Streit zwischen Reiss-Engelhorn-Museen und Wikimedia vor dem

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Albrecht D Albrecht D Beitrag 16 von 36
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Der Fotograf hat die Bilder entgegen dem vom Betreiber verhängten Fotografierverbot rechtswidrig erstellt. Eine Veröffentlichung ist damit unzulässig.

Die Vorlagen der gescannten Fotos unterlagen dem Urhberrecht. Daher ist eine Veröffentlichung hier ebenfalls unzulässig.

Einfach und logisch, auch wenn im Ergebnis unbefriedigend.

Gruß
Albrecht
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 17 von 36
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Zitat: Albrecht D 20.12.18, 13:21Zum zitierten BeitragDer Fotograf hat die Bilder entgegen dem vom Betreiber verhängten Fotografierverbot rechtswidrig erstellt. Eine Veröffentlichung ist damit unzulässig.

Die Vorlagen der gescannten Fotos unterlagen dem Urhberrecht. Daher ist eine Veröffentlichung hier ebenfalls unzulässig.

Einfach und logisch, auch wenn im Ergebnis unbefriedigend.


Bevor die Begründung vorliegt, hier noch ein Hinweis für stark an der Sache Interessierte.

Unter den folgenden Links habe ich bereits ein paar Kommentare mit etwa gleichem Tenor abgegeben:
https://netzpolitik.org/2018/wikimedia- ... nt-2456464
https://www.rechtambild.de/2018/12/bgh- ... ment-63618
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Ko ... 4158/show/

Zunächst reicht wahrscheinlich ein Blick auf den bei netzpolitik.org. Dazu habe ich selbst noch eine Frage zu dem PS:

"Offenbar wird inzwischen auch in der Schweiz über einen fotografischen Leistungsschutz nachgedacht.
https://www.fotointern.ch/archiv/2018/0 ... tografien/
Zu den Gemälden siehe dort Abschnitt V. Zitat daraus: „In der Botschaft zur Vorlage ist zu lesen, dass reine Reproduktionen von zweidimensionalen Vorlagen eben gerade nicht geschützt werden sollen. Fotografien z.B. von Skulpturen würden also geschützt, Fotografien von Bildern, aus denen (den Fotografien) keine 3-Dimensionalität ablesbar ist, jedoch nicht. Zugegeben: Wo genau die Grenze zwischen einem zweidimensionalen und einem dreidimensionalen Objekt zu ziehen ist, wird wohl ein Gericht in einem Grundsatzentscheid zu regeln haben.“"

Anscheinend ist der fotografische Leistungsschutz in der Schweiz inzwischen beschlossene Sache. Weiß jemand ob das obige Zitat aus dem Abschnitt V in die Protokolle zu den Gesetzesvorlage eingeflossen ist?

Frohes Fest und guten Rutsch
Albrecht D Albrecht D Beitrag 18 von 36
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"Der Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, Alfried Wieczorek, wies darauf hin, dass der Wikipedia-Autor auf Anfrage hätte fotografieren und gegen Genehmigung auch für bestimmte kommerzielle Zwecke die Fotografie-Erlaubnis hätte erhalten können... Wir möchten selbst über das Ob und das Wie der öffentlichen Zugänglichmachung unserer Bestände entscheiden".

Quelle: https://www.rnz.de/kultur-tipps/kultur- ... 08542.html

In der Musik ist es übrigens so, dass beispielsweise Mozarts Zauberflöte zwar gemeinfrei ist, jedoch die Noten nicht kopiert werden dürfen, auch wenn ich selbst diese gekauft habe, sie also in meinem Besitz sind.

Gruß
Albrecht
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 19 von 36
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Zitat: Albrecht D 23.12.18, 23:01Zum zitierten BeitragIn der Musik ist es übrigens so, dass beispielsweise Mozarts Zauberflöte zwar gemeinfrei ist, jedoch die Noten nicht kopiert werden dürfen, auch wenn ich selbst diese gekauft habe, sie also in meinem Besitz sind.

Lass dir keinen Bärenreiter aufbinden:

https://www.schmunzelkunst.de/saq2.htm#noten

"Notensätze gemeinfreier Werke unterliegen keinem urheberrechtlichen Schutz. Wir haben dies durch einen Anruf bei der VG Musikedition explizit bestätigen lassen." Zitat aus dem Vorwort im Liederbuch "Singen im Advent" der Musikpiraten.
Albrecht D Albrecht D Beitrag 20 von 36
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Zitat: Johannes Röhnelt 24.12.18, 12:01Zum zitierten Beitrag"Notensätze gemeinfreier Werke unterliegen keinem urheberrechtlichen Schutz. Wir haben dies durch einen Anruf bei der VG Musikedition explizit bestätigen lassen." Zitat aus dem Vorwort im Liederbuch "Singen im Advent" der Musikpiraten. Danke für die Quelle.

Aber hier: "Auch bei Werken, auf denen kein, wie auch immer begründeter Urheberrechtsschutz mehr liegt, kann das Vervielfältigen von Noten, jedenfalls zu einem anderen als dem rein privaten Gebrauch (etwa Hausmusik), verboten sein."

https://www.vg-musikedition.de/fileadmi ... en_wie.pdf

Ich weiß von Abmahnungen, wenn Chöre bei Probe oder Auftritt kopierte Noten verwenden, auch bei gemeinfreien Werken. Nur das Abtippen und ernuete Setzen mit einem Notensatzprogramm (z.B. Musescore) ist meines Wissens gestattet.

Gruß
Albrecht
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 21 von 36
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Deswegen ist es nicht richtig. Für Noten gibt es eine Einschränkung für Privatkopien.
Im §53 heißt es dazu:
Zitat:[...]
(4) Die Vervielfältigung
a) graphischer Aufzeichnungen von Werken der Musik,
[...]
ist, soweit sie nicht durch Abschreiben vorgenommen wird, stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig oder unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 Satz 1 Nr. 2 oder zum eigenen Gebrauch, wenn es sich um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk handelt.


Bei gemeinfreien Werken gibt es keinen Berechtigten. Ergo kann man die Noten auch kopieren.
Dabei hat meine Argumentation noch einen großen Haken. Der 53 gilt ja gar nicht für gemeinfreie Werke, weil der 53 eine Einschränkung des Urheberrechts darstellt und gemeinfreie Werke haben kein Urheberrecht.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 22 von 36
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Es gibt eine weitere Beschränkung in §60, der das Urheberrecht für schulische Zwecke öffnet. Auch Musikschulen dürfen Noten nicht kopieren, sofern es sich um Werke handelt, die einen Urheberrechtsschutz genießen.

Jetzt besteht noch theoretisch die Möglichkeit, dass das Notenheft selbst ein Werk ist, das ein eigenes Urheberrecht begründet. Halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 23 von 36
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Ein Druckwerk ist natürlich urheberrechtlich geschützt, aber nicht der Inhalt, wenn es um Allgemeingut geht.

Wenn man schon Noten kopiert, dann so, dass man deren Ursprung nicht erkennt. Ist doch logisch. ;-)
Albrecht D Albrecht D Beitrag 24 von 36
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Zitat: Alice vom See 24.12.18, 16:35Zum zitierten BeitragEin Druckwerk ist natürlich urheberrechtlich geschützt, aber nicht der InhaltGenau, und deswegen darf ich die Noten abtippen, aber nicht einfach kopieren.

Gruß
Albrecht
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 25 von 36
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Zitat: Alice vom See 24.12.18, 16:35Zum zitierten BeitragEin Druckwerk ist natürlich urheberrechtlich geschützt, aber nicht der Inhalt, wenn es um Allgemeingut geht.

Wenn man schon Noten kopiert, dann so, dass man deren Ursprung nicht erkennt. Ist doch logisch. ;-)


Beides falsch. Ein Druckwerk ist nur dann geschützt, wenn es die notwendige Schöpfungshöhe hat. Ein Anspruch, der an so ziemlich alle Werke gestellt wird, nur nicht an einfache Lichtbilder, die dennoch einen Schutz genießen.

Und wenn man ein Werk einfach nur zu Papier bringt, dann erwirbt das Druckwerk nicht automatisch ein eigenständiges Urheberrecht. Und ob das bloße Aufschreiben von Noten, also die Dokumentation eines anderen Werkes, eine besondere Schöfpungshöhe hat, ... Ich denke, das wird nur selten der Fall sein.

Aber auch von geschützten Werken der Musik darf man die Noten abschreiben. Dabei braucht man nicht so zu tun, dass das originale Werk nicht mehr erkennbar wird. Genau genommen könnte man heute ein identisches Notenblatt erzeugen, man muß es halt nur abgeschrieben haben.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 26 von 36
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Zitat: Albrecht D 24.12.18, 18:58Zum zitierten BeitragZitat: Alice vom See 24.12.18, 16:35Zum zitierten BeitragEin Druckwerk ist natürlich urheberrechtlich geschützt, aber nicht der InhaltGenau, und deswegen darf ich die Noten abtippen, aber nicht einfach kopieren.


Darfst Du - erstens - nur für den privaten Gebrauch und - zweitens - nur dann nicht kopieren, wenn das eigentliche Werk, nämlich das Musikstück, urheberrechtlich geschützt ist. Aber was tipp ich mir die Finger wund? Wenn Du es nicht kapieren möchtest, dann ist das eben so.
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 27 von 36
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Zitat: Albrecht D 24.12.18, 13:08Zum zitierten Beitrag...
https://www.vg-musikedition.de/fileadmi ... en_wie.pdf
...

Zitat daraus:
"WAS SAGT DER GESETZGEBER?
Eine deutliche Sprache! Und mit anderen,
noch verständlicheren Worten: Das Verviel-
fältigen, also (auch) das Kopieren von Noten,
ist verboten! Damit sind all diejenigen Werke
gemeint, deren Urheber (Komponisten,
Arrangeure, Textdichter, Fingersatzschreiber
etc.) noch leben oder noch keine 70 Jahre tot
sind.

Das ist doch das, was auch ich in meinem Link in Beitrag 19 sage.

Die Ansicht, dass es ein spezielles Schutzrecht für die graphische Aufzeichnung von Werken der Musik - im üblichen Layout z.B. mit Noten - gibt und daher auch die graphischen Aufzeichnungen gemeinfreier Musikwerke nicht kopiert werden dürfen ist ein Irrtum, der sich anscheinend ebenso hartnäckig hält, wie der, dass nach dem Tod die Haare noch eine Zeit lang weiterwachsen.

Es gibt für die graphische Aufzeichnung von Werken der Musik kein spezielles Urheberrecht auch kein spezielles, d.h. über den wettbewerbsrechtlichen Schutz hinausgehendes, verwandtes Schutzrecht.

Der Klammerzusatz "(Komponisten, Arrangeure, Textdichter, Fingersatzschreiber etc.)" im obigen Zitat ist zugegebenermaßen etwas unklar gehalten, vielleicht um die Verwirrung nicht ganz zu beseitigen ;-). Aber nehmen wir einmal an, es gäbe ein spezielles Recht für die graphische Aufzeichnung von Musikwerken. Dann würde das da ganz klar stehen.

Aber was soll´s. Bei uns wird nach Gehör gespielt. Hier der Flohwalzer ganz auf Weiß:

https://youtu.be/C-FWh3Y9K6c
Albrecht D Albrecht D Beitrag 28 von 36
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Zum Kopieren von Noten habt ihr (Johannes und Hermann) tatsächlich recht. Die Musikverlage versuchen allerdings zu suggerieren, dass dies auch bei gemeinfreien Werken verboten sei und bringen Begriffe wie "wissenschaftlich" oder "Erstausgane" ins Spiel.

Gruß
Albrecht
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 29 von 36
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Zitat: Albrecht D 27.12.18, 12:36Zum zitierten BeitragZum Kopieren von Noten habt ihr (Johannes und Hermann) tatsächlich recht. Die Musikverlage versuchen allerdings zu suggerieren, dass dies auch bei gemeinfreien Werken verboten sei und bringen Begriffe wie "wissenschaftlich" oder "Erstausgane" ins Spiel.


Danke für die Rückmeldung.

Meine Frage vor unserem Exkurs zu der Gesetzesänderungung in der Schweiz (Beitrag 17) habe ich inzwischen der Redaktion von https://irights.info/ vorgelegt. Dort soll in Kürze ein Interview mit John Weitzmann erscheinen, der vielleicht etwas dazu sagen kann. Ich melde mich, sobald ich mehr weiß.
grommi grommi Beitrag 30 von 36
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Als Nichtjurist finde ich das Revisions-Urteil nachvollziehbar und hätte es wohl auch "aus dem Bauch" so vorhergesagt.

In Mannheim gibt es übrigens noch die 2018 neu eröffnete Kunsthalle, die ich absolut sehenswert finde. Sie ist als Sondervermögen im Besitz der Stadt Mannheim. Das Fotografieren ist zu privaten Zwecken ausdrücklich erlaubt, jedoch nicht in Sonderausstellungen. Und jeden 1. Mittwoch im Monat von 18 - 22 Uhr ist der Eintritt frei. Dann ist die Hütte voll mit fotografierenden Kunstinteressierten. So soll es sein.
https://www.flickr.com/photos/imagesfru ... 1083806278
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