Kurze Frage zum entfernen des Films aus dem Behälter

<12>
Diskutier doch mit!
Anmelden und kostenlos mitmachen.
Kostenlos mitmachen
Deine Daten sind bei
uns sicher!
Google Anzeigen Google Anzeigen
Thomas.T. Thomas.T. Beitrag 16 von 16
0 x bedankt
Beitrag verlinken
Zitat: Zockel 06.02.20, 22:01Zum zitierten BeitragWozu braucht man eigentlich in der heutigen Zeit, in der man keine analog fotografierten Reportagen mehr unterwegs entwickeln und schnellstmöglich abliefern muß, eine solche Tageslichtdose?
Zumal der Film hierbei ständig gedreht werden muß, weil er aufgrund des begrenzten Fassungsvermögens nicht ständig in der Suppe schwimmt; Entwicklungsmethoden mit nicht ständiger Bewegung, oder gar Standentwicklung, sind also schon mal gar nicht möglich.
In älterer Literatur wie z.B. "Leica-Technik" von Emmermann/Neumann von 1951 wird bei der Beschreibung der Rondinax 35-Dose auf Seite 141 auch der komplizierte Aufbau der Dose erwähnt und die daraus folgende umständliche Reinigung bemängelt.
Zum Sammeln historischer Fotoutensilien mag diese Dose ihren Reiz haben, aber zum wirklichen Benützen bräuchte ich sie nicht.
;-)


Ich habe die Rondinax 35 und die 60.
Sofern man keine Standentwicklung macht, muss man eine normale Dose auch alle 30 Sekunden kippen. Also das Argument zählt IMO nicht so sehr. Eine Rondinax ist da sozusagen umweltfreundlicher, die muss man nicht andauern auf den Tisch knallen.

Die Entwicklung in einer Rondinax geht schneller durch die Rotation, Faustformel -1/6 der sonst üblichen Zeiten. Das kann schon ein netter Nebeneffekt sein, wenn man lange Entwicklungszeiten hat. Man dreht auch nicht permanent, sondern in der Etwicklung alle ~2 - 5 Sekungen. In der Fixierung die ersten 2 Minuten alle 2 Sekunden, dann alle 30 Sekunden bis zum Ende der Fixierung (sagt jedenfalls die originale Gebrauchsanweisung von Agfa, wenn die Erinnerung stimmt). Wenn der Fix schon etwas älter ist, verlängere ich die Zeit etwas mit Intervallen von 15 Sekungen. Schlusswässerung analog der Ilford Methode, erste Wässerung kurz durchdrehen, dann raus, dann noch 6 Intervalle mit jeweils kurz durchdrehen, um die Blasen zu entfernen, dann 5 Minuten stehen lassen und Wasser wechseln. Hat bisher tadellos funktioniert.

Man braucht weniger Entwickler - allerdings kann das auch nachteilig sein, wenn man z.B. Xtol 1+2 oder 1+3 machen möchte.

Die Reinigung finde ich auch nicht schwieriger. Obwohl es schon ein wenig witzig wird, wenn Leica-Aficionados der 1950er sich über Kompliziertheit beschweren - wie war das mit dem Filmeinlegen in den ollen Leicas? ;-) Bei Leica-Schriften wäre ich persönlich immer vorsichtig, ob da nicht alles in Grund und Boden geschympft wird, weil es -Gipfel der Häresie- nicht von Leica kommt, sondern von dieser popeligen Agfa, die gefälligst bei ihren Filmen hätten bleiben sollen :-)

Reinigung ist mit heissem Wasser ausspülen, gelegentlich die Spule mit einer alten Zahnbürste schrubben um irgendwelche Emulsionsreste o.ä. zu entfernen. Das war es schon.

Einen Nachteil hat die Rondinax 35 aber: Man merkt, wie gut der Film konfektioniert wurde. Wenn ich da einen der letzten Retro100 habe, bekomme ich fast immer Schwierigkeiten, den sauber einzuspulen. Markenware wie APX100, HP5+, TMax etc. gehen dagegen problemlos, man kommt ganz ohne Wechselsack aus.

Angeblich soll eine Rotation weniger Kantenschärfe liefern (hört man öfter von der Rodinal-Stand-Gemeinde). Kann ich persönlich nicht beurteilen; was für mich Entwickler wie FX-39 liefern, lässt bei mir eigentlich keine Wünsche offen.

Insgesamt ein ziemlich geniales System, IMHO.
Diskutier doch mit!
Anmelden und kostenlos mitmachen.
Kostenlos mitmachen
Deine Daten sind bei
uns sicher!
Nach
oben