Freiberufung oder Gewerbe?

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miriamstart miriamstart Beitrag 1 von 6
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Hallo,
auch wenn das Thema hier schon behandelt wurde, ist mir noch einiges unklar.
Ich habe derzeit kein Einkommen, aber die Möglichkeit, mit Konzertfotografie (Dokumentation für die Veranstalter) ein paar Taler zu verdienen. Dazu soll ich eine Rechnung schreiben.
Kann ich mich einfach freiberuflich melden, da ich meine Bilder irgendwo zwischen künstlerischer und dokumentarischer Fotografie sehe? Und wenn ich dann noch Layoutsachen machen würde wie z.B. Flyer, fällt das in die gleiche Kiste oder muss ich das gesondert anmelden?
Ich bin freiwillig gesetzlich versichert, ab wann müsste ich mich bei der KSK melden?
Welche Vorteile bringt es, ein Gewerbe anzumelden? Bei meinen minimalen Einnahmen würde ich mir gern soviel Papierkram wie möglich ersparen.
Sollte ich dann doch auch mit Portraits oder Geld verdienen wolle, käme ich ums Gewerbe nicht drumrum? Auch wenn sie künstlerischer Natur sind und ich sie nur digital zur Verfügung stellen würde? Und was passiert wenn ich einen Workshop gebe, der wäre dann definitiv gewerblich, auch wenn es um künstlerische Positionen ginge?
Zudem steht eine Ausstellung mit Verkaufsoption an, das würde wieder für die Freiberufung sprechen?
Und wie ist das nochmal mit der Umsatzssteuer, ab wann lohnt sich die Kleinunternehmerregelung? Habe meine Ausrüstung relativ beisammen, aber möglich wäre, dass ich mir demnächst noch 1 oder 2 Objektive kaufe, wodurch meine Ausgaben dann meine Einnahmen überschreiten.
Habe keine Ausbildung in der Fotografie und wie schon erwähnt kein anderes Einkommen, beziehe derzeit aber auch kein Geld vom Staat wie ALG o.ä.
Und ich wäre total dankbar, wenn da jemand Licht ins Dunkel bringen könnte.
LG
Miriam
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 2 von 6
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Das halte ich für eine gewerbliche Tätigkeit, also anmeldepflichtig.

Es gibt schlimmeres als die KSK. Aber wenn Du da nicht hinein möchtest, dann kannst Du auch freiwillig versichert bleiben.

Etwas Papierkram kannst Du sparen, indem Du etwas Papierkram machst, und zwar eine Befreiung von der Umsatzsteuer nach UStG 19 (erschlag mich nicht, falls es nicht 19 ist)

Eine lehrende Tätigkeit ist, soweit ich weiß, nur dann von der Gewerbenmeldung befreit, wenn ausschließlich Kinder unterrichtet (erzogen) werden. Das GewO 6 ausdrücklich von "entgeltlicher Kindererziehung" spricht, denke ich, dass man da auch sehr bewusst abgegenzt hat.

Verkauf auf einer Ausstellung spricht imho eher für eine gewerbliche Tätigkeit. Aber frag doch mal bei Deinem Finanzamt nach.

Nach dieser Liste, die ich hier mal zur Diskussion stelle, wären Künstler und Fotograf grundsätzlich freie Berufe.
https://www.gewerbe-anmeldung.com/freib ... trieb.html
Michael B. Rehders Michael B. Rehders   Beitrag 3 von 6
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… und Designer auch.
Somit würden auch noch die Grafikdesign-Arbeiten unter "Kultur- und Kunstberufe" fallen.
Wichtig ist halt nur, dass die Umsatzsteuer richtig ausgewiesen wird.
Also 7 % oder 19 % in Deutschland. Ansonsten drohen unliebsame Nachzahlungen.

Zur KSK:
Es bleibt Dir überlassen, ob du versuchst, dort Mitglied zu werden.
Im Falle einer Mitgliedschaft in der KSK bist du verpflichtet, alle Auftraggeber/Kunden anzugeben, welche dann die entsprechenden Abgaben an die KSK zu leisten haben.
Wenn du kein Mitglied der KSK bist, dann müssen Deine Auftraggeber zwar auch an die KSK die Abgaben zahlen bei künstlerisch/publizistischen Arbeiten - selbst dann, wenn die KSK dich ablehnen sollte!
Albrecht D Albrecht D Beitrag 4 von 6
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Zitat: Hermann Klecker 08.11.18, 12:34Zum zitierten BeitragEine lehrende Tätigkeit ist, soweit ich weiß, nur dann von der Gewerbenmeldung befreit, wenn ausschließlich Kinder unterrichtet (erzogen) werden.Ich denke aus dem Bauch heraus, dass eine lehrende Tätigkeit etwa an der Volkshochschule (falls kein Arbeitsverhältnis vorliegt) freiberuflich ist. Und das sind meistens Erwachsene.

Gruß
Albrecht

Nachtrag: Gehört Konzertfotografie nicht zu den journalistischen Tätigkeiten? Journalist ist zudem keine geschützte Berufsbezeichnung und somit darf sich jeder so nennen, wie etwa der im Hambacher Forst abgstürzte Aktivist.
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 5 von 6
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Naja, da macht man von allem ein Bischen. Einiges fällt unter Gewerbe, anderes wäre wieder freiberuflich möglich. Bei solchem Mischmasch tendiert das Finanzamt wohl eher in Richtung Gewerbe. Rechnung kann man auch ohne angemeldet zu sein ausstellen, allerdings ohne MwSt auszuweisen. Für paar Kröten so nebenher im Jahr muss man sich auch nicht unbedingt irgend wo anmelden, solange man unterhalb des Freibetrages bleibt. Arbeitslos bedeutet aber auch soziale Leistungen? Da musst Du auch aufpassen!
T ST T ST Beitrag 6 von 6
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Zitat: miriamstart 08.11.18, 12:20Zum zitierten BeitragHallo,

Ich habe derzeit kein Einkommen, …

Bei meinen minimalen Einnahmen würde ich mir gern soviel Papierkram wie möglich ersparen.

Sollte ich dann doch auch mit Portraits oder Geld verdienen ...


Ich würde an Deiner stelle etwas weiter denken, bzw mir über die eigene Situation Gedanken machen - Wie siehst Du deine Perspektiven in der nächsten Zeit?
- Ist eine geregelte Anstellung in Vollzeit in naher Zukunft zu erwarten? Ja, dann seh sowas als einmalige Tätigkeit und die Einkünfte sind geringfügig. Thema durch, da nur einmalig.
- Ist deine berufliche Zukunft die Fotografie als Selbstständiger oder Freiberufler? Ja, dann ist genau jetzt die Zeit wo du kein Einkommen hast (ich suggeriere mal damit auch viel freie Zeit), um dich um den ganzen Papierkram zu kümmern. Merke: Faulheit oder softer formuliert Bequemlichkeit ist als Selbstständiger keine gute Eigenschaft. Hier heißt es reinknien was das Zeug hält.
- Soll es "nur" ein längerfristiges Zusatzeinkommen sein? Ja, dann hängt viel davon ab, wie hoch das Zusatzeinkommen ist und welche Art Aufträge du annimmst. Letztlich führt aber auch das nicht am Papierkram vorbei und je besser du dich in dieser Materie auskennst, desto sicherer kannst du auch agieren.

Grüße Thomas
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