Sich fotografisch entwickeln...

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felixfoto01 felixfoto01   Beitrag 1 von 155
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nach längerer Paus möchte ich einen Artikel verlinken, den ich sehr ansprechend finde. Er reflektiert teilweise meine eigenen Erfahrungen in der fotografischen Entwicklung. Besonders wenn man sich aus dem Anfängerniveau herausbewegen möchte. Aber wie könnte das gehen? Die Diksussionen im Galerievoting führen selten zu einer Weiterentwicklung, also was tun?

Artikel wie der folgende können helfen das eigene Denken zu verändern und Fotografie aus einem weiteren Blickwinkel zu betrachten.

https://medium.com/@joshrose/how-to-tak ... cc9c4a0236
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 2 von 155
15 x bedankt
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Da der Artikel in englischer Sprache verfasst ist, jedoch nicht jeder diese Sprache so gut verstehen wie du und ich, und da gleichzeitig nach Stunden noch kein Beitrag 2 hier ist, mache ich mal einen Schritt nach vorn und fasse den Artikel ein wenig zusammen, mit ein paar eigenen Gedanken dazu.

Der Autor Josh S Rose ist ein Profifotograf, schreibt aber, er klicke ab und zu auf Artikel, in denen es darum geht, die eigene Fotografie zu verbessern, und stellt fest, dass es sich fast immer um die ewig-gleichen Tipps handelt: Führungslinien, Drittelregel, Goldene Stunde usw.

Das findet er "nicht nur enttäuschend, es ist auch grausam - und vielleicht sogar versehentlich so konzipiert, dass Sie nicht als Fotograf wachsen".

Danach kommt ein Absatz, den ich sehr gut finde:

"Obwohl ich ein Profifotograf bin, sind viele meiner Aufnahmen keineswegs großartig - selbst Fotos, die ich in kontrollierten Studioeinstellungen und mit Hilfe einer Crew mache. So ist das bei jedem Profifotografen, den ich kenne. Nirgendwo wird dies besser illustriert als in dem Buch 'Magnum Contact Sheets', in dem die bekannten Werke der großen Meister der Fotografie im Zusammenhang mit den übrigen Bildern auf demselben Film gezeigt werden, und wir sehen: nicht einmal bei diesen Giganten der Fotografie war jeder Schuss perfekt."

Josh S Rose gibt uns dann seine Tipps, wie wir uns seiner Meinung nach fotografisch entwickeln:

It’s Not How You Shoot, It’s Who (and What) You Shoot

"Es geht nicht darum, wie du fotografierst, sondern wen und was du fotografierst. Jeder Profi weiß das, auch wenn das nirgends ein Thema ist. Technisch gibt es wenig Unterschiede zwischen den Bildern guter Fotografen. Schaut man sich heute die Streetfotos an, stellt man fest, dass - egal wie toll die Perspektive und perfekt der Moment - die Streetfotos von heute nicht besser sind als die von Fan Ho aus den 1950er Jahren.

Ein hübsches aufstrebendes Model hat einfach nicht die Magie des Weltklasse-Models, das für die Vogue läuft. Denn die Arbeit des Models beinhaltet Mimik, Gesten und Posen (vor allem auch Blickkontakt) in einer Weise, die man nicht von jedem verlangen kann. Das ist Profiarbeit und die Besseren sind eben besser darin. Das zeigt sich definitiv auf dem Bild. Der unmittelbarste Einfluss, den man auf seine Fotografie haben kann, besteht also darin, zu entscheiden, wen oder was man fotografieren möchte. Man fotografiert also nicht nur professionell, sondern vor allem entscheidet man sich professionell."

Always Do Pre-Production

"Bereite dich immer vor. Die meisten Leute denken, dass ein Fotograf vor allem Fotos macht und sie danach bearbeitet. Damit wird der wahrscheinlich wichtigste Teil des Prozesses eines professionellen Fotografen übersprungen: die Vorproduktion, in der fast alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden: Konzept, Ort, Talent, Styling, Requisiten, Story, sogar Look and Feel. Tatsächlich wird während der Vorproduktion so viel entschieden, dass man zu Beginn des Shoots nur noch einen sehr kurzen Pre-Prozess durchlaufen muss - oft nur eine halbe Stunde.

Ein Konzept sollte man selbst bei einfachen fotografischen Aufgaben haben, wie 'ein Mädchen auf dem Balkon'. Seien Sie nicht nur Fotograf, sondern vorab ein Location-Scout und suchen Sie sich einen großartigen Ort zum Fotografieren. Schauen Sie sich das Licht an verschiedenen Stellen des Tages an, damit Sie und Ihr Motiv dort fotografieren können."

Shallow Depth Of Field Is A Crutch

"Geringe Schärfentiefe ist eine Krücke. Das Problem ist, dass diese extrem flachen Bilder, bei denen bis auf einen sehr kleinen Teil alles verschwommen ist, im Wesentlichen alle gleich aussehen. Letztendlich handelt es sich immer um dieselbe Technik, bei der man mittels eines Objektivs ein Motiv freistellt und alles andere verwischt. Auch wenn man ausgefallene Terminologie wie Bokeh oder Noctilux benutzt und es deshalb nach fortgeschrittener Fotografie klingt: es ist einfach eine Technik, die von jedem schnell gelernt werden kann und die inzwischen sogar jedes iPhone ganz gut nachahmen kann. Den einen oder anderen solchen Beauty-Shot will man vielleicht in seinem Arsenal haben, aber verlassen Sie sich nicht zu sehr darauf. Solche Fotos ziehen mit ihrer fast magisch verschönernden Wirkung auf jeden Fall an, und so ist es einfach, sich darauf zu stützen, aber genau deshalb ist es eine Krücke."

Stand on the Shoulders Of Giants

"Stell dich auf die Schultern der Meister. Dies kann man auch als 'Kopieren' bezeichnen. Dann klingt es falsch, aber wenn es als Teil des kreativen Prozesses verwendet wird, ist es ein leistungsstarkes Werkzeug, das fast alle Profis einsetzen. Es geht darum, Inspiration zu finden. Ich mache das dauernd. Ich gehe an einem Geschäft mit Bildern im Fenster vorbei. Wenn mir die Aufnahme gefällt, mache ich einen Schnappschuss davon und speichere sie in meinem Ordner 'Inspirationen'.

Ich benutze ständig diesen Ordner, nicht um herauszufinden, wie meine Aufnahme aussehen soll, sondern um anzufangen. Der eigentliche Vorteil dieser Bilder besteht darin, ein emotionales Territorium zu erschließen, auf dem gespielt werden kann. Es öffnet sich eine Tür für mehr Ideen. Nicht nur Fotografen tun dies, auch die Impressionisten ließen sich gegenseitig von ihren Bildern inspirieren, ebenso wie die Surrealisten, Kubisten, italienischen Renaissance-Maler, unzählige Autoren, Drehbuchautoren und Regisseure, Schauspieler, Tänzer und Sänger. Nur in der Fotografie scheinen wir eine Allergie dagegen zu haben, zuzugeben, dass wir die Arbeit anderer nutzen, um uns zu inspirieren. Wir sollten das tun, es ist normal."

Shoot Film

"Fotografiere analog. Das ist eine anspruchsvolle Art zu fotografieren und zwingt einen dazu, die Welt methodischer zu betrachten. So eine geübte Sichtweise ist eine weitaus größere Fähigkeit, als bessere, hellere Pixel mit größeren Tonbereichen zu erhalten.

Filme und ihre Entwicklung sowie das Scannen kosten Geld. Und das macht einen weitaus zielgerichteter. Es ist ein kreativer Imperativ, der durch die Bequemlichkeit des Digitalen so gut wie zerstört wird. Niemand braucht das mehr als der Anfänger oder Fortgeschrittene. Sie müssen die Qual erleben, 40 US-Dollar für 36 Bilder zu bezahlen, von denen keines sehr gut ist. Genau das scheint ja die digitale Fotografie zu verhindern, aber tatsächlich dient sie nur dazu, uns zu verwöhnen und unseren kreativen Antrieb verkümmern zu lassen.
Sie müssen nicht immer nur analog fotografieren. Meine Technik ist es, immer Digital- und Filmkameras dabei zu haben und beide zu benutzen. Mit der Digitalkamera mache ich die vom Kunden angeforderte Tonnage an Bildern, und die Filmkamera hilft mir, meine Fähigkeiten als Fotograf zu verbessern, mich zu verlangsamen, mich zum Nachdenken, Einrahmen und Konzentrieren zu bringen."
Photonenbändiger Photonenbändiger Beitrag 3 von 155
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wahre worte! danke für die zusammenfassung. und in vielem entdeckt man sich wieder, auch wenn es bei mir nicht um menschen/mode/straße usw, sondern um tiere, landschaften - eben naturfotografie geht.

z.b. hier
Zitat: Jürgen W2 22.07.20, 19:59Zum zitierten BeitragAlways Do Pre-Production volle zustimmung! gut 80% meiner zeitlichen aufwendungen für die fotografie investiere ich in vorabrecherche, genau wie dort beschrieben. ich stelle das tarnzelt nicht aufs geratewohl irgendwo hin. ich weiß schon vorher, wann und wo. alles andere wäre ein zufallsergebnis, aber meist vertane zeit. das setzt in der naturfotografie arten- und umfassende biologiekenntnisse voraus.
Baturalp Baturalp Beitrag 4 von 155
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Vielen Dank für Deine Mühe, es ist sehr viel schöner, sich an einen gedeckten Tisch zu setzen.

Zitat: Jürgen W2 22.07.20, 19:59Zum zitierten BeitragStand on the Shoulders Of Giants Egal, womit man sich beschäftigt, ob Musik, Kunst jeglicher Richtung, in allen Wissenschaften, wird man sich an den Großen orientieren müssen, so zumindest ist das Lehrsystem an Schulen bis hin zu den Hochschulen. Der Ansatz kann also nur als Hinweis dienen, wenn man sich autodidaktisch bildet. Während eines Studiums oder einer Ausbildung, wird man ohnehin dorthin gedrängt, wie sollte sonst eine fortschreitende Entwicklung stattfinden, die ein Lehrsystem anstrebt.
Welches System man auch anwendet, ob das Schulische, oder die Autodidaktische, es liegt in der Natur des Lernens, sich die großen Meister zu Rate zu ziehen. Dazu gehören eben auch die Drittregel und der goldene Schnitt. Die Empfehlung von dem Mann ist also nicht sonderlich revolutionär.
Photonenbändiger Photonenbändiger Beitrag 5 von 155
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Zitat: Baturalp 22.07.20, 21:42Zum zitierten BeitragWelches System man auch anwendet, ob das Schulische, oder die Autodidaktische, es liegt in der Natur des Lernens, sich die großen Meister zu Rate zu ziehen.

zwischen schulisch und autodidaktisch besteht aber ein himmelweiter unterschied.

schulisch heißt: von der pike auf (grundlagenwissen erwerben), methodisch und strukuriert. die lernkurve ist zunächst flach und steigt stetig.

autodidaktisch: anfänglich steile lernkurve, stetig abflachend, weil: grundlagenwissen fehlt (meist zumindest). dieser weg ist oft eine sackgasse und verhindert weiterentwicklungen aus sich selbst heraus.

kannst du jeden fragen, der ein instrument spielt.
Baturalp Baturalp Beitrag 6 von 155
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Zitat: Jürgen W2 22.07.20, 19:59Zum zitierten BeitragEin hübsches aufstrebendes Model hat einfach nicht die Magie des Weltklasse-Models, das für die Vogue läuft. Denn die Arbeit des Models beinhaltet Mimik, Gesten und Posen (vor allem auch Blickkontakt) in einer Weise, die man nicht von jedem verlangen kann. Das ist Profiarbeit und die Besseren sind eben besser darin. Das zeigt sich definitiv auf dem Bild. Der unmittelbarste Einfluss, den man auf seine Fotografie haben kann, besteht also darin, zu entscheiden, wen oder was man fotografieren möchte. Man fotografiert also nicht nur professionell, sondern vor allem entscheidet man sich professionell." Ich kenne beide Seiten, in meiner Assistenzzeit habe ich viel Erfahrung der professionellen Fotografie vermittelt bekommen. Es ist effizienter, wenn ein Model weiß, was verlangt wird, die Anweisungen sind knapper. Ein Model, das nicht die große Erfahrung hat, und das sind meißt die Models die gebucht werden, da der Kunde mit Newcomern Geld spart, wird eben etwas mehr an Anweisung erhalten müssen. Das ist aber keine große Sache, der Fotograf allein hat die Verantwortung, die Routine, wie man ein Model dirigiert, das ist in dieser Sparte dies, was als profesionell genannt werden kann. Damit ist diese Zeile kein lehrendes Beispiel Zitat: Jürgen W2 22.07.20, 19:59Zum zitierten BeitragMan fotografiert also nicht nur professionell, sondern vor allem entscheidet man sich professionell.".. Bedeutet nichts anderes als, dass der Fotograf die Fähigkeit haben muss, jederzeit ein "gelungenes" Bild zu produzieren.
Baturalp Baturalp Beitrag 7 von 155
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Zitat: Photonenbändiger 22.07.20, 22:07Zum zitierten Beitrag der pike auf Von der Pike auf bedeutet, man geht in ein Handwerk, lernt dort den Ablauf, die Technik, das Wissen, hat mit schulisch nix zu tun.Zitat: Photonenbändiger 22.07.20, 22:07Zum zitierten Beitragzwischen schulisch und autodidaktisch besteht aber ein himmelweiter unterschied. In den Staaten ist das ein wenig anders, dort wird nach Leistung verlangt, es ist Wurst, ob man von der Hochschule kommt, oder das Handwerk seit Jahren beherrscht (Praxis). Das ist eine gesunde Sichtweise, die in Deutschland weitgehend verloren gegangen ist, es wird nach "Qualifikation" verlangt, ob der Kandidat das bringt, was sein Zeugnis vorgibt, stellt sich erst später heraus.
Markus Hack Markus Hack Beitrag 8 von 155
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Ich kann mit solchen Auflistungen zur Weiterentwicklung, Verbesserung oder sonst was wenig anfangen.

Das Dilemma liegt in der Vielschichtigkeit der Fotografie sowie deren Synthese aus Technik, Kunst, Dokumentation und Kommunikation. Jeder Autor kann hier nur aus seiner persönlichen Sicht solche Punkte formulieren. Zwar ist der Text von Josh S Rose gelungen, aber es bleibt eine persönliche Sicht auf seine fotografischen Themen.

Wer auf Veranstaltungen, Konzerten oder Sport fotografiert wird zum Themen "Fotografiere auf Film" eine andere Meinung haben.

Zwei wesentliche Punkte vermisse ich bei so gut wie jeder Liste zur Selbstoptimierung:

1. Übung
2. konstruktive Selbstkritik
Photonenbändiger Photonenbändiger Beitrag 9 von 155
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Zitat: Baturalp 22.07.20, 22:35Zum zitierten BeitragIn den Staaten ist das ein wenig anders, dort wird nach Leistung verlangt, es ist Wurst, ob man von der Hochschule kommt, oder das Handwerk seit Jahren beherrscht (Praxis). Das ist eine gesunde Sichtweise, die in Deutschland weitgehend verloren gegangen ist, es wird nach "Qualifikation" verlangt, ob der Kandidat das bringt, was sein Zeugnis vorgibt, stellt sich erst später heraus.

vollkommene übereinstimmung. D ist eine zertifikatsgesellschaft. leider. (es geht auch anders, siehe film "good will hunting"). wichtig ist der befähigungsnachweis auf einem zettel. ob du kannst, was da drauf steht, spielt oft keine rolle. zudem gibt es viele berufe, wo fähigkeiten abgefragt werden, welche auf einer UNI nicht gelehrt werden, weil man die nur durch jahrelange praxis erwerben kann und es dafür bestimmter persönlicher eigenschaften als voraussetzung zum erlangen dieser bedarf.

es mag sicherlich ne menge berufe geben, wo ein abschluss zwingend ist (z.b. sprengmeister, pilot oder arzt). ich möchte von keinem aufgeschnitten werden, der von anatomie keine ahnung hat. so viele berufe fallen mir da allerdings nicht ein.

bsp: was nützt es einem UNI-abgänger als feldbiologen, wenn er zwar ne DNA sequenzieren kann aber draußen die tiere nicht sieht/wahrnimmt. das "beobachten können", die richtige interpretation des verhaltens der tiere muss man über jahre in der praxis lernen. und so kommt es, dass so mancher autodidakt einem "fachidioten" oft was vor macht und diesem um längen überlegen ist. leider sind die stellenausschreibungen oft so gestrickt, dass der autodidakt gar nicht erst die möglichkeit bekommt, seine befähigungen unter beweis zu stellen. der schafft es nicht mal ins vorstellungsgespräch. die stelle bekommt der "zettelbesitzer".

worin das endet konnte man in den letzten jahren gut bei den stellenausschreibungen "nationalpark-ranger" auf dem darß erleben. die haben die stellen alle halbe jahr oder im jahresabstand neu ausgeschrieben und dabei in der formulierung der ausschreibung immer den gleichen fehler gemacht, wo es hieß: " .... erforderlich ist ein abschluss in .... ", anstatt zu schreiben " ..... wünschenswert ist ....", womit man dem "zettelbesitzer" den klageweg bei evtl. nichtberücksichtigung abschneidet und autodidakten die tür offen hält. denn wünschen darf man sich ja viel .-). mir will doch keiner erzählen, dass die im halbjahrestakt ihr personal aufgestockt haben oder so viele leute in rente gegangen sind, die eine neubesetzung erforderlich machten. nee, die haben abschlussforderungen gestellt! das dumme ist: zu den aufgaben eines rangers zählt u.a. öffentlichkeitsarbeit, also touriführungen usw. und wer vor einer gruppe unbekannter leute keinen geraden satz raus bekommt, weil er das nervenflattern hat, der ist für diese arbeit schlicht ungeeignet. da dürften viele die probezeit nicht überstanden haben.

woher ich das weiß? ein fall im freundeskreis.

dies mal ein bisschen OT, entschuldigung.
Holger L Holger L Beitrag 10 von 155
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Zitat: Photonenbändiger 23.07.20, 10:45Zum zitierten BeitragD ist eine zertifikatsgesellschaft

Für öffentliche Einrichtungen (zu denen auch Nationalparks gehören), stimmt das (leider) so. In der freien Wirtschaft ist es schon längst anders.

Auch von mir sry für OT, wollte ich aber mal loswerden.
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 11 von 155
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Zitat:"'Kopieren' ... klingt ... falsch, aber wenn es als Teil des kreativen Prozesses verwendet wird, ist es ein leistungsstarkes Werkzeug, das fast alle Profis einsetzen. Es geht darum, Inspiration zu finden."
Ich mache das auch dauernd.

Auf Bildern des im Text genannten Fan Ho kann man sehen, wie man mit Licht und Schatten und Nebel und Freistellung von Personen arbeitet. Ich möchte nicht nur solche Fotos machen, aber eine Weile sollte man so etwas mal ausprobieren und lernen.

https://www.google.com/search?q=fan+ho+ ... DE842DE842

Auf Bildern von Richard Avedon kann man die interessantesten Model-Posen sehen, vielleicht muss man die einfach den Amateur- / TFP-Models zeigen und vormachen?

https://www.google.com/search?rlz=1C1GC ... 66&bih=657

Aus Bildern von Gueorgui Pinkhassov kann man lernen, wie Licht und Texturen und ein bewusstes Weglassen von Details selbst ein relativ banales Bild geheimnisvoll machen.

https://www.google.com/search?q=gueorgu ... DE842DE842

Aus Bildern von Alex Webb kann man lernen, wie viele Menschen (und ihre Silhouetten, Schatten, Reflexionen) man auf einem Streetfoto platzieren kann, in allen Ecken, auf allen Ebenen von oben nach unten, von vorn bis hinten ... manchmal fast ein Dutzend.

https://www.google.com/search?q=alex+we ... 66&bih=657

Von Pete Turner kann man Mut zum Unkonventionellen lernen: wenn schon Farbe, dann auch gleich richtig! Oder eben auch mal total falsch: eine schwarze Giraffe in lilafarbener Savanne vor orangerotem Himmel.

https://www.google.com/search?q=pete+tu ... DE842DE842

Von Daido Moriyama kann jeder Streetfotograf lernen, dass man selbst mit billigsten Kameras und Objektiven extrem spannende Fotos machen kann, wenn man nachts fotografiert, und wenn man nah herangeht, auch und gerade dort, wo es nicht "schön" ist. Aber von ihm kann man wohl auch lernen, dass Tokio eben Tokio ist. Und man kann sich gleich die Frage stellen: kann ich solche Bilder auch in Worms, Wiesbaden, Erlangen oder Augsburg machen?

https://www.google.com/search?q=daido+m ... DE842DE842

Ausprobieren ist essentiell für die eigene Entwicklung. Aus dem Herumprobieren entwickelt man dann irgendwann seinen eigenen Stil. Ein einheitlicher Stil wiederum ist sehr wichtig, wenn man Profi ist: der Kunde braucht eine Vorstellung davon, welche Ergebnisse er erwarten kann. Das kann er nicht, wenn ich jederzeit Neues probiere und das auch so zeige.

Ist man Künstler, ist ein bestimmter Stil wohl auch wichtig ... man erkennt ja Werke von Mondrian oder Chagall oder Dalí oder Rembrandt oder Monet auch ohne Begleittext auf den ersten Blick.

Solange ich reiner Amateur bin, bleibt mir die Freiheit des Probierens erhalten.
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 12 von 155
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Zitat: felixfoto01 22.07.20, 13:11Zum zitierten Beitrag... meine eigenen Erfahrungen in der fotografischen Entwicklung. Besonders wenn man sich aus dem Anfängerniveau herausbewegen möchte. Aber wie könnte das gehen?
"Shoot who you are" - Bruce Gilden

(Bin nicht sicher ... ist das eine Antwort auf die Frage? Es wirft wohl eher eine weitere, schon fast philosophische Frage auf: wer genau bin ich? Worauf bin ich neugierig? Was will ich sehen, und wie will ich es sehen? Und was davon will ich zeigen, und wie will ich es zeigen?)
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 13 von 155
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Für die Meisten ist Weiterentwicklung nur das Kopieren anderer Dinge. Die haben null Kreativität. Die Kamera hat man nur weils cool ist und weils Technik ist, mit der man herum spielen kann. Irgend wann sind Blümchen langweilig, dann muss was neues her, Also sinds dann Tiere und so gehts weiter, bis zur angeblichen Königsdisziplin, der Aktfotografie, wo sich alle Hobbyknipser ehrwürdig verneigen... Allein schon der Klang von Köööönig... Boah ey... Und dann hat man x mal naggerte Mädels abgelichtet und es wird langweilig. Was dann? Noch mehr Weiterentwicklung gibt es nicht mehr weil eine Kaiserdisziplin gibts nicht...
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 14 von 155
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Zitat: Markus Hack 23.07.20, 00:34Zum zitierten BeitragZwei wesentliche Punkte vermisse ich bei so gut wie jeder Liste zur Selbstoptimierung:

1. Übung
2. konstruktive Selbstkritik

und ich würde noch "Geduld" ergänzen wollen. Fotografieren erlernen ist ein langwieriger Prozess. Man bildet dabei eine neue Wahrnehmung und Sichtweise aus und das braucht Zeit. Dies ist selbst durch die beste Kamera und Linse nicht zu ersetzten.
Man bekommt manchmal den Eindruck, als dass dies in Anfänger-Debatten um der Anschaffung einer Kamera, überbewertet wird.
Dem Autor stimme ich in einem Punkt nicht zu. Man muss nicht analog anfangen, um sich zu Disziplinieren.
Ich finde auch nicht, dass man beim Lernprozess dadurch etwas verliert, dass man digital, unendlich viele unbrauchbare Bilder produziert. Man muss sie sich anschauen und sich an den Moment der Aufnahme erinnern. dann kann man Rückschlüsse ziehen und es beim nächsten mal nochmal versuchen.
RMKraemer RMKraemer Beitrag 15 von 155
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Nach meiner Meinung ähnelt die persönliche fotografische Weiterentwicklung dem eigenen individuellen Prozess der persönlichen Weiterentwicklung.
Was man als junger Mensch oft spontan und ohne Planung gemacht hat, hat manchmal "geklappt", ist aber sehr oft voll daneben gegangen. Mit zunehmender Erfahrung aus Fehlern zu lernen, wurde das Verhältnis von "gut gelaufen" zu "voll daneben" deutlich verbessert.

Um diese "gut gelaufen" Ereignisse zu erhöhen, weicht die "spontane" Entscheidung immer mehr einem Prozess der sich auszeichnet durch: Gute Planung, gute Durchführung, gute Nacharbeit.

Übertragen auf die Fotografie ist dies der Unterschied zwischen "drauf los knipsen" und "fotografieren". Ob nun das Medium analog oder digital ist in dem Prozess "Bilder machen", ist eigentlich nur eine Frage der Kosten.
Das Werkzeug das in jedem Prozessschritt "Bilder machen" benutzt wird, muss für das geplante Ziel geeignet sein, ersetzt aber keinen Prozessschritt.

Wie funktioniert dieses Weiterentwickeln denn nun konkret? Na ganz einfach und wie schon seit Jahrtausenden:
Man lernt von den "Meistern" die Regeln und Techniken bis man diese so verinnerlicht hat, das man damit "spielen", "variieren", "konterkarieren", " in Frage stellen", "weiter/neue entwickeln" und letztendlich dadurch seinen eigenen Style kreieren kann. Und schon wieder ist das Werkzeug zweitrangig nur Mittel zum Zweck.

Gruß und wech
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