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Selbständigkeit als Fotograf

Sein Hobby zum Beruf machen und mit der Fotografie Geld verdienen. Wer vor dieser Entscheidung steht, erfährt in diesem Artikel auf was man besonders achten und was man bedenken sollte. Insbesondere steht hier auch die Frage: "freiberuflich oder gewerblich?" im Raum, was bei der Fotografie nicht immer deutlich abzugrenzen ist.


Freiberufler Die Frage, die sich bei Fotografen stellt ist die, ab wann die Fotografie gewerblich oder künstlerisch ist. Sich darüber Gedanken zu machen, kann sich auszahlen. So kann ein als künstlerisch tätiger Fotograf der Künstlersozialkasse beitreten und er muss keine Gewerbesteuer zahlen, um einmal die wichtigsten Argumente zu nennen.


Laut § 1 Abs. 2 S. 1 PartGG sind die freien Berufe wie folgt definiert: "Die freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt."


Das bedeutet also: als Freiberufler ist man aufgefordert, eine kreative Leistung zu erbringen. Das ist zum Beispiel als Kunstfotograf der Fall. Aber auch wenn man vorhat, als Bildjournalist für die Presse zu arbeiten oder ausschließlich im Stockfoto-Bereich tätig sein möchte, braucht man kein Gewerbe anzumelden. Aber Vorsicht: sobald der Fotograf oder auch der angehende Fotograf anfängt, Dienstleistungen zu erbringen, d.h. im Auftrag arbeitet, wird eine Anmeldung als Gewerbe zur Pflicht, auch wenn diese Aufträge unregelmäßig angenommen werden. In diesem Falle sollte man seinen Steuerberater zu Rate ziehen, ob es eventuell sinnvoll sein könnte, zwei getrennte Geschäfte anzumelden. Wichtig dabei ist, dass die unterschiedlichen Tätigkeiten in keinem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Ist keine Abgrenzung möglich, muss man ein Gewerbe anmelden.

Bei der Abgrenzung zwischen Freiberufler und Fotograf gibt es eine weite Grauzone. Im Zweifel ist es wichtig, sich vorher von Steuerberater, Handwerkskammer, Berufs- und Branchenverbänden sowie dem Finanzamt gründlich beraten zu lassen.


Gewerbetreibender/Kleingewerbe Die Definition für einen Gewerbetreibenden ist wie folgt: “Ein Gewerbe ist jede selbstständige, fortgesetzte und wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Verantwortung, eigene Rechnung und mit Gewinnerzielungsabsicht geschieht. Davon abzugrenzen sind jedoch Tätigkeiten künstlerischer, wissenschaftlicher, unterrichtender, erziehender und schriftstellerischer Art, so genannte freie Berufe (ugs. Freiberufler), die rechtlich nicht als Unternehmen gelten, und damit auch nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Eine gewerbliche Tätigkeit liegt bspw. bereits dann vor, wenn Waren oder Dienstleistungen regelmäßig mit Gewinnabsicht angeboten werden.”

Will man sich also als typischer Hochzeits-/Baby-/Porträtfotograf niederlassen, besteht keine Grauzone mehr: man muss sich beim Gewerbeamt anmelden, Gewerbesteuern zahlen, ist buchführungspflichtig und muss sich bei der Berufsgenossenschaft sowie der IHK anmelden. Aber auch hier ist es nicht gar so einfach, denn schnell steht man vor der Frage: Gewerbe oder Kleingewerbe? Die Voraussetzung für die Gründung eines Kleingewerbes ist, dass der Umsatz im Eröffnungsjahr einen Betrag von 17.500€ nicht übersteigt. Kleingewerbler sind nicht Umsatzsteuerpflichtig, sondern können sich freiwillig dafür entscheiden, Umsatzsteuer zu zahlen. Zudem vereinfacht sich die Buchführung, da auch hier - wie beim Freiberufler - eine simple Einnahmen-Überschussrechnung ausreicht.


Fotografie als Nebenerwerb Wer sich nicht vollständig ins kalte Wasser traut, sondern erst einmal ausprobieren will schrittweise in die Selbständigkeit zu gehen oder auch nur nebenbei ein bisschen dazu verdienen will, für den bietet sich das Nebengewerbe an. In diesem Fall verringert sich das Risiko der Selbständigkeit. Allerdings ist es in diesem Falle wichtig, mit dem Arbeitgeber abzuklären, ob und in welchem Umfang diese Nebentätigkeit erlaubt ist.


  Letzte Änderung: 14:25, 11. Jan 2012 von Christina Diedrich . Basiert auf dem Text von Gabriela Ürlings . - Aufrufe: 18146
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