TfP und kommerzielle Nutzung - ein Gegensatz?

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Thomas Klinger Thomas Klinger Beitrag 1 von 10
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Hallo,

ich beschäftige mich wieder einmal mit dem Thema TfP und kommerzielle Nutzung. Prinzipiell sind die meisten Verträge, die ich so gesehen und gefunden habe, ja so angelegt, dass beiderseitige nichtkommerzielle Zwecke gestattet sind.

Was ist aber, wenn ich einen Passus in meinem Vertrag vorsehe, der dem Model eine Gewinnbeteiligung zusagt, wenn es zu kommerzieller Vermarktung kommt. Eigentlich eine gute Idee, die Frage ist, ob durchführbar.

Wie regelt Ihr das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der Masse an Photos, die täglich veröffentlicht werden, gerade im Aktbereich, dass jeder der Fotografen einen Batzen Geld hinblättert, um sich freizukaufen.

Gruß, Thomas
Torsten Brandt Torsten Brandt   Beitrag 2 von 10
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Thomas Klinger schrieb:

Zitat:Hallo,


Ja, auch hallo ;)

Zitat:
ich beschäftige mich wieder einmal mit dem Thema TfP und
kommerzielle Nutzung. Prinzipiell sind die meisten Verträge,
die ich so gesehen und gefunden habe, ja so angelegt, dass
beiderseitige nichtkommerzielle Zwecke gestattet sind.



Nicht immer ... in meinen Verträgen ist das z.B. anders geregelt ... ich habe auch nicht TFP-Vertrag drin stehen, sondern einfach nur Vertrag oder Modelrelease.


Zitat:Was ist aber, wenn ich einen Passus in meinem Vertrag vorsehe,
der dem Model eine Gewinnbeteiligung zusagt, wenn es zu
kommerzieller Vermarktung kommt. Eigentlich eine gute Idee, die
Frage ist, ob durchführbar.


Klar, warum auch nicht ... in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit ... Grundsätzlich kannst du alles reinschreiben, was du magst, solange es nicht gegen geltendes Recht verstößt oder unsittlich ist.


Zitat:Wie regelt Ihr das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der
Masse an Photos, die täglich veröffentlicht werden, gerade im
Aktbereich, dass jeder der Fotografen einen Batzen Geld
hinblättert, um sich freizukaufen.



Nun, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun ... die Veröffentlichung ist nicht an die Bezahlung gebunden ... Wenn dir das Model eine Veröffentlichung gewährt, so kann das monetär oder oder non-monetär geschehen ... ebenso eine kommerzielle Nutzung ist nicht an die Bezahlung des Models gebunden.

Zitat:Gruß, Thomas



Gruß, Torsten
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 3 von 10
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Thomas Klinger schrieb:

Zitat:Hallo,

ich beschäftige mich wieder einmal mit dem Thema TfP und
kommerzielle Nutzung. Prinzipiell sind die meisten Verträge,
die ich so gesehen und gefunden habe, ja so angelegt, dass
beiderseitige nichtkommerzielle Zwecke gestattet sind.


Ich vermeide den Begriff "kommerziell", weil er ausdeutbar und auslegbar ist. Wenn Fotograf oder Modell die Bilder auf der Homepage oder sonstwo veröffentlichen und damit bezahlte Jobs 'an Land ziehen', ist das ja letztlich auch eine kommerzielle Nutzung, die ich aber bei einem TfP-Shooting für völlig ok halte.

Was ich hingegen explizit ausschliesse, ist die Verwertung der Fotografien an sich, also der Verkauf von Kopien, die Veräusserung von Nutzungsrechten oder das Zugänglichmachen gegen Entgeld, z.B. in einem kostenpflichtigen Internetangebot.

Zitat:Was ist aber, wenn ich einen Passus in meinem Vertrag vorsehe,
der dem Model eine Gewinnbeteiligung zusagt, wenn es zu
kommerzieller Vermarktung kommt. Eigentlich eine gute Idee, die
Frage ist, ob durchführbar.


Kannst Du machen. Kein Problem. Im Vertrag kann alles stehen, was die Vertragspartner zu unterschreiben bereit sind und was nicht gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verstösst.

In meinem Vertrag taucht übrigens auf der Begriff "TfP" oder "TfCD" überhaupt nicht auf, um von vornherein jedwede, irgendwo mal gehörte oder gelesene Erwartung bezüglich dieser Form der Zusammenarbeit und der daraus resultierenden Rechte auszuschliessen. Mein Vertrag ist mit "Vereinbarung über Fotoaufnahmen und Nutzungsrechte" betitelt, und es gilt das, was drin steht, auch wenn die meisten TfP-/TfCD-Verträge etwas anders aussehen mögen.

VG, Michael
Michael Bloch Michael Bloch Beitrag 4 von 10
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Wo ist das Problem? Das Modell erbringt eine Leistung (= Modell stehen), du erbringst eine Leistung (fotografieren etc). Das Modell bekommt Lohn (Bilder oder genauer Rechte an Bildern zB Präsentation auf der Webpage, Eigenwerbung etc), du bekommst Lohn (Rechte an Bildern). Natürlich kannst du vereinbaren, dass du die Bilder weiterverkaufen darfst, schliesslich hast du das Modell bezahlt. Wenn du einen Vergleich willst, frag dich bei Fotografen in der Umgebung kund, wieviel sie für 2h Fotografieren plus anschliessender Bildbearbeitung verlangen. Auch wenn dein Modell kein Geld sieht, es wird ein relativ hübscher Stundenlohn, vorausgesetzt du leistest vergleichbar gute Arbeit.
Du solltest nur aufpassen, dass du möglichen Kunden den Vertrag mit dem Modell zeigst und sie darauf hinweist, dass das Modell die Bilder nutzen darfst (eine blanke Formulierung 'keine Rechte Dritter' solltest du deshalb nicht abgeben). Ebenfalls würde ich keine Vereinbarung im Vertrag aufnehmen wonach das Modell einen Teil des Verkaufspreises erhält (was zugegeben sehr anständig wäre) nur versuch mal in zB 3 Jahren, wenn du die Bilder verkauft hast, das Modell ausfindig zu machen um ihr das Geld auch tatsächlich geben zu können... Deshalb, wenn du meinst die Bilder wirklich verkaufen zu können und sie dafür Geld sehen will, bezahl sie gleich zu Beginn und schenk dir den Mechanismus TFP.
LG
Michael
Ralf Beier Ralf Beier Beitrag 5 von 10
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für mich ist das weglassen einer info, daß es sich um ein shooting auf tfp basis handelt, augenwischerei.

tfp ist tfp. das zu benennen macht es für mich einfacher rechte und pflichten zuzuordnen.

der sinn von tfp ist eigentlich klar, fotograf und model finden sich zusammen, ohne daß der eine den anderen in irgendeiner form mit einem honorar belohnt. fotos zu überreichen ist in meinen augen keine entlohnung, keine bezahlung.

und so stellt sich für mich ein tfp shooting dar, daß beide gleichermaßen von den fotos profitieren sollten. und beide bringen sich dann mit ihren möglichkeiten ein.

ich finde den begriff kommerzielle nutzung auch nicht dehnbar oder interpretierbar. wenn man in einem tfp vertrag reinschreibt, daß die fotos für das eigene portfolio, die eigene(n) internetseite(n) gedacht sind, oder bewerbungsmappe / sedcard des models etc. - dann reicht das meiner meinung nach. dem model oder dem fotografen sind vor dem shooting die infos zur nutzung bekannt und kann dem zustimmen oder nicht.

kommerziell ist für mich eindeutig, eine konkrete gewinnerzielung. ich plane ein buch, einen kalender, stock fotos etc. zu vermarkten. wenn ich das schon vorher weiß, dann hat man schon gar keine basis mehr für ein tfp shooting, sondern ist gleich beim pay shooting, oder man übervorteilt den anderen.

wenn man sich die option offen lassen will, dann gibt es zwei möglichkeiten. den tfp vertrag mit einer klausel versehen oder es nachträglich vereinbaren. wenn man eh vorhat das model fair zu entlohnen, braucht man die klausel in einem tfp vertrag nicht, schließt die kommerzielle nutzung erst mal aus, man kann dann wenn es dazu kommen sollte immer noch eine neue vereinbarung abschließen.

oder man baut die klausel ein und kümmert sich dann auch darum, daß das model entsprechend entlohnt wird, oder nutzt die fotos dann nicht ohne das model zu honorieren.



Nachricht bearbeitet (16:09)
Thomas Klinger Thomas Klinger Beitrag 6 von 10
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Mir geht es eigentlich um eine faire Entlohnung, _wenn_ es zu einer Vermarktung kommen wird, was ich vorher nicht sagen kann, weil ich das nicht plane. Ich gehe nicht ans Werk und sage, hey, lasst uns heute kommerzielle Sachen machen, sondern ich mache ein Shooting und stelle nachher fest, dass eventuell das eine oder andere Bild im Großformat eventuell vermarktbar wäre. Daher eben der Passus, ob das Model bei entsprechender Möglichkeit prinzipiell einverstanden ist.

Was mich aber trotzdem immer wieder bschäftigt ist, wie die Vielzahl an Kollegen das eigentlich regelt. Zahlen hier wirklich alle ein Model bei jedem Shooting, oder wie funktioniert das hier für den Einzelnen (_falls_ hier wer ist, der Bilder von Personen verkauft). Ich kann mir das nicht vorstellen, denn sonst geht ein Shooting doch glatt mal in die mehrere hundert Euro - und ich schätze, nicht jeder im Nachbarsland, der halbwegs eine Kamera halten kann, ist hauptberuflich Fotograf. :)

Gruß, Thomas
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 7 von 10
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TfP ist nicht gleich TfP.

Du kannst vereinbaren, was Du magst. Du mußt halt jemanden finden, der es eben so mit Dir vereinbart.

Punkt.
Ralf Scholze Ralf Scholze   Beitrag 8 von 10
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Hallo

Ein gutes Geschäft ist ein Geschäft, wo beide etwas daon haben. Nur mal so als Idee in den Raum geworfen. Es geht hier nicht darum, was einige für sich als Auslegung aus dem Begriff TfP interpretieren. Wenn man sich vorher zusammensetzt, sollte es nicht zu schwer sein, zu einer Vereinbarung zu kommen,wo beide Seiten etwas davon haben

lg

ralf
Ralf Beier Ralf Beier Beitrag 9 von 10
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unabhängig der vertragsform, die frage nach der entlohnung kann ja auch komplex werden.

ein bild im großformat verkaufen? evtl. vermartkbar? wer verkauft es, man selbst oder ein dritter? was bekommt man an provision? was hat man dafür an aufwand? wie will man da dann wieder fair oder unfair beurteilen, wie groß der eigeneinsatz zur vermarktung ist, so daß ohne die vermarktung das model nun gar nichts verdient hätte, durch einen selbst aber geld dafür zu erwarten ist? 50:50? 60:40? was ist fair???

plant man fotos in micro stock bildagenturen anzubieten, kann es provisionen zu unterschiedlichsten zeitpunkten geben. zahlt man dann jedes mal einen anteil? oder pro monat, falls was gekauft wurde? oder pauschal 1x ein betrag x, mit dem das model honoriert wird und alles was dann an geld verdient wird behält der fotograf?

das sind wiederum dinge, die jeder für sich in welcher form auch immer vereinbaren muß. tfp lasse ich tfp sein, ein shooting zur übung, zur umsetzung irgendwelcher ideen... was dabei rauskommt bleibt in dieser form genutzt. nicht kommerziell.

bei einer kommerziellen nutzung habe ich vorher eine planung im kopf, zahle ich das model pauschal 1x mit betrag x und nutze die fotos dann in der vereinbarten form, ohne daß ich mich um irgendwelche dinge kümmern muß. plane ich z.b. den verkauf von fotos in bildagenturen, trage ich mit dem honorar das risiko geld zu verdienen, dabei kann dann nix bei rauskommen, oder ich mache mehr geld damit als ich dem model bezahlt habe, muß dann aber nichts mehr abgeben, schließlich hatte ich auch das risiko.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 10 von 10
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Bei TfP mach ich "gleiches Recht für alle".

Wenn ich die Fotos verwerten möchte, dann darf das Modell das auch.

Wenn nicht, dann muß im Einzelfall mit dem Vertragspartner nachverhandelt werden. Hatte ich jetzt fünf Mal und hat fünf Mal auf Anhieb gut geklappt.
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