Darf man eine Wildblumenwiese anlegen?

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Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 46 von 114
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Zitat: K.G.Wünsch 12.07.20, 04:59Zum zitierten BeitragZitat: Dieter Ruhe 11.07.20, 22:19Zum zitierten Beitrag
Ich kann Deinen Ärger und Deine Intention sehr gut verstehen, aber ich habe Naturfreak jetzt so verstanden, dass er nur heimische Wildsaat unterbringen wollte.


Selbst heimische Wildsaat kann Standortfremd sein und ein Gebiet vernichten - um zum Beispiel den Ameisenbläulung zu erlegen reicht es, wenn der Boden zur falschen Zeit stärker von Pflanzen beschattet wird. Denn dann zeigen Studien, dass damit die für die Raupen richtigen Ameisenarten schnell durch andere ersetzt werden, für die die Raupe nicht den richtigen “Nestgeruch” aufweist...

Solche Aktionen kann man im eigenen Garten machen, andernorts haben solche Sämereien nichts verloren.


Schon krass, wie fein justiert selbst heimische Kulturlandschaft zu sein scheint. Und das ist jetzt nicht ironisch gemeint, sondern sehr beeindruckt von Deinen Zeilen. Wie schaut das denn bspw. auf diesem Vereins-Bahn-Gelände Deines Erachtens aus, wo Naturfreak so etwas vor hat?

Da ist doch ohnehin schon von Menschen Hand so stark eingegriffen worden, dass weniger Artenvielfalt herrscht als auf natürlichen Blumenwiesen. Wäre das in diesem Fall nicht eine Art Renaturierungsmaßnahme? Woran würdest Du es festmachen, ob es sich um eine Renaturierung oder um einen tatsächlich gravierenden Eingriff in das von Gottes Hand fein abgestimmte System Natur handelt?
Christian Gigan Weber Christian Gigan Weber   Beitrag 47 von 114
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Zitat: Dieter Ruhe 12.07.20, 12:14Zum zitierten BeitragDa ist doch ohnehin schon von Menschen Hand so stark eingegriffen worden, dass weniger Artenvielfalt herrscht als auf natürlichen Blumenwiesen. Wäre das in diesem Fall nicht eine Art Renaturierungsmaßnahme? Woran würdest Du es festmachen, ob es sich um eine Renaturierung oder um einen tatsächlich gravierenden Eingriff in das von Gottes Hand fein abgestimmte System Natur handelt?KG hat schon grundsätzlich Recht. Invasieve Arten haben wir ja schon reichlich bei uns eingeschleppt und werden sie nicht mehr los. Die sorgen leider eher für eine Reduzierung der Artenvielfalt. Da ist es dann auch recht egal ob diese Pflanzen im eigenen Garten oder woanders stehen. Die Samen werden dennoch von da aus weit verbreitet. Trotzdem finde ich es extrem wichtig, Blühstreifen, Blumenwiesen, etc. anzulegen (natürlich nur mit Arten, die an dieser Stelle auch ursprünglich vorkommen). So was sollte man nicht im Supermarkt um die Ecke kaufen. Ich hab irgendwo die Adresse von einem Züchter, der stellt die Samenmischungen aus heimischen Arten, genau für die entsprechende Region nach ausgiebigem Beratungsgespräch zusammen.
K.G.Wünsch K.G.Wünsch Beitrag 48 von 114
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Zitat: Dieter Ruhe 12.07.20, 12:14Zum zitierten BeitragWie schaut das denn bspw. auf diesem Vereins-Bahn-Gelände Deines Erachtens aus, wo Naturfreak so etwas vor hat?


Da sind viele Dinge zu beachten. Ich würde zuerst einmal nicht pauschal davon ausgehen, dass so ein Gelände nicht Artenreich wäre. Nur sind aufgrund des ausgebrachten Schotters und seiner Herkunft, Nutzung des Geländes mit daraus folgenden Belastungen mit Schwermetallen oder Salzen, Ölen und ähnlichem nun Sekundärbiotope entstanden. Das ist also nicht so einfach zu bewerten, es kann zum Beispiel sein, dass trotz relativer Artenarmut so ein Gelände wichtigen Brückencharakter hat über die nahe Populationen von “schützenswerten” (auch so ein eher irreführender Begriff) Tieren oder Pflanzen in Verbindung miteinander bleiben und eine Inzucht vermieden wird. Es kann sogar soweit gehen dass das Sekundärbiotop durch seine Belastungen seltenen Pflanzen eine Chance gibt die in renaturierem Gebiet aufgrund des konkurrenzdruckes keine Chance haben (Stichwort Galmeiflora um nur ein Beispiel zu nennen). Was hat also Priorität: Erhalt des Sekundärbiotops (wie bei einem Bahnhofsgelände im Berliner Raum weil dort sich eine Gottesanbeterpopulation etabliert hat) oder Renaturierung auf einen Status x in der Gebietsentwicklung (Sistig-Krekeler Heide von Weihnachtsbaum-Plantage zu moorigem Heidegelände mit Orchideenbewuchs - wobei hier die natürliche Sukzession hin zu einem verbuschten Birkenwald durch Beweidung und Pflegemassnahmen wiederum verhindert werden muss).
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 49 von 114
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Zitat: K.G.Wünsch 12.07.20, 13:23Zum zitierten BeitragZitat: Dieter Ruhe 12.07.20, 12:14Zum zitierten BeitragWie schaut das denn bspw. auf diesem Vereins-Bahn-Gelände Deines Erachtens aus, wo Naturfreak so etwas vor hat?


Da sind viele Dinge zu beachten. Ich würde zuerst einmal nicht pauschal davon ausgehen, dass so ein Gelände nicht Artenreich wäre. Nur sind aufgrund des ausgebrachten Schotters und seiner Herkunft, Nutzung des Geländes mit daraus folgenden Belastungen mit Schwermetallen oder Salzen, Ölen und ähnlichem nun Sekundärbiotope entstanden. Das ist also nicht so einfach zu bewerten, es kann zum Beispiel sein, dass trotz relativer Artenarmut so ein Gelände wichtigen Brückencharakter hat über die nahe Populationen von “schützenswerten” (auch so ein eher irreführender Begriff) Tieren oder Pflanzen in Verbindung miteinander bleiben und eine Inzucht vermieden wird. Es kann sogar soweit gehen dass das Sekundärbiotop durch seine Belastungen seltenen Pflanzen eine Chance gibt die in renaturierem Gebiet aufgrund des konkurrenzdruckes keine Chance haben (Stichwort Galmeiflora um nur ein Beispiel zu nennen). Was hat also Priorität: Erhalt des Sekundärbiotops (wie bei einem Bahnhofsgelände im Berliner Raum weil dort sich eine Gottesanbeterpopulation etabliert hat) oder Renaturierung auf einen Status x in der Gebietsentwicklung (Sistig-Krekeler Heide von Weihnachtsbaum-Plantage zu moorigem Heidegelände mit Orchideenbewuchs - wobei hier die natürliche Sukzession hin zu einem verbuschten Birkenwald durch Beweidung und Pflegemassnahmen wiederum verhindert werden muss).


Gott im Himmel, was man da alles beachten muß! Was Du da beschreibst, war mir teils noch überhaupt nicht bewußt. Demnach ist eine naturverträgliche Wildblumenbepflanzung für den normalen Laien eigentlich nicht zu stemmen, allenfalls wenn man es vorsichtig angeht in der Weise wie es Christian beschreibt, Aber dazu habe ich auch noch eine Frage:

Zitat: Christian Gigan Weber 12.07.20, 12:59Zum zitierten Beitrag Da ist es dann auch recht egal ob diese Pflanzen im eigenen Garten oder woanders stehen. Die Samen werden dennoch von da aus weit verbreitet. Trotzdem finde ich es extrem wichtig, Blühstreifen, Blumenwiesen, etc. anzulegen (natürlich nur mit Arten, die an dieser Stelle auch ursprünglich vorkommen). So was sollte man nicht im Supermarkt um die Ecke kaufen. Ich hab irgendwo die Adresse von einem Züchter, der stellt die Samenmischungen aus heimischen Arten, genau für die entsprechende Region nach ausgiebigem Beratungsgespräch zusammen.

Das mit den eigenem Garten ist natürlich auch noch ein interessanter Aspekt. Raps wird ja ebenfalls von den großen Rapsfeldern weit in die Wildnis getragen, was sicher nicht ganz unproblematisch ist laut Euren Ausführungen. Aber das stellt ja generell die Gestaltung und Vorgehensweise beim eigenen Garten in Frage, von den zahlreichen Schrebergärten ganz zu schweigen. Jetzt wird mir auch langsam bewußt, warum es bei Letzteren so viele Vorschriften und Scherereien mit krautigen Nachbarsgärtnern gibt.
effendiklaus effendiklaus   Beitrag 50 von 114
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Nunja, inwieweit spielt auch der Klimawandel eine Rolle?
Schneeglöckchen haben heuer bei mir zwar angetrieben, sind aber nicht aufgeblüht. Dafür kamen die Krokusse im Übermaß.
Dabei stellt sich die Frage, wie sieht unsere Vegetation wohl in 100 Jahren aus?
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 51 von 114
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Zitat: effendiklaus 12.07.20, 17:09Zum zitierten BeitragNunja, inwieweit spielt auch der Klimawandel eine Rolle?
Schneeglöckchen haben heuer bei mir zwar angetrieben, sind aber nicht aufgeblüht. Dafür kamen die Krokusse im Übermaß.
Dabei stellt sich die Frage, wie sieht unsere Vegetation wohl in 100 Jahren aus?


Das kann ich nur bestätigen, Schneeglöckchen sind auch bei uns viel weniger geworden, dafür durfte ich schon ab etwa dem letzten Februardrittel üppige Krokusspracht bewundern, welche sich früher erst zaghaft so ab Anfang März zeigte. Aufgrund des Klimawandels gerät so einiges offenbar aus den Fugen, bspw. bin ich dieses Jahr schon öfters von Zecken gebissen worden als vorher in drei Jahren zusammen. Und früher passierte mir das vielleicht mal alle 5 Jahre.

Was aber bleibt für mich nach dieser Diskussion hängen: ich habe jede Menge über Naturhygiene gelernt.
effendiklaus effendiklaus   Beitrag 52 von 114
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Die Viecher sind wieder ein eigenes Kapitel.
Vor Zecken wurde schon im April gewarnt. Auffallend sind auch Ohrwürmer und Schwebfliegen.
Meine Haussperlinge haben sich heuer verdrei bis vierfacht.
2,5 kg/2 Tage Futter ist jetzt der Regelfall.
Das passende Futter hab ich noch nicht gefunden. Die sind sehr heikel.
Bei Körnerfutter mögen sie keine Sonnenblumenkerne und Weizenkörner.
Beim Weichfutter hauen sie die Rosinen raus.
Gut dass es da noch Tauben gibt.
Aber so ein Getier fotografisch einzufangen ist nicht einfach. Also bleiben wir besser bei den Blümchen, die sind weniger scheu.
Lichtmaler Köln Lichtmaler Köln Beitrag 53 von 114
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Zitat: effendiklaus 11.07.20, 20:36Zum zitierten BeitragFreigang auf Bewährung?

Für was? Du hast doch nix angestellt!

Wollte nur ein paar ergänzende Infos geben, also alles gut.

Grüße vom Lichtmaler aus Köln.
Lichtmaler Köln Lichtmaler Köln Beitrag 54 von 114
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sry, Doppelpost.
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 55 von 114
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Zitat: effendiklaus 11.07.20, 20:36Zum zitierten BeitragJedenfalls ist der Blumensaamen in der Prärie besser genutzt als im Tütchen.
Freigang auf Bewährung?



Zitat: Lichtmaler Köln 15.07.20, 18:29Zum zitierten BeitragZitat: effendiklaus 11.07.20, 20:36Zum zitierten BeitragFreigang auf Bewährung?
Für was? Du hast doch nix angestellt!
Wollte nur ein paar ergänzende Infos geben, also alles gut.
Grüße vom Lichtmaler aus Köln.


Hab´ ich etwa was falsch verstanden? Denn ich habe den von Effendiklaus nicht ganz so bierernst gemeinten Satz so interpretiert, dass die Sämchen endlich aus dem Knast dürfen - also raus aus den Tütchen - und Freigang auf Bewährung genießen, um in Freiheit das zu tun, was sie sollen ;-) .
Lichtmaler Köln Lichtmaler Köln Beitrag 56 von 114
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Zitat: Dieter Ruhe 15.07.20, 21:45Zum zitierten BeitragHab´ ich etwa was falsch verstanden? Denn ich habe den von Effendiklaus nicht ganz so bierernst gemeinten Satz so interpretiert, dass die Sämchen endlich aus dem Knast dürfen - also raus aus den Tütchen - und Freigang auf Bewährung genießen, um in Freiheit das zu tun, was sie sollen ;-) .

Oh, na wenn das so ist, dann hab ich nix geschrieben... ;-)

Mal wieder zu schnell gelesen...

Grüße vom Lichtmaler aus Köln.
effendiklaus effendiklaus   Beitrag 57 von 114
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Das mit den heimischen Pflanzen sehe ich auch nicht so eng.
Vieles was bei uns so rumwächst kommt ursprünglich woanders her.
Als Beispiel nenne ich nur die Tulpen.
Sie begründeten auch die Börsenkultur samt erstem crash.

Mancher alte Germane würde sich wundern was da jetzt so rumwächst und die immergrünen Eichen vermissen.
Dieter Ruhe Dieter Ruhe Beitrag 58 von 114
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Zitat: effendiklaus 16.07.20, 17:04Zum zitierten BeitragMancher alte Germane würde sich wundern was da jetzt so rumwächst und die immergrünen Eichen vermissen.

Echt, gab es die mal bei uns?

Auf Mallorca sind immergrüne (Stein)Eichen nach wie vor sehr dominant. Sie gehören wohl zur mediterranen Flora. Ein herrlich fotogener Baum!

https://de.wikipedia.org/wiki/Steineiche
effendiklaus effendiklaus   Beitrag 59 von 114
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Zitat: Dieter Ruhe 16.07.20, 19:17Zum zitierten BeitragZitat: effendiklaus 16.07.20, 17:04Zum zitierten BeitragMancher alte Germane würde sich wundern was da jetzt so rumwächst und die immergrünen Eichen vermissen.

Echt, gab es die mal bei uns?

Auf Mallorca sind immergrüne (Stein)Eichen nach wie vor sehr dominant. Sie gehören wohl zur mediterranen Flora. Ein herrlich fotogener Baum!

https://de.wikipedia.org/wiki/Steineiche


Die letzte, die ich gesehen habe, wurde von einem gewissen Bonifatius umgehauen. :-)
Darauf gediehen goldene Misteln mit großer Heilkraft, die dem dortigen Druiden zu einer Machtstellung verhalfen.
Das mit dem Mittelmeerraum ist mir neu. Ich hab noch von 3 Stück in Ungarn und zweien in England gehört.
Die Eicheln sollen angeblich, zum keimen, auch nur erst mal durch nen Vogel durch.
effendiklaus effendiklaus   Beitrag 60 von 114
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Der TO naturfreak hat sich wohl verabschiedet.
Dabei könnte man auch gerne über Pliemchen schreiben.
Opiumhöhle? Opiumhöhle? effendiklaus 25.05.19 11
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