Kommerzielle Nutzung ursprünglich privater Fotos

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ellerphotos ellerphotos neu Beitrag 1 von 4
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Ich, Hobbyfotografin, bin gerade in der "interessanten" Situation, dass ich einen Kauf-Interessenten für einige meiner Bilder habe. Speziell ginge es da um die Produktion von Postkarten - in kleiner Auflage zwar, aber ohne jeden Zweifel ein kommerzielles Unterfangen, da diese Karten ja für Geld verkauft würden. Und leider blicke ich durch die Rechtslage nicht ganz durch. Mir ist klar, dass ich eventuellen Gewinn (so winzig er auch sein sollte) ggf. beim Finanzamt angeben müsste, aber ganz unabhängig davon frage ich mich, welche Bilder ich überhaupt verkaufen dürfte und welche nicht. Die meisten meiner Aufnahmen sind auf öffentlichem Grund aufgenommene Naturmotive, die unproblematisch sein sollten, aber bei ein paar Spezialfällen bin ich mir nicht ganz sicher. Vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen?

Fall 1: Blume am Straßenrand. (Man sieht die Blume, wie sie zwischen ein paar Pflastersteinen hervorwächst.)
Gehe ich recht in der Annahme, dass das von der Panoramafreiheit gedeckt und rechtlich unproblematisch ist? Oder ergeben sich Probleme daraus, dass das Grünzeug keine dauerhafte Installation ist - bzw. gar keine Installation, da im Grunde "Unkraut"? (Oder hat gar jemand das Urheberrecht oder Designrecht am Kopfsteinpflaster?)

Fall 2: Blume im Park. (Nahaufnahme der Blüte, verschwommener Hintergrund.)
Hier stehe ich vor dem Problem, dass die Parkordnung privates Fotografieren erlaubt, aber für kommerzielles Fotografieren eine Genehmigung verlangt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme ging ich davon aus, dass ich das Foto nur privat nutzen würde: also erlaubt. Aber wenn ich das Bild nun verkaufen wollte... Müsste ich dann nachträglich eine Genehmigung einholen? Ist das überhaupt möglich, oder muss ich das Bild als "verloren" betrachten?

Fall 3: Kaninchen auf Wiese. (Man sieht das Kaninchen und ein paar Grashalme.)
Hier ist mein Problem, dass ich den Ort der Aufnahme nicht rekonstruieren kann: es handelt sich um ein älteres Bild, das noch mit einer Kamera ohne GPS aufgenommen wurde, und entsprechend findet sich nichts in den Metadaten. Wahrscheinlich (!) wurde das Bild an einem unproblematischen Ort aufgenommen, aber ich kann nicht zu 100% ausschließen, dass es nicht in einem Naturschutzgebiet o.Ä. war, das kein kommerzielles Fotografieren erlaubt. (Wie gesagt: ist ein älteres Bild; ich habe keine Erinnerung an den Aufnahmeort - und das Bild ist so generisch, dass es quasi überall gewesen sein könnte.) Wie gehe ich damit um?

Fall 4: Klavier. (Man sieht Klaviertasten, mit ein bisschen schwarzem Holz drumherum.)
Hier ist meine Frage, ob ich mit einer (kommerziellen) Veröffentlichung des Bildes irgendwelche Design- oder Markenrechte des Klavier-Herstellers verletzen würde. Das hübsche alte Klavier ist zwar über 100 Jahre alt, aber der Hersteller existiert noch. Ach ja: und macht es rechtlich einen Unterschied, ob auch noch weitere Sachen (wie, sagen wir mal, Hände) im Bild sind oder nicht? (Persönlichkeitsrecht ist hier immerhin kein Problem: da ginge es um meine eigenen Hände, mit Selbstauslöser fotografiert, und ich werde mich wohl kaum selbst verklagen.)

Ich würde mich über Erklärungen freuen - danke schonmal!
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 2 von 4
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Wenn Du nicht selbstständig bist, dann brauchst Du sehr kleine Gewinne nicht zu melden.

Fall 1. Die Panoramafreiheit gilt hier nicht. So, wie Du das Bild beschreibst, würde ich es einfach veröffentlichen.

Fall 2. Ich vermute, dass Du das Bild auch verwenden kannst. I.d.R. ist mit gewerblichem Fotografieren damit ein größerer Aufwand gemeint, als jemand, der Blümchen knipst. Aber Du kannst auch nachfragen.

Fall 3: Vielleicht machst Du Dir einfch zu viele Gedanken. (Siehe auch 2.)

Fall 4: Da dürfte es höchstens das Markenrecht geben. Imagetransfer oder so. Sieht man die Marke?
ellerphotos ellerphotos neu Beitrag 3 von 4
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Hallo Hermann, vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Wahrscheinlich denke ich tatsächlich zu viel über die Sache nach - ich möchte bloß vermeiden, dass irgendein Abmahnanwalt an mir reich wird. (Scheint ja wohl ein beliebtes Juristen-Hobby zu sein. Und für einen langwierigen Rechtsstreit über ein paar Knipsereien habe ich nicht die Motivation.)

1. Dachte ich mir, danke.

2. Ich werde vermutlich beim Park nachfragen, sicher ist sicher.

3. Joah, wenn ich nicht weiß, wo ich das Vieh geknipst habe, weiß es auch sonst keiner.

4. Die Marke ist nicht zu sehen. Meine Frage war eher, ob die Gestaltung des Klaviers an sich ein schutzwürdiges Design ist. Allgemein könnte man die Frage so formulieren: was genau muss man rechtlich bei Stillleben-Fotos beachten, wenn nicht-natürliche Objekte im Bild sind, die man nicht selbst designt hat? Dass Logos ein markenrechtliches Problem sind ist klar - aber Designs, zum Beispiel von Möbeln oder Blumenvasen, können ja auch ohne Markenlogo drauf geschützt sein.
Albrecht D Albrecht D Beitrag 4 von 4
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Zitat: ellerphotos 12.07.20, 19:55Zum zitierten Beitrag2. Ich werde vermutlich beim Park nachfragen, sicher ist sicher.Erkennt man überhaupt, welcher Park das ist? Ansonsten, wie Hermann schreibt, meinen die einen größeren Aufwand. Etwa Lieferwagen, Stative, Reflektorschirme etc. und mehrstündiger Aufenthalt des Teams im Park.
Zitat: ellerphotos 12.07.20, 19:55Zum zitierten BeitragMeine Frage war eher, ob die Gestaltung des Klaviers an sich ein schutzwürdiges Design ist.Klavier-Tastaturen sehen doch ziemlich gleich aus.

Gruß
Albrecht
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