Kommerzielle Nutzung nach TFP-Shooting

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Unholy Beauty Fotodesign Unholy Beauty Fotodesign Beitrag 1 von 24
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Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit in einer etwas "verstrickten" Situation und würde gerne eure Meinung dazu hören.

Ich betreibe die Fotografie nebenberuflich im Gewerbe (es ist geplant, dies nach Abschluss des Studiums auch hauptberuflich zu machen), habe also einen Gewerbeschein und Steuernummer etc.

Neben den Shootings die ich gegen Honorar anbiete, mache ich auch freie Arbeiten wenn es die Zeit zulässt. Dies wird dann auf TfP-Basis mit entsprechenden Modellen gemacht (Schwerpunkt Modelfotografie).
Bei diesen freien Arbeiten steht kein kommerzielle Gedanke im Vordergrund, sondern wirklich das Interesse an den Bildern.

Nun ergab sich wirklich per Zufall die Möglichkeit auf einer Internetseite, ein paar meiner freien Arbeiten zum Verkauf anzubieten (Shopbetreiber kam auf mich zu). Ist ja schön wenn man bei kreativen Arbeiten dann vielleicht sogar etwas verdienen könnte - also stimmte ich zu. Dem abgebildeten Model hatte ich eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 25% bei Verkaufsgewinn ab 20€ zugesichert (bei Verkauf eines der Bilder beläuft sich mein Gewinn auf etwa 30-40 €) in meinem Vertrag (der dummerweise noch nicht unterschrieben war), sowie ihr die freie und zeitlich uneingeschränkte Nutzung zur Eigenwerbung und Ausstellung zugesichert.
Dies war ihr aber nicht genug. Sie ließ eigenständig einen Tfp-Vertrag aufsetzen und fordert darin das Miturheberrecht und auf die Aussage hin, dass sie dazu kein Recht hat, war sie beleidigt und empfand es als unfair, da sie sich ja auch ins Shooting mit einbringt durch Posen, Schminken und Outfit.
Ich bin sehr unglücklich über diese Situation, da ich eigentlich sehr gut mit dem Model befreundet bin (sie betreibt das Modeln als Hobby), dennoch fühle ich mich schwer an den Pranger gestellt, da ich speziell für meine freien Arbeiten oft viel Geld in die Shootingvorbereitung stecke (Requisiten, Visa etc), da es mir um einzigartige Ergebnisse geht. Sie selbst beteiligt sich an diesen Kosten auch nicht, sondern profitiert komplett von den dann resultuierenden Bildern.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich in Bezug auf das Urheberrecht im Recht bin - sie sieht das allerdings völlig anders.

Wie würdet ihr in dieser Situation verfahren?
Dieter Bosli Dieter Bosli   Beitrag 2 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:21Zum zitierten BeitragIch bin nach wie vor der Meinung, dass ich in Bezug auf das Urheberrecht im Recht bin - sie sieht das allerdings völlig anders.Der Punkt geht zweifellos an Dich.

Du willst eine Teilung 75% / 25%, sie eine von 50% / 50%. Wie wäre es wenn Du auf eine Verhandlung einsteigst. Mal auf 70% / 30% rückst. Und dann mal schaust wie sie reagiert. Wie auf einem Markt eben.

Und so als Lessons Learnd, wirst Du wohl schon von Anfang an eine entsprechende Bemerkung in Deinen Verträgen drin haben.... ;-)
Unholy Beauty Fotodesign Unholy Beauty Fotodesign Beitrag 3 von 24
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Ich habe ja auch kein Problem mit einer Teilung 70/30 :) Sie stellt mich allerdings hin, als würde ich mich auf ihre Kosten maßlos an ihr bereichern oO (wenns mal so wäre....-,-)

Sie beruft sich mit dem Miturheberrecht auf folgenden Punkt ihres Vertrags:

"Als Urheber an den unter Ziffer 1 erstellten Aufnahmen gilt der Fotograf, das Model gilt als Miturheber nach § 2 UrhG"

Dies ist für mich jedoch absoluter Nonses....*seufz*....ich werde ihr nochmal die 70/30-Regelung anbieten und schauen wie sie reagiert. Aber mal so für den Notfall (denn wer weiß ob es nicht doch eskaliert?!) :

Wie könnte der worst case aussehen, wenn sie wirklich damit zu einem Anwalt gehen würde?
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 4 von 24
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Ein Worst Case für sie könnte so aussehen, daß Du die Fotos noch einmal machst, wenn sich das machen läßt. dann geht sie leer aus...
Dieter Bosli Dieter Bosli   Beitrag 5 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:39Zum zitierten BeitragSie beruft sich mit dem Miturheberrecht auf folgenden Punkt ihres Vertrags:

"Als Urheber an den unter Ziffer 1 erstellten Aufnahmen gilt der Fotograf, das Model gilt als Miturheber nach § 2 UrhG"
Sorry, ich stehe gerade auf der Leitung. In welchem Vertrag steht das jetzt genau? Also hier stehen zur Zeit mindestens 3 Verträge zur Diskussion. Steht das jetzt in ihrem nachgereichten TfP-Vertrag?
Ralf Beier Ralf Beier Beitrag 6 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:21Zum zitierten BeitragWie würdet ihr in dieser Situation verfahren?
zunächst einmal würde ich deine Position allgemein überdenken, ich halte die 75:25 für unfair. Oder hat sie / das Model umgekehrt auch das Recht, Bilder kommerziell zu vertreiben, sollte sich eine Möglichkeit ergeben, so daß sie dann 75% und du 25% bekommst???

Wenn du mit deinen freien Arbeit Geld verdienst ist das eine Sache, die du nicht auf die TFP Shootings übertragen solltest. TFP heißt für mich, beide profitieren von den gemachten Fotos im gleichen Maße, weil beide sich mit ihren Möglichkeiten einbringen. Ohne sie als Model auf den Fotos würdest du gar nichts verkaufen können oder wie schon gesagt, du müßtest die Sachen noch mal fotografieren und dann ein Model entsprechend bezahlen...

Ich würde sie mit 50% beteiligen, ich würde lediglich deinen Vertrag abändern auf diese Aufteilung.

Miturheberrecht? Ein Anrecht darauf hat sie wohl dann, wenn ihre schöpferische Leistung deutlich über bloße Anregungen oder Ideengebungen hinaus geht oder wenn sie ein besonders markantes / auffälliges / prägendes Makeup erstelt hat... Was ich so gelesen habe ist wohl nicht immer ein eindeutiges, alleiniges Urheberrecht beim Fotografen. Aber was bedeutet letztendlich ein Miturheberrecht? Ein Mitspracherecht bei kommerzieller Nutzung und eine (angemessene) Beteiligung?

Ich denke, wenn du dich auf eine 50:50 Aufteilung einläßt, wird sie wohl auch nicht formell auf das Miturheberrecht bestehen. Beide sollten die Möglichkeit haben einen kommerziellen Gewinn zu erzielen, nach Absprache für jeden möglichen Einzelfall, mit dem Einverständnis des anderen, oder man läßt den kommerziellen Aspekt eben komplett weg.
Kai Mueller Photography Kai Mueller Photography   Beitrag 7 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:39Zum zitierten BeitragIch habe ja auch kein Problem mit einer Teilung 70/30 :) Sie stellt mich allerdings hin, als würde ich mich auf ihre Kosten maßlos an ihr bereichern oO (wenns mal so wäre....-,-)


Eine Beteiligung des Modells mit 30% halte ich für sehr fair.

Zitat:Sie beruft sich mit dem Miturheberrecht auf folgenden Punkt ihres Vertrags:

"Als Urheber an den unter Ziffer 1 erstellten Aufnahmen gilt der Fotograf, das Model gilt als Miturheber nach § 2 UrhG"

Dies ist für mich jedoch absoluter Nonses....*seufz*....ich werde ihr nochmal die 70/30-Regelung anbieten und schauen wie sie reagiert. Aber mal so für den Notfall (denn wer weiß ob es nicht doch eskaliert?!) :
...


Urheber, d.h. der Schöpfer des Werkes bist du. Es gibt zwar auch die Möglichkeit der Miturheberschaft, aber ein Modell ist durch "Posen, Schminken und Outfit" noch lange kein Miturheber. Also lass dich nicht darauf ein!
Thorsten Strasas Thorsten Strasas Beitrag 8 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:21Zum zitierten Beitragbefreundet

Interessante Freundschaft, wenn Ihr Euch schon um ein paar Cent streitet.

Wenn's eine "Freundin" von mir wäre, würde ich 50:50 anbieten.
Michael Bloch Michael Bloch Beitrag 9 von 24
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Ganz ehrlich, mir wäre es zu mühsam auf lange Zeit einem Modell nachzurennen um ihr Anteile an verkauften Bildern abzuliefern. Mach also in Zukunft einen ganz normalen Vertrag mit Modelrelease, der dir alle Rechte an deinen Bilder gibt. Du sagst was du willst, mach klar, dass du Bilder verkaufen wirst, solltest du dazu je die Gelegenheit haben und frag dann das Modell welchen Lohn sie als Gegenleistung haben will. Das heisst entweder sie bekommt Euro oder sie bekommt Bilder, lass sie aussuchen was sie haben möchte. Schau zu, dass dieser Lohn auch aus ihrer Sicht fair ist und erklär ihr, dass sie ihren Lohn auf jeden Fall bekommt, während es mehr als unsicher ist ob du je ein Angebot für eines deiner Bilder bekommst.
LG
Michael
Paddock Paddock   Beitrag 10 von 24
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Über Urheberrechte muss man nicht streiten, das ist meiner Meinung nach klar definiert.
Wenn sich die Möglichkeit ergibt Bilder aus einem TFP-Shoot zu verkaufen, dann sollte man m.E. die Idee hinter dem Vertrag schon berücksichtigen : beide Seiten haben gleichermaßen Rechte an den Bildern.
Somit wäre eine Einigung auf 50:50 schon fair.
Alternativ ließe sich auch im Einvernehmen der Vertrag ändern, dass beide Seiten die Bilder kommerziell nutzen dürfen, zu gleichen Konditionen. Damit wäre jeder seines eigenen Glückes Schmied.
75:25 würde auch ich für eine Übervorteilung halten, berücksichtigt man die Vertragsidee eines TFP-Shoots.
Willy Brüchle Willy Brüchle   Beitrag 11 von 24
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Mach 50:50, aber nur vom Gewinn, nicht von den Einnahmen. Dann könnt Ihr gegenseitig die Ausgaben (Fahrtkosten etc.) verrechnen... MfG, w.b.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 12 von 24
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Zitat: Unholy Beauty Fotodesign 04.12.13, 07:21Zum zitierten BeitragWie würdet ihr in dieser Situation verfahren?


abgesehen davon, dass das ungelegte eier sind, bis du tatsaechlich etwas verkaufst, finde ich deine 25% nicht unangemessen, wenn du saemtliche arbeit hast (aufbereiten der bilder, pflege des angebots auf der seite etc.
mir kommt ihre forderung etwas vermessen und weltfremd vor.

wegen dieses ungleichgewichts wuerde ich mich auf 50/50 nicht einlassen, einfach der fairness halber.

aber ich bin da sicher etwas komisch, ich wuerde gar keine bilder von/mit ihr anbieten.
wenn ihr wirklich befreundet seid, seid lieber weiter befreundet und aergert euch nicht mit solchen dingen rum.
Claudia Sölter Claudia Sölter   Beitrag 13 von 24
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Zitat: Paddock 05.12.13, 07:02Zum zitierten BeitragWenn sich die Möglichkeit ergibt Bilder aus einem TFP-Shoot zu verkaufen, dann sollte man m.E. die Idee hinter dem Vertrag schon berücksichtigen : beide Seiten haben gleichermaßen Rechte an den Bildern.

Ja, so sehe ich das auch!
Definition der Urheberschaft hin oder her: 50 zu 50 fände ich allein schon deswegen fairer, weil sie ja immerhin mit ihrem Gesicht/Körper sichtbar ist und sie damit für den Betrachter im Vordergrund steht!
So bitter es ist: Du bist ja nicht sichtbar.
Hmmmm, juristisch mag das anders aussehen, aber mein Empfinden geht in o.g. Richtung.
Im vorliegenden Falle (zumindest) würde ich ihr eine 50/50-Regelung anbieten und für die Zukunft Deine Kosten und den Aufwand im Auge behalten, kalkulieren und dann entsprechend in zukünftigen TFP-Vereinbarungen/-Verträgen festhalten.
Hey, wenn es eine Freundschaft ist, lässt sich das regeln, ansonsten ... !

Viel Glück und Ahoi
Claudia
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 14 von 24
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Win:Win heißt nicht unbedingt 50:50.

Ich hatte sogar schon TfPs mit kommerziellen Rechten für das Modell und nichtkommerziellen für mich.

Wenn ich es im Vertrag habe, dann bekommt das Modell meist das gleiche Recht wie ich. Sprich, wenn das Modell es verkauft, dann bekomme ich auch nichts davon ab bzw. es darf Bildbände/Bücher damit publizieren. Win/Win, genau genommen sogar 50:50 aber doch nicht zu gleichen Teilen geteilt.

Wenns nicht drin steht und ich die Bilder trotzdem haben möchte, dann wird nachträglich ein Honorar vereinbart.
Auf die Frage "Möchtest Du XY € oder eine Exemplar des Buchs?" hat noch niemand das Geld haben wollen. Da wird ja auch niemand reich dran.

(Ausserdem muß das nächste Buch auch erst mal fertig werden ...)
Paddock Paddock   Beitrag 15 von 24
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Zitat: Hermann Klecker 12.12.13, 20:39Zum zitierten BeitragWin:Win heißt nicht unbedingt 50:50.

Ich hatte sogar schon TfPs mit kommerziellen Rechten für das Modell und nichtkommerziellen für mich.

Wenn ich es im Vertrag habe, dann bekommt das Modell meist das gleiche Recht wie ich. Sprich, wenn das Modell es verkauft, dann bekomme ich auch nichts davon ab bzw. es darf Bildbände/Bücher damit publizieren. Win/Win, genau genommen sogar 50:50 aber doch nicht zu gleichen Teilen geteilt.

Wenns nicht drin steht und ich die Bilder trotzdem haben möchte, dann wird nachträglich ein Honorar vereinbart.
Auf die Frage "Möchtest Du XY € oder eine Exemplar des Buchs?" hat noch niemand das Geld haben wollen. Da wird ja auch niemand reich dran.

(Ausserdem muß das nächste Buch auch erst mal fertig werden ...)

Wenn man vorher nix verenbart hat und aufgrund einer sich ergebenden Gelegenheit nachverhandeln will, dann ist fairness einfach eine Frage des guten Charakters.
Entweder man ist vorher pfiffig genug den richtigen Vertrag zu machen, oder man ist im Nachgang großzügig und fair.
50:50 ist ohne zweifel immer ein perfekter Kompromiss.
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