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Testbericht Zeiss Batis 2,8 / 135

Ich bin 49 Jahre alt und lebe auf der schönen Insel Usedom. Fotografiert habe ich bereits seit meiner Kindheit, zur richtigen Leidenschaft ist die Fotografie dann 2009 geworden und mittlerweile bin ich als selbstständige Fotografin tätig.

Ich liebe es kreativ zu sein und neue Dinge auszuprobieren. Ich fotografiere sehr gern mit Offenblende und mag besondere Schärfeverläufe. Wenn mich jemand fragt, was denn mein fotografischer Themenschwerpunkt ist, kann ich diese Frage nur schwer beantworten. Ich versuche eher das zu fotografieren was man eigentlich nicht sehen kann. Bilder die Geschichten erzählen. Für mich ist wichtig, dass ein Bild etwas in mir auslöst und nicht das, was ich auf dem ersten Blick sehe…

Ich bin immer auf der Suche nach dem Besonderen…deshalb wollte ich auch unbedingt dieses Objektiv testen.

Meine Freude war groß, als ich endlich das Paket bekam. Die Verpackung ist ansprechend und der Karton im Innenbereich mit Schaumstoff ausgekleidet, sodass eine sichere Lieferung gewährleistet ist.

Im Lieferumfang ist das Objektiv Zeiss Batis 2,8 / 135 mit der passenden Sonnenblende, eine Gebrauchsanweisung, die Prüfprotokolle und die Garantie des Herstellers. Einen Staubbeutel für den Transport in der eigenen Fototasche habe ich vermisst.

Und dann hielt ich dann dieses Objektiv in den Händen…schon der erste Eindruck war fantastisch, die Haptik ist großartig und die Verarbeitung sehr wertig.

Bedingt durch die Größe (135 Durchmesser 67) liegt das Objektiv mit der ILCE7 von Sony perfekt in der Hand. Objektiv und Kamera sind gut ausbalanciert.

Das Zeiss Batis 2,8 /135 lässt sich problemlos und einfach an die Kamera ansetzen und lösen. Das Design ist durch die Rundungen und nicht scharfen Kanten sehr harmonisch. Die große Länge der Sonnenblende lässt kaum störenden seitlichen Lichteinfall zu. Der glatt gummierte Einstellring zum manuellen Fokussieren ist sehr griffig und man kann ihn butterweich drehen. Bei der manuellen Fokussierung ist die LCD-Anzeige im Objektiv hilfreich um den Tiefenschärfebereich abzulesen und man kann je nach Bedarf dann die Entfernung zum Motiv verändern. Dieses gilt auch für die automatische Fokussierung bei einigen Einstellungen der Kamera.

Der Autofokus erfolgt schnell und leise. Aufgrund der 135er Festbrennweite ist das Objektiv in Innenräumen nicht immer optimal. Für mich waren 2-15 Meter die richtige Entfernung zum Motiv. Gerade bei Veranstaltungen, in großen Sälen und im Freien ist man somit nah genug am Motiv ohne selbst ganz nah zu sein. Der schnelle Autofokus sorgt für die große „Ausbeute“ an guten Fotos.

Die Farbwiedergabe ist absolut authentisch, Schärfe und auch die Schärfentiefe sind atemberaubend gut. An dieser Stelle möchte ich noch diesen unglaublich schönen Schärfeverlauf erwähnen. Die Freistellung mit der 2,8 er Blende und auch der weiche Übergang der Schärfe zu der Unschärfe sind so hervorragend, dass das Fotografieren einfach nur Spaß macht.

Leider war während der Testphase das Wetter aus fotografischer Sicht nicht optimal, auf einen Sonnentag habe ich leider vergeblich gewartet. Somit sind meine Testfotos bei Regen, Nebel, schwierigen und künstlichen Lichtverhältnissen entstanden. Aber da das Zeiss Batis 2,8 / 135 robust, spritzwassergeschützt und lichtstark ist, hat es diesen Herausforderungen standgehalten und zu erfreulichen Fotoergebnissen geführt.

Zum Einsatz kam das Objektiv am Strand und im Wald auf der Insel Usedom, in den Straßen von Berlin und im Studio. Im Outdoorbereich ist die Festbrennweite von 135 perfekt und somit auch bestens als Reiseobjektiv geeignet.

Beim Einsatz in der Streetfotografie entstanden selbst bei Dauerregen plastische Aufnahmen mit schönen Farben, aber ich würde hier eine Festbrennweite von 85mm präferieren, um einfach selbst näher in der Szene zu sein.

Fazit

Beim Testen hat sich für mich ziemlich schnell herausgestellt, dass das Objektiv vielseitig und kreativ einsetzbar ist, aber alle Vorzüge kommen am besten bei den Portraitaufnahmen zur Geltung.

Für alle Hochzeitsfotografen, die besondere und emotionale Fotografien erstellen möchten, ist dieses Objektiv ein MUSS und für Reisefotografen kann ich für das Batis 2,8 / 135 zu 100 Prozent meine Empfehlung aussprechen.

Der einzige Nachteil dieses Objektivs ist für mich persönlich der relativ hohe Kaufpreis, daher würde ich als Schulnote eine 1- vergeben.

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Dezember 2017