Fotografieren der eigenen Kinder/Probleme mit fremden Pers.

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gr8smiley gr8smiley Beitrag 1 von 12
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Hallo zusammen,

ich möchte diese Diskussion hier als Sammelthread starten um Menschen mit dem gleichen Problem die Möglichkeit zu bieten gemeinsam eine Lösung zu finden.

Ich fotografiere gerne meine Kinder, vor allem jetzt gerade im Urlaub. Dabei stoße ich zunehmend auf das Problem, dass sich andere Personen daran stören weil sie vermuten dass ich nicht nur meine Kinder fotografiere.

Mir ist die Problematik und Thematik sowie die Rechtslage halbwegs klar denke ich.

Mir geht es vor allem um einen Erfahrungsaustausch was ich meiner Meinung nach machen darf bzw. soll und wie es euch so mit der Thematik geht.

Beispiel 1:
In einem Freizeitpark wollte ich meine Kamera auf eine Aufnahmesituation vorbereiten. Ich habe dafür durch die Kamera geschaut und die Gäste vor meinem Sohn "anvisiert" um die besten Einstellungen zu finden. Ein Jugendlicher schrie mich an, ich solle es sofort unterlassen von ihm Fotos zu machen (ich habe natürlich keine Fotos von ihm gemacht). Eine heftige Diskussion mit einem Erwachsenen aus der Gruppe des Jugendlichen endete mit einem Ellbogenschlag gegen das Gesicht meiner Frau.
Und das alles aus der Vermutung, wir könnten ein Foto von jemandem gemacht haben.

Beispiel 2:
In einem öffentlichen Schwimmbad habe ich von der gegenüberliegenden Poolseite mit meinem 100-400 Objektiv eine Aufnahme gemacht wie mein Sohn ins Wasser springt. Sofort wurde ich vom Bademeister angesprochen bitte nur von der eigenen Familie Aufnahmen zu machen.

Mir vergeht jetzt die Lust daran Fotos von meinen Kindern beim erobern der Welt zu machen weil der Preis dafür möglicherweise zu hoch ist. Man wird zunehmend als Person mit krimineller Absicht wahrgenommen.

Auch andere hier im Forum haben schon davon berichtet dass ihnen die Polizei geschickt wurde wegen der bloßen Vermutung aufgenommen worden zu sein oder teilweise aggressiv angegangen wurden aus derselben Vermutung.

Mit der aktuellen Technik ist es ja von außen nicht mehr möglich festzustellen ob eine Aufnahme gemacht wurde und wovon. Selbst mit einem aktuellen Top Handy mit unzähligen Megapixeln und optischem Zoom kann ich theoretisch fotografieren was ich will.

Wie geht es euch damit, was sind eure Erfahrungen und wie kann man das meiner Meinung nach steigende Gefühl dass jeder Fotograf ein Stalker oder Kinderschänder ist in den Griff bekommen damit Eltern auch in Zukunft Fotos von ihren Kindern machen können und Eltern anderer Kinder keine Gefahr für ihre Liebsten sehen.

Vielen Dank!
Filmrolle Filmrolle   Beitrag 2 von 12
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Es ist wie ein Pendel, das zur falschen Seite sich überschlägt.

Ganz klar, was im Moment (komme aus Münster) mit Bezug auf Kinder & Fotos geschieht ist absolut abscheulich und muss gnadenlos verfolgt werden.
Grausam, wenn ich lese, daß da behördenbekannte Personen Wiederholungstäter sind.

ABER:
Ich habe jetzt wirklich Angst, mich um ein weinendes Kind, welches auf der Straße mit seinem Roller gestürzt ist, zu kümmern oder auch nur anzusprechen.
Oder ein Kind im Einkaufszentrum, welches seine Eltern verloren hat.
Ich kann diejenigen verstehen, die aus reinen Selbstschutz wegschauen und gehen.

Soweit zum Thema „Kinder & Fotos“

Sehr nachdenklich werde ich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich massiv oder auch handgreiflich auf Privatsphäre berufen und gleichzeitig in sozialen Medien psychischen und physischen Stripteas veranstalten.
Ich lasse hierzu meinen Gedanken freien Lauf
gr8smiley gr8smiley Beitrag 3 von 12
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Hallo Filmrolle,

danke für deine Antwort. Ich sehe das genauso.

Doch muss die Gesellschaft meiner Meinung nach vorsichtig mit einem Generalverdacht umgehen. Es gab einmal so etwas wie eine Unschuldsvermutung.

Und da sollte ich meiner Meinung nach höflich gefragt werden was oder wen ich fotografiere bevor ich verbal oder physisch attackiert werde.

Außerdem sollte man meiner Meinung nach jemand den man unter Verdacht hat zumindest kurz beobachten was er genau tut, ob die Kinder vielleicht zu ihm gehören die da gerade in der Reichweite der Kamera sind und nicht den ersten der auf einem Spielplatz oder einem Strand Fotos macht als Straftäter ansehen ...

Ich verstehe, dass man seine Kinder beschützen möchte. Das mache ich bei meinen eigenen nicht anders.
Aber ich denke, wie du schon gesagt hast, wie bei so vielem auch schlägt das Pendel zu weit in die andere Richtung aus ...
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 4 von 12
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Naja, wenn einer mit ner fetten Kamera im Schwimmbad ist, würde ich auch etwas skeptisch gucken. Was macht man mit so nem Ofenrohr im Schwimmbad? Nimm dein Handy und und geh nah an deine Kinder und keiner wird Probleme machen.
gr8smiley gr8smiley Beitrag 5 von 12
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Hallo Alice,

da hast du sicher recht. Es wird keiner Probleme machen. Ich denke halt von einem 108 MP iPhone XL Ultra was auch immer geht eine größere Gefahr aus als von einem Ofenrohr das ganz offensichtlich ist.
Das Ofenrohr habe ich übrigens damit ich einen möglichst genauen Fokus auf meine Kinder richten kann und nicht irgendwelche anderen Menschen mit am Bild habe die sich vielleicht daran stören.

Aber ich habe meine Lehren gezogen und werde mich stark zurücknehmen.

Trotzdem finde ich es sehr schade dass es so weit gekommen ist.

Schöne Grüße an den See :-)
Michael B. Rehders Michael B. Rehders   Beitrag 6 von 12
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Mir gehen gerade mehrere Dinge durch den Kopf, nach Lesen des Eingangspostings:

1.
Ein langjähriger Freund erzählte mir, dass er mit seinem 6-jährigen Sohn nicht mehr gemeinsam badet, weil er Angst davor hat, der Kleine könnte das in der Schule erzählen und daraus wird dann ein sexueller Übergriff konstruiert, den es gar nicht gibt.
Wenn schon derart normale Dinge zur Zensur des eigenen Handelns führt, läuft etwas falsch.

2.
In einem Schwimmbad haben Kameras im Grunde nichts zu suchen. In den hiesigen Bädern ist das Fotografieren sogar streng verboten, laut Hausordnung.
Dass sich trotzdem immer mal wieder Teenies mit dem Smartphone gegenseitig knipsen, oder Eltern ihren ganz kleinen Nachwuchs bei den ersten Schwimmversuchen ablichten, beobachte ich allerdings regelmäßig.
Hier ist halt "Augenmaß" gefordert von Fotografen und Bademeister. Ich möchte selbst auch nicht fast nackt im Schwimmbad abgelichtet werden.

3.
Zu meinen Kunden gehört ein großes Freizeitbad, in dem ich regelmäßig Werbeaufnahmen für die Eigentümer mache. Leider lässt es sich nicht immer umgehen, auch während der regulären Öffnungszeiten im Saunabereich zu fotografieren.
Das ist ein sehr sensibler Bereich mit höchster Privatsphäre, wie ich finde, in dem ich sehr behutsam vorgehe.
Zunächst wird am Eingang auf die Fotoaufnahmen hingewiesen.
Vor Ort spreche ich mit Gästen in unmittelbarer Nähe, wenn ich mit der Kamera unterwegs oder im Einsatz bin und versichere vorab, dass sie nicht mit aufgenommen werden. Den meisten reicht das, da sie eh "hinter der Kamera" sind. Andere gehen halt weiter. Beschwerden gab es zu meiner Überraschung noch nie.
Einzelne Saunen und Ruhebereiche, in denen ich gerade fotografiere, sind für rund 20 Minuten dann auch unzugänglich für die Gäste.
Mittlerweile hat sich da ein echtes Vertrauensverhältnis aufgebaut zwischen Fotograf, Gästen (meist Stammgäste) und Angestellten, so dass professionelle Fotoaufnahmen kein Problem für mich und die Gäste darstellen.

Fazit:
Ich würde ganz offen mit den Leuten sprechen, wenn mit Ofenrohr und Big-Camera im Freibad fotografiert werden soll und mein Anliegen (Fotos des Sohnes) lieber einmal mehr kommunizieren.

Im Zweifel lieber auf Kamera/Ofenrohr verzichten und Nahaufnahmen mit dem Smartphone machen. Für die Dokumentation des Nachwuchses sollte das allemal reichen, gleichwohl die Bilder sicherlich weniger künstlerisch sein werden als mit langer Brennweite. Aber um des lieben Friedenswillen, halte ich das für die bessere Vorgehensweise.

Darüber hinaus sollte es zwingend unterlassen werden, Einstellungen an fremden Personen vorzunehmen. Das gibt immer wieder Ärger - was ich auch verständlich finde.
gr8smiley gr8smiley Beitrag 7 von 12
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Hallo Michael,

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag und den Einblick in deinen Beruf.

Ich habe inzwischen lernen müssen dass ich hier sehr sensibel vorgehen muss.

Der Schlag ins Gesicht meiner Frau neben meinen Kindern war auch ein schwerer Schlag für mich (obwohl wir hier mehrfach versichert haben keine Aufnahmen gemacht zu haben ...).

Ich werde wohl in Zukunft lieber auf Bilder verzichten als die Sicherheit meiner Familie zu riskieren.

Vielleicht hätte ich das Geld für das Ofenrohr besser in ein Oberliga Smartphone investiert.

Da ich selbst niemals schlechte Absichten habe habe ich wohl übersehen dass andere Personen hier sehr sensibel reagieren können.

Ich habe inzwischen sehr viel gelernt. Es kommt nicht immer darauf an Recht zu haben sondern auch mit seiner Umgebung zurechtzukommen.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 8 von 12
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im grunde mache ich sowas selten. als meine kinder klein waren, gab es diese probleme auch nicht.

letztens hab ich ein paar freunde bei den vorbereitungen zum tauchgang fotografisch begleitet. und dann den einstieg und ausstieg am strand auch. das war ein FKK! und durch piktogramme klar gekennzeichnet, dass kameras nicht erwünscht sind. mich hat das nicht interessiert. denn es war klar ersichtlich, was ich da mit meinem 70-200/2.8er mache. und wenn ich von der wiese zum strand bin, hab ich die kamera demonstrativ mit der frontlinse nach unten baumeln lassen. angequatscht hat mich keiner. aber ich musste mich an einen spruch von hermann klecker erinnern, den ich gebracht hätte: "wissen sie überhaupt, was es sie kosten würde, von mir fotografiert zu werden?".

da war das alles noch kurioser: der macht am wegrand blumenmakros vom stativ aus, frontlinse ist vom weg weg gerichtet. da kommen zwei auf dem weg längs und motzen ihn voll, das sie auf gar keinen fall fotografiert werden wollen. was ja bei der einstellung/ausrichtung gar nicht möglich gewesen wäre. hermann: "gehen sie ruhig weiter. sie stören mich nicht beim fotografieren von blumen!".
Könntejedersein Könntejedersein   Beitrag 9 von 12
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> denn es war klar ersichtlich, was ich da mit meinem 70-200/2.8er mache.
Das ist es mitnichten. Was die Leute sehen ist jemand, der da mit einem ziemlich großen Objektiv an einem FKK-Strand herumläuft.

Manche hier sollten sich mal in die Rolle des Gegenübers versetzen. Nur weil jemand es für selbstverständlich hält, mit einer Kamera in Bereichen rumzurennen, wo das unangemessen ist, weil man "ja nicht fotografiert", am besten noch mit einem riesen Objektiv, heißt das nicht, dass alle anderen das auch ok finden. Wenn man mit der Kamera anvisiert wird, entsteht natürlich der Eindruck, dass man fotografiert wird. Dass dem nicht so ist, ist für denjenigen nicht ersichtlich. Wobei ins Gesicht schlagen völlig inakzeptabel ist. Allerdings kennen wir auch hier nicht die Situation und was sich wie entwickelt hat.
NetAktiv NetAktiv Beitrag 10 von 12
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Ich denke, das ist auch weitgehend eine Sache der Mentalität. So wie derzeit Sonnenblumenöl durch Hamsterkäufe scheinbar nur in Deutschland knapp ist, besteht auch hier eine geradezu paranoide Angst vor einem Fotoapparat. Ich war jetzt 2 Monate in Sri Lanka und da wurde ich von den Menschen oft wegen meiner Kamera (Sony Alpha 6300 mit Objektiv 18-135) angesprochen. Sie baten mich, sie zu fotografieren!!! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie überrascht ich war, nach den wirklich seltsamen Erfahrungen, die man hier machen kann. Die Menschen wollten oder konnten aufgrund fehlender Infrastruktur nicht mal eine Kopie des Bildes erhalten. Es hat sie erfreut, aufgenommen zu werden und danach das Ergebnis gezeigt zu bekommen.
Könntejedersein Könntejedersein   Beitrag 11 von 12
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Zitat: NetAktiv 17.05.22, 13:38Zum zitierten BeitragIch denke, das ist auch weitgehend eine Sache der Mentalität. So wie derzeit Sonnenblumenöl durch Hamsterkäufe scheinbar nur in Deutschland knapp ist, besteht auch hier eine geradezu paranoide Angst vor einem Fotoapparat. Ich war jetzt 2 Monate in Sri Lanka und da wurde ich von den Menschen oft wegen meiner Kamera (Sony Alpha 6300 mit Objektiv 18-135) angesprochen. Sie baten mich, sie zu fotografieren!!! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie überrascht ich war, nach den wirklich seltsamen Erfahrungen, die man hier machen kann. Die Menschen wollten oder konnten aufgrund fehlender Infrastruktur nicht mal eine Kopie des Bildes erhalten. Es hat sie erfreut, aufgenommen zu werden und danach das Ergebnis gezeigt zu bekommen.
Aber nur weil dort die Leute damit kein Problem haben, sollen die Leute es hier auch nicht? Vielleicht gibt es dort einfach nicht das Datenschutzproblem, das wir hier haben. Es ist in dieser Community halt wie in den meisten anderen - Einige leben in einer Blase und verstehen nicht, dass andere Leute eine andere Meinung oder Einstellung dazu haben..
Thomas Kalscheid Thomas Kalscheid   Beitrag 12 von 12
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Zitat: Könntejedersein 17.05.22, 13:48Zum zitierten BeitragZitat: NetAktiv 17.05.22, 13:38Zum zitierten BeitragIch denke, das ist auch weitgehend eine Sache der Mentalität. So wie derzeit Sonnenblumenöl durch Hamsterkäufe scheinbar nur in Deutschland knapp ist, besteht auch hier eine geradezu paranoide Angst vor einem Fotoapparat. Ich war jetzt 2 Monate in Sri Lanka und da wurde ich von den Menschen oft wegen meiner Kamera (Sony Alpha 6300 mit Objektiv 18-135) angesprochen. Sie baten mich, sie zu fotografieren!!! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie überrascht ich war, nach den wirklich seltsamen Erfahrungen, die man hier machen kann. Die Menschen wollten oder konnten aufgrund fehlender Infrastruktur nicht mal eine Kopie des Bildes erhalten. Es hat sie erfreut, aufgenommen zu werden und danach das Ergebnis gezeigt zu bekommen.
Aber nur weil dort die Leute damit kein Problem haben, sollen die Leute es hier auch nicht? Vielleicht gibt es dort einfach nicht das Datenschutzproblem, das wir hier haben. Es ist in dieser Community halt wie in den meisten anderen - Einige leben in einer Blase und verstehen nicht, dass andere Leute eine andere Meinung oder Einstellung dazu haben..


Während einer Ausstellung von Straßenfotografien in Köln hatte ich mich mit einigen Fotografen der verschiedenen Streetkollektive unterhalten. Wie mir die Fotografen erzählten, ist Streetfotografie in GB, BeNeLux und Frankreich deutlich entspannter. In Deutschland begegnet einem während der Straßenfotografie schon eine deutlich höhere Paranoia und auch Aggressivität, als in den Nachbarländern.
Google Street View, was ja eigentlich durch die Panoramafreiheit gedeckt ist, wurde in Deutschland eingestellt und wird nicht wieder fortgesetzt. Schade eigentlich.
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