wie auch immer. Also einer Person, die auf Hilfe angewiesen ist, im Zusammenhang mit einem solchen Motiv.
Gehe ich in einen Raum als Pflegender, dann habe ich ein anderes Bild. Es hat klare Strukturen, Übersicht (die ich mir verschaffe) und es beinhaltet den Hinweis, was ich zutun habe, wie ich möglichst effektiv hilfreich sein kann. So ein Bild ist das nicht. Finger sind vor der Linse, ich muss mich orientieren wo ich überhaupt genau bin. Ich werde vom Licht geleitet, vielleicht bin ich sogar in einem hilflosen Zustand und ich benötige Orientierung. Es ist für mich die Sicht eines Betroffenen, ohne das in der Praxis diese Aufnahme von einer Kranken, PatientIn etc. gemacht werden muss. Manchmal versetzt man sich auch in die Lage von jemanden mit Mobilitätseinschränkungen, oder ich krieche unter das Pflegebett und kontrolliere alle elektrischen Steckverbindungen und komme wieder hoch und dann kann sich so ein Bild ergeben.
Hier aber ist symbolisch auch etwas aus dem Bild gekippt. Es ist ein Moment festgehalten, der so etwas wie Kontrollverlust zeigt. Ob nun mit voller Absicht, oder durch das zufällige Auslösen z.B. auf dem Screen eines Handys spielt dabei für mich eine untergeordnete Rolle. Es kippt etwas, es verliert etwas die Fassung, wenn sich gerade etwas verändert. Vielleicht einschneidend und endgültig, vielleicht aber regulierbar und kurzfristig. Z.B. ein Zwischenzustand nach einer OP, der Beginn eines Heilungsprozesses, sowohl seelisch als auch physisch. Vielleicht aber hat jemand gerade nach kurzem Austreten seine Brille verloren und ist auf der Suche nach ihr (was bitte nicht als Gleichnis verstanden werden soll).
Ja so ein Bild berührt mich auch, weil es viel auslöst, weil es in die unwillkürliche Schieflage des Storytellings kippt, weil eben Menschen sich "gerne" ausführlich über Krankheiten austauschen. Letztendlich geschieht dies, um mit Krankheit, Veränderung, Verletzlichkeit, Behinderung, Einschränkung, Leben und Tod besser fertig zu werden.
Fotografisch gesehen fällt es daher durchaus ins Genre der Reportage und ist sehr besonders, sehr alltäglich, sehr unkonzentriert und bleibt uneindeutig. Deswegen löst es viel aus.
Clara Hase 15. April 2025, 17:29
sehr berührend, zuviele Kranke in ihren Betten gesehen.die Verletzte Person liegt aber nicht drin.
Das Mittagessen wird kalt.
Gerhard Körsgen 15. April 2025, 0:04
Ich schaue die agora-Bilder ja meist ab Wochenbeginn, äußere mich dazu aber ebenso meist erst ab der Wochenmitte.Diesmal ist es anders weil mich das Foto persönlich sehr mit nimmt.
Weil es mich sehr an konkret selbst durchlebte Situationen im Krankenhaus erinnert, mittlerweile knapp 2 1/2 Jahre her...
Bei mir war es so dass meine Arme und Hände gelähmt waren, ich komplett hilflos war...und so sieht das hier auch aus.
Als wenn jemand fotografiert bzw. es versucht der eigentlich nicht dazu in der Lage ist.
So sieht das dann aus bzw. so könnte es sein.
Eine Assoziation aus der Erinnerung an die damalige persönliche Betroffenheit.
Zwischenstand.
Vielleicht melde ich mich später noch mal.
_anders_varnaemen_ 14. April 2025, 12:13
Kein Posieren vor der Kamera. Eine überraschende Perspektive, aber eine durchaus realistische Sicht auf die Welt. Warme Farben drinnen, eine eher kalte Anmutung draußen. Kein detailliertes "story telling", sondern phantasieanregend; das Bild wirkt auf mich wie ein Schalter, um das "Kopfkino" einzuschalten.Typische gestalterische "Regeln" wurden hier ganz offensichtlich missachtet, entweder mit voller Absicht über Bord geworfen, oder das Bild entstand durch Zufall - wie auch immer, das Ergebnis finde ich recht interessant.
framebyframe 14. April 2025, 11:25
Die Idee, das Bild umzudrehen könnte spontan gekommen sein als der Fotograf merkte, dass die Finger mit drauf sind? Oder könnte man an eine Art Abschiedsfoto denken? Die Krücken werden nicht mehr gebraucht und die Situation steht symbolisch kopf. Raus aus dem Laden hier. Die umgedrehte vormalige 'Krankensituation' wird recht aussagekräftig fotografisch dargestellt. Ob das Foto ein Unglück war, wer weiss, es muss auch ein Unglück gewesen sein, dass die Situation erst schuf. Weitere Genesung wird gewünscht.lenmos 14. April 2025, 10:39
Zwei Finger vor der Linse, ein Krankenbett, zwei Krücken, ein Sessel und ein Tischchen vor dem Fenster. Draußen ein kahler Baum. Es sieht aus wie in einem Krankenhaus. Das Bild steht auf dem Kopf, es ist wohl versehentlich beim Hinlegen oder Aufstehen mit herunterhängendem Telefon entstanden.Die Komposition wirkt zufällig, erzählt aber dennoch viel: über den Ort – wahrscheinlich ein Krankenhauszimmer – und über den Zustand der fotografierenden Person. Trotz (oder gerade wegen) der Unabsichtlichkeit hat das Bild eine gewisse Intimität und Ehrlichkeit.
NikoVS 14. April 2025, 7:03
Eine Perspektive der Hilflosigkeit - umgefallen - hingefallen. Warten auf Hilfe. Wenn es im Alter selber nicht mehr geht. Vielleicht unter Schmerzen. Rufen um Hilfe unter Schmerzen. Aber es kommt keiner. Hoffnung!