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#11/2025

Willkommen zu Agora - Bilddiskussion intensiv
Wir freuen uns, dass Du Dich intensiver mit diesem Foto auseinandersetzen möchtest.

Bei Agora liegt der Schwerpunkt auf der Wahrnehmung und Interpretation des Fotos
- NICHT in dessen Bewertung -

Es handelt sich bei diesem Bild um eine Fotografie

~.~.~.~

Diese Leitfragen können Dir dabei helfen, in die Welt des AGORA-Fotos einzutauchen

1. Was nehme ich wahr? (analytisch)
2. Wie interagieren die verschiedenen Elemente im Bild? (analytisch)
3. Welche emotionale Wirkung entfaltet sich bei mir? (emotional)
4. Welche Botschaft, welche Bildaussage, welche Geschichte erkenne ich? (Interpretation)

~.~.~.~


Auf diese Weise erhältst Du die Möglichkeit, ein Foto eingehend zu erforschen und (möglicherweise) faszinierende und neue Aspekte zu entdecken, die Deine Fotografie auf ein neues Level heben können. Gleichzeitig erfahren die Bildautoren, welche anderen Interpretationen des Fotos existieren. Sie entdecken neue Blickwinkel und können so über ihr Foto und dessen Entstehung nachdenken.

*** Wichtig ***
Wir bitten Dich darum, die Anmerkungen auf das Foto zu fokussieren und um Beachtung unserer Gemeinschaftsstandards:
https://www.fotocommunity.de/standards#miteinander

*Kommentare, die nichts zur inhaltlichen Diskussion des Bildes beitragen, Fragen zum Prozess, destruktive, bewertende und/oder verletzende Anmerkungen, werden von den TeilnehmerInnen u. LeserInnen gemeldet und durch die fotocommunity Administration geprüft und ggf. geahndet *

Um Dein eigenes, bisher unveröffentlichtes Bild in Agora zu präsentieren, bitte nutze diesen Link:
https://fotoschule.fotocommunity.de/agora/

Kommentare 57

  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 31. März 2025, 8:44

    Die Diskussion ist jetzt beendet.
    Agora wird unter dem folgenden Bild fortgesetzt:
    #12/2025
    #12/2025
    Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv
  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 30. März 2025, 14:23

    Normalerweise gehört der letzte Kommentar den AutorInnen.
    Diesmal sehen wir es allerdings als nötig an, die Diskussion dieser Agora Woche zu kommentieren.

    Agora ist ein Format, in dem es um die innere Struktur von Bildern geht: Die Beschreibung dient dazu, dass die TeilnehmerInnen zeigen, was sie sehen, denn in vielen Bildern werden wesentliche Details übersehen. Die Beschreibung sollte ohne wertende Anteile sein, weil die den Blick verstellen. Man ist einem Bild gegenüber nicht mehr offen.
    Ausserdem sollte die Beschreibung nicht nur den Inhalt, sondern besonders den Aufbau des Bilds besprechen. Wie sind die Elemente verteilt, gibt es Gegenüberstellungen, komplementieren sich Farben, in welchen Verhältnissen stehen die Elemente zueinander und zum Bildrand? Welche Referenzen auf Ereignisse, andere Bilder, Künstler sieht man? Welche Emotionen bei der betrachtenden Person werden angeregt? Welche Aussage glaubt man zu erkennen?

    Wer hier nur in schlecht/gut, falsch/richtig Dimensionen denken kann, wird jedesmal nicht das Bild sehen. Wer nur den Inhalt betrachtet, wird auch nicht das Bild erkennen. Hinzuschauen ist schwer und kann erlernt werden, wenn man sich öffnet.

    Wir verstehen, dass es Menschen gibt, die diese Reife noch nicht erreicht haben und sich über die Bilder wundern, die teilweise bewusst sperrig ausgesucht sind. Irgendwann wird auch dort der Groschen fallen, dass ein Bild mehr als eine Abbildung von irgendwas (schönem) sein kann. Das hat übrigens weniger mit Bildung zu tun, sondern mit Offenheit für das Andere.

    Bei diesem Bild ist es besonders die Discokugel, die das Bild und den Raum öffnet. Ohne diese Discokugel wäre es ein - aus der Sicht von Agora - langweiliges Bild, weil es ausser des Inhalts und der Bewegungsunschärfe kaum etwas bietet. Die Discokugel öffnet eine weitere Dimension. Ja, sie ist klein - und sie zeigt alles, das man sonst im Bild nicht sehen kann.

    Wir werden mit dem folgenden Hinweis vielleicht als prüde Spielverderber angesehen. Wir möchten keine patriarchalen Kommentare, die Ausdruck von vermeintlichem männlichen Machgehabe geleitet werden, die Frauen nicht respektieren, sondern lediglich als Objekt und nicht gleichwertig betrachten. Daher werden wir in Zukunft solche Personen nicht mehr teilnehmen lassen.
    • kmh 30. März 2025, 17:44

      ich hoffe, Ihr seid in der Lage zuzugeben, das jegliche Bildbetrachtung subjektiv ist. Daher fällt es mir schwer mitzugehen, wenn Ihr Leuten, die Eure Meinung nicht teilen, die Reife absprecht. Auch Ihr beurteilt subjektiv und seht die Bilder auf Eure Weise, die aber weder "richtig" noch besonders wertvoll sein muss. Das hat auch nichts damit zu tun, dass bei Andersdenkenden der Groschen nicht gefallen ist. Vielleicht ist er ja bei Euch stecken geblieben. Ich stimme zu, das Macho-Gehabe hier nichts zu suchen hat. Trotzdem muss man sagen können, das das Bild dieser Woche eine leicht suberotische Ausstrahlung hat. Das gehört zur Bildanalyse dazu. Ihr messt der Diskokugel eine zentrale Bedeutung bei, andere tun das nicht. Für mich ist die Kugel als graphisches Element der Gestaltung wichtig. Sie unterbricht die Symmetrie und setzt einen Kontrapunkt zu sonst völligen Harmonie. Für mich ist es aber unerheblich, ob sich darin etwas spiegelt. Für mich braucht es kein "Fenster zur Außenwelt". Ihr habt gerne Bilder, die sperrig sind. Gegen sperrige Bilder ist prinzipiell nichts einzuwenden. Leider hat man hier gelegentlich den Eindruck, das diese Sperrigkeit mit aller Macht ins Bild muss, ohne dass dies dem Bild gut tut. Ich würde mich freuen, wenn Ihr ein breiteres Publikum für Agora finden würdet, damit die Vielfalt der Kommentare steigt.
    • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 30. März 2025, 18:00

      Lieber kmh,
      selbstverständlich ist Bildbetrachtung subjektiv.
      Wir sehen es als völlig unreif an, wenn man sich selbst als Experten ansieht, der bereits alles weiß. Reife Betrachter lassen sich auf ein Bild ein, lernen vom Bild, indem sie es beschreiben und sich mit den Details auseinandersetzen. Es sind einige hier, die diese Art von Reife besitzen und sich die Bilder erarbeiten wollen und dabei lernen.

      Deine Beschreibung zeigt, dass Du das Bild von aussen betrachtest ohne einzutauchen. Du betrachtest die Kugel lediglich als grafisches Element und übersiehst die Welt in der Spiegelung. Das meinen wir, wenn wir von unreifen Betrachtern sprechen. Die Spiegelung zeigt einfach so viel mehr in diesem Bild, das in Deiner Wahrnehmung einfach nicht vorkommt.
    • _anders_varnaemen_ 31. März 2025, 4:37

      Vielleicht liegt es daran, dass ich schon relativ alt bin und nicht mehr gut sehe, aber auf meinem Laptop-Monitor "eine Welt in der Spiegelung" zu sehen fällt mir sehr schwer.

      Die gängigen Regeln der Komposition (Gesetze der "guten Gestalt", der Geschlossenheit, der Einfachheit oder Prägnanz) werden hier meiner Meinung nach (absichtlich oder versehentlich?) über Bord geworfen.
      (Ich meine die Kugel, nicht die Tänzerin.)

      Wurde hier die Discokugel, die in der Vertikalen etwa 1/7 und in der Horizontalen etwa 1/6 des Bildes ausmacht, also im zweidimensionalen Bild 1/42 (!) wirklich gezielt als ein wesentliches gestalterisches Element verwendet? Warum wurde dann aus einem Meter Höhe und zwei oder drei Metern Distanz fotografiert statt aus kurzer Distanz zur Kugel, so dass sie einen deutlich größeren Raum einnimmt und man "die Welt in der Spiegelung" auch klar erkennen kann?

      Vielleicht soll es ein Suchbild sein, okay. Aber wozu? Für die Agora zum Üben? Nicht von ungefähr haben wir Kommentierenden ja fast nur über die Tänzerin reflektiert, nicht über die Kugel. Die Erklärung mit der Kugel erscheint mir ein wenig wie ein "Deus ex machina" *), um dem Bild im Nachhinein eine andere Dimension, eine andere als die vordergründige Bedeutung zu geben.

      *) Wenn in der Antike in der griechischen Tragödie die Handlung nicht offensichtlich war, wurde mit Hilfe einer Bühnenmaschinerie ein "Gott aus der Maschine" eingesetzt, der als (eine etwas zu billige) Lösung des tragischen Konflikts ins Spiel kam.
    • Matthias von Schramm 31. März 2025, 9:23

      Diese Welt der Spiegelung habe ich nicht wirklich sehen können, wie ich bereits geschrieben habe. Das hat keine interpretatorischen, sondern dimensionale Gründe. Hätte ich Details gesehen, die hier auch vom Autoren erläutert werden und selbst in eine entsprechende Dimension auch bildlich gesetzt, wäre die Betrachtung dieses Details anders ausgefallen. Ich erkenne zwar den damit verbundenen unbeschwerten Versuch eines Storytellings an, möchte aber darauf hinweisen, dass ich da diesmal ohne Hilfestellung nicht drauf gekommen wäre, mir das auch nicht in diesem Sinne hätte erarbeiten können. Die Spiegelung ist ein beliebtes und mehr oder weniger plakatives Instrument um inhaltliche Mehrdimensionalität darzustellen. Wenn wir davon ausgehen, dass wir nicht werten und dieser Umsetzung weder ein gut oder schlecht anheften, dann verstehe ich das.

      Wenn ihr liebe Agora meint, dass dieses Bild ohne die Kugel nur eine profane Bewegungsunschärfe darstellt und kaum etwas bietet, dann deutet das auf eine Bewertungsbubble hin, in der ihr euch befindet und die für mich kaum noch nachvollziehbar ist. Dies wäre für mich by the way dann genau das, was ihr anderen vorwerft und absprecht. Ihr lasst euch auf die Wirkung dieser Art von Portrait dann gar nicht ein, sondern sucht etwas kaum Sichtbares (was zugegeben andere gesehen haben). Dazu dient Fotografie aber nicht, weder mit den Mitteln der Abstraktion, der künstlerischen Betrachtungsweise etc. Sie dient dazu mit Licht malend der Harmonie gebende und der ihr gegenläufige Aspekte zu geben, damit der Fotografierende etwas abbildet, was letztlich ihn selbst portraitiert. Dafür dann einen Spiegel einzusetzen, dass ist fast das Gegenteil von dem, was ich eigentlich an Agora schätze.

      Das ist dann Fotokurs "Erzieherfachschule- wie kann ich Kindern Fotografieren zeigen" (selbst erlebt).

      Den Kommentierenden die Reife abzusprechen ist immer ein wenig gefährlich, zumal man schnell in den soziologisch betrachteten Bereich der Selbst-Spiegelung kommt.
  • Agora 3.0 - Bildbesprechung intensiv 29. März 2025, 7:08

    schreibt:
    "Ich möchte erstmal allen danken, die sich Zeit für mein Foto genommen haben.
    Dieses Foto entstand während eines freien Porträtshootings. Für nicht professionelle Models und auch Fotografen kann so ein Shooting manchmal ganz schön intensiv und anstrengend sein. Umso schöner ist es dann, abseits des Shootings ein bisschen locker zu lassen und zu entspannen und genau in dieser Situation ist mein Lieblingsbild aus diesem Shootings entstanden.
    In der Ecke des Raumes lag die kleine Discokugel, wir waren uns beide einig, dass wir damit doch was machen könnten. Eine Idee ergab die Nächste, und nach nur ein paar Schwüngen hatte ich dieses Foto eingefangen.
    Es war ein Moment voll Freiheit, Ausgelassenheit und Freude der sich für mich in diesem Foto widerspiegelt.
    Mich freut es umso mehr, dass dieses Foto den Spass, den wir bei der Aufnahme hatten, auch auf andere Betrachter überträgt.

    Gruß Andre Pankow"
  • GL photo 27. März 2025, 18:07

    Ich möchte entlang der Agora-Regeln nur das beschreiben, was ich nach mehrfachem Hinsehen wahrnehme:

    Eine fröhliche, tanzende Frau in einem schwingenden Tüllrock.
    Der Schwung des Rockes folgt dem Schwung der Haare.
    Im entscheidenden Moment blickt sie trotzdem direkt zur Kamera. Es ist deswegen wahrscheinlich kein Schnappschuss, sondern eine gewollte Pose.
    Fotografiert wurde mit einer seitlichen Lichtquelle, erkennbar auch in der Kugel, die neben ihr auf dem Boden liegt und den Rock von unten spiegelt.
    Die Disco-Kugel und das Mesh-Turtleneck weisen in vergangene Jahrzehnte, es könnte sich deshalb um ein bereits älteres analoges Foto handeln. 

    Besonders der rechte Unterarm wird zu stark bewegt, was zur Folge hat, dass er durch die längere Belichtung leider kaum noch sichtbar ist und deswegen der gesamte Arm verkürzt wirkt. Mein erster Blick landete jedenfalls genau an dieser Stelle.
    Im Vergleich dazu erscheint mir die linke Hand als unförmig und etwas zu groß.

    Emotional wird eine gelöste und offenherzige Stimmung transportiert. Die Frau könnte sowohl ein Model, eine Tänzerin oder jemand aus dem persönlichen Umfeld der fotografierenden Person sein.
     
    Mir wird die Botschaft vermittelt, den Alltag durch Bewegung und Tanz hinter sich zu lassen. Mit kleinen Abstrichen bezüglich dem rechtem Unterarm und der linken Hand ist das auch gut gelungen.
  • Gerhard Körsgen 27. März 2025, 13:50

    Mir gefällt an dieser Aufnahme als erstes dass man eigentlich nicht besonders viel besonders konkret sieht, sondern vielmehr eine Idée vermittelt bekommt die insgesamt optisch und mental befriedigender ist als wenn man alles konkret und knackscharf sähe.
    Diese Idee ist: Schönheit durch/mit Bewegung. Damit einhergehend: Freude, vielleicht sogar Glück.
    ...
    Das Lächeln und die Körperhaltung der Frau offenbaren den Spaß am Spielerischen, der dem Schwung mit dem Tellerrock innewohnt. Ebenso kommt auch die Freude an einer "Teilentblößung" zum Ausdruck, sie hätte ja auch ein herkömmliches Tänzerinnentrikot anhaben können, trägt aber ein teildurchsichtiges Spitzen-Top welches, scharf abgebildet, wahrscheinlich etwas mehr ihres Busens zeigen würde als man hier in der bewegungsunscharfen Verwischung erahnen kann. Auch das gefällt mir ausgesprochen gut weil auch da mehr die Idée der Schönheit zum Tragen kommt denn deren konkrete Abbildung.
    ...
    Technisch wäre bei der Aufnahme sicherlich "Luft nach oben", die spiegelnde Kugel links ist etwas zu randnah geraten, die Spiegelung des Rocks insbesondere von unten ist witzig, aber weil so dunkel leider auch ein wenig verschenkt - oder aber wieder nur als "Idée" formuliert - sähe ich in dem Fall aber lieber konkreter - muss man nicht teilen, meine Art zu Sehen.
    ...
    Ich sehe darin vor allem ein Spiel zwischen der Tänzerin und dem/der Fotografen/in.
    Die "erotische Komponente" die hier ja lediglich in einer zarten Andeutung sichtbar ist, spricht manche sehr an, bei anderen verfängt sie gar nicht.
    So sehr ich ansonsten für eine genaue Bildanalyse bin möchte ich es hier vielleicht lieber gar nicht so genau wissen "was das soll".
    Ich möchte gerne einfach schwelgen und das Ganze als Spiel mit Leichtigkeit und Unbeschwertheit auffassen.
    Danke für s Zeigen.
  • Rückkehrerin 27. März 2025, 6:34

    Ich als Frau sehe in SW eine fröhliche Frau in einer Drehbewegung, in Bewegungsunschärfe abgelichtet. In der SW Bearbeitung fehlt mir ein wenig mehr weiß. Ein Foto, das mich schmunzeln, lächeln lässt und gute Laune macht.

    Jedoch erscheinen mir die Kommentare zu dem Foto mindestens genau so interessant. Ich lese von Erotik, von Models zum Träumen, von Models, die Männer ansprechen sollen, von Frauen, die pauschal Wichtigeres zu tun haben als Fotos zu besprechen (habe ich grundsätzlich schon, macht mir aber Spaß…). Warum sollte dieses Foto den Anspruch haben, einen Mann ästhetisch oder gar erotisch anzusprechen? Ich als Frau finde diesen Ansatz für eine Bildbetrachtung schwierig.
    • wittebuxe 28. März 2025, 12:54

      Ich bringe die durchscheinende Bluse und den überwältigenden, optimistischen und lebensbejahenden Ausdruck der Tänzererin aber doch in einen natürlichen  Einklang, der ohne diese kleine Nebensächlichkeit mich nicht so überzeugte. Das tiefe, grundlegende Selbstverständnis und -bewusstsein drückt sich auch aus in der dieser Freiheit, sich zu zeigen, ohne Scheu oder verkrampfte Schüchternheit, sondern in unverstellter Natürlichkeit. Das sind u.a. die Dinge, die andere Menschen so anziehend für uns machen - und denen wir uns deshalb gerne nähern würden.
    • N. Nescio 28. März 2025, 13:20

      P.s.: Die Bluse muß nicht durchscheinend sein ... ein Großteil oder der gesamte Effekt kommt m.e. von der unterschiedlich starken Bewegungsunschärfe und Bewegungsgeschwindigkeit (auch verstärkt durch Licht/Schatten und Stoffmuster) der weiter ausragenden Körperteile, z.b. auch bei der Hand. (Gen 1,31)
    • Matthias von Schramm 28. März 2025, 13:23

      @kmh  dann wäre es doch sehr schön für alle gewesen, wenn Du diese in meinen Augen sehr vernünftige Interpretation als Beitrag beigetragen hättest, anstatt diese nun in dieser etwas verschrobenen Herrenrunde zu verstecken. War wohl zu positiv Deine Sicht auf dieses Bild.
    • Matthias von Schramm 28. März 2025, 15:37

      Horst.F 

      einfach unfassbar, dass Du an dieser Stelle wieder dieses Fass aufmachst. Was soll das?
  • Matthias von Schramm 26. März 2025, 9:59

    Eine schlanke junge Frau wirkt auf mich sehr lebensbejahend, sehr fröhlich und freundlich und wurde in Bewegung in Szene gesetzt. Das Ganze wirkt auf mich sehr frei, sehr Homemade (im besten Sinne) und hat wenig mit klassischer Model-Photographie zutun, bei der nicht selten viel von diesem freiwirkenden verloren geht. Sie bewegt sich nicht stark, ein kleiner Move aus der Hüfte lässt den Rock kreisen. Keine hohen Schuhe, sondern bare Füße tanzen sittsam und sogar ein wenig sexy dabei auf einem Holzfussboden. Und zwar im Sinne des individuellen Betrachters, also mir, wohl wissend das ein weiblicher Hauch von Erotik nicht nur für Herren etwas Schönes darstellen kann. Drehung, Rock, wehendes Haar und transparentes Oberteil sind alles was Letzteres andeuten können. Dies geschieht sehr dezent.

    Viel mehr ist das Schöne aber, dass die Person in ihrer Bewegung gezeigt wird und die Bewegungsunschärfe durch entsprechende Verschlusszeit das bewegte Bild logisch machen. Was das runde Ding da unten links ist, kann ich nicht erkennen. Es irritiert, irgendwas spiegelt sich in dem "Ball", vielleicht sogar mit viel Phantasie die fotografierende Person selbst. Ein durchbrechendes Störelement, welches mich momentan noch eher stört, als das es die in sich stimmende gesamte Motivlage positiv bricht.

    Es verschwinden durch die Bewegung Elemente. Die schwingenden Hände sind es, Teile der Haare und Teile des hellen Rocksaums. Scheinbar schluckt sie die helle Wand, vor der die Frau sich bewegt. Holzfussboden, Fußleiste, Zimmerwand kahl, deuten auf einen privaten Innenraum hin, ein buchstäbliches spontanes Foto in den eigenen vier Wänden. Dass Accessoire unten links wurde dabei kurzerhand vielleicht eingebaut, was im Grunde ja bei dieser Art von Fotografie wieder sympathisch ist. Es könnte bei entgleisender Phantasie über die Begriffe "Freiheit" und "Verpflichtung" eine Kugel symbolisieren, eine Kette, bzw. ein Klotz am Bein von dem diese Frau sich in bester Laune befreien konnte.

    Insgesamt sind die Grauwerte mir etwas flau, dennoch geht das luftig leichte des in SW gebildeten Fotos nicht verloren - will sagen eine etwaige in diese Richtung gehende Intention wäre geblieben. Dennoch neigte ich etwas dazu ein wenig mehr Kontrast dem Ganzen zuzumuten.

    Aktuell erinnert mich das Bild tatsächlich an eine unserer Rollifahrerinnen, die sich vor ihrer Haustür spontan von einer Kollegin ablichten ließ und mit wehendem Rock und lächelndem Gesicht mit ihrem Rollstuhl Tanzbewegungen nachahmte, was wiederum als Gleichnis zu diesem Bild Begriffsformen wie "Freiheit" und "Verpflichtung" als Symbolbegriffe vertrüge.

    Insofern ist es wohl für mich die "Normalität" dieser Aufnahme, die zum Glück mit der perfekt begrenzt männlichen Sicht darauf, wie eine Frau aussehen sollte, sehr wenig zutun hat. Es ist einfach erfrischend, weil auf die letzte Annäherung an Perfektion, toll weibliche Tanzbewegung im professionellen Sinne verzichtet wurde. Und damit erzählt mir das Bild mehr als vieles offensichtlich technisch besser Erstelltes im Sinne der Model-Photographie.
  • framebyframe 25. März 2025, 18:00

    Wenn man den fotografischen Dreh raus hat, kann man in kurzem Schwung um die Achse eine Ballerina mit schweifendem Rock zu einem Drehkreisel verwandeln. Die Belichtungszeit genau abgepasst, dass noch ein freudiger Gesichtsausdruck eingefroren wird in dem ansonsten dynamischen Geschehen in der Unschärfe. Ob es Ganzkörperumdrehungen waren kann man vielleicht sogar in frage stellen? Es ginge wohl auch in der Hin-und Herbewegung. Die Tänzerin kann in dieser Fußhaltung eher nicht zur Pirouette ausholen. Die Arme und die Haare würden dann auch verschwimmen, der Rock sowieso. Die spiegelnde Glaskugel dient als Glamourattribut. Insgesamt eine Aufnahme, die verzückt. Statisch, aber mit Schwung!
  • _anders_varnaemen_ 25. März 2025, 9:55

    Die junge Dame (oder nichtbinäre Person) hat keine rechte Hand. Ich vermute, das ist ein politisches Statement, irgendwas mit Inklusion.

    Unten links sehe ich eine Kugel. Symbolisiert sie die "Weltkugel" (wahrscheinlich nicht, denn das ist ja eine Ellipse)? Oder eine Kanonenkugel?

    Das ist selbstredend ein ganz nettes Foto. Für vollendeten ästhetischen Genuss und eventuelle erotische Anziehung fehlen mir jedoch mehrere Dinge:

    a) Kurven. Die Person hat sichtbar welche, aber ich meine nicht "weibliche Kurven", sondern z.B. eine grafisch ansprechendere Bewegung in Form eines "S". Sie steht da frontal zur Kamera ein bisschen wie ein Stock. Claudia Schiffer wurde von den anderen Models "der Baum" genannt, ein wenig wirkt auch diese Pose so auf mich. 

    b) Farbe. Gerade Erotik kann man doch prima in Rot, Gold, Smaragdgrün oder Purpur darstellen.

    c) Härteres Licht. Und dazu gehören auch tiefe Schatten. Das könnte dem Ganzen etwas Mysteriöses, Geheimnisvolles geben. Man könnte an bekannte Frauen denken, die mit ihrer Erotik mächtige Männer ruinierten, von Delilah und ganz besonders Salomé via Kleopatra bis hin zu Lucrezia Borgia oder Mata Hari.
  • Andreas Beier Fotografie 24. März 2025, 21:18

    klasse !
  • Sag mal Micha 24. März 2025, 19:03

    Ich würde ja gerne mal weibliche Meinungen zu dieser Art von Präsentation vor der Kamera lesen.
    Ist das tatsächlich die Vorstellung eines Models, die Männerwelt zum Lächeln zu bringen ?
    Bei mir funktioniert es nämlich so nicht!
    • wittebuxe 26. März 2025, 22:54

      Gute Tanzböden sind aus Buche, Esche, Ahorn oder Eiche, sehr hart und splitterfrei, warm und seidig. Sie bieten eine stoßdämpfende Oberfläche, die unerlässlich ist, um Verletzungen zu vermeiden, ebenso wie das richtige Maß an Reibung und "Rückkopplung" für die Tänzer. Ob das hier so einer ist? Keine Ahnung. Aber die junge Frau wird sich den Tellerrock kaum angeschafft haben, um mal zu Haus im Zimmer fotografiert zu werden Ich denke schon, dass sie ihr aus Erfahrung gewonnenes Vertrauen nutzt, um sicher barfuß aufzutreten. Ich vermute (Semi-)Professionalität, mindestens aber Hobby-Enthusiasmus.
    • kmh 26. März 2025, 23:00

      Warum sollte ich jemandem etwas unterstellen? Die Kommentare sprechen für sich. Hier ist ein offenes Forum. Jeder kann mitmachen. Du, ich, wir alle.
    • N. Nescio 26. März 2025, 23:14

      "Die Kommentare sprechen für sich." Pluralismus ist Reichtum.
    • Matthias von Schramm 27. März 2025, 10:04

      Liebe Freunde des liebevollen Austausches über fotografische Vorlagen mittels Agora. @N. Nescio    mir geht das wiederholte "Ich kann damit nichts anfangen" von Markus mit nun der Beweiskette über seinen Bekanntenkreis untermauert auch auf die Nerven. Das sind für mich auch alles keine Analysen, aber offenbar der Ist-Stand seiner fotografischen Sichtweise. Warum dieser so ist, will ich gar nicht hinterfragen. Aber es gibt immer wieder Punkte, in dem ich ihm auch Recht geben muss. Provokationen über Inklusion (an der eine Gesellschaft arbeitet) und Witze über nichtbinäre Menschen, finde ich auch keinesfalls witzig, ebenso nicht wenn angesichts der Darstellung einer jungen Frau altherrenartig freigedreht wird.

      Doch wenn Du iieber Gusti von Pluralismus sprichst, dann müssen wir uns schon auch in unserer Verschrobenheit aushalten. Ja und hin und wieder hilft es dem anderen die Meinung zu sagen.
  • wittebuxe 24. März 2025, 18:23

    Das ist natürlich ein Sahnestück, dies Foto. Die überaus reizende, lächelnd schöne, barfüßige, schlanke und sportliche Frau, mit sichtbarem Spaß an ihrer Bewegung: sie hat gerne Erdkontakt und macht sich und ihren Zuschauern Freude. 

    Die nicht ganz blickdichte Bluse zeigt gerade so wenig - oder soviel - dass Männerträume sich selbständig machen: was für ein tolles Modell. Die Unschärfe tut das ihre dazu: es ist ein Traum.

    Der Tellerrock ist der Hit. Es handelt sich um eine besondere Art von Rock, genäht aus einem kreisrunden Stück, wie bei einem Teller (daher der Name), und wenn der in Bewegung gebracht wird, so nimmt er die Trägerin mit, sie muss ihm einfach folgen, daher auch der unbändige Spaß, den die Süße ausstrahlt. Alle Scheu geht verloren, man gibt sich der Dynamik hin, und kann gar nicht mehr anders.

    Ich hätte sie gerne schärfer abgebildet, aber nehme es in Kauf: sie ist einfach nur schön. Ich glaube, man darf den Fotografen beneiden.
  • N. Nescio 24. März 2025, 17:39

    ich lächle. sie lächelt oberhalb des goldenen schnittes. im goldenen schnitt lächelt sie mich auch an. sie kommuniziert mit mir.
    haare, rock, arme, brüste, rechter fuß und eigentlich der ganze körper durch die drehung verwischt - je größer der drehradius, umso verwischter. jedoch ihr gesicht und das standbein weniger. die wand, der boden und die glanzkugel links unten im bild ruht tot, wie ein glasauge, das unter ihren rock schielt. mittiges s/w bild. ein elegantes s/w bild, das charme, schwung und leichtigkeit samt schönheit, bewegung und lebensfreude ausdrückt. ein sinnbild der sich bewegenden, nicht zu fassenden lebensmomente.