WLAN-Adapter Canon WFT-E1 Wireless-LAN-Transmitter

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biedermann4007 biedermann4007 neu Beitrag 1 von 8
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Moin,

ich habe eine Canon EOS 5D. Ich plane, einen WLAN-Adapter Canon WFT-E1 Wireless-LAN-Transmitter zu kaufen.

Hat jemand diesen Transmitter in Betrieb und kann mir sagen, ob er gut und problemlos funktioniert?

Ein Verkäufer eines gebrauchten Transmitters auf ebay teilte mir mit, dass die mitgelieferte Software auf Mac OS X 10.14 ohne Probleme läuft. Gemäß der Betriebsanleitung des Transmitters muss man mit dieser Software eine Konfigurationsdatei erzeugen, die man auf die Speicherkarte der Canon hochlädt.

Ich weiß, wie ich auf meinem MacMini mit Mac OS X 10.14 einen FTP-Server einrichte. Kann ich den MacMini dann von der Kamera aus direkt oder über den Router mit WLAN ansprechen und die Fotos übertragen?

Oder gibt es irgend welche Probleme mit dem Transmitter?

Mögliche Konfiguration:
Canon EOS 5 D
WLAN-Adapter Canon WFT-E1 Wireless-LAN-Transmitter
MacMini mit Mac OS X 10.14 (als FTP-Server eingerichtet)
FritzBox mit WLAN

Ich wünsche einen schönen Feierabend.

Grüße aus Hamburg



Thobie
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 2 von 8
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Da bisher niemand sich des Themas annehmen wollte, will ich dies mit etwas mehr Ausführlichkeit begegnen.

Der Transmitter ist weder preiswert ist er kompakt. Das Dilemma ist, dass das Ding langsam ist und nur im 2.4Ghz Band arbeitet. Damit ist es störanfällig. Es kommt nicht ohne Anschlussverkabelung aus. Leider ist eine externe Verkabelung nicht gerade etwas, was man gerne an einer Kamera haben möchte. Der USB-Anschluss ist empfindlich und gegen Zug kaum wirkungsvoll zu sichern. Passt man damit nicht auf, kann es schnell teuer werden. Es gibt unendlich viele geeignete Steckernormen, die erheblich besser geeignet sind als diese pisseligen USB-Steckerchen wie Mini-, Micro-USB oder USB-C. Aber warum auch mal was besser machen wollen - Hauptsache billig.

Nun zu meinem Lieblingsthema - "WLAN". Es gibt kaum ein Netzwerk, welches noch schlechter ist als WLAN.
Alles was sich im 2.4 Ghz Band (A,B,G) abspielt, ist unstabil und ungeeignet für Echtzeitübertragungen. Sie verhalten sich alles Andere als Deterministisch. Was Zuhause noch funktionierte, muss nicht unbedingt an anderen Orten funktionieren.
Das 5 Ghz-Band ist da schon besser, weil einfach deutlich mehr Platz ist - noch jedenfalls.
Man bedenke - jedes Gerät, welches auf der Schachtel den Aufdruck "WLAN" trägt, wird sich im 2.4 Ghz-Band tummeln. Da es dort aber nur 4 konkurrenzlose Kanäle gibt, wird keiner der Teilnehmer wirklich Freude an solchen Verbindungen haben. Sie sind eben billig herzustellen und daher kommt jeder Mist auch erstmal dorthin. Die Folge ist, dass die Verbindungen abreißen, stottern oder mit Artefakte verstümmelt werden.

Nun kommen wir noch zu den Canon-Nachrüstlösungen. Die E-E1 wäre so eine und die ist in Form einer SD-Karte ausgeführt. Sie ist nur für die EOS-5Ds(r) und EOS 7D-MK2 vorgesehen. Es gibt auch noch andere Lösungen wie die angeführte WFT-E1 Lösung von Canon. Die ist allerdings sehr teuer und sehr schlecht, weil sehr sehr alt.

Alle Canon-Lösungen arbeiten mit den Programmen von Canon recht gut. Leider ist Canon einde rder Hersteller, deren Software alles Andere als gut zu bezeichnen ist. Es fehlen Funktionen wie Focus-Peaking oder Belichtungsreihen. Die Bedienoberfläche ist spartanisch und ich frage mich immer, warum Canon ein grundsätzlich gute Idee bereits in der Umsetzung einfach vergeigt. Das scheinen aber alle Hersteller genau so zu handhaben. Sony kauft die Software sogar nur ein, um sich erst gar nicht mit dem Thema befassen zu müssen. Mich ärgert dabei, dass die Software an sich so untauglich nicht ist. Das Oberflächen-Design ist aber grottenübel. Es erinnert mich an die Menü-Führungen der Bodies, die bei einigen Systemen genauso bescheiden umgesetzt wurde, wie ihre Software. Da ist noch erheblich viel Luft nach oben.

Mein Vorschlag wäre sowas wie eine Camranger2. Leider auch mit externer Verkabelung verbunden, dafür beherrscht das Ding auch das 5 Ghz-Band und bedient es mit gleich zwei Antennen. Wie genau sie betrieben werden, konnte ich bisher noch nicht in Erfahrung bringen. Möglich wäre Diversity-Empfang und Echo-Unterdrückung, sowie Voll-Duplex Sende-Empfangsbetrieb. Ich würde diese Lösung bevorzugen. Ja, sie ist auch teuer. Eine WFT-E1 soll angeblich 1100.- kosten. Der Camranger2 ist wohl für sowas um 350 Euros zu bekommen und kann sogar eine SD-Karte aufnehmen um direkt am Sender auch Bilder speichern zu können.
Wichtig wenn die Verbindung mal abreist oder das Endgerät gerade mal nicht verfügbar ist. Der CAMRANGER ist per Webseite konfigurierbar. Das finde ich ganz besonders cool.

Ich habe mit Camranger übrigens nichts zutun. Ich nutze Helicon Remote und dies funktioniert mit meiner EOS 5Ds leider nicht sehr gut.

Ich hoffe dass dies etwas zum Verständnis geholfen hat, warum man alte WLAN-Dinger nicht mehr kaufen sollte.
pzinken pzinken Beitrag 3 von 8
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Alternativ zum teuren Camranger (1) habe ich seinerzeit einfach den baugleichen TP-Link Router 3040 für unter 50 Euro gekauft, mit einem open-source System versehen und mit der qDSLRDashboard App verwendet. Funktioniert (an Nikon) einwandfrei. Zum Camranger 2 gibt es sicher auch Alternativen, ich bin aber nicht auf aktuellem Stand.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 4 von 8
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Den TP-Link Router M3040 gibt es leider schon etwas länger nicht mehr. Er war kompakt und hatte den Akku schon eingebaut. Der Camranger war auch ein M3040 mit einem OpenWRT. Sein Nachfolger war nur noch kompakt, hatte aber kein Akku mehr verbaut.
Die Antennen waren nur auf der Leiterkarte geätzt - Reichweite extrem gering und nur was für's Studio oder in sehr kurzer Distanz nutzbar.

Beide Geräte sind aber nur im 2.4Ghz Band unterwegs und damit ist der ärger schon vorprogrammiert. Die Zeiten haben sich in geändert - ganz besonders was die Nutzbarkeit des 2.4Ghz ISM-Bandes für Short-Range Devices betrifft. Das Band ist einfach überfüllt und damit verliert es Bandbreite und Zuverlässigkeit. Wenn dann noch so pisselige Antennen in der Kamera bzw. Router verbaut sind, hat ein Tablett auch keine Chance mehr.
Wie schon erwähnt - im Studio unter kontrollierten Verhältnissen mag sowas noch halbwegs funktionieren.
Der Camranger 2 ist neu und derzeit nur vorbestellbar. Ich hatte im Sommer ein Vorserienmodell in den Fingern und kann sagen, dass es ausgezeichnet funktioniert. Ich werde warten bis es im deutschen Handel erscheint.
Es fehlt noch die CE Konformitätsprüfung.
Open-Source gibt es derzeit eigentlich keine wirklich attraktive Lösung - schade.
Li.Li Li.Li   Beitrag 5 von 8
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Ich arbeite gern und oft mit dem Camranger (1).
Dass die Geschwindigkeit wegen immer mehr Netzwerken nachlässt, habe ich noch nicht erfahren müssen.
Mit der Software stimme ich dir zu, DPP ist ein Witz gegen die vom Camranger. Schlimm fand ich auch, dass man sich jedes mal neu im WLAN neu anmelden musste, wenn die Kamera oder das Tablet im Standby war.
Leider gibt es auch gebrauchte Camranger ausgesprochen selten und wenn, dann zu hohen Preisen. Die Leute wissen halt, was sie daran haben.
Der Camranger 2 wird schon ziemlich lange angekündigt. Ich hoffe, das wird keine Luftnummer.
Von Tether Tools gibt es eine Alternative, die soll aber auch nicht so gut funktionieren wie der Camranger. Dafür ist sie günstiger - und allemal besser als die Canon Lösung.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 6 von 8
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LiLi:

Der Camranger ist bisher die beste Lösung die ich nutzen konnte. Ich mach gern Belichtungsreihen und habe es mit der Canon-WLAN-Lösung eine ganze Zeit versucht, es letztendlich aber gelassen. Genau was du schreibst, ist auch mir ganz mächtig gegen den Strich gegangen. Man muss sich dauernd irgendwie immer wieder anmelden. Die Wahl der Übertragungsverfahren (Tablet, PC, vorhandenes WLAN) der Kameras sind völlig
unsinnig gewählt.
Warum ist überhaupt eine Entscheidung zwischen einem PC und einem Tablett notwendig? Ist die Funktionsweise beider Geräteklassen derart unterschiedlich, so dass man mit zwei unterschiedlichen Protokollen darauf eingehen muss?
Das "Outdoor" anfallende konfigurieren der WLAN-Verbindung auf dem Mäusekino der Kamera oder Pad bereitet beim Fotografieren - was man ja eigentlich statt dessen machen will, wirklich keine Freude.
Auch Programme wie Helicon-Remote / Helicon-Focus haben keine probate Antwort darauf parat.
Die sind nicht mal in der Lage eine WLAN-Karte in einer EOS 5Ds sauber zu supporten.

Mich nervt sowas ganz gehörig. Es scheint aber so, als dass Canon/NIKON/SONY und Co, eigentlich gar keine Wert auf eine vernünftige Schnittstelle wertlegen. Sie müssen so Eine anbieten - aber es fehlt ihnen aber der Wille für eine notwenige Standarisierung, dessen saubere Definition und Implementation - Dokumentation mal ganz zu schweigen. Beispiel: Wie liest man die Anzahl der Auslösungen auf einer EOS 80D, 5Ds, 5D-MK4 aus?
Sie wollen nicht.

Nun, zurück zum Camranger2 - der ist vorbestellbar und ich denke, dass er in Kürze verfügbar sein wird.
biedermann4007 biedermann4007 neu Beitrag 7 von 8
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Moin, Jupp

Zitat: Jupp Kaltofen 18.09.19, 00:35Zum zitierten BeitragEine WFT-E1 soll angeblich 1100.- kosten. Der Camranger2 ist wohl für sowas um 350 Euros zu bekommen und kann sogar eine SD-Karte aufnehmen um direkt am Sender auch Bilder speichern zu können.

eine WFT-E1 ist gebraucht bei ebay für etwa 100,– € zu bekommen, und zwar in der Originalverpackung, also durchaus noch bezahlbar.

Eine SD-Karte kann ich an der Canon EOS 5D nicht verwenden.

Ich habe aber derzeit Abstand davon genommen, in den WFT-E1 zu investieren Ich bin vermutlich aufgrund dessen, dass meine fotografieren Foodfotos aufgrund des verwendeten Objektivs deutliche Vignettierun zeigen, sowieso darauf angewiesen, nach dem Download der Fotos von der Speicherkarte auf den Mac mit DPP zu bearbeiten. Da macht dann auch eine langsame WLAN-Lösung, mit der ich die Fotos ja sowieso nur auf den Mac laden kann, wenig Sinn.

Ich werde das Geld auf Anraten einiger Forenteilnehmer sinnvollerweise in ein neues Objektiv mit Festbrennweite investieren, das eher meinen Anforderungen entspricht und keine Vignettierung aufzeigt.

Ich wünsche einen schönen Feierabend.

Grüße aus Hamburg


Thobie
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 8 von 8
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Thobie,

die Entscheidung teile ich und zwar aus einem einzigen Grund - eine bessere Linse ist immer eine Verbesserung an der Ursache und nicht woanders.

Die SD-Karte ist auch nur eine Krücke. Zum Fokus-Stapeln ist sie ungeeignet wegen der mangelhaften Software-Unterstützung.

Viel Spass beim Bilder machen.
Kannst mal informieren wenn du Bilder damit gemacht hast. Ich würde sie mir gern ansehen wollen.

Gruß Jupp
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