Richtig blitzen - wie denn nun?

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Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 1 von 22
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Seit geraumer Zeit suche ich das richtige Rezept zum Blitzen mit einer (D)SLR (in meinem Fall D70, nun D200, ist aber im Grunde egal, da sich sogar analog die gleichen Probleme stellen). Ziel sollen möglichst natürliche Innenraumaufnahmen sein, bei denen die Lichtstimmung weitgehend erhalten bleibt.

Also, jede Methode hat irgendwelche Nachteile.

1. ISO hoch auf 800 oder mehr, lange Zeit (1/40 oder länger)
Vorteil: super Lichtstimmung
Nachteil: es rauscht wie im dunklen Wald, es gibt oft Unschärfen

2. ISO 400, 1/60 sec., Blende ganz weit auf
Vorteil: immer noch recht gute Lichtstimmung, Rauschen hält sich in Grenzen, scharf
Nachteil: geringe Tiefenschärfe

3. ISO 100, 1/60 sec., Blende irgendwo bei 4,5 bis 6,3
Vorteil: kein Rauschen, scharf, ausreichende Tiefenschärfe
Nachteil: "totgeblitzt", Lichtstimmung adé

Dann das Thema indirekt blitzen:

1. gegen die Decke geht es oft nicht, wenn oben Holz oder andere farbige Materialien sind. Softbox ist ein tragbarer Kompromiss

2. kleine weiße Klappe am SB-800 rausklappen erledigt das Problem mit den Holzdecken weitgehend, es gibt nette Spitzlichter in den Augen

3. große Räume bringen den Blitz oft an die Grenze. Hier helfe ich mir in der Regel mit einer langen Zeit und höheren ISO-Werten (400). Wenn möglich, indirekt, was je nach Raumhöhe oft nicht möglich ist.

Und schließlich noch das Auhellblitzen:

Gerade draußen ist es oft dermaßen hell, dass es Probleme mit offener Blende (für Porträts) gibt. Schlagschatten hin oder her, bei praller Sonne wird's schwierig. Allerdings habe ich noch nicht mit Kurzzeitsync unter Verlust der Leizahl gearbeitet. Hilft das?

Also, wie macht Ihr's? Insbesondere die Hochzeits-, Party- und Konzertfotografen haben doch sicherlich einige gute Tipps auf Lager.
alephnull alephnull Beitrag 2 von 22
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Hallo Patrick,

ich habe teils mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, zumal ich noch auf Analog bin und Vorteile wie ISO-Variablität oder unmittelbare Kontrolle nicht nutzen kann.

Wenn Blitzen nicht gerade unter Studiobedingungen erfolgt, dann ist es (fast) immer nur eine Krücke - jedenfalls wenn es um natürliche Lichtstimmung geht. Neben dem, was Du schon aufgeführt hast, fällt mir nicht mehr viel ein. Vielleicht nur noch folgendes:

Überraschend gute Erfahrungen habe ich mit indirektem Blitzen gegen die Wand gemacht. Freilich sollte die dann auch "in Richtung" Weiß gehen. In vielen Räumen gibt es aber weiße Tapeten und man kommt als eingeübter "Deckenblitzer" zu selten auf die Idee, es auch mal gegen die Wand zu probieren. Mancherlei Schatten (unter der Nase, Kinn usw.) lassen sich so besser vermeiden.

Als weitere Möglichkeit habe ich einen Zusatzblitz dabei. So ein Teil (WOC-250), das es z.B. bei BRENNER für 45 Euronen gibt: hat LZ 25 und löst durch eingebauten Sensor aus. Erstaunlich, was so ein Zweitblitz (in Zusammenarbeit mit dem Hauptblitz) für eine Aufhellung produziert, wenn er ebenfalls gegen Decke oder Wand gerichtet wird. Allerdings heißt es damit experimentieren, um die richtige Position im Raum bzw. zum Motiv zu finden. Dürfte aber bei Digital kein Problem sein.
Johannes Leber Johannes Leber Beitrag 3 von 22
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Ein Omnibounce ist im Grunde auch nicht verkehrt
Detlef Rudolf Braun Detlef Rudolf Braun Beitrag 4 von 22
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Hallo Patrick,

Blitzen ist in meinen Augen immer ein Behelf, zumal die Farbtemperatur des Blitzes nur bei Sonnenschein der der Umgebung entspricht. Blitzen zerstört die Stimmung, ist aber fast unentbehrlich, wenn es auf Dokumentation ankommt und kein ausreichendes Licht vorhanden ist.

Peter hat bereits geschrieben, dass in Räumen oft ein Blitz gegen eine (gegenüber- oder über Eck liegende) helle Wand zu brauchbaren Ergebnissen führt. Falls das nicht geht, blitze ich mit Bouncer.

Bei der D200 kannst Du die Blende vorwählen und mit knappen Zeiten arbeiten (vermutlich bis 1/8000). Setzt Du nun die Leuchtkraft des Blitzes herab, kannst Du Schatten bei Sonnenschein sehr gut aufhellen, wobei allerdings das Problemn der Farbtemperatur bleibt.

Ich habe zum Nikon SB 800 farbige Ausgleichsfolien bekommen, allerdings noch nie benutzt.

Gruß
Detlef
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 5 von 22
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sollte bei nikon doch ähnlich gehen:
http://www.dforum.de/Technik/e-ttl/blitzen.htm
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 6 von 22
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Der Link ist schon mal prima :-) Viele Sachen sind bekannt, einiges ist neu.

Ich glaube, ich sollte mal die Folien des SB-800 benutzen.
Zimt S. Zimt S. Beitrag 7 von 22
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Die Glühbirnen-Folie taugt erfahrungsgemäß recht gut, ich habe aber noch keine Neon-Lampe gefunden, die annähernd die Farbtemperatur hat, die durch die Neonlicht-Ausgleichsfolie erzeugt wird.
Farbenstern Peters Farbenstern Peters Beitrag 8 von 22
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Die Folien werden auch beim Film ( TV Branche ) eingesetzt.

Die richtige Temperatur kann natürlich auch im RAW eingestellt werden... allerdings nicht bei Mischlicht somit kann man dann den Blitz an das Ungebungslicht anpassen...

Mein alter Metz hat etwas wärmeres Licht und kommt mir somit der Raumbeleuchtung entgegen...

Moderne Blitze haben oft ein sehr kaltes Licht das die Kamera auf (Blitz) Weißabgleich stehen muß um kein blaues Licht zu produzieren....

Eine Lösung wäre auch ein aufsteck Reflektor der wärmeres Licht erzeugt...Bouncer im Notfall was ja oben schon erwähnt wurde...
Ehemaliges Mitglied Ehemaliges Mitglied Beitrag 9 von 22
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Also, ich habe gestern das Aufhellblitzen im Freien geübt und versucht, einige Tipps aus dem dforum umzusetzen.

Link von Eike:

http://www.dforum.de/Technik/e-ttl/blitzen.htm

Das ist mir nur sehr eingeschränkt bis gar nicht gelungen. Es ist fast unmöglich, den Hintergrund gegenüber dem Hauptmotiv abzudunkeln. Lasse ich die Kamera unterbelichten, wird das ganze Bild dunkler, auch das geblitzte Objekt. Regele ich den Blitz hoch, wird das geblitzte Objekt zu hell. Wie geht es denn nun? Ich habe mit Zeitautomatik, also Blendenvorwahl, gearbeitet.

Was ich ebenfalls noch nie verstanden habe: wie unterscheiden sich am SB-800 die Betriebsarten TTL und TTL-BL? TTL-BL ist ja angeblich Aufhellblitzen, in der Praxis sehe ich aber keinen Unterschied.
Sören Spieckermann Sören Spieckermann   Beitrag 10 von 22
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Patrick Holland-Moritz schrieb:

Zitat:Also, ich habe gestern das Aufhellblitzen im Freien geübt und
versucht, einige Tipps aus dem dforum umzusetzen.

Link von Eike:

http://www.dforum.de/Technik/e-ttl/blitzen.htm

Das ist mir nur sehr eingeschränkt bis gar nicht gelungen. Es
ist fast unmöglich, den Hintergrund gegenüber dem Hauptmotiv
abzudunkeln. Lasse ich die Kamera unterbelichten, wird das
ganze Bild dunkler, auch das geblitzte Objekt. Regele ich den
Blitz hoch, wird das geblitzte Objekt zu hell. Wie geht es denn
nun? Ich habe mit Zeitautomatik, also Blendenvorwahl,
gearbeitet.

Das könnte evt. daran liegen, dass die Tipps im Link auf Canon bezogen sind. Evt. arbeitet die Zeitvorwahl, Blendenvorwahl etc. bei Nikon im Blitzbetrieb anders ;-)

Zitat:Was ich ebenfalls noch nie verstanden habe: wie unterscheiden
sich am SB-800 die Betriebsarten TTL und TTL-BL? TTL-BL ist ja
angeblich Aufhellblitzen, in der Praxis sehe ich aber keinen
Unterschied.

Da kann ich Dir nicht weiterhelfen.

Gruß
Sören
Detlef Rudolf Braun Detlef Rudolf Braun Beitrag 11 von 22
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Hallo Patrick,
zum Aufhellblitzen verwende bitte TTL-BL. Bei meiner D2x musste ich erst im Menü einstellen, dass auch kürzere Zeiten als 1/250 funktionieren.
Die Einstzellscheibe kam heute übrigens an. Vielen Dank und
beste Grüße
Detlef
Tomi Vogt Tomi Vogt Beitrag 12 von 22
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Wenn es nicht zu dunkel ist, also die Belichtungszeit nicht mehr "haltbar" ist, habe ich ganz gute Erfahrungen mit der Einstellung "slow" bzw "slow, rear" bei runtergeregeltem Blitz (SB800, 0,5-2,0 Blenden runter) und aufgestecktem Difusor gemacht. Der Blitz ist da, aber "erschlägt" nicht alles und das Restlicht kommt gut zur Geltung.

P.S. Das mit den Folien muss ich mal ausprobieren. Guter Tipp, Zimt S.! Habe sie noch nie ausprobiert. Liegen wohl noch in der Originalverpackung. *grins*
Gespür für Licht Gespür für Licht Beitrag 13 von 22
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Bis 24mm habe ich es raus, ab 24mm abwärts wäre ich selber für Tipps dankbar.

Party: Zeitvorwahl, 30tel oder 60tel auf ISO 800 und direkt anblitzen mit Softbox und slow-sync auf den ersten Vorhang. Wenn die Leute ruhiger sind (z.B. Senioren), arbeite ich manchmal auch mit sync auf den 2ten Vorhang und Arbeitsblende 4 bei Blendenvorwahl. Da mus man ann aufpassen wie Hund, dass man in einer wichtigen Situation nicht plötzlich mit einer 8tel Sekunde dasteht. In Extremfällen (recht gleichbleibende Lichtsituation messe ich die Szene mit Spotmessung sauber aus und stelle Kamera und Blitz auf "M". Dan mache ich fill-flash nach Gefühl z.B. 1/16tel oder 1/32tel der Leistung und zwischendurch Histogramme checken.

Porträt: Ich arbeite entweder mit ISO 800 und ISO 1600 ohne Blitz (AIS 1,4/35mm) oder mit Lichtakzenten über CLS, wobei ich einen diffusor vor den kleinen Masterblitz an der Kanmera mache (Agfa-Gukki-Diffusor & Tesa). So kan man auch künstliches Gegenlicht erzeugen.

Produkt: 80% Dauerlicht plus 20% Akzente über CLS

Makro: indirekt über irgendwas notfalls über die Handinnenfläche und später den Weißabgleich korrigieren.



Was ich wissen muss: Wie blitze ich unterhalb von 24mmm?????
Herr Herrmann Herr Herrmann   Beitrag 14 von 22
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....zum Thema Aufhellblitzen funktioniert auch Folgendes gut (D70): Belichtung bestimmen (z.B.: f5.6, 1/125 sec), an der Kamera (Modus manuell) die gemessene Belichtung um ca. 1 Stufe unterbelichtet einstellen (z.B.: f8, 1/125 sec), dann mit SB-600/800 + Omnibounce im i-TTL Modus blitzen. Der Blitz dosiert nun automatisch das fehlende Licht hinzu. Die Aufhellung ist sehr moderat, die natürliche Stimmung bleibt erhalten.
Gruß, Lutz



Nachricht bearbeitet (10:59h)
Gregor Killing Gregor Killing Beitrag 15 von 22
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Ich habe neulich ebenfalls den bereits erläuterten Weg gewählt und brauchbare Resultate erzielt. Mit einem ISO Wert von 200 - 400 und einer relativ kleinen Blende (mein Weitwinkel muß leider ziemlich stark abgeblendet werden um akzeptabele Resultate zu liefern - also Blende 9 oder 11) und einer vergleichsweise langen Zeit (so ca. 1/10 Sec.) habe ich mit dem kamerainternen Beli eine Spotmessung von einer Unterbelichtung von 1 - 2 Blenden gemessen.
Den E-TTL Blitz indirekt (über den angebauten kleinen Reflektor) und mit einer reduzierten Blitzleistung von 0,5 - 1,5 Blenden auf den 2. Vorhang geblitzt.

Beispiele:

extrem kurze Brennweite:

Photograph baut Ausstellung auf Photograph baut A… Gregor Killing 16.12.05 4


moderates WW:

Wiebke (#1) Wiebke (#1) Gregor Killing 23.11.05 10


Nachteil bei diesem Vorgehen ist, daß relativ viel Energie aus den Akkus gezogen wird und man den Weißabgleich leider nur nachträglich machen kann.
Der Vorteil liegt wohl in den relativ harmonisch ausgeleuchteten Bildern.
Beim Thema Aufhellblitz im Freien habe ich noch keine befriedigenden Resultate erzielt.

Werde den Thread mit Interesse weiterlesen.

Gruß

G.



Nachricht bearbeitet (11:15h)
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