Reisefotografie

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Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 1 von 271
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Auf der Festplatte wartet er auf Selektion und Aufarbeitung, der fast überblickbare Haufen an Fotos aus dem Sommerurlaub. Zeit, sich für einmal kritisch damit zu befassen.

http://kkmosambik.de/content/wp-content ... _43-46.pdf
Karpfen Karpfen Beitrag 2 von 271
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Zitat: Ehemaliges Mitglied 0815 26.09.18, 15:49Zum zitierten BeitragAuf der Festplatte wartet er auf Selektion und Aufarbeitung, der fast überblickbare Haufen an Fotos aus dem Sommerurlaub. Zeit, sich für einmal kritisch damit zu befassen.

http://kkmosambik.de/content/wp-content ... _43-46.pdf


Zumindest sorgt die Digi-Technik für massenweise Urlaubsfotos und Arbeit, sie später zu löschen.
Als ich noch Dias machte hatte ich für 4 Wo. USA ca. 600 Bilder frei. (Kosten!)
Ich musste jedes Bild vorher prüfen, ob es lohnt.
Na, 100 gingen dann in die Tonne.
Jetzt mache ich 2.000 und 1.500 gehen hinterher in die Tonne.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 3 von 271
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Um aus dem Text von Rosaly Megg zu zitieren:

"Da unsere Welt von Bildern überquillt, werden
täglich neue verlangt, und damit sie uns
nicht langweilen, müssen sie immer seltener,
exotischer, extremer werden."

Dann haben die 1500 Aufnahmen, die du in die Tonne rührst, diesen Anforderungen nicht entsprochen?
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 4 von 271
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Ich denke dass die Ausbeute an brauchbaren Bildern am Anfang der Fotografie geringer ist und man tendenziell ehr auf den Auslöser drückt. Im Ergebnis hat beides zu Folge, dass man viel zu viele Bilder macht und sich überlegen muss, wie man nun mit den Bildern umgeht bzw. was man damit anstellt. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, der auch ich mich auch konfrontiert sehe, wenn sich die Festplattenkapazität langsam erschöpft.
lenmos lenmos   Beitrag 5 von 271
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Ich mache ausschließlich Reisefotos, immer. Oft ist die Reise kurz, nur ein paar Kilometer in die Stadt oder ein paar Schritte von der Haustüre bis in den Wald, ein, zwei Stunden zu einer Bergtour, manchmal auch durch halb Europa und selten mit dem Flieger.

Es gibt halt viele Arten von Fotografen. ;)
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 6 von 271
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Ich denke, es geht nicht nur um die Menge, sondern auch die gedankliche Vorauswahl und Umsetzung dessen, was wir sehen und fotografieren.

“You photograph with all your ideology” (Sebastiãao Salgado).

Wenn jemand Fotos aus Israel / Palästina zeigt, geht es praktisch immer um den Gegensatz zwischen Juden und Arabern, aber nie zwischen den Gegensatz zwischen "links und rechts", "reich und arm", "Mann und Frau", "Autofahrern und Radfahrern", "Sportlichen und Unsportlichen", "politisch Interessierten und politisch Indifferenten", "Fleischessern und Veganern".

Bilder aus Sachsen zeigen uns "links und rechts".

Bilder aus Afrika "reich und arm".

Warum ist das nicht mal genau anders?

Wer zeigt uns "Rechte" und "Linke" aus Kongo oder Mali, und Juden aus Marokko oder Muslime aus Finnland?

Interessant finde ich, wie immer-gleich und stupide fast alle Bilder und somit ja wohl auch wir Fotografen mit unserer Wahrnehmung doch sind.

Schon das Wort "Wahrnehmung" ist dabei linguistisch betrachtenswert, suggeriert es doch, dass das, was wir sehen, fotografieren und dann zeigen, wahr ist.

Weit gefehlt!!
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 7 von 271
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Zitat: Jupp Kaltofen 26.09.18, 21:49Zum zitierten BeitragIch denke dass die Ausbeute an brauchbaren Bildern am Anfang der Fotografie geringer ist und man tendenziell ehr auf den Auslöser drückt. Im Ergebnis hat beides zu Folge, dass man viel zu viele Bilder macht und sich überlegen muss, wie man nun mit den Bildern umgeht bzw. was man damit anstellt. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, der auch ich mich auch konfrontiert sehe, wenn sich die Festplattenkapazität langsam erschöpft.

Hängt wohl damit zusammen, dass man für das "Warum" alle möglichen Antworten parat hat, und wem das nicht genügt, auf Texte zurückgreifen kann, in denen man Beweggründe für die Reisefotografie in Texten psychologisch seziert findet, inklusive negativer Auswirkungen auf die Erinnerung, wie sie Rosaly Megg beschreibt, man sich aber über das "Wozu" nicht im Klaren ist. Das macht dann das Sortieren der fotografischen Beute etwas schwierig.
Hab mir überlegt, ob ich in meinen Fotos nicht vor allem Rechtfertigung für die weite Reise suche. Und die finde ich, wenn sie der Erwartung von Erlebnissen entsprechen (bzw. diese belegen), die ich vor der Reise hatte.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 8 von 271
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>>Interessant finde ich, wie immer-gleich und stupide fast alle Bilder und somit ja wohl auch wir Fotografen mit unserer Wahrnehmung doch sind.<<

Dieser Gedanke drängt sich auf, wenn man die Sektion "Reisefotografie" in der fc oder auf anderen Plattformen anschaut.
Jupp Kaltofen Jupp Kaltofen   Beitrag 9 von 271
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Zitat: Ehemaliges Mitglied 0815 27.09.18, 08:31Zum zitierten BeitragHängt wohl damit zusammen, dass man für das "Warum" alle möglichen Antworten parat hat, und wem das nicht genügt, auf Texte zurückgreifen kann, in denen man Beweggründe für die Reisefotografie in Texten psychologisch seziert findet, inklusive negativer Auswirkungen auf die Erinnerung, wie sie Rosaly Megg beschreibt, man sich aber über das "Wozu" nicht im Klaren ist.


Bedarf es einer schlüssigen Begründung für ein Urlaubsbild? Es wird ganz spontan draufgehalten und abgedrückt.

Rosaly Megg ist professionelle Journalistin und hat damit einen ganz anderen Anspruch an ihre Fotos. Diese sind Teil einer Story und müssen reinpassen.

Meine Bilder folgen keiner Geschichte. Sie sollen einem "normalen Auge" gefallen und den Fokus auf Dinge oder Details lenken, die sonst im täglichen Leben kaum Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Das ist im Grunde auch gar nicht so schwer. Wer hat denn schon mal ein "Unkraut" näher betrachtet? Die meisten Menschen gehen täglich an ihnen vorbei, ohne ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Sie verpassen dabei fantastische Strukturen, feine Farbverläufe, einmalige Texturen und Formen, die die Natur bietet. Man muss nur genau hinsehen und man erkennt die Einmaligkeit der Natur.

Natürlich ist dieses Feld nicht unbearbeitet - aber welches ist es nicht?

Die Fotografie soll ein Ausgleich für mich sein - ein Ausgleich für einen intensiven Arbeitstag. Es entspannt und fordert zugleich. Das "Geschichten erzählen" überlasse ich den anderen Fotografen die das besser können als ich.

Zitat:Hab mir überlegt, ob ich in meinen Fotos nicht vor allem Rechtfertigung für die weite Reise suche. Und die finde ich, wenn sie der Erwartung von Erlebnissen entsprechen (bzw. diese belegen), die ich vor der Reise hatte.

Ich kann nicht beurteilen was Du für dich aus deinen Bildern ableitest. Ich denke aber dass jeder seine eigenen Schlüsse zieht und seine ganz persönlichen Eindrücke damit verbindet. Es würde mich jedoch nicht überraschen, wenn die meisten Urlaubsbilder einfach Just-for-Fun gemacht werden - ohne tieferen Sinn.

Das macht es in der Tat sehr schwer alte Bilder zu entsorgen. Man entsorgt evtl. auch Erinnerungen und Details vergehen im Laufe der Zeit verloren.

Ich habe meine Bilder sortiert - das mache ich immer sofort. Unordnung habe ich nicht aber die Archive werden eben auch nicht kleiner. Da fängt man schon mal an darüber nachzudenken, mal was ausmisten zu wollen.
Der eigene Anspruch und die Befähigung entwickeln sich weiter. Man beurteilt alte Bilder anders als früher. Ein früher gut beurteiltes Bild ist nach einigen Jahren betrachtet eben nicht mehr gut. Man hat evtl. viel bessere Bilder in der Zwischenzeit gemacht und fragt sich, ob man auf das alte Bild nicht verzichten kann.
Eine nicht einfache Aufgabe denn es gibt kein einheitlichen Maßstab für Pro und Kontra.
xxx xxx Beitrag 10 von 271
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Zitat: Ehemaliges Mitglied 0815 27.09.18, 08:34Zum zitierten Beitrag>>Interessant finde ich, wie immer-gleich und stupide fast alle Bilder und somit ja wohl auch wir Fotografen mit unserer Wahrnehmung doch sind.<<

Dieser Gedanke drängt sich auf, wenn man die Sektion "Reisefotografie" in der fc oder auf anderen Plattformen anschaut.


Dass dies aber keineswegs so sein muss, beweisen andere Quellen. Alles hängt am Fotografen, seinen Absichten seinem Konzept und seinem Können in der Umsetzung. Da, wo er es schafft, aussagefähige Bilder zu einem erzählenden Bericht zusammen zu fassen, sind seine Bilder immer ein Erlebnis auch für Außenstehende. Es gilt, nur das eindeutig Repräsentative zu erfassen und zusammenzustellen. Dazu braucht es eine gewisse Sensibilität für das Wesentliche der Orte, die man erlebt. Es gibt schon Amateure, die das ebenso gut können wie ein Geo Fotograf. Oder besser.

Ich selbst habe digital nie anders gearbeitet als wie zuvor, mit Dia, zu dem ich jetzt zurückgekehrt bin. Also sorgfältige Auswahl des WAS, sorgfältige Überlegung zum WIE , maximal 3-4 Einstellungen in Momenten der Unsicherheit über die richtige Perspektive. Das ergab dann selbst in 14 Tagen in einer europäischen Großstadt selten mehr als 400 Bilder, von denen vielleicht 250 bis 300 die Endkontrolle überlebten. Das war nicht billig, aber zielführend.

Die Reisefotografie ist eines der traditionellen, originären Themen der Fotografie von Anfang an, schon seit 170 oder mehr Jahren.
Jahren. Für mich hat sie primär eine Funktion: Sie macht meine Reise später wieder erlebbar, führt zurück an Orte in der Erinnerung. Immer wenn der Winter kommt, hole ich Leinwand und Projektor(en) heraus und bin wieder unterwegs. Wobei sich jedes Mal (in der Qualität der Illusion) das Dia allen anderen Präsentationsformen überlegen zeigt. Für mich jedenfalls.
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 11 von 271
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>>Ich kann nicht beurteilen was Du für dich aus deinen Bildern ableitest. Ich denke aber dass jeder seine eigenen Schlüsse zieht und seine ganz persönlichen Eindrücke damit verbindet. Es würde mich jedoch nicht überraschen, wenn die meisten Urlaubsbilder einfach Just-for-Fun gemacht werden - ohne tieferen Sinn.<<

Wenn wir diesen Umstand beiseite lassen und auch die Suche nach bessere Bilder, andersartigen Bilder, Vertiefung eines bestimmten fotografischen Themas etc. bleibt als eigentlicher Zweck der Reisefotografie

-den Zuhausegebliebenen zeigen, wie es "dort" ist
-eigenes Erleben dokumentieren

Ersteres ist weitgehend obsolet, weil diese Bilder bereits tausendfach gemacht und abrufbar sind. Flüge sind billig wie noch nie und auch die entferntesten touristischen Ziele sind fast für jeden erreichbar. Ausnahmen liegen nur noch in grösserer Ferne und in den Extremen (https://www.cbsnews.com/news/into-the-w ... 0-minutes/) Wenn ich eine Gegend noch nicht kenne, orientiere ich mich wie viele andere vor allem an bekannten Klischees.
Die Fotos verschweigen dann denn Umstand, dass ich in der Hauptsache nicht Vögel beobachtet und Wasserfälle bestaunt, sondern die meiste Zeit auf eine Strasse gestiert und den Abstand zwischen entgegenkommendem Lastwagen und Strassengraben abgeschätzt habe. Weiter sind viele bedeutsame Erlebnisse gar nicht fotografierbar, z.B. Begegnungen mit Menschen oder auch, was sich im Kopf abspielt incl. Vorstellungen und Phantastereien. Fotos stützen zwar die Erinnerung aber prägen sie auch.

>>Die Reisefotografie ist eines der traditionellen, originären Themen der Fotografie von Anfang an, schon seit 170 oder mehr Jahren.<<

Dieser Text ist schon ein paar Jahre alt und geht mit fotografierenden Pauschalreisenden ins Gericht:

https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/ ... sequence=1
Karpfen Karpfen Beitrag 12 von 271
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Zitat: Ehemaliges Mitglied 0815 27.09.18, 08:34Zum zitierten Beitrag>>Interessant finde ich, wie immer-gleich und stupide fast alle Bilder und somit ja wohl auch wir Fotografen mit unserer Wahrnehmung doch sind.<<

Dieser Gedanke drängt sich auf, wenn man die Sektion "Reisefotografie" in der fc oder auf anderen Plattformen anschaut.


Man darf ja nicht von einer fc ausgehen.

Tatsächlich gibt es Reisefotografie für den Normalverbraucher, der will Erinnerungen speichern.
Und für diejenigen die "interessante " Bilder machen wollen.
Das arme/liebe Kind, die alte verschrumpelte Frau, das Fahrrad mit den ^1.000 Körben.
lenmos lenmos   Beitrag 13 von 271
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Zitat: Karpfen 28.09.18, 13:05Zum zitierten BeitragDas arme/liebe Kind, die alte verschrumpelte Frau, das Fahrrad mit den ^1.000 Körben.
Jeder fängt einmal klein an.
xxx xxx Beitrag 14 von 271
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Zitat: Karpfen 28.09.18, 13:05Zum zitierten BeitragDas arme/liebe Kind, die alte verschrumpelte Frau, das Fahrrad mit den ^1.000 Körben.


Das sind niemals interessante Bilder sondern lediglich Zeugnisse des Denkens in "Motiven", in das sich sie Amateurfotografie schon früh verirrt hat.
N. Nescio N. Nescio   Beitrag 15 von 271
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Reisefotografie früher war Reportage für magazinleser.
Reisefotografie heute ist familienfotografie fürs privatalbum.
Kann man nicht vergleichen.
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