Eure Meinung zur Reparatur eines Objektiv

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Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 1 von 12
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Hallo mal rundum - ich bin mir unschlüssig bei der Entscheidungsfindung zur Reparatur eines EF 28-300 mm f/3.5-5.6L IS USM. Ich bin wohl Drittbesitzer und habe diese Linse für rund 600 Euro vor 3 Jahren und mit dem Wissen erstanden, dass die Zoom-Arretierung nicht mehr funktioniert. Ich nutze die Brennweite nicht so häufig, aber im Urlaub erspart sie den Objektivwechsel. Das Objektiv wird von Canon noch verkauft - Ersatzteile gibt es also. Die Linse wurde 2004 von Canon auf den Markt gebracht und ist daher nicht das Neuste. Es hat seine Makel aber damit lässt sich leben.
Neu anschaffen würde ich es mir nicht - es ist aber da und man kann damit fotografieren. Der Schiebezoom lässt sich nicht in einer Position feststellen, was beim Transport sehr von Nachteil ist.

Canon hat gerade ein 50% Servicepack für min. CPS-Silber Member im Angebot und dies lässt mir gerade keine Ruhe. Aktueller Gebrauchtpreis liegt so bei rund €1200.- und neu liegt es um die €2100.- rum.
Ich habe bereits kontakt zu Canon in Willich aufgenommen und ich müsste €29.- in einen Kostenvoranschlag investieren.
Was ich von euch möchte wäre eure Einschätzung. Ich rechne nicht damit, dass es nicht unter 300Euro bleiben wird. Lohnt sich sowas überhaupt noch?
WolfgangKI WolfgangKI   Beitrag 2 von 12
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Ich würde es reparieren lassen. Es kann nur eine Kleinigkeit sein.. Es gibt noch Ersatzteile und Canon kann das Objektiv komplett revidieren. Zum Entsorgen eigentlich zu schade..

Es ist Deine Entscheidung..

Gruß
WolfgangKI
motion blur motion blur Beitrag 3 von 12
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Investier doch die 29 Euro für die Diagnose. Dann haste du Gewissheit, was es kostet. Du hast 600 bezahlt, gebraucht ist es 1200 wert. Heißt also dass du noch ein Budget von 600 Euro hast, bist du ins Minus gerätst.

Wenns deutlich weniger als 600 Euro kostet bist du günstig an ein dann funktionierendes Objektiv gekommen, wenn es teurer wird kannst du es noch immer weiterbenutzen oder mit Fehlerbeschreibung verkaufen.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 4 von 12
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Entsorgen wollte ich es nicht - es funktioniert ja - nur der Transport ist etwas lästig und ich weiß nicht, ob der Zoom noch staub- und wasserdicht ist. Ich denke auch nicht, dass es riesig sein wird - aber wir kennen ja die Preise für Techniker und Teile. Mich ärgert, das Canon keine Preisrichtung nennen kann. Wenn man den Worst-Case annimmt, muss man doch einen Preis kennen. Die Arretierung besteht aus zwei Alu-Ringen und winzige Kugeln. Das, was mit der Zeit verschleißt, sind die Dichtungen, die unter den Klemmringen angebracht sind. Sie übertragen die Klemmkraft zwischen dem Zoom und dem Objektivrohr.
Wer weiß, evtl. gibt es noch aktuellere Firmware und die schauen sich auch andere Punkte an.
Ich werde es wohl mal einschicken - die 29euro sind ja kein Riesenbetrag.

Danke für deinen Beitrag
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 5 von 12
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Ich denke, es ist eine gute Entscheidung, die Du getroffen hast, Jupp. 29 Euro für einen Kostenvorschlag, der Dir ein für allemal Gewissheit verschafft, in welchem Zustand Dein Zoom Dich befindet, sind m.E. ein fairer Preis und ein Geldbetrag, den man anderswo - auch im Alltag - schnell mal irgendwo abknapsen oder anderswo einsparen kann. Denn ansonsten wird Dich Deine Frage noch jahrelang beschäftigen - erst recht aufgrund dieser aktuellen Canon-Service-Offerte.

Deine Preisvorstellung erscheint mir aber realistisch, denn Arbeiten am Objektiv sind grundsätzlich mit viel Gefummel verbunden und eigentlich immer irgendwie aufwändig. Den Spaß habe ich bereits hinter mir und ich habe auch knapp 280 Euro bezahlen müssen. Dabei war es ein reines Kontaktproblem nach einem Sturz.

Du hast da eine solide und wertig verarbeitete Linse am Start und es gibt aktuell sicher keinen Grund, diese einzumotten. Andererseits würde ich vielleicht doch mit den Umständen zu leben versuchen, wenn die Reparatur deutlich über 250-300 Euro liegen sollte.

Denn in meinem Fall war der Reparaturversuch nur teilweise erfolgreich und ich muß seit einiger Zeit ohne Autofokus leben bei meinem ansonsten inzwischen einwandfrei funktionierendem Zoomobjektiv. Ich habe mich mit diesem Defekt inzwischen arrangiert und lerne viel dazu, da ich von nun an gezwungen wurde, manuell scharf zu stellen. Plötzlich setze ich mich auch mal viel gründlicher auseinander mit Themen wie Schärfentiefenebene oder hyperfokale Distanz. (Kleine Anmerkung am Rande: Vorher habe ich mich allzu sehr auf den Autofokus verlassen, der im Übrigen besonders bei LowLight auch nicht immer treffsicher war, auch bei Anfokussieren von Punkten, die eigentlich im Unendlichscharfbereich lagen, etwa ein Horizont.)

Insofern habe ich auch ein bißchen gewonnen und weniger unscharfen Schrott, ähm Ausschuß, zu beklagen. Sorry für´s Ausschweifen...

Mein Plan wäre dann eher der, Dein Zoomobjektiv erstmal so weiter zu nutzen wie es ist, um mir vielleicht dann in wenigen Jahren etwas Neues gönnen zu können, die Technik entwickelt sich ja rasend schnell weiter. Bezahlst Du hingegen jetzt nochmal 400-500 Euro für ´ne Reparatur, dann wäre eine Neuanschaffung gefühlt erstmal für 5-8 Jahre blockiert. Eine Fotoausrüstung hält bei mir nämlich im Schnitt etwa 10 Jahre, jedoch wird sie auch heftig in der Natur strapaziert.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 6 von 12
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Dieter, ausschweifen ist meine Domäne :-)
Zitat: Dieter Ruhe 03.08.20, 01:19Zum zitierten BeitragDenn ansonsten wird Dich Deine Frage noch jahrelang beschäftigen - erst recht aufgrund dieser aktuellen Canon-Service-Offerte.Das ist wohl der entscheidende Satz, der auch meine Entscheidung treibt. Ich werde berichten was Canon ansagt. Die haben mir geschrieben, dass nach Eintreffen des Objektivs, die typische Durchlaufzeit bei 5-7 Tagen liegt.
Na dann schauen wir mal...
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 7 von 12
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Ich habe den Kostenvoranschlag nun vorliegen. Nochmal zusammenfassend, mit welchem Problem das EF28-300L nach Canon eingeschickt wurde.
Die Linse wurde vor gut einem Jahr an der Arretierung des Zooms schon mal justiert. Nach einigen Monaten löste sich der Zoom wieder und kürzlich gesellte sich der ERR1 dazu, der beim Auslösen auf jeder vorhandenen Kamera erscheint. Das Objektiv habe ich nun nach Willich zu Canon geschickt und der Kostenvoranschlag dafür hat mich fast aus den Socken gehauen. Canon will ein paar Kleinteile für in Summe rund 250Euro verbauen und eine optische Baugruppe für rund 650 Euro tauschen. Ich nehme an dass der ERR1 vom Stabi kommt und der ist wohl in dieser optischen Baugruppe integriert. In Summe soll die Instandsetzung €1150.- kosten. Es ist also ein Totalschaden - trotz der CPS-Gold Mitgliedschaft. Bemerkenswert ist, dass Canon nur "per Nachname" abrechnen will. Was ist das für ein Zahlungsmodus bei solchen Beträgen? Da ist ja Amazon besser drauf.
Ich hatte schon bei angenommenen 500 Euro bedenken - dieser Preis ist allerdings völlig daneben. Einen Zweck wird dies Linse allerdings noch erfüllen - ich werde das Zerlegen dieser Linse mit Fotos und Video begleiten.
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 8 von 12
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Zitat: Jupp Kaltofen 08.09.20, 22:03Zum zitierten Beitrag In Summe soll die Instandsetzung €1150.- kosten. Es ist also ein Totalschaden - trotz der CPS-Gold Mitgliedschaft. Bemerkenswert ist, dass Canon nur "per Nachname" abrechnen will. Was ist das für ein Zahlungsmodus bei solchen Beträgen? Da ist ja Amazon besser drauf.
Ich hatte schon bei angenommenen 500 Euro bedenken - dieser Preis ist allerdings völlig daneben. Einen Zweck wird dies Linse allerdings noch erfüllen - ich werde das Zerlegen dieser Linse mit Fotos und Video begleiten.


Der aufgerufene Preis liegt allerdings ganz weit fernab meiner Phantasien, was sowas normal kosten könnte. Gut, dass Du davon Abstand genommen hast. Die geforderte Zahlungsart erinnert gar an mafiaähnliche Methoden. Geht gar nicht! Zumal Dein Objektiv noch nutzbar und kein Totalschaden ist. Du willst es wirklich eigenhändig zerlegen?
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 9 von 12
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Zitat: Dieter Ruhe 10.09.20, 23:17Zum zitierten BeitragZumal Dein Objektiv noch nutzbar und kein Totalschaden ist. Du willst es wirklich eigenhändig zerlegen?Ich hab es schon getan und den ausschließlich mechanischen Schaden gefunden. Wenn es nicht so tief verbaut gewesen wäre und ich mehr Ahnung vom fachgerechten Zerlegen dieses Objektivs gehabt hätte, wären beide Fehler mit geringem Aufwand lösbar gewesen.
Das Schiebezoom meldet die Zoomposition mit Hilfe eines mechanischen Schiebers, der gleichzeitig 5 parallele Leiterbahnen verbindet. Die Leiterbahnen sind an unterschiedlichen Stellen unterbrochen, so dass man am Ende ein Bitmuster aus 4 Bits bekommt um 16 Positionen des Zooms eindeutig ermitteln zu können. Damit die Leiterbahnen und seine Schleifer auf dem Schieber nicht oxidieren, hat man ein Fett aufgebracht. Durch die mechanische Bewegung beim Zoomen, drücken die Kontaktfedern des Schiebers "eine Bahn" auf den 5 Leiterbahnen. Irgendwann ist das Fett weg und die Oxidation nimmt ihren Lauf.
Die Kontaktfläche des Schiebers ist zu schlecht geworden und daher hatte ich einen Wackeligen. Das Ursprungsproblem der fehlenden Arretierung lag im Verlust der Lagerkugeln des Arretierungsrings.
Wenn man die Bahnen und den Schieber hätte gereinigt und neu gefettet - evtl. den Schieber getauscht, wäre das ERR1 Problem beseitigt gewesen. Die Kugeln hätte man wohl genauso wie den defekten Arretierungsring ersetzten können.
Arbeitszeit wäre geringer gewesen und Ersatzteile auch. Ich denke dass man es für rund 300 Euro hätte machen können. Leider haben wir in deutschland sowas wie Lensretails nicht.
Nun, egal - in ein todgeweihtes Pferd investiert man kein gutes Geld. Ich spare mir die 1200 Scheine für ein 100-400 II.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 10 von 12
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Korpus Delicti Korpus Delicti Jupp Kaltofen 11.09.20 8
Hier ist der beschriebene Schieber mit Kamm zu sehen.

Linsenanordnung Linsenanordnung Jupp Kaltofen 11.09.20 12
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 11 von 12
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Was ich hier in Deutschland so ein bißchen vermisse, sind überbetrieblich agierende Fotowerkstätten oder spezielle Fotorepaircafes, geführt von passionierten Liebhabern dieser feinmechanischen Kunstwerke, welche Fotoapparate teilweise immer noch sind. Die alle Marken bedienen und sich bestens mit der Ersatzteilbeschaffung auskennen. Im Übrigen müssen die Ersatzteile ja nicht unbedingt immer neu und originalverpackt sein. Menschen, die gebrauchte Kameras auszuschlachten imstande sind, wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, z.B. bei Wasserschäden. Wo aber eventuell noch einzelne Teile verwertbar sind.

Meine mich dunkel zu erinnern, dass so die klassischen Fotoläden früher, die es in der Art schon längst nicht mehr gibt, noch eine angeschlossene Fotowerkstatt besaßen. Heute dagegen hängt man am Tropf der Hersteller und alles muß immer eingeschickt werden. Bäh... !

Aber vielleicht hängt das mit der Dominanz der Elektronik in den heutigen Kameras zusammen, was dann abschreckt. Und ich fürchte, solch eine überbetriebliche Fotowerkstatt rechnet sich heute auch nicht mehr. Aber die hätten Dir das früher sicherlich preiswerter gerichtet.

Es ist schade um dieses schöne Zoom, was ja auch äußerlich noch sehr gut erhalten und gepflegt ausschaut.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 12 von 12
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Zitat: Dieter Ruhe 11.09.20, 21:32Zum zitierten BeitragEs ist schade um dieses schöne Zoom, was ja auch äußerlich noch sehr gut erhalten und gepflegt ausschaut.Das stimmt, aber was sagt dies noch aus? Man sollte kein Objektiv nach seinem Äußeren beurteilen.
Man muss Vernunft bewahren und beurteilen, ab wann man den Anker schmeißt. €1200.- Reparatur und die €250.- aus dem vergangenen Jahr - man lässt dies besser.
Wenn mir die Linse soviel bedeuten würde - man kann sie noch neu kaufen. Ich werde es aber nicht machen und ggf. mal ein 100-400 oder 200-400 anschauen.
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