Panoramafreiheit bei Stadtpanoramen aus z.B. dem Kirchturm

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Chris Braun Chris Braun Beitrag 1 von 11
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Aufgrund des Hundertwasserhaus Urteils wundere ich mich ob Stadtpanoramen aus hohen Gebäuden zulässig sind und deren gewerbliche Nutzung (Kalender, Postkarten etc.) oder ich die Rechte von einem der vielen kleinen Häuser (bzw. dessen Eigentümer) auf dem Panorama verletze.

Wenn ich jetzt ein Panorama aus dem Kirchturm mache mit den den Dächern der Stadt und einer der Hausbesitzer fühlt sich aller Hundertwasserhaus verletzt habe ich ein Problem?

(Meiner persönlichen Meinung nach sind sowohl das Hundertwasserhaus-Urteil als auch das Christo-Urteil ein Skandal)
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 2 von 11
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Zitat: Mr. English 13.03.13, 10:51Zum zitierten BeitragWenn ich jetzt ein Panorama aus dem Kirchturm mache mit den den Dächern der Stadt und einer der Hausbesitzer fühlt sich aller Hundertwasserhaus verletzt habe ich ein Problem?

Das Urteil Hundertwasserhaus unterscheidet sich dahingehend von deinem Vorhaben, dass es dabei um ein Foto mit Hauptmotiv Hundertwasserhaus von einem nicht öffentlich zugänglichem Standpunkt ging, nicht um eine Panoramaaufnahme. Es kann sich also kein Hausbesitzer à la Hundertwasserhaus verletzt fühlen. Wenn du die Erlaubnis hast, vom Kirchturm aus zu fotografieren, sehe ich kein Problem.

(Meiner persönlichen Meinung nach sind sowohl das Hundertwasserhaus-Urteil als auch das Christo-Urteil keine Skandale)
Chris Braun Chris Braun Beitrag 3 von 11
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Zu meiner Anmerkung mit den Skandalen:

Christo: Hat nicht irgendein Gebäude verhüllt sondern den Reichstag. Da steht nicht umsonst oben dran "Dem deutschen Volke", und wenn Christo da seine "Kunst" dran macht, kann er froh sein das er das durfte. Wenn dann jemand vom Reichstag ein Foto macht und es verwenden will, hat Christo für mich einfach nur Pech und keine Rechte, es geht hier um den Reichstag und nicht um Christo's Privathaus.
Schattenboxer Schattenboxer Beitrag 4 von 11
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Zitat: Mr. English 13.03.13, 12:59Zum zitierten BeitragWenn dann jemand vom Reichstag ein Foto macht und es verwenden will,

Dein Trugschluss in der Argumentation ist, dass du eben kein Foto "vom Reichstag" machst, sondern vom "von Christo eingepackten Reichstag" ... und dann ist es schon nicht mehr dasselbe.
Ralf Scholze Ralf Scholze   Beitrag 5 von 11
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Zitat: Mr. English 13.03.13, 12:59Zum zitierten BeitragZu meiner Anmerkung mit den Skandalen:

Christo: Hat nicht irgendein Gebäude verhüllt sondern den Reichstag. Da steht nicht umsonst oben dran "Dem deutschen Volke", und wenn Christo da seine "Kunst" dran macht, kann er froh sein das er das durfte. Wenn dann jemand vom Reichstag ein Foto macht und es verwenden will, hat Christo für mich einfach nur Pech und keine Rechte, es geht hier um den Reichstag und nicht um Christo's Privathaus.


das sind Gerü+cht3e ohne festen Wohnsitz
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 6 von 11
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Zitat: Mr. English 13.03.13, 10:51Zum zitierten BeitragAufgrund des Hundertwasserhaus Urteils wundere ich mich ob Stadtpanoramen aus hohen Gebäuden zulässig sind und deren gewerbliche Nutzung (Kalender, Postkarten etc.) oder ich die Rechte von einem der vielen kleinen Häuser (bzw. dessen Eigentümer) auf dem Panorama verletze.


Hierzu habe ich sinngemäß schon einmal folgende Meinung vertreten:

Wenn man nicht genau unterscheidet, aus welchen Gründen Fotos unter bestimmten Voraussetzungen verbreitet oder nicht verbreitet oder sogar nicht einmal hergestellt werden dürfen, kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes "kein klares Bild" machen ;-).

Beim Hundertwasserhaus-Urteil ging es um das Urheberrecht. Auch ich halte das Urteil für eine Fehlentscheidung. Die Interessen eines Urhebers werden nicht übermäßig beeinträchtigt, wenn ein Werk, das von der Straße aus aufgenommen werden darf, von einem gegenüberliegenden Fenster aus aufgenommen wird. Der BGH sieht aber offenbar bereits in der Beseitigung von stürzenden Linien durch die Verwendung von Leitern oder dem Blick aus einem gegenüberliegenden Fenster eine Rechtsverletzung. Was würde er wohl zu Shiftobjektiven und Bildverarbeitungsprogrammen sagen?

Wenn es um Fotos von nicht mehr urheberrechtlich geschützten Sachen (einschl. Gebäuden) geht, sieht der BGH eine Beeinträchtigung bisher nur, wenn der Fuß des Fotografen mit dem Grundstück des Rechteinhabers in Berührung kommt.

Wenn es um die Privatsphäre geht (z. B. BGH-Urteil Luftaufnahmen von Prominentenvillen, 09.12.2003 Az. IV ZR 404/02, googeln) spielen noch weitere Gesichtspunkte eine Rolle. Die Privatsphäre kann z. B. auch bei Verwendung von Teleobjektiven verletzt werden (bei Leitern sowieso). Wenn es dagegen nur um das Urheberrecht geht, sind m. E. Teleobjektive nicht schlimm. Bei Teleobjektiven bleibt anders als bei der Verwendung von Leitern und Flugzeugen die Blickrichtung ja die gleiche. Ein Teleobjektiv bringt nicht viel mehr als eine entsprechend hoch auflösende Kamera.

Auch das Christo-Urteil gefällt mir nicht. Nachdem in den Kommentaren zum Urheberrechtsgesetz herausgearbeitet wurde, dass die Fotos der Bilder von Straßenmalern wie die von dauerhaften ("bleibenden") Skulpturen im öffentlichen Straßenraum frei vermarktet werden dürfen, hätte man dies bei den Fotos von verpacktem Reichstag genauso sehen können. Für Christo hat der BGH aber eine Sonderlocke gestrickt, die man man jetzt z. B. auch bei Prunkwagen Karneval im gelten lassen muss. Christos Reichstag war - so die Argumentation - in voller Absicht des Künstlers nur als kurzfristige Installation konzipiert. Bei den Straßenmalern ist das anders. Da wird unterstellt, dass sie keine kurzfristige Präsentation wollen. Nur ist der Regen Schuld, dass ihre Werke weggewaschen werden. Clevere Straßenmaler malen inzwischen auf Folie.

MfG
Johannes
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 7 von 11
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Sehr gut beschrieben.
http://www.amazon.de/Recht-f%C3%BCr-Fot ... 243&sr=8-1
Chris Braun Chris Braun Beitrag 8 von 11
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Das Buch liegt hier bei mir auf dem Schreibtisch, aber auf meine Frage finde ich darin keine Antwort. Habe auch das Video2Brain Ding zu dem Thema geschaut, auch nichts.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 9 von 11
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Also ich weiß nicht, was du erwartest. Siehst du in diesem Thread keine Antworten?

Wenn man deine Frage wortwörtlich nimmt,

Zitat: Chris Braun 13.03.13, 10:51Zum zitierten BeitragWenn ich jetzt ein Panorama aus dem Kirchturm mache mit den den Dächern der Stadt und einer der Hausbesitzer fühlt sich aller Hundertwasserhaus verletzt habe ich ein Problem?

kann dir eigentlich niemand außer dir selbst die Antwort geben. Wenn du ein Haus von der Straße aus fotografierst, kann sich auch der Hausbesitzer verletzt fühlen.

Theoretisch musst du bei jedem Foto, das du machst, mit "Problemen" rechnen.
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 10 von 11
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Zitat: Otmar Keller 25.03.13, 10:28Zum zitierten BeitragAlso ich weiß nicht, was du erwartest. Siehst du in diesem Thread keine Antworten?


Chris hatte gefragt, ob er mit seinen Aufnahmen aus hohen Gebäuden im Falle der gewerblichen Nutzung die Rechte von einem der vielen kleinen Häuser (bzw. dessen Eigentümer) verletzen kann.

Das hatte ich übersehen. Die Größe der aufgenommen Häuser spielt keine besondere Rolle ;-).

http://www.photographie.de/cgi-bin/adfr ... 362&page=2

MfG
Johannes
Ralf Scholze Ralf Scholze   Beitrag 11 von 11
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Zitat: Chris Braun 13.03.13, 10:51Zum zitierten BeitragAufgrund des Hundertwasserhaus Urteils wundere ich mich ob Stadtpanoramen aus hohen Gebäuden zulässig sind und deren gewerbliche Nutzung (Kalender, Postkarten etc.) oder ich die Rechte von einem der vielen kleinen Häuser (bzw. dessen Eigentümer) auf dem Panorama verletze.

Wenn ich jetzt ein Panorama aus dem Kirchturm mache mit den den Dächern der Stadt und einer der Hausbesitzer fühlt sich aller Hundertwasserhaus verletzt habe ich ein Problem?

(Meiner persönlichen Meinung nach sind sowohl das Hundertwasserhaus-Urteil als auch das Christo-Urteil ein Skandal)


Bei Christo ging es um das Urheberrecht. Für Dich dürfte folgendes Urteil des BGH wesentlich sein:

BGH, Urteil vom 9. März 1989, Az.: I ZR 54/87, Verwertung der Fotografie eines Privathauses - Friesenhaus

Vorinstanzen: OLG Bremen und LG Bremen

Leitsatz: Das ungenehmigte Fotografieren eines fremden Hauses und die gewerbliche Verwertung einer solchen Fotografie stellen dann keine Abwehr- und Zahlungsansprüche auslösende Einwirkung auf fremdes Eigentum dar, wenn die Fotografie - ohne daß das Hausgrundstück betreten wird - von einer allgemein zugänglichen Stelle aus angefertigt wird.
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