Probleme mit anderen Personen beim Fotografieren

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Christoffer Zeller Christoffer Zeller Beitrag 1 von 56
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Hallo zusammen,

kennt ihr auch Situationen, in denen ihr „Probleme“ beim Fotografieren bekommen habt in Form von kritischen Nachfragen anderer Personen?

Folgende zwei Situationen:

a) Ich habe einmal eine Häuserfassade eines älter anmutenden Hauses von der anderen Straßenseite aus fotografiert (Normalbrennweite). Scheinbar wurde das von einem Anwohner im Inneren des Hauses gesehen, der seinen Kopf dann zum Fenster rausgestreckt hat und mich belehren wollte, was ich darf und was nicht. Aus „Kulanz“ und da mir das Foto nicht wichtig war, habe ich ihm angeboten dieses zu löschen, allerdings bestand er nicht darauf, da ich zunächst freundlich erklärt habe, dass ich Hobbyfotograf wäre und die Bilder nur für mich wären. Dass ich jedoch im Recht sei und nichts Illegales tat, hat er mir nicht abgenommen (Haus außerhalb des Grundstückes ohne besondere Hilfsmittel fotografiert, nicht in Innenraum fotografiert).

b) Als ich zur Blauen Stunde eine Aufreihung von Lichtern an einem Busbahnhof fotografiert habe und mir von Weitem eine Person ins Bild lief, die unkenntlich klein im Hintergrund mit abgelichtet wurde. Ich habe dann extra gewartet, ein weiteres Foto zu machen, bis die Person an mir vorbei gelaufen war. Kurz darauf kam die Person zurück und fragte mich, ob er mit auf dem Bild wäre. Ich habe ihm gesagt, dass er unkenntlich im Hintergrund sei, daraufhin schien er zufrieden zu sein und ging. Rein rechtlich wäre es auch kein Problem gewesen, wenn er kenntlich gewesen wäre, solange er nur Beiwerk ist. Ich hätte aber auch hier nicht auf meinem Recht bestanden im Fall der Fälle.

Aus „Pietät“ verzichte ich inzwischen auf das Fotografieren von Häuserfassaden auf Straßen bzw. Gehwegen, die durch reine Wohngebiete verlaufen. Diesbezügliche Ängste von Anwohnern kann ich schon verstehen, da durch das Anfertigen von Fotos manche kriminelle Banden sich angeblich vorab einen Eindruck von Gebäuden verschaffen sollen.


Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?



Viele Grüße
Knips Omat Knips Omat   Beitrag 2 von 56
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Ich bin auch schon hin und wieder mit selbsternannten Hilfssheriffs aneinandergeraten, die meinten, mir das Fotografieren auf öffentlichem Gelände verbieten zu wollen.

Einmal habe ich so einem Möchtegern-Blockwart sogar angedroht, die Polizei zu rufen, wenn er mich nicht sofort in Ruhe lässt, dann hat er sich endlich getrollt.

Einmal hat mich sogar einer bedroht und übel beschimpft, obwohl ich noch nicht einmal ein Foto gemacht hatte - ich kam lediglich mit einer Kamera in der Hand aus dem Friseursalon, weil ich die damals noch relativ wertvolle Mittelformatkamera nicht im Auto lassen wollte...

Ganz sicher werde ich mir von solchen Kaspern das Fotografieren nicht verbieten oder vermiesen lassen. Wenn da einer ein Problem mit hat, ist das sein Problem, nicht meins. Und Deppen gibt's halt überall. Wie gesagt, man muss unter Umständen noch nicht mal fotografiert haben, damit sich einer aufregt.

Ich hatte aber andererseits auch schon einige sehr nette und freundliche Gespräche mit Passanten, die interessiert nachfragten.
Silvie Manzen Silvie Manzen Beitrag 3 von 56
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Ach, harmlos. Ich war schon alles Mögliche. Einbrecher, Markenspion, Geheimdienstler, Arbeitskontrolleur, Terrorist, Polizeispitzel, Kinderschänder, Spanner, hochbezahlter Paparazzi, Gaffer, im harmlosesten Fall nur ein Spinner mit Knipse, über den man den Kopf schüttelt. Aber es gab auch mal einen, der hielt mich für einen Kynstler, als ich im Wind wehende Mülltüten fotografierte.
MatthiasausK MatthiasausK Beitrag 4 von 56
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Zitat: Christoffer Zeller 31.10.18, 13:05Zum zitierten BeitragWas habt ihr für Erfahrungen gemacht?


Ich wurde mal von einem Security-Menschen festgehalten bzw. sagen wir: ich bin nicht einfach weggegangen. Auf meine Weigerung, mich auszuweisen, hat er tatsächlich die Polizei gerufen ... und von denen dann einen Mordseinlauf bekommen, wegen kräftiger Kompetenzüberschreitung. War im Endeffekt lustig.
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 5 von 56
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Bei mir hat sich bisher keiner aufgeregt. Man fragte mich eher, ob ich denn überhaupt fotografieren und mit der Kamera umgehen könne und so... :-)
Männer... :o)
Killerkralle Killerkralle Beitrag 6 von 56
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.... es war zur Zeit der Brockdorffdemonstationen ..... ich habe in Wilster lediglich ein vergammeltes Abbruchhaus fotografiert als ein " Aktivist" meinte ich fotografiere hier "Wohnraum" der wohl im Auftrage der Stadt zum Abriss ausgewählt werden soll uns schon hat er mir vor den Augen meiner kleinen Kinder was " aus Maul" gegeben !
FBothe FBothe   Beitrag 7 von 56
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Als ich dieses Foto gemacht habe:
Stehbierstube Stehbierstube FBothe 10.12.17 2

hatte ich ein ähnliches Erlebnis. Ich hatte natürlich mehrere Fotos mit verschiedenen Perspektiven und Einstellungen gemacht, was nicht unbeobachtet blieb. Und so ging eins der Fenster auf und ein älterer Herr rief über die Straße, dass ich das nicht dürfe, weil das ein Privathaus sei. Meinen kurzen Einwand, dass ich von einer öffentlichen Straße aus fotografiere und es deshalb erlaubt sei, auch sein Privathaus von dort aus zu fotografieren, brachte ihn mehr und mehr in Rage.
Da ich meine Fotos im Kasten hatte und keine weitere Ausuferung dieses Streites herbei führen wollte, drehte ich - unter weiteren Rufen, dass ich Verbotenes getan habe - ab und suchte das nächste Haus, das mich fotografisch interessierte.

Es ist ja an sich nicht die Sache selbst, dass einige Leute mit der Panoramafreiheit nichts anzufangen wissen. Aber in ihrer unbeirrbaren Rechthaberei geht einem der eine oder andere Zeitgenosse schon mal auf den Geist.
Alice vom See Alice vom See   Beitrag 8 von 56
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Diese Rechthaberei greift immer mehr um sich. Wenn es nur bei der Rechthaberei bliebe, so meint jeder Rechthaber auch noch sich verbal und tätlich eingreifen zu müssen...

Aber mit ist das, den Göttinnen sei Dank, bisher noch nicht passiert.
RMKraemer RMKraemer Beitrag 9 von 56
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Leider nehmen die "Probleme mit anderen Personen..." im urbanen und nicht von Touristen besuchtem Umfeld "gefühlt" zu.
Früher wurde ich interessiert und freundlich gefragt von welcher Zeitung ich denn sei....
... heute werde ich als "schau, schon wieder einer von der Lügenpresse" quasi von meinen Motiven (ja rechtswidrig) verjagt.

Früher hab ich gerne geantwortet das ich "von keiner Zeitung sei und mich nur für das jeweilige Motiv wegen weil interessiere" ...
... heute werde ich für die gleiche Antwort mit "das ist Privatgelände/Privatgebäude, mach dich vom Acker, sonst ist deine Kamera gleich nur noch Schrott" beschimpft... (die Beschimpfungen mit "Stativ" und "Ar***" schenke ich mir jetzt)

.... übrigens... "früher" ist noch keine 10 Jahre her :-(
Ich fotografiere nur noch ganz selten im urbanen und nicht von Touristen besuchtem Umfeld, weil ich einfach keinen Bock hab, mir die Lust am Motiv wegen solchen immer häufiger an zu treffenden "rechthabenden" Mitmenschen versauen zu lassen.

Also:
SLR auf Stativ mit Tilt-Shift Optik..... gaaanz schlechte Idee....
Smartphone und gefaktes Selfi (ein Arm ganz blöd in die Luft und Finger bilden ein V) dagegen geht....

Leider ist mir das nur im deutschen Osten aber nirgendwo anders in Europa, Asien oder Amerika passiert.
Dabei sind gerade im deutschen Osten sehr tolle Motive und Gebäude mit Pflanzen Szenen, die man sonstwo nur ganz selten findet.
Zur Ehrenrettung der deutschen "Rechthaber und Besserwisser": in bestimmten Gegenden mancher amerikanischen Südstaaten Städte würde ich nichtmals ein Handy-Selfi machen wollen.... :-)
Matthias von Schramm Matthias von Schramm   Beitrag 10 von 56
4 x bedankt
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Ja die Probleme mit Passanten nehmen schon zu. Ich werde selten angesprochen - aber wenn auf die hier schon erwähnte Weise, grüße ich freundlich und gehe weiter, weil ich bei meinen Fototouren nicht selten auch im "Tunnel" bin und mich solche Sachen aus der Konzentration bringen könnten- - ich gehe gewissermaßen am besten den Provokateuren aus dem Weg. Diskussionen mit solchen Leuten bringen auch meistens nicht. So fern sie einem nicht hinter her stellen oder handgreiflich werden (was mir tatsächlich noch nie passiert ist), komme ich mit dem Ignorieren solcher Leute ganz klar. Bloß nicht in einen offenen Streit um Rechthaberei und solcher Dinge zu gehen, oder da gesondert im Nachhinein große Geschichten machen. Man sollte diesen Leuten wenn es geht nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken.
Linse18 Linse18 Beitrag 11 von 56
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Hallo zusammen,

jetzt muss ich doch mal eine Lanze für die bösen, kunstverachtenend Motive brechen.
Danke an den OP übrigens ich wollte schon länger einen ähnlichen Post allerdings mit diametral anderem Ausgangspunkt erstellen.


Ich persönliche finde es unmöglich fremde Leute oder privates einfach so zu fotografieren, ohne dass diese widersprechen können.
Wie ist da die Lage in der Streetfotografie? Ist das Persönlichkeitsrecht den Fotografen einfach egal ?

Ich fotografiere unseren Jüngsten sehr gerne, aber wenn auf dem Spielplatz oder im Zoo andere Kinder mit drauf sind, dann lass ich es einfach - auch wenn es manchmal weh tut, weil es ein tolles Bild geworden wäre.

Wie sehen das die anderen?
Christoffer Zeller Christoffer Zeller Beitrag 12 von 56
1 x bedankt
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@Linse18

Ich bin da auch vorsichtig, gerade durch die sozialen Medien oder Ähnliches kann man durch Bilder Leute auch mal ganz schnell verunglimpfen, daher sind auch alle sensibler wenn es um's eigene Bild geht als meinetwegen noch vor 20 Jahren.

Dass aber mit der nötigen "Empathie" fotografiert wird, davon gehe ich aus und dann müssen andere Personen, die in das
eigene Schaffen unrechtmäßig eingreifen wollen auch GANZ KLAR die Grenze aufgezeigt bekommen, so meine Meinung. Wichtig ist nur, dass man selbst über seine Rechte Bescheid weiß.

Die eigentliche Streetfotografie im puren Sinn ist durch die Rechtslage hierzulande im Prinzip komplett tot. Diejenigen, die fremde Menschen ungefragt ablichten und möglicherweise erst im Nachhinein fragen oder gar nicht, gehen schon ein gewisses Risiko ein. Alle Achtung, wenn das im Sinne der Kunst so praktiziert wird. Als Hobbyfotograf ist es mir durch den womöglichen Ärger aber nicht wert.

Grüße
Jürgen W2 Jürgen W2 Beitrag 13 von 56
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Zitat: Linse18 05.11.18, 14:02Zum zitierten BeitragIch persönliche finde es unmöglich fremde Leute oder privates einfach so zu fotografieren, ohne dass diese widersprechen können.
Wie ist da die Lage in der Streetfotografie?


Darüber hat, außer dir, sicher noch niemand nachgedacht.

Das ist ja mal ein ganz neues Thema.

Vielleicht sollte da mal jemand ein Buch drüber schreiben.
RMKraemer RMKraemer Beitrag 14 von 56
2 x bedankt
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Nach meinem Verständnis geht es bei dieser Diskussion nicht um People-Fotografie die nach DSGVO besonderem Schutz unterliegt, sondern um Darstellung von interessanten Gebäuden/Strassenzügen etc. die vom öffentlichem Gelände ohne natürliche Grenzen überwindende Hilfsmittel sichtbar sind.
Zum Beispiel:

old red old red RMKraemer 05.11.18 0 weather, witchcraft or nature weather, witchcra… RMKraemer 05.11.18 0


Ausserdem fotografiere ich immer nach dem Motto "was Du nicht willst was man Dir tut, das tu auch keinem Anderen"
Im Bildbeispiel wird nur der Besitzer/die Mieter/die Nachbarschaft erkennnen wo dieses Gebäudeteil ist.
Linse18 Linse18 Beitrag 15 von 56
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Zitat: Jürgen W2 05.11.18, 15:53Zum zitierten BeitragZitat: Linse18 05.11.18, 14:02Zum zitierten BeitragIch persönliche finde es unmöglich fremde Leute oder privates einfach so zu fotografieren, ohne dass diese widersprechen können.
Wie ist da die Lage in der Streetfotografie?


Darüber hat, außer dir, sicher noch niemand nachgedacht.

Das ist ja mal ein ganz neues Thema.

Vielleicht sollte da mal jemand ein Buch drüber schreiben.



Aua Aua, das tut weh....
Zum einen meine ich nicht behauptet zu haben der Erste zu sein, der die Problematik erkannt hat. Ein platte Unterstellung also.

Zum anderen ist es natürlich bezeichnend für deine Dialogkultur vermeintlich zu zitieren, aber dabei aber einfach etwas weg zu lassen um die Interpretationsrichtung zu bestimmen. Das mag beim nachträglichen Beschneiden von Fotos toll sein, bei einem "Gespräch" ist es schlicht unfair.

Zitat: Linse18 05.11.18, 14:02Zum zitierten BeitragWie sehen das die anderen?

...das fehlte noch bei dem Zitat und bittet explizit um die Meinung dieser Community.

Also wie siehst du es denn? Sind dir die Persönlichkeitsrechte andere Menschen egal, weil du die künstlerische Selbstverwirklichung auf Teufel-komm-raus suchst oder gehst du doch mit Augenmaß an die Sache ran?
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