Fotograf ohne schriftlichen Vertrag - Hochzeit

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Schiff.Kipp Schiff.Kipp Beitrag 1 von 21
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Schönen guten Tag an Alle, ich bin nun ziemlich ratlos, weil mein Fotograf mir nicht mehr weiter helfen möchte. Er denkt, er wäre im Recht und gibt sich Stur und hat nun die Kommunikation zu uns als Brautpaar abgebrochen.
Zunächst kurz zur Sache:
Wir haben ihn für unsere Hochzeit gebucht, da er schon Fotograf vor drei Jahren von unseren Bekannten war, und uns seine Bilder sehr gut gefallen haben. Wir haben ihn angefragt und er hat uns gleich alles über Facebook seine Arbeit kurz erläutert und wie viel er denn pro Stunde verlangt. Es wurde aber nichts schriftlich festgehalten. Nur über Facebook kommuniziert. Zudem wurde nichts über die Rechte und Pflichten etc. geklärt im Sinne von, was wir mit dem Bildmaterial alles machen dürfen und was nicht (Ich weiß, der Urheber ist der Fotograf).
Wir haben ihn auch gefragt, ob er nur Fotos machen könnte und wir dann selbst bearbeiten könnten, hat er abgelehnt und wir fanden die Entscheidung in Ordnung. Für die Bearbeitung hat er natürlich auch noch was verlangt.
Nun war der Tag, er hat Fotos geschossen. Wir haben die Bilder bearbeitet erhalten. Bei der Übergabe haben wir uns die Bilder angeschaut und meine Frau war da schon nicht sehr begeistert von der Art und Weise der Bearbeitung. Sie hat es einfach sich ganz anders vorgestellt, weil wir ihn eben von damals auch kannten und es so am Anfang ihm auch gesagt haben, dass wir es in etwa gleich bearbeitet haben möchten wie bei unseren Bekannten.
Nun haben wir die Bilder auf unseren Mac geladen und bezahlt. Er ist gegangen und wir haben uns mal in Ruhe alle Bilder angeschaut. Die waren alle gleich bearbeitet. Meine Frau ist selber Mediendesignerin und kann halt natürlich was dazu sagen, inwiefern bearbeitet wurden.
Wir haben ihn daraufhin nochmal angeschrieben und ihn auf eine nette Art und Weise erklärt, dass uns die Bearbeitung nicht gefallen hat, ob er die vielleicht etwas anders bearbeiten könnte. So, wie es anfangs abgeklärt wurde. Wie damals bei unseren Bekannten. Wir haben die Bilder verglichen und waren einfach der Meinung, dass alles ziemlich anders gemacht wurde und wollten deshalb, dass er sie vielleicht uns nochmal anders gestaltet. Auch gegen Bezahlung. Seine Aussage: Er möchte sie nicht so bearbeiten, wie wir es gerne hätten, sonst wäre ER unzufrieden mit den Bildern. Es ist sein Stil (über den sich noch nie jemand beschwert hat! Noch nie!) Er gibt die Schuld meiner Frau, weil sie Grafikerin ist und solche Leute immer etwas auszusetzen haben...
Ich war geschockt! Wir haben ihn höflich und nett gefragt und erhalten so eine Antwort...
Wir haben die unbearbeiteten Bilder zwar erhalten, aber die sind nicht zu gebrauchen, da er die Auflösung so dermaßen heruntergefahren hat, dass eine Bearbeitung eine Zumutung ist...
Daraufhin haben wir ihn um die Herausgabe der Bilder in Originalgröße (nicht die RAW-Dateien, sondern die JPEG) gebeten und er stellt sich nun sehr stur und ist in seinem Stolz als Fotograf gekränkt! Zumindest kann man das laut seinen Aussagen auf Facebook so sagen... Er hat uns in einer Nachricht die Herausgabe der Bilder in der höchsten Auflösung versprochen, sobald er die Zeit dazu findet, aber nun sind mittlerweile Monate vergangen!
Letzter Stand, er möchte die Bilder nicht mehr herausrücken.

Ich bin ziemlich ratlos... Er war so nett an der Hochzeit und nun ist er wie mein Opa, ein sturer alter Esel.
Für die Herausgabe der höheren Auflösung habe ich ihm sogar zusätzlich Geld angeboten. Die extra Zahlung wollte er nicht und meinte nur, dass er die Bilder uns schon geben wird.

Meine Frage an euch Fotografen:
Was kann ich in dieser Situation tun?

Danke im Voraus an die Leser und den Antworten!!
Schiff.Kipp Schiff.Kipp Beitrag 2 von 21
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Und noch eine weitere Frage: Darf/Kann ich die Bilder auch online stellen? Es wurde hierzu nichts geregelt. Nutzungsrechte wurden nicht vereinbart.
Wir wollen es eigentlich nicht online stellen, aber würden es gerne wissen.
Das einzige, was jetzt für uns in Frage kommt, ist ein Album zu erstellen, aber das ist uns leider nicht möglich, da die Bilddateien einfach nicht zu gebrauchen sind. Und ein Foto würden wir auch gern auf Leinwand drucken, aber da er alle Bilder auf 240 dpi eingestellt hat und sie auch nicht ändern wollte, können wir das auch vergessen...
Manfred Hunger Manfred Hunger   Beitrag 3 von 21
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Moin @Schiff.Kipp,

aus Deiner Schilderung entnehme ich, dass eine gütliche Einigung mit dem Fotografen (fast) nicht mehr zu erwarten ist.

Was Du machen kannst (solltest) ist erst einmal eine grundsätzliche Entscheidung treffen.
Willst Du die Auseinandersetzung (mit allen Mitteln), um Eure Forderungen gegenüber dem Fotografen durchzusetzen; oder wollt Ihr weiteren Ärger, Nervenbelastung und Stress vermeiden und die ganze Geschichte unter "Lebenserfahrung abbuchen"?

Wenn Ihr Eure Forderungen durchsetzen möchtet, dann sichert schnellstmöglich Eure Kommunikation über facebook mit dem Fotografen. Stellt eine Liste mit Euren Forderungen und Ansprüchen gegenüber dem Fotografen auf. Lasst Euch von einem (Fach)-Anwalt beraten, ob und mit welchen rechtlichen Schritten Ihr Eure Forderungen durchsetzen könntet. Entscheidet dann, ob Ihr die vom Anwalt genannten rechtlichen Schritte durchziehen wollt oder nicht.

LG Manfred
Schiff.Kipp Schiff.Kipp Beitrag 4 von 21
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Hallo Manfred, vielen Dank für die Antwort!
Ich würde sehr gerne rechtlich dagegen vorgehen, aber ich werde mich einfach geschlagen geben... Die Bilder, die geschickt wurden, sind gerade so für ein Fotoalbum zu gebrauchen. Deshalb werde ich es wahrscheinlich dabei belassen, obwohl ich sehr gerne aus Prinzip die Konfrontation mit dem Herrn Fotograf gesucht hätte, um ihm wenigstens zu zeigen, dass wir es uns nicht gefallen lassen...
Sollte einer der schönsten Tage im Leben sein und dann kommt so was...
Die Frage bleibt aber, ob ich die Herausgabe von ihm überhaupt fordern kann, eben weil wir nichts schriftlich festgehalten haben.

Zusätzlich noch die Frage an dich: Da keine Nutzungsrechte schriftlich vereinbart wurden (d.h. Bilder online stellen), dürfen wir grundsätzlich dann die Bilder von ihm z.B. auf Facebook teilen?

LG Kipp
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 5 von 21
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Zitat: Schiff.Kipp 17.02.20, 13:12Zum zitierten Beitrag... Da keine Nutzungsrechte schriftlich vereinbart wurden (d.h. Bilder online stellen), dürfen wir grundsätzlich dann die Bilder von ihm z.B. auf Facebook teilen?

In dem Thread https://www.fotocommunity.de/forum/gese ... 9---437899 ging es auch um Hochzeitfotos. Zur Frage der Online-Stellung lies bitte den letzten Satz in Beitrag 12 zuerst.

MfG
Johannes
Manfred Hunger Manfred Hunger   Beitrag 6 von 21
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Hallo Kipp,

ich habe Dir noch eine Quickmessage (QM) geschickt. Hast Du die schon bekommen und gelesen? Falls nicht, überprüfe einmal Deine Browsereinstellungen; für den Empfang von QMs muss der PoppUp-Blocker deaktiviert sein.

Zitat: Schiff.Kipp 17.02.20, 13:12Zum zitierten Beitrag...Zusätzlich noch die Frage an dich: Da keine Nutzungsrechte schriftlich vereinbart wurden (d.h. Bilder online stellen), dürfen wir grundsätzlich dann die Bilder von ihm z.B. auf Facebook teilen? …


Zunächst einmal müssen auch Nutzungsrechte nicht unbedingt schriftlich vereinbart sein. Um bei möglichen Streitigkeiten aber die vereinbarten Nutzungsrechte beweisen zu können, wäre eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll.

Keine Nutzungsrechte vorhanden; dann keine Bilder in sozialen Netzen (Instagram, WhatsApp, Facebook usw.) einstellen.

Wenn Ihr Bilder von Eurer Hochzeit Euren Verwandten, Freunde und Bekannten im Internet zeigen wollt, dann fragt beim Fotografen nach; auch wenn es Euch schwer fällt. Denn eine Veröffentlichung der Bilder mit einer Verlinkung auf sein Portfolio ist eine kostenlose Werbung für den Fotografen; zumal er offensichtlich sehr überzeugt von seinen "Kunstwerken" ist.

LG Manfred
Michael B. Rehders Michael B. Rehders   Beitrag 7 von 21
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Die ganze Situation ist leider eskaliert. Ich würde einen Anwalt konsultieren oder die örtliche Verbraucher-Hilfe, damit diese den Fotografen mal anschreiben.
Immerhin habt ihr etwas bestellt, das nicht wie vereinbart geliefert worden ist.
Ich würde weiterhin auf Herausgabe der Dateien (wie vereinbart) pochen oder eine Teilerstattung des Honorars an den Fotografen durchsetzen. Wenn er nicht liefert, was ihr bestellt habt, dann solltet ihr weniger dafür bezahlen.

Wenn es am Ende ums Geld geht, wird der Fotograf wahrscheinlich den "einfacheren" Weg nehmen, in dem er euch die unbearbeiteten Bilder zukommen lässt. Auf Geld verzichtet niemand gerne. Die Anwaltskosten darf er dann auch gleich noch tragen.
Lasst euch da einfach mal beraten.
Schiff.Kipp Schiff.Kipp Beitrag 8 von 21
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An Alle schon mal ein recht herzliches Dankeschön für die Antworten!!!
Zitat: Manfred Hunger 17.02.20, 15:41Zum zitierten BeitragWenn Ihr Bilder von Eurer Hochzeit Euren Verwandten, Freunde und Bekannten im Internet zeigen wollt, dann fragt beim Fotografen nach; auch wenn es Euch schwer fällt. Denn eine Veröffentlichung der Bilder mit einer Verlinkung auf sein Portfolio ist eine kostenlose Werbung für den Fotografen; zumal er offensichtlich sehr überzeugt von seinen "Kunstwerken" ist.

Wir würden gerne Fotos hochladen, aber nur die von uns bearbeiteten, aber dazu willigt er nicht ein. Wie gesagt, die Bearbeitung fanden wir einfach geschmacklich nicht in gut! Aber das liegt im Auge des Betrachters und es hat uns nicht gefallen, ihm ist das aber ziemlich egal, denn "er möchte die Bilder so bearbeiten, dass sie ihm am Ende gefallen, ansonsten ist er unzufrieden"... Als ich diesen Satz gelesen habe, habe ich das kotzen gekriegt... Vor allem, weil wir ihm am Anfang unsere Vorstellungen näher erläutert haben und am Ende es aber nicht befolgt wurde. Er hätte sie eigentlich nochmal bearbeiten sollen und dafür haben wir ihm sogar Geld angeboten...

Auf alle Fälle hat er uns die Bilder nun in etwas höheren Auflösung geschickt. 3 Mb sind die Bilder nun groß. Von 1,5 auf 3 Mb.
Ich weiß nicht, ob ich mich damit zufrieden geben soll, oder immer noch auf die Fotos mit der höchsten Auflösung pochen sollte... :(
Albrecht D Albrecht D Beitrag 9 von 21
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Zitat: Schiff.Kipp 17.02.20, 22:32Zum zitierten BeitragAuf alle Fälle hat er uns die Bilder nun in etwas höheren Auflösung geschickt. 3 Mb sind die Bilder nun groß. Von 1,5 auf 3 Mb. Wird nicht die Auflösung in Pixel oder Megapixel ausgedrückt?

Wenn du Megapixel meinst, dann ist die Auflösung sehr, sehr gering.

Gruß
Albrecht
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 10 von 21
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Zitat: Michael B. Rehders 17.02.20, 20:34Zum zitierten BeitragDie ganze Situation ist leider eskaliert. Ich würde einen Anwalt konsultieren oder die örtliche Verbraucher-Hilfe, damit diese den Fotografen mal anschreiben.
Immerhin habt ihr etwas bestellt, das nicht wie vereinbart geliefert worden ist ...

Irgendetwas - aus seiner subjektiven Sicht vielleicht sogar brauchbares - hat der Fotograf ja übergeben (Zitat: "Nun haben wir die Bilder auf unseren Mac geladen und bezahlt).

Deshalb meine Frage: Darf der Fotograf die Fotos nach Erledigung seines Auftrags auf seinen eigenen Speichergeräten sofort löschen und sollte er das nicht - insbesondere bei Personenfotos allein schon aus Datenschutzrechtlichen Gründen - am besten sofort tun?

Was weg ist, ist weg (von-der-leyenhaft gesagt).

Oder gibt es darf da Aufbewahrungsfristen wie z. B. bei Geschäftsbriefen?
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 11 von 21
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Zitat: Johannes Röhnelt 18.02.20, 11:03Zum zitierten Beitrag
Was weg ist, ist weg (von-der-leyenhaft gesagt).
Zitat:Sehr schön gesagt. :-)
Oder gibt es darf da Aufbewahrungsfristen wie z. B. bei Geschäftsbriefen?


Ich bin mir nicht sicher, ob sich aus möglichen Garantieansprüchen auch Archivierungspflichten ergeben, vermutlich aber ja. In jedemfall ergibt sich daraus das Recht, die Kundendaten weiter zu speichern. Und damit dürfte dem BDSG "zur Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen" genügen.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 12 von 21
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Zitat: Schiff.Kipp 16.02.20, 22:34Zum zitierten BeitragSchönen guten Tag ...

Wieviel habt Ihr denn insgesamt bezahlt?
Johannes Röhnelt Johannes Röhnelt Beitrag 13 von 21
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Zitat: Hermann Klecker 18.02.20, 15:17Zum zitierten BeitragZitat:Oder gibt es darf da Aufbewahrungsfristen wie z. B. bei Geschäftsbriefen?
Ich bin mir nicht sicher, ob sich aus möglichen Garantieansprüchen auch Archivierungspflichten ergeben, vermutlich aber ja. In jedemfall ergibt sich daraus das Recht, die Kundendaten weiter zu speichern. Und damit dürfte dem BDSG "zur Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen" genügen.

Besten Dank, Hermann. Der Beispielfall ist interessanter, als ich zunächst dachte.

Ich glaube, der Fotograf ist vergleichbar mit einem Kunstmaler oder ganz allgemein jedem anderen Handwerker. Er übergibt das beauftragte Werk und muss keine Sicherungskopien, Zwischenergebnisse und Vorstufen aufbewahren. Die aus seiner Sicht besten Ergebnisse hat er ja ausgehändigt.

Kipp hat m. E. alles mit diesem Zitat aus Beitrag 8 treffend zum Ausdruck gebracht: "Wie gesagt, die Bearbeitung fanden wir einfach geschmacklich nicht in gut! Aber das liegt im Auge des Betrachters und es hat uns nicht gefallen ..."

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, jedenfalls nicht vor Gericht ;-).
Albrecht D Albrecht D Beitrag 14 von 21
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Zitat: Johannes Röhnelt 18.02.20, 18:21Zum zitierten BeitragDie aus seiner Sicht besten Ergebnisse hat er ja ausgehändigt.Hat er nicht, denn die RAWs, die die meisten Informationen enthalten, sind noch bei ihm.

Gruß
Albrecht
TLK TLK   Beitrag 15 von 21
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Ich hatte https://hoesmann.eu/schadensersatz-fuer ... hte-fotos/ in einer anderen Diskussion in 2018 bereits verlinkt und soeben wiedergefunden; evt. ist dieser Text auch im konkreten Fall nicht ganz uninteressant...
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