Street-Fotografie

<12345 ... 7>
Diskutier doch mit!
Anmelden und kostenlos mitmachen.
Kostenlos mitmachen
Deine Daten sind bei
uns sicher!
Google Anzeigen Google Anzeigen
Sven Rausch Sven Rausch Beitrag 1 von 104
4 x bedankt
Beitrag verlinken
Die "neue Straßenfotografie"

Wer beschäftigt sich eigentlich nicht mit dem Thema "Street" aus Angst davor?

Es ist die Angst Regeln zu brechen, die Angst vor dem Gesetz, die Angst vor anderen Menschen und ihren Gedanken, die Angst vor anderen Fotografen.
Es sind diese Ängste vor Tyrannen, Diktatoren, Geschmacks- und Sittenwächtern, die ganzen Philistern und Spießbürgern. Ich meine jene, welche gerne und oft nach Regeln schreien, wenn es um Fotografie geht. Ich meine jene, die jeglichen Fortschritt und jegliche Veränderung negieren.
Ich meine all die Troglodyten, die sich an Regeln klammern, welche in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges erschaffen wurden und bis heute immer wieder propagiert werden.

  • Du sollst dein Foto nicht beschneiden.
    • Du sollst kein Weitwinkelobjektiv benutzen.
    • Du sollst in Schwarz-Weiß fotografieren
    • Du sollst die "Szene" nicht stören.
    • Du sollst eine kompakte, leichte und leise Kamera nutzen.
    • Du sollst keine Portraits machen, sonst ist es kein Street.
    • Du sollst niemals um Erlaubnis bitten, sonst ist es nicht ehrlich und verfälscht.


Das sind nur einige Regeln, welche durch Henri Cartier Bresson propagiert wurden. Diese Regeln sind schon ziemlich alt und sie funktionieren nur, wenn wir noch genau die selbe Gesellschaft vorfinden würden, welche seiner Zeit existiert hätte.

Nun leider verändert sich unsere Gesellschaft und damit verändern sich auch die Regeln. Zum Beispiel dürfen seit kurzem endlich auch gleichgeschlechtliche Paare den Bund der Ehe begehen und es gibt konservative Idioten, welche dies als den Untergang der Gesellschaft verstehen. Ich hingegen finde es viel zu überfällig für unsere moderne Gesellschaft.
Ich finde es verdammt noch mal schön, dass die Zeit Änderungen mit sich bringt. Ich finde es schön, wenn wir uns weiter und weiter befreien von veralteten Regeln.
Wusstest ihr eigentlich, dass man an der Fotografie sehen kann wie frei wir mittlerweile sind?

Die Fotografie, ihre Fotografien und ihre Fotografen zeigen einen ziemlich guten Durchschnitt, wie unsere Gesellschaft so tickt.

Und wenn wir ehrlich sind dann leben wir in einer wunderbaren freien Gesellschaft! Es herrscht Demokratie und keine Diktatur. Jeder von uns darf schön finden, was er will! Und er darf es sogar fotografieren!
Nur leider scheint es ab und zu Menschen zu geben, welche diese Tatsache gerne verschweigen. Sie verwandeln sich schnell zu Tyrannen der Fotografie.

"Sie erwarten von dir, dass du genauso fotografierst, wie sie es selber tun, wünschen und fordern. Sie erwarten von dir, dass du die Dinge dieser Welt ganz genauso siehst, wie sie! Denn schließlich ist ihre Art der Sichtweise, die einzig richtige Sichtweise."

Das kannst du jetzt schlucken oder einfach abstreiten! Denn du bist anders! DU BIST NÄMLICH EINZIGARTIG! Und das ist sogar dein gutes Recht!

Diese Tyrannen haben nämlich ein großes Problem mit Diversität, mit Individualismus und mit dem Individuum. Aus diesem Grund ist es absoluter Blödsinn, irgendwelche Regeln einfach stumpfsinnig zu befolgen. Du kannst sie nach Sinnhaftigkeit hinterfragen und zur Not einfach missachten.
Wenn ich mich an die Regeln dieser Diktatoren meiner eigenen Vergangenheit gehalten hätte, wäre ich jetzt nicht mehr hier. Dann hätte mich die Depression und der "Burnout" tatsächlich ausgelöscht und von dieser Erdoberfläche gefegt.
Da hätte ich nämlich mal etwas Toleranz gegenüber intoleranten Menschen zeigen sollen.
Diese Probleme kennen wir aus der Fotografie und der Kunst!
Wie können wir uns dazu herab lassen etwas als "entartet" oder "unkunst" zu deklarieren? Wie können wir uns dazu herab lassen eine Fotografie als "unerwünscht" oder "falsch" zu benennen?
Unsere urgeigene Geschichte in Deutschland hält gleich zwei Systeme bereit, bei denen andere Sichtweisen nicht erwünscht waren. Und diese Geschichte zeigt auch was es mit uns Menschen gemacht hat, sie zeigt was es mit unserer Gesellschaft gemacht hat.

Wie können wir verlangen, dass andere Fotografen Bilder machen, welche uns ständig gefallen?
Was ermächtigt uns dazu von anderen Fotografen zu verlangen, dass sie die Dinge dieser Welt ganz genauso sehen ich es wünsche?

Wir benötigen dringend mehr FOTOTOLERANZ!

Mein Ansatz:
Habe deine eigene starke Meinung und Sichtweise! Fotografiere deine "Streets" so wie du es für richtig hältst! Erschaffe deine eigenen Regeln, folge deinen eigenen Regeln. Beuge und breche sie! Aber zwinge niemals andere dazu nach deinen Regeln zu funktionieren!

Allerdings musst du sehr hartnäckig sein! Denn man wird dich angreifen und versuchen dich konform und langweilig hinzubekommen. Das ist der Preis den du als Künstler bezahlen musst. Dafür erlaubst du allen anderen, so zu fotografieren, wie sie es wünschen. Und sie können und dürfen es so gar schön finden! Lass dich aber nicht von deinem persönlichen Weg abbringen.
Diktiere deine eigenen Fotografien, sei aufgeschlossen und tolerant, denn es gibt Menschen, welche einfach nur Plastikblumen sehen wollen.
Bleibe freundlich, interessiere dich dafür was, wie und warum sie etwas fotografieren, ignoriere die Diktatoren der Fotografie. Such dir stattdessen richtige Fotografen... schau dir alte Meister an! Aber werde niemals ein Sklave oder Untertan von jemandem.

Gruß
Herr Rausch
Administrativ geändert am 28.05.19, 16:33.
-TKO- -TKO- Beitrag 2 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
"...fotografiere deine Streets so,wie du es für richtig hältst ..
..man wird dich angreifen..das ist der Preis,den du als "Künstler" bezahlen musst...."

Schade,dass man die Ausgangsfrage zu dieser Antwort nicht mehr lesen kann..
Wäre bestimmt eine spannende Diskussion geworden...:)
2wheel 2wheel Beitrag 3 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
Mhmm ......
foto stephan henn foto stephan henn Beitrag 4 von 104
4 x bedankt
Beitrag verlinken
Lieber Sven.
Schreib doch einfach, was Du möchtest ???? ( 3-5 Zeilen ). Wie können wir Dir helfen ?
benjabt. benjabt.   Beitrag 5 von 104
2 x bedankt
Beitrag verlinken
@Sven

Einfach für sich fotografieren, nicht für die FC, nicht für Klicks oder Lobe. Dann klappt das schon im Leben ;)
lenmos lenmos   Beitrag 6 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Sven Rausch 28.05.19, 11:06Zum zitierten BeitragDu sollst keine Portraits machen, sonst ist es kein Street.

Doch, doch, genau das ist "Street". Genau wie das wahllos in die Menge Fotografieren.

Hat aber nichts mit der wahren Straßenfotografie zu tun.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 7 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: lenmos 30.05.19, 01:24Zum zitierten BeitragZitat: Sven Rausch 28.05.19, 11:06Zum zitierten BeitragDu sollst keine Portraits machen, sonst ist es kein Street.

Doch, doch, genau das ist "Street". Genau wie das wahllos in die Menge Fotografieren.

Hat aber nichts mit der wahren Straßenfotografie zu tun.



Naja. Genau genommen muß in einem Street-Foto nicht einmal ein Mensch enthalten sein.

Genauso wenig kann man Portraits ausschließen. Ich kann mir im deutschen Recht eine Motivation für diese Regel vorstellen, auch wenn ich das Gesetz da deutlich anders interpretiere. Aber diese Annahme, man dürfe Gruppen aufnehmen aber keine Portraits machen, ist durchaus verbreitet.

Offen gestanden lasse ich mich gerade zum Thema Street auf die örtliche Volkshochschule ein, die viel zur Fotografie anbietet (sogar S-Bahn Fotografie, LOL) und darunter auch Street. Eine Message habe ich daraus mitgenommen, und das ist die, sich nicht einengen zu lassen von dem, was andere unter Street verstehen. Das finde ich gut. Denn oft erfährt man genau das Gegenteil.

Nicht nur in diesem Sinne braucht Street nicht schwarzweiß zu sein. Wieso auch? Ist ein tolles Stilmittel und hatte zu Film-Zeiten gewisse Reize, die die digitale Fotografie nicht mehr hat. Aber daraus einen Zwang zu formulieren halte ich für unangebracht.
2wheel 2wheel Beitrag 8 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
Schwarzweiss war seinerzeit nicht unbedingt ein Stilmittel, es eher einfach es herzustellen ......

Warum sich Streetfotografie heute anders (problematischer) darstellt, in bezug auf die Abgelichteten, liegt darean, dass die Fotos sehr, sehr, sehr viel öffentlicher sind ....

Es war seinerzeit eher wahrscheinlich, dass die "Opfer" ihre Fotos nie zu sehen bekamen ...
lenmos lenmos   Beitrag 9 von 104
0 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Hermann Klecker 30.05.19, 01:33Zum zitierten Beitrag Genau genommen muß in einem Street-Foto nicht einmal ein Mensch enthalten sein.
Ich mache da einen eher sarkastischen Unterschied zwischen "Street-Fotografie" und Straßenfotografie (street-photography). Denn offenbar ist Street eine eigene deutsche Richtung in der Fotografie und hat mit "street photography" relativ wenig zu tun. ;-)
-TKO- -TKO- Beitrag 10 von 104
0 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: lenmos 30.05.19, 09:11Zum zitierten BeitragZitat: Hermann Klecker 30.05.19, 01:33Zum zitierten Beitrag Genau genommen muß in einem Street-Foto nicht einmal ein Mensch enthalten sein.
Ich mache da einen eher sarkastischen Unterschied zwischen "Street-Fotografie" und Straßenfotografie (street-photography). Denn offenbar ist Street eine eigene deutsche Richtung in der Fotografie und hat mit "street photography" relativ wenig zu tun. ;-)


;o)....
Diesen kleinen aber feinen Unterschied lernt man aber nicht in der örtlichen Volkshochschule..
Aber eine MESSAGE hat er dennoch mitnehmen können....*g*
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 11 von 104
1 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Sven Rausch 28.05.19, 11:06Zum zitierten Beitrag
  • Du sollst dein Foto nicht beschneiden.
    • Du sollst kein Weitwinkelobjektiv benutzen.
    • Du sollst in Schwarz-Weiß fotografieren
    • Du sollst die "Szene" nicht stören.
    • Du sollst eine kompakte, leichte und leise Kamera nutzen.
    • Du sollst keine Portraits machen, sonst ist es kein Street.
    • Du sollst niemals um Erlaubnis bitten, sonst ist es nicht ehrlich und verfälscht.


Und das ist erst der Anfang :-))

Auf deiner Kamera und den Objektiven soll nicht der mega-eklige Name eines Elektronikkonzerns stehen (Panasonic, Samsung, Sony), sondern der total coole Name eines Herstellers mit Tradition (Leica, Fujifilm, Carl Zeiss, Olympus Pen).

Du sollst auch Mitglied eines "Kollektivs" sein.

Du sollst beim Fotografieren immer eine graue Schiebermütze tragen.

Du sollst immer an mehreren Projekten arbeiten, also unbedingt Serien oder Stories machen, keine Einzelfotos.
nutzer1951 nutzer1951 Beitrag 12 von 104
3 x bedankt
Beitrag verlinken
Ich finde ja witzig dass sein ganzer Text seinerseits ein einziges DU SOLLST ist.
Hermann Klecker Hermann Klecker   Beitrag 13 von 104
3 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Jürgen W2 30.05.19, 20:33Zum zitierten Beitrag
Du sollst beim Fotografieren immer eine graue Schiebermütze tragen.



Ups. Eine karierte geht nicht?
-TKO- -TKO- Beitrag 14 von 104
2 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Hermann Klecker 31.05.19, 13:45Zum zitierten BeitragZitat: Jürgen W2 30.05.19, 20:33Zum zitierten Beitrag
Du sollst beim Fotografieren immer eine graue Schiebermütze tragen.



Ups. Eine karierte geht nicht?


Ausnahmsweise lassen wir hier deinen ollen "Eierkuchen" mal durchgehen. ;))
benjabt. benjabt.   Beitrag 15 von 104
6 x bedankt
Beitrag verlinken
Man "kann" es aber auch lassen, und einfach nur Fotos machen. Ob man das dann unter Street einordnet, ist Nebensache.
Google Anzeigen Google Anzeigen
Google Anzeigen Google Anzeigen
Google Anzeigen Google Anzeigen
Diskutier doch mit!
Anmelden und kostenlos mitmachen.
Kostenlos mitmachen
Deine Daten sind bei
uns sicher!
Nach
oben